Getestet: Erfahrungen mit den On Cloud Laufschuhen von On Running

Laufen wie auf Wolken? Laufschuhe aus der Schweiz? Das hört sich interessant an und so habe ich mir ein paar der Wolkenschuhe besorgt und möchte Euch das Unternehmen und meine Erfahrungen mit dem On Cloud Laufschuh in diesem Beitrag vorstellen.

atemlos durch die Nacht…. 6.30 morgens, 3 Grad Aussentemperatur. Egal. Zeit für einen #testlauf mit den #oncloud #running #shoes

Ein von Sports Insider Magazin (@sports_insider_magazin) gepostetes Foto am

Die Firma ON wurde 2010 von drei Schweizern gegründet: Olivier Bernhard, David Allemann und Caspar Coppetti. Dabei steht der ehemalige Schweizer Athlet Olivier Bernhard, der die tragende Idee für den Laufschuh hatte, im Vordergrund. Hauptsitz von ON ist Zollikon. Bei „ON“ handelt es sich nicht um einen internationalen Konzern, sondern um ein kleines Label aus der Schweiz.

Nach einigen Jahren des Tüftelns, ging ON schliesslich in 2010 mit einem neuen Laufschuhkonzept an den Start, nämlich der Cloudtech Technologie. Dabei wirken ON Schuhe, im Gegensatz zu anderen Dämpfungs-Technologien nicht nur vertikalen Stößen entgegen, sondern reduzieren auch horizontal wirkende Kräfte, die oft verantwortlich für Schmerzen beim Joggen sind. Die Bezeichnung „Cloudtech“ ist dabei keineswegs untertrieben, weil das Gefühl der ON-Sneaker tatsächlich einem Lauf auf Wolken gleicht. Internationale Athleten, wie Tegla Loroupe aus Kenya, sind bereits „ON“. Sie sind von den Schuhen gleichermaßen begeistert wie Hobby-Läufer.

Der ON ist der erste Laufschuh, der dann dämpft, wenn der Läufer es braucht. Flexible Gummi-Elemente dämpfen bei der Landung horizontale und vertikale Kräfte und sorgen dabei für eine weiche Landung. Anschließend schließen sich die Elemente, werden hart und bieten eine feste Unterlage. Also: Weich landen wie auf Sand, hart abstoßen wie auf Asphalt. Der Läufer gleitet in den Schritt hinein und kann kraftvoll abstoßen, egal auf welcher Unterlage er sich befindet.

Die ON-Modelle
Der Cloudster ist das Einstiegsmodell, der sich Leute eignet, die gerne mit Laufen anfangen möchten.
Der Cloudrunner ist ein Stabilitätsschuh, geeignet für Ausdauerläufe und längere Trainingseinheiten, in denen zusätzlicher Halt und Stabilität gefragt sind.
Der Cloudsurfer ist das neutralstes Modell, geeignet für bereits trainierte Läufer.
Der Cloudracer ist das Wettkampfmodell, geeignet für Laufprofis.
Der Cloud ist ein sehr leichtes Modell mit hoher Dämpfung

Welches ist das optimale Modell?
Die Wahl des richtigen „ON“ hängt davon ab, ob der Läufer eher Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi ist. Entscheidend ist auch, für welche Läufe die Schuhe gedacht sind, also welche Distanzen auf welchen Belägen zurückgelegt werden sollen. Dabei empfiehlt sich grade Laufanfängern der Besuch eines Fachhändlers, bei dem eine Laufanalyse und -beratung gemacht werden kann. Ansonsten gilt immer: Einfach den „ON“ anziehen und loslaufen! Das übergewichtige Laufanfänger sich nicht mit einem natural running Wettkampfschuh ins Gelenkkoma schiessen sollten, dürfte ja auch jedem klar sein.

Manche Läufer, die den „ON“ testeten, stellten sich erst die Frage: „Kann ich damit laufen?“ Sobald die Läufer jedoch mit dem Cloud-Schuh gelaufen waren, verschwanden sofort die Zweifel. So fingen bei einigen die Füße an, zu „schwabbeln“. auch waren bei anderen Läufern 2 – 3 Laufumfänge erforderlich, bis die Muskeln aufgebaut waren. Wieder andere erleben sofort einen tollen Wow-Effekt.

Die Geschichte von ON wird seit des ersten Prototyps auch von vielen Titeln und Preisen begleitet. So bekam gleich der erste ON Prototyp den ISPO BrandNew Award, in 2013 geht der ISPO Gold Award für den besten Performance-Schuh an ON und in diesem Jahr wählt „The Running Network“ das Netzwerk führender amerikanischer Laufmedien den On Cloud zum besten Performance-Schuh 2014. Dazwischen liegen unzählige sportliche Erfolge durch Athleten mit ON-Schuhen.

Doch kommen wir zu meinen persönlichen Eindrücken. Zunächst muss man sagen, daß man die schweizer Gründlichkeit und die Begeisterung für das Laufen bei allen Aspekten der Marke spürt. Eine Glaubwürdigkeit und einen Enthusiasmus, den man nur bei ganz wenigen Marken spürt und der mich zum Beispiel auch zum Fan von inov8 macht. Zunächst ist das Design der Schuhe einfach preisverdächtig und man sieht sofort die vielen Details an die gedacht wurde. Das Mesh-Obermaterial ist angenehm luftig und bietet durch Verstärkungen an den Seiten des Vorderfußes und der Kappe trotzdem eine sehr gute Stabilität und durch die leicht hochgezogene Sohle auch einen Schutz vor Steinen oder anderen kleinen Hindernissen, die man leider manchmal rammt.

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Auch die gelöchterte direkt in das Obermaterial eingetzte Zunge ist wirklich clever gemacht und die hauseigene Schnürung mit extrem dünnen Gummibändern sieht nicht nur toll aus, sondern bietet überraschener Weise auch den notwendigen Halt, um sofort loszustarten. Wer mehr Stabilität benötigt, hat im Schuhkarton noch ein weiteres Paar Schnürsenkel im Lieferumfang dabei und findet am Schuh weitere Ösen und Schlaufen, um eine ganz individuelle Schnürung, genau auf die persönlichen Vorlieben abgestimmt, einzufädeln.

Mit 198 Gramm beim Herrenmodell ist der On Cloud auch erstaunlich leicht, besonders wenn man die Dämpfungsleistung betrachtet – denn mehr Sohle bedeutet ja meist auch mehr Gewicht. Ich habe mit dem On Cloud eine 10 Kilometerrunde über Asphalt und befestigten Schotterboden gedreht und wollte wissen, wie es sich auf Wolken läuft. Und da fängt auch eine gewisse Enttäuschung an, denn der On Cloud läuft sich erstaunlich hart für einen Wolkenschuh. Die Dämpfung fühlt sich für mich also recht vergleichbar zu anderen Laufschuhen dieser Dämpfungsklasse an, was bedeutet das der On Cloud sehr gute Dämpfungseigenschaften hat, man aber durch die Namensgebung einfach falsche Erwartungen hat. Und gerade für das Gewicht der Schuhe, ist die Performance sehr gut. Die Landung entspricht also dem gewohnten Leistungsspektrum, der Grip und Abdruck ist hingegen deutlich besser als bei anderen Schuhen, was am Sohlenaufbau und den einzelnen Cloud-Elementen liegt.

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Ich bin ja als Marathonläufer und mit meinen rund 200 Trainingskilometern im Monat sehr gut konditioniert was meinen Laufapparat angeht und laufe in der Regel auf wenig gedämpften Schuhen mit einer sehr dünnen Sohle. Daher fühlt sich der On Cloud für mich ein wenig hoch an und der direktere Bodenkontakt fehlt mir ein wenig. Das geht mir aber auch mit anderen Dämpfungsschuhen so, wie dem Nike Pegasus 30, der übrigens mit seinen 306g deutlich schwerer ist als der On Cloud. Wegen meines Trainingsstandes kann ich auch die seitliche Stabilisierung recht schwer beurteilen, die durch die lange Rinne in der Sohlenmitte und die Aufteilung in die vielen Cloud-Zellen erreicht wird. Leider bietet diese Rinne auch Platz für Steine oder kleine Kienzapfen, die man beim Laufen damit einsammelt, was ich beim Laufen aber nicht bemerkt habe. Insofern hat sich das zumindest nicht störend beim Laufen ausgewirkt.

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Zusammenfassend muss man sagen, daß für meinen Läufertyp der Cloudracer oder der Cloudsurfer die besser ausgelegten Modelle sind und ich dank des Vorgeschmacks mit dem On Cloud sicher den Cloudracer auch noch einmal probieren werde. Grundsätzlich sind die Schuhe von ON mit viel Liebe für Detail, Design und Verarbeitung gemacht und die Cloud Technologie überzeugt mich, auch wenn ich mir einen Schuh besorgt habe, den ich eher im Hobby- oder Einsteigerbereich einordnen würde. Die Kombination aus Gewicht, Design und Dämpfungseigenschaften überzeugen komplett und mit dem On Cloud bekommt man einen fortschrittlichen Laufschuh abseits des Mainstreams, der mit 129,95€ auch bezahlbar ist.

Wie schon beschrieben, spürt man die Liebe und Detailversessenheit, die nur echte Läufer in dieser Form in die Schuhentwicklung stecken. Ich bin sehr gespannt, wie es mit ON weitergeht und behalte das Team auf jeden Fall auf meiner Watchlist. Und wenn ich mit dem Cloudracer eine neue Bestzeit in den Asphalt brennen kann, lasse ich es Euch wissen. Die 40 Minuten auf 10km müssen fallen!

Mehr zu ON findet Ihr auf On-Running.com und bei Facebook.

…und wie Marketing funktioniert, wissen die Jungs bei ON auch:

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