Mit Semislicks wird die Straße zur Rennstrecke

Der Reifenmarkt ist unübersichtlich wie kein anderer – viele Marken, Hersteller, komplizierte Bezeichnungen. Doch worauf kommt es Semislicks, den sportlichsten auf deutschen Straßen zugelassenen Reifen, an?

Semislicks zeichnen sich dadurch aus, dass sie wenig Profil besitzen, aber trotzdem viel Grip bieten. Als Kompromiss zwischen konventionellen Straßenreifen und Rennreifen, zeichnen sich Sportreifen durch eine weiche Gummimischung, ein geringes Negativprofil und eine geringe Profiltiefe aus. Dadurch wird ein sportlicheres Fahren durch mehr Traktion beim Beschleunigen und Bremsen ermöglicht. Des Weiteren wird die Haftreibung bei Kurvenfahrt erhöht. Semislicks werden mit maximal 2 bar Kaltluftdruck gefahren, pumpen sich bei der Betriebstemperatur von 70 ˚C um circa 0,5 bar auf.

Mittlerweile bietet bereits jeder größere Hersteller diese Kategorie in der Produktpalette an, hier sind die bekanntesten Semislicks Pirellis P Zero Trofeo R, Michelins Pilot Sport Cup 2 und Dunlop SportMaxx zu nennen. Die sportlichen Add-ons lassen sich die Hersteller jedoch ordentlich bezahlen. Für günstige Modelle muss der Sportwagenbesitzer mindestens 150 Euro in die Hand nehmen (Hankook Ventus S1 evo2), während bei teuren Markenmodellen bis zu 350 Euro pro Reifen (Michelin) fällig werden.

Vorteile bringen Semislicks vor allem in der Seitenführung und bei sportlichem Fahren auf einer trockenen Fahrbahn. Zusätzlich wirkt das Fahrverhalten auf trockener Fahrbahn bei den Dunlop Sport Maxx RT 2 sehr ausgewogen und direkt. Sinn machen diese Kategorie der Sportreifen natürlich nur auf sportlichen Fahrzeugen, dementsprechend fällt die Wahl der Reifengröße in den meisten Fällen auf die verbreitete Dimension 235 / 35 – R 19 oder 235 / 35 – R18.

Doch stellt sich die Frage, ob die positiven Fahreigenschaften auf Kosten der Sicherheit gehen. Die Bremswerte bei den bekannten Markenmodellen sind gut, die Aquaplaningsicherheit spuren die meisten Modelle sicher und das geringe Negativprofil führt zu direkten und zielgenauen Lenkeigenschaften. Folglich ist auch die sichere Hin- und Rückfahrt zur Rennstrecke, für welche diese Kategorie eigentlich durch die Hersteller erfunden wurde, gesichert. Das setzt natürlich voraus, dass man sich bewusst ist, dass man wasserscheue Semislicks aufgezogen hat: Bei feuchter Strecke kommen die weniger stark profilierten Sportreifen nicht an die Sicherheit eines konventionellen Straßenreifens heran.

Bei Semislicks gilt: Je flacher die Profileinschnitte und je geringe ihre Anzahl, desto besser ist die Stabilität innerhalb der Lauffläche, was sich leistungsfördernd auf Traktion, Bremsen, Seitenführung und Kurvenstabilität auswirkt. Das lassen sich die Hersteller allerdings mit im Schnitt circa 200 Euro pro Reifen sehr gut bezahlen und die Fahreigenschaften auf nasser Fahrbahn erreichen nicht die Bremswerte und Stabilität, wie man sie von Straßenreifen gewohnt ist.

Für Fahrer, die eher kostenbewusst unterwegs sind, wären allerdings Ganzjahresreifen die erste Wahl. Diese Reifen sollten dann möglichst schmal gearbeitet sein und auch maximal mit Luft gefüllt sein, da durch die geringere Reibung sofort der Verbrauch sinkt. Allerdings ist ein sportliches fahren unter diesen Umständen auch nicht mehr sicher möglich.

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