Marcel Höche beim 65km Ultra Trail des Innsbruck Alpine Trailrun Festival auf dem Podium

Der Innsbruck Ultra Trail Ende April wurde von vielen Ultra Trail Läufern genutzt, um sich auf die kommende Saison unter Wettkampfbedingungen vorzubereiten. Auch der in Fürth wohnhafte, aus Bad Lauterberg stammende 22-Jährige Marcel Höche startete hier und beendete das Rennen auf dem Podium.
Auch für ihn sollte es die Vorbereitung auf den Zugspitz Ultra Trail und den Vietnam Mountain Marathon über die Distanz von 100km sein.

Am vergangenen Samstag startete Fürther Extremsportler im Tiroler Innsbruck auf der 65km Distanz, von der ein Großteil auf technischen Pfaden zurückzulegen war und außerdem mehr als 2.100 Höhenmeter auf die Läufer wartete. Mit schwerer Pflichtausrüstubg startete er neben vielen starken Läufern aus Österreich, die es auf Punkte für den Österreichischen Trailcup abgesehen hatten und vielen weiteren internationalen Eliteläufern um 8 Uhr morgens in der Altstadt, um sich kurz darauf auf Steilen Pfaden aus dem Stadtkern heraus wiederzufinden.

Zunächst setzte sich eine Gruppe von 3 Läufern ab, unter ihnen auch der spätere Sieger, ein Ultraläufer, der auf viele Jahre Erfahrung zurückblicken kann, die beiden anderen Läufer sollte die Fünfergruppe um Höche bald einholen. Diese Gruppe legte eine starke erste Hälfte zurück, bevor einige dann doch wegen Magenproblemen oder Selbstüberschätzung zur Temporeduzierung gezwungen wurden, während sich der adidas Outdoor Athlet nach fast 3 Stunden auf dem 2. Platz wiederfinden konnte. Allerdings standen noch knapp 30km und 2 markante Steigungen vor ihm. Diese Steigungen waren zum Teil so steil, dass sich das Marschieren mit auf die Oberschenkel gestützte Armen sich effizienter als normales Laufen herausstellte, während die Läufer auf flacheren Abschnitten Kilometer für Kilometer mit gerade mal etwas über 4 Minuten hinter sich brachten.

Nach 5 gelaufenen Stunden allerdings, fühlte sich auch der 22-Jährige mittlerweile schlechter und schlechter. Die extrem steilen Anstiege und die ebenfalls anspruchsvollen verwurzelten Pfade abwärts, die es den Sportlern quasi nie erlaubten, sich etwas zu erholen, forderten ihn stark, sodass er auf den 3. Platz zurückfiel und sich auch bei weniger steilen Passagen immer wieder zum Gehen gezwungen sah.

„Nach 5 Stunden habe ich immer diesen Punkt erreicht, bei dem ich einfach nicht mehr meinen Rhythmus laufen kann. Mir fehlt hier einfach noch das jahrelange Training.“ so Marcel Höche.

Da sich ein Orientieren nach vorne in dieser Situation unmöglich gestaltet hätte, sollte doch zumindest das Podium verteidigt werden, so entschied der junge Sportler. Höche, mittlerweile am Ende seiner Kräfte, hielt den Viertplatzierten außer Sichtkontakt, bis dieser plötzlich an der letzten Verpflegungsstelle neben ihn stand. Sofort beendete Höche seine wenige Sekunden lange Pause und machte zur finalen, cirls 1km langen Steigung, gefolgt von 4km abwärts zurück in die Innenstadt.

„In solchen Situationen kann ich unglaublich brutal zu mir selbst sein. Ich rannte, als wären die letzten 60km gar nicht passiert“, erinnert sich Marcel Höche.

Er gewann erneut Abstand in der Bergauf-Passage, der es quasi unmöglich machte, auf dem steilen Trail ins Tal eingeholt zu werden. Dennoch bereiteten ihm die letzten 400 Höhenmeter nur wenig Freude, wirken hier doch gewaltige Belastungen auf die stark angeschlagene Oberschenkelmuskulatur.

Begleitet vom Applaus der zahlreichen Zuschauer erreichte er nach 6:14h überglücklich das Ziel.

Höche hat in Österreich seine neue Lieblingsveranstaltung entdeckt.
Sowohl die anspruchsvolle und abwechslungsreiche Strecke, als auch Panorama, Organisation, Innsbrucks Innenstadt und nicht zuletzt die netten Mitläufer überzeugten den Sportler.

Schon jetzt freut sich der passionierte Läufer auf die zahlreichen nächsten Ultra Trail Wettkämpfe in diesem Jahr, aber auch auf seinen Sommerurlaub. Hier wird er in mehreren Tagen in 280km mit unglaublichen 22.000 Höhenmetern, 3 Gletscherquerungen von Garmisch-Partenkirchen über die Zugspitze, durch Österreich bis zum Gardasee laufen.

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