Blind auf den Gipfel: Andy Holzer holt sich die 7 Summits!

Ein bekanntes Sprichwort lautet: Aller guten Dinge sind drei! Dieser Tage gibt es vermutlich keinen Menschen, zu dem dieser Satz besser passt als zu Andy Holzer. Der österreichische Bergsteiger, der von Geburt an blind ist, konnte am 21. Mai 2017 im dritten Anlauf den Gipfel des Mount Everest erklimmen. Damit gilt Holzer nach dem US-Amerikaner Erik Weihenmayer als der zweite blinde Mensch, der die 8.848 Meter zurücklegte. Bereits 2014 hatte der Mann aus Lienz erstmals den Aufstieg gewagt, musste sich jedoch aufgrund eines Lawinenunglücks vorzeitig von seinem großen Traum verabschieden. Und auch 2015 meinte es das weltberühmte Himalaya-Gebirge nicht gut mit dem Extremsportler. Allerdings ließ sich Andy Holzer von den Rückschlägen nicht verunsichern und unternahm nun an der Seite seiner Helfer Wolfgang Klocker und Klemens Bichler einen weiteren Versuch. Mit Erfolg: Um 7:10 Uhr in der Früh funkte der Expeditionsleiter an Holzers Frau Sabine folgende erlösenden Worte: „Aufstieg ohne Stau, kaum Leute unterwegs“. Nach einigen Minuten des Verharrens auf dem höchsten Gipfel der Welt kehrten Holzer und dessen Crew ins Basislager auf circa 8.300 Meter zurück.

Seven Summits und Andy Holzer: Endlich passt zusammen, was zusammen gehört!
Wer einen Beweis braucht, zu welch unfassbaren Leistungen Menschen mit Behinderungen im Stande sind, sollte sich ein Beispiel an Andy Holzer nehmen. Der Österreicher ging als derjenige in die Geschichte ein, der als erster Blinder den Gipfel des Mount Everests über die Nordroute erreichte. An diese waghalsige Aufgabe hatte sich nicht einmal Vorreiter Erik Weihenmayer getraut. Darüber hinaus darf sich Holzer ab sofort damit brüsten, die höchsten Berge der sieben Kontinente, die so genannten Seven Summits, gemeistert zu haben. Zur Hintergrundinformation sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Definition bezüglich der Seven Summits ein wenig auseinandergeht. Demnach stimmt die erste Auflistung von Dick Bass nicht ganz mit Reinhold Messners Gegenvorschlag überein, sodass insgesamt neun Gipfel infrage kämen.

Mit dreijähriger Verspätung auf dem „Dach der Welt“
Allerdings sind sich Bass und Messner in einem Punkt einig: Der Mount Everest, der einzige 8.000er unter den neuen Bergen, zählt zweifellos zu den Seven Summits. Und Andy Holzer gehört zu den wenigen Menschen, die tatsächlich ganz oben standen. Bereits vor seinem ersten Aufstieg gewährte er gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ einen Einblick in die Faszination Mount Everest: „Schon als Jugendlicher war der Everest ein großer Traum von mir. Doch noch vor zehn Jahren war nicht daran zu denken, diesen Traum zu verwirklichen, und auch vor fünf Jahren wäre das aussichtslos gewesen. Jetzt habe ich den Erfahrungsschatz, habe das logistische Wissen, und auch finanziell passt es jetzt. Die Chance, die ich jetzt spüre, will ich nutzen.“ Mit dreijähriger Verspätung glückte das Unterfangen, was ihn zu einer lebenden Legende machte.

10 Stunden bis zum großen Glück
Am 3. April hatte das große Abenteuer in München begonnen, ehe sich die drei Bergsteiger in Richtung Kathmandu aufmachten, um in Nepal das „Dach der Welt“ zu besteigen. Es sollte der Auftakt für eine Zeit des Bangens und Hoffens sein, ehe via Facebook diese Erfolgsmeldung verkündet wurde: „Andy, Klemens und Wolfi haben ihr Ziel – den Gipfel des Mount Everest nach circa 10 Stunden Aufstieg erreicht – die Emotionen überschlagen sich!“

Ich hatte vor einigen Jahren die Möglichkeit gemeinsam mit Andy Holzer bei einem Event von Dachstein zu klettern und daher freue ich mich ganz besonders, daß er nun das große Ziel erreicht hat. Respekt, Andy!

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Kommentare
3 Antworten zu “Blind auf den Gipfel: Andy Holzer holt sich die 7 Summits!”
  1. Ariana sagt:

    Vielen Dank für diesen spannenden Bericht. Ich finde es immer sehr beeindruckend, zu was für Leistungen Menschen fähig sind. Gleichzeitig sind solche Artikel immer sehr inspirierend-ich überlege mir dann immer: wenn die zu so etwas fähig sind, dann müsste ich ebenfalls in der Lage sein, einfachere Sachen zu schaffen ;-)

    Liebe Grüsse
    Ariana

  2. Daniel sagt:

    Hi Ariana, genau so geht es mir auch bei Andy. Wenn ich mir dann überlege wegen welchen „Hindernissen“ ich mir manchmal meine Gedanken mache und wie lächerlich das im Vergleich zu Andy´s Barrieren ist, motiviert mich das ungemein, meine eigenen Blockaden mehr in Frage zu stellen.

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  1. […] Blind auf den Mount Everest-das ist mal eine Leistung! (Gefunden beim Sportinsider) […]



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