Scott T2 Kinabalu Trailrunningschuh im Test. Erfahrungen vom Trail am Ruinenberg

Für meine Zeit zwischen den Frühjahrsmarathons und den Herbstmarathons, bei denen ich extrem viel auf Asphalt und festen Straßenbelägen trainiere, habe ich mir in diesem Jahr eine intensive Phase für Trailruns genommen und dabei auch vieles an neuem Trailrunning-Equipment ausgetestet. Als einen besonders vielseitigen Trailrunning-Schuh, der aber auch auf der Straße gut funktioniert, habe ich dabei auch den Scott T2 Kinabalu 3.0 getestet und meine Erfahrungen damit auf den Trails in Berlin und Potsdam gesammelt.

Beim Obermaterial des Scott T2 Kinabalu wurde ein dünnes und strapazierfähiges Mesh-Material verwendet, daß im Seitenbereich und an der Schnürung mit zusätzlichen, stabilisierenden Gummibahnen verklebt wurde. Rund um den Zehenbereich schützt ein etwas dickeres, gummiertes Material vor Stößen und Verschleiß. Auch auf der Innenseite ist das Obermaterial sehr dünn gehalten und nur im Bereich des Knöchels und der Ferse mit einer recht üppigen Polsterung versehen. Die Fersenkappe ist sehr stabil und bietet besonders in Laufrichtung und entgegen der Laufrichtung besonders viel Halt. Besonders angenehm ist, daß die Fersenkappe relativ niedrig endet und das in X-Form angebrachte, stabilisierende Gerüst eine Aussparung für die Achillessehne hat und dadurch dort Reibestellung oder eine Blasenbildung verhindert.

Die Schnürung ist klassisch mit textilen Schnürsenkeln und den zusätzlich verklebten Schnürsenkellöchern gelöst worden. Das oberste Schnürsenkelloch und das zusätzliche Schnürsenkelloch für die Marathonschnürung sind zusätzlich verstärkt worden. Eine smarte Idee von Scott ist das Lace Bungee bzw. der Lace Locker, also eine kleine Gummilasche über der Schnürung, durch die man die Schnürsenkelenden besser am Schuh fixieren kann und damit ein versehentliches Öffnen oder Verhaken der Schnürung während des Laufs verhindert.

Die Passform und auch der Tragekomfort sind sehr angenehm, da die Zehenbox ausreichend Raum für die Zehen bietet, die Konstruktion und Polsterung und die Schnürung einen guten Halt bietet und das besonders dünne Obermaterial im Vorderfuß- und Mittelfußbereich eine angenehme Atmungsaktivität bietet. Mit 330 Gramm Gewicht ist der Scott T2 Kinabalu 3.0 auch vom Gewicht gut aufgestellt. Besonders gut gefällt mir die Form der Zwischensohle, die zumindest für meine Fußform einen gut gestützten und sehr angenehmen Stand im Schuh bietet. Der Fuß liegt komplett auf und das Fußgewölbe wird angenehm gestützt, was sich bei langen und intensiven Läufen auszahlen dürfte, da der Laufapparat weniger schnell ermüdet.

Für die Mittelsohle ist in der eRide-Geometrie geformt und bietet mit einer Sprenung von 11mm eine Ausrichtung, die ein schnelles Abrollen unterstüzt. Mit 17mm Material am Vorderfuß und 28mm ist der Scott T2 Kinabalu gut gedämpft, ermöglicht im Vorderfußbereich aber trotzdem noch eine spürbare Verbindung zur Laufstrecke. Der Schuh ist insgesamt für einen neutralen Laufstil für normalgewichtige Läufer ausgerichtet, aber auch trainiertere, schwere Läufer sollten mit dem Laufschuh gut zurechtkommen.

Die Sohle hat ein mittleres Stollenprofil und ist aus AeroFoam+ und Gummielementen aufgebaut, die auch bei nassem Wetter noch einen guten Grip bieten und besonders am Hacken und der Schuhspitze zusätzlichen Grip verleihen. Besonders herauszuheben ist die Vielseitigkeit, die diese Sohlenkonstruktion ermöglicht. Der Scott T2 Kinabalu 3.0 kommt nämlich nicht nur mit leichten und mittleren Trails richtig gut zurecht, sondern steckt auch Straßenabschnitte sehr gut weg, womit viele andere Trailrunningschuhe Probleme haben. Wer also in Wettkämpfen mit gemischtem Terrain zu tun hat, findet im T2 Kinabalu einen tollen Begleiter für diese Strecken. Gerade für mich und das eher flache Terrain in Berlin-Brandenburg ist das ein großer Vorteil, da wir mit den reinrassigen Bergstrecken doch eher spärlich gesegnet sind.

Zusammenfassend kann ich den Scott T2 Kinabalu 3.0 für schnellere und längere Läufe empfehlen, da die Dämpfung und das Fußbett den Läufer gut unterstützen und der Sohlenaufbau ein schnelles Abrollen ermöglicht und trotz der Dämpfung noch ein natürliches Laufgefühl vorhanden ist. Das vernünftige Gewicht, das stabile und atmungsaktive Tragegefühl und vor allem die sehr vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sind ein weiteres Plus. Das zurückhaltende Design ist für mich ein weiteres Kaufargument.

Mein Scott Trailrunning Outfit
Bei meinen Testläufen für den Scott T2 Kinabalu, war ich auch mit einem Trailrunning-Outfit von Scott unterwegs, wie Ihr bestimmt schon auf den Bildern gesehen habt. Bei den Shorts handelt es sich um die SCOTT Trail MTN Aero Shorts, die aus einem superleichten und extrastrapazierfähigen DRYOzone-Stretchgewebe hergestellt wurden. Schön finde ich auch den über ein eingelegtes Band und Klettverschlüsse verstellbaren Bund, der viel bequemer sitzt, als bei einer Verstellung über ein Schnur- oder Kordelsystem. Die Hose ist außerdem komplett geklebt und hat daher auch keine Nähte, die Reibestellen hervorrufen können und über die in das gelaserten kleinen Öffnungen wird die Luftzirkulation noch weiter verbessert. Die Oberschenkeltasche mit Reißverschluß ist auch sehr praktisch, da die Hose keine weiteren Innentaschen oder Taschen am Hüftbereich besitzt. Hauptsächlich punktet die Hose aber mit dem tollen, leichten und strapazierfähigen Material.

Das Laufshirt ist das SCOTT Trail MTN Polar 20 s/sl Shirt, daß zu 82% aus recyceltem Polyester besteht. Bei diesem Material handelt es sich, um das besonders atmungsaktive und schnelltrockende polartec Power Dry Material, mit dem man auch bei den steilsten Bergpassagen nicht überhitzt.

Die Bilder habe ich übrigens in Potsdam am Ruinenberg gemacht, bei dem man einige ziemlich gemeine, kleine Pfade direkt auf den Berg hinauf laufen, aber auch einen befestigten Weg mit etwa 1.500m um den Ruinenberg herumlaufen kann. Daraus lässt sich dann auch ein schönes Intervallprogramm erstellen aus Bergsprints und einer 1.500m-Runde im Wechsel.

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