TomTom Adventurer Outdoor GPS-Uhr im Test. Erfahrungen vom Laufen, Wandern & Triathlon

Wer gerne in der freien Natur sportlich aktiv ist und wissen möchte, was er leistet, der beraucht dringend eine Sportuhr, die auch für Outdoor-Trainingseinheiten geeignet ist. TomTom hat im Sportsegment bereits zwei Modelle am Start und schickt nur mit der TomTom Adventurer Sportuhr ihr drittes Produkt gegen Mitbewerber wie Suunto, Polar oder Garmin ins Rennen. Ich bin vor drei Jahren mit TomTom Sportuhren unterwegs – zunächst mit der TomTom Runner Cardio und dann mit der TomTom Multi-Sport Cardio und war dementsprechend gespannt auf den Test und welche Erfahrungen ich mit dem neuesten Modell machen würde.

Die TomTom Adventurer Sportuhr – viele Sportarten mit einer Uhr
Im Gegensatz zu den bisherigen Modellen kann man die TomTom Adventurer für noch mehr verschiedene Sportarten nutzen und damit ist sie ganzjährig für aktive Leute einsetzbar. Sie ist beispielsweise geeignet für:

  • Running
  • Indoor-Running
  • Trailrunning
  • Wandern
  • Radfahren
  • Indoor-Radfahren
  • Snowboarden
  • Skifahren
  • Gym & Fitness

Bisher hatte sich das niederländische Unternehmen bei der Entwicklung seiner Sportuhren immer nur auf einzelne Disziplinen oder Disziplinkombinationen konzentriert, wie bei der TomTom Multisport Cardio. Mit der Adventurer bietet TomTom das erste Mal eine Allround-Uhr an, mit der ganzjährig fast alle der beliebtesten Sportarten messbar sind. Über die Freestyle-Funktion kann man zusätzlich andere Trainings oder Wettkämpfe aufzeichnen, die im Menü nicht fest eingespeichert sind.

Die wichtigsten Features der TomTom Adventurer Sportuhr
Diese Vielzahl an möglichen Sport-Modi wird vor allem durch die erweiterten, technischen Features der Outdoor GPS-Uhr ermöglicht. Dazu gehören neben einigen klassischen Anwendungen wie einer Stoppuhr vor allem auch:

  • Herzfrequenzmessung am Handgelenk (ohne Brustgurt)
  • GPS-Tracking (QuickGPSFix für schnelle Ortsbestimmung)
  • Barometrischer Höhenmesser
  • Kompass (wichtig in unübersichtlichem Gelände)
  • Routenfunktion (damit man weiß, wo man ist und wie man zurückkommt)
  • 24/7 Activity-Tracker
  • Geschwindigkeitsmesser
  • Automatische Lifterkennung (wichtig beim Skifahren)
  • Musikplayer

Die sportlichen Abenteuer mit dieser neuen TomTom Sportuhr sind ein echtes Erlebnis im positiven Sinn. Sie trägt sich extrem angenehm, was einerseits an ihrem geringen Gewicht von nur etwa 55 Gramm liegt und andererseits am Material des Armbandes, das aus sehr hautverträglichem Kunststoff gearbeitet ist. Auch wenn die bisherigen Modelle schon klein und leicht waren, macht sich das verbesserte Design nochmals zusätzlich positiv bemerkbar.

Das Gewicht und die Baugröße waren für mich bei meinem Wechsel zu TomTom auch damals schon wichtige Aspekte, da ich keine große und schwere Sportuhr an meinem Handgelenk tragen wollte, so wie man sie von einigen anderen Herstellern bekommt. Die TomTom Adventurer Outdoor GPS-Uhr bietet ein vergleichbares Leistungsspektrum in einem deutlich dezenteren und kompakteren Gehäuse und auch preislich ist die TomTom deutlich fairer angesetzt. Nicht ganz so gut gefällt mir der neue hervorstehende Rahmen um das Gehäuse. Dieser schützt natürlich zusätzlich das Display, aber leider sammelt sich am Rand dort auch immer etwas Schmutz, was bei den älteren planen Modellen so nicht passieren konnte. Und ich hatte auch früher keine Probleme mit Kratzern oder Beschädigungen am Display, aber ich mache allerdings auch kein Crossfit mit der Sportuhr und gehe nicht damit Klettern, wo das Display etwas gefährdeter ist.

Wichtiges Detail – Akkulaufzeiten
Für Sportler ist es immer wieder ärgerlich, wenn sich mitten in einer Trainingseinheit der Akku der Sportuhr verabschiedet, so dass man keine Angaben zu einzelnen Parametern mehr erhält. TomTom gibt für die Adventurer verschiedene Akkulaufzeiten für unterschiedliche Modi an:

  • GPS im Wandermodus = bis zu 24 Stunden
  • GPS = bis zu 11 Stunden
  • GPS und Herzfrequenzmessung = bis zu 5 Stunden
  • Activity Tracking: bis zu 3 Wochen

Aus meinen Erfahrungen aus dem Test mit der TomTom Adventurer Outdoor GPS-Uhr kann ich sagen, daß diese Zeiten sehr konservativ von TomTom angegeben wurden und bei mir im Test die Uhr deutlich länger gehalten hat. Auch nach dem Milano Marathon war noch genügend Saft auf der Uhr und im Normalbetrieb, wenn ich die Uhr zum Training und Activity-Tracking benutze, lade ich die Uhr etwa einmal pro Woche.

Barometrischer Höhenmesser, Herzfrequenzmesser und Displaybeleuchtung
Die Bedienung der Uhr fällt sehr leicht, da es nur eine einzige Taste gibt, über die sich alle Funktionen steuern lassen. Das ist für mich ein weiterer absoluter Vorteil der TomTom Adventurer, da man das System extrem schnell versteht und auch ohne Lesen der Anleitung schnell damit zurechtkommt. Selbst das zusammenstellen von Intervall-Trainingseinheiten ist supersimpel zu erledigen und ein tolles Feature für mich als Marathonläufer und Triathlet.

Was auffällt, ist die Tatsache, dass man das Barometer nicht selbst manuell einstellen kann. Dieses übernimmt bei der TomTom Adventurer das GPS auf Basis der Höhe. Tests mit der Herzfrequenzmessung haben gezeigt, dass die Messergebnisse der Uhr manchmal sehr genau sind und manchmal deutlich von vergleichbaren Sportuhren mit Brustgurt abweichen. Dies ist wohl der optischen Messmethode geschuldet. Für mich steht hier aber eindeutig der Komfort im Vordergrund, weil es gerade im Sommer so viel angenehmer ist, ohne Brustgurt zu laufen. Außerdem bin selbst ich, als ambitionierter Freizeitsportler etwas selbstkritischer. Die Performance-Gewinne die ich in einem Wettkampf erzielen kann, werden wohl doch eher darin bestehen, daß ich ein paar Extra-Trainingseinheiten absolviere oder bei der Ernährung noch etwas konsequenter bin, als daß diese über eine noch genauere Datenmessung mit einer teureren Uhr erreicht werden würden.
Ein Kritikpunkt, der mich schon bei der TomTom Multi-Sport Cardio genervt hat, ist daß man keinen Triathlon mit der TomTom Adventurer messen kann, sondern jede Sportart als einzelnen Wettkampf hintereinander messen muss. In der Wechselzone hat man als Triathlet aber eigentlich andere Prioritäten als die Uhr zu Stoppen, eine neue Sportart auszuwählen und dann neu zu starten. Außerdem geht bei dieser Methode natürlich die korrekte Erfassung der Gesamtzeit verloren, da die Uhr ja nicht durchgängig von Start bis Ziel läuft.

Zur Displaybeleuchtung und zur Ablesbarkeit ist zu sagen, daß man das Graustufendisplay bei Tageslicht einwandfrei lesen kann. Wenn es allerdings dunkler wird, braucht man sehr schnell die Beleuchtung des Displays, um etwas zu erkennen. Dazu muss man allerdings das Display kurz mit der Hand abdecken, wodurch man doch etwas abgelenkt wird. Hier wäre vielleicht eine Antippfunktion besser, so wie bei den älteren Modellen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der stellt die Uhr einfach auf Nachtmodus, dann bleibt die Beleuchtung dauerhaft in Funktion.

Routenplaner plus Navigation im Test
Eine spannende Funktion für Wanderer und Trailrunner ist der integrierte Routenplaner der TomTom Adventurer. Er funktioniert, indem man bis zu 15 Routen, wie Laufrouten oder Wanderrouten, vom Computer in den Speicher der Uhr kopiert. Der Import der Dateien funktioniert nach meinen Erfahrungen ohne Probleme. Die TomTom Adventurer stellt die ausgewählte Route als Gesamt- oder Teilansicht dar und der Kompass hilft, in schwierigem Gelände die korrekte Richtung zu finden. Insgesamt ist das eine hervorragende und hilfreiche Funktion für Outdoorbegeisterte.

Mit Musik läuft alles besser – Musikplayer in der TomTom Adventurer
Musik zu hören, ist für viele Sportler wichtig, weil es entspannt und vielleicht auch ein bisschen von der Anstrengung ablenkt, die der gerade ausgeübte Sport mit sich bringt oder wenn gewünscht im Trainig oder Wettkampf zusätzlich motiviert. Dafür hat die TomTom Adventurer reichlich Speicherplatz. Man kann über 500 Songs in den Speicher der Uhr kopieren.
Allerdings werden keine Kopfhörer mitgeliefert, so dass man entweder eigene Bluetooth-Kopfhörer (z. B. Trekz Titanium) verwenden oder welche von TomTom kaufen muss. Die Qualität der Übertragung bei der Adventurer ist normalerweise wirklich gut.

Connection ist alles – die TomTom Adventurer mit anderer Hardware und Software verbinden
Für Sportler ist es wichtig, ihre Messwerte zu analysieren, was natürlich auf der Uhr unmöglich ist. Man kann aber die gesammelten Daten der TomTom Adventurer via Bluetooth oder mit einem USB-Kabel an den Computer, das Laptop oder auch das Smartphone schicken. Hierfür benötigt man die My-Sports-Connect-Software. Mit ihr gelangt man zum My-Sports-Portal des Sportuhren-Herstellers. Dort lassen sich die Daten leichter ablesen, als auf dem Display der Uhr. Noch einfacher ist natürlich die Verwendung der kostenlosen Sport-App von TomTom. Was ich bei TomTom richtig gut finde ist, daß sich alle Trainingsdaten automatisch mit vielen anderen Apps synchronisieren, wenn man das möchte. Ich habe beispielsweise viele Freunde, die die Nike App verwenden, nutze selbst lieber die Strava-App und mein Trainer erstellt meine Trainingspläne mit TrainingPeaks. Mit der TomTom-App kann ich einstellen, daß meine Trainings sofort nach dem Herunterladen von der Uhr auch an diese Apps weitergegeben werden.

Nachteile der TomTom Adventurer Sportuhr
Was ich unverständlich finde, ist daß das großzügige Datenverteilungssystem nicht für FitBit und die anderen Activity-Tracker-Marken möglich ist. Mit der neuen TomTom Adventurer lassen sich ja auch die täglich zurückgelegten Schritte, der Schlaf und andere Körperanalyse-Daten über den gesamten Tagesverlauf erfassen. Allerdings habe ich eine lange Historie an Daten zu Schlaf und Gewicht bei Fitbit – wenn TomTom diese Daten erfasst aber nicht an meine Datenhistorie bei Fitibit anknüpfen kann, ist das nicht so hilfreich für mich.
Zu den eher nachteiligen Eigenschaften der Uhr gehört beispielsweise die nicht vorhandene Auswahl an Armbandgrößen. Man erhält beim Kauf lediglich ein Armband in Größe L, was für Personen mit etwas dünneren Handgelenken sehr von Nachteil ist. Frauen müssen sich dann also für 24,95€ ein Armband in Größe S dazukaufen. Schade ist auch, daß sich der Kadenzsensor, der die Geschwindigkeit und Trittfrequenz beim Radfahren misst, nur mit dem Multisport-Modell koppeln lässt und nicht mit der TomTom Adventurer.

Insgesamt lohnt der Kauf der mit 299€ nicht sehr teuren und fair bepreisten TomTom Adventurer Sportuhr auf jeden Fall. Bei den einzelnen Funktionen lässt sie sich mit anderen Sportuhren durchaus vergleichen, bei einem deutlich niedrigeren Preis. Sicher ist das eine oder andere kleinere Manko vorhanden, aber insgesamt kann die Uhr als sehr hilfreiches Handwerkszeug für den Outdoor-Sport und Ausdauersport bewertet werden, da man viele Sportarten sehr zuverlässig mit einem kleinen, leichten Gerät erfassen und mit der TomTom-App oder einer anderen App seiner Wahl analysieren kann.

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Kommentare
2 Antworten zu “TomTom Adventurer Outdoor GPS-Uhr im Test. Erfahrungen vom Laufen, Wandern & Triathlon”
  1. Damian sagt:

    Ich habe erst seit wenigen Tagen die TomTom Adventurer Outdoor GPS-Uhr.
    Natürlich wollte ich die Uhr gleich heute für den Jungfrau-Marathon testen.
    Funktionen, Tragekomfort, Handling alles sehr gut (kenne bereits das Vorgängermodell) – doch der Akku war nach exakt 2:20 Std./Min. leer (Herzfrequenz war natürlich aktiv für diesen Laufwettbewerb).
    Das finde ich also schon sehr schwach für ein neues Outdoor-Modell von TomTom. Im Laden war noch die Rede von 6-8 Stunden Akku-Laufzeit.
    Schon bei meiner „alten“ TomTom Cardio Uhr war der Akku nach 2 Std. leer (Alterserscheinung dachte ich mir), deswegen habe ich mich eigentlich auch für das neue Modell entschieden – und dann das.
    Schade – als Läufer ist die neue „Adventurer“ somit eigentlich nicht geeignet…

  2. Daniel sagt:

    Hi Damian, ich glaube das Deine Uhr einen defekten Akku hat. Ich bin mit der Adventurer als Marathonläufer unterwegs und absolviere Wettkämpfe und Trainingseinheiten deutlich jenseits der 4-Stunden-Marke ohne das mir der Strom ausgeht – und auch ich habe dabei alle Sensoren aktiviert. Ich würde Dir empfehlen das Gerät von TomTom checken zu lassen. Eventuell hast Du aber auch dauerhaft die Displaybeleuchtung aktiviert. Das könnte dann natürlich auch zu einem besonders hohen Stromverbrauch führen. So oder do deckt sich das nicht mit meinen Erfahrungen und ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß Dein Akku einen defekt hat.

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