Fahrad-Neuheiten und Highlights der Eurobike Messe

Die gute Nachricht von der internationalen Eurobike 2017: Es war wieder voll, sehr voll. Alleine am Besuchertag wurden über 22.000 Besucher gezählt, insgesamt waren es fast 65.000 Fans, darunter etwas mehr als 42.500 Fachbesucher aus erwähnenswerten 101 Ländern. Sie und die rund 4.000 Aussteller bestätigten eindrucksvoll: Ihr Mekka war einmal mehr wieder Friedrichshafen am Bodensee.

e-Bike, e-Bike und nochmals e-Bike
Die Führungsposition, und damit die Hauptrolle, gebührte in diesem Jahr den e-Bikes. Bosch zeigte sich weiterhin als Marktführer, das Bodensee-Unternehmen ZF präsentierte sich erstmals als Elektrorad-Anbieter mit eigenem Konzept. Das waren natürlich nicht alle Highlights, die in Friedrichshafen auf fruchtbaren Boden fielen.

A4: Salice, Brillen

Tolle Events und drei bemerkenswerte Business Days
Die schlechte Nachricht gleich vorweg. Der Publikumstag der Eurobike 2018 ist laut einem neuen Konzept vorerst gestrichen und starten soll das Event dann bereits im Juli. Von Abschiedsstimmung war in Friedrichshafen jedoch keine Rede. Okay, die Konzerte waren im Programm nicht vorgesehen, aber die Veranstalter sorgten für besten Ersatz. Es war ein gelungener Mix aus Altem und Innovationen, atemraubenden Stunts, Shows, Travel Talks und jeder Menge Tipps rund ums Thema Rad und Zubehör. Nicht vergessen werden sollen die vielen touristischen Angebote oder etwa das „Women`s Special“ mit zahlreichen Gelegenheiten, Räder und Zubehör kennenzulernen. Drei „Business Days“ waren Händlerkontakten untereinander gewidmet, so manche neue Kooperation kam zustande, Orders liefen über die Tische und Vertriebspartner vereinbarten künftige Zusammenarbeiten.

Zahlen, Daten und Fakten
Einen Blick auf die Bike-Branche insgesamt gewährte der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Das Wetter mit warmen Perioden in Frühjahr und Frühsommer sei vernantwortlich für 2,2 Prozent Verkaufsrückstand im ersten Halbjahr 2017 gewesen, man habe insgesamt nur 2,64 Millionen Fahrräder absetzen können. Außerdem gebe es einen sehr hohen Bestand von derzeit rund 73 Millionen Bikes. Trotzdem, so die Experten, würde die Branche weiter boomen. Das erste Halbjahr 2017 habe man mit einem Wachstum von zwölf Prozent abschließen können, was einem Verkaufserfolg von 540.000 Einheiten bedeute. Dabei sei bereits jedes fünfte Rad ein E-Bike gewesen, der Trend würde also weiterhin anhalten. Dieser Eindruck spiegelte sich auch auf der Eurobike wider. Nahezu 50 Prozent aller Aussteller waren aus diesem Bereich zu zählen. Den Kürzeren zogen allerdings Mountainbikes mit angeflanschten Elektromotoren.

Kinder rauf aufs E-Bike
Natürlich sind auf der diesjährigen Messe auch die Fahrräder für Kids in den Fokus gerückt. An erster Stelle: E-Bikes. Festzustellen war die Neuheit, solche Räder über eine Fernbedienung zu steuern. Künftig lässt sich auf diese Weise etwa die mögliche Höchstgeschwindigkeit zwischen zehn und 15 km/h einpegeln. Dies erlaubt selbst längere Touren mit den Eltern, den Spaß der Kinder am Fahrradfahren auszudehnen.

E-Bikes erobern urbane Räume und zunehmend die Bergwelt
Die Verkaufszahlen von elektrogetriebenen Fahrrädern steigen rasant weiter. Darauf haben in Friedrichsdorf auch die Touristiker reagiert und unter der Headline „e-Mountainbike – Wie ein kleines „e“ den Tourismus ins Schwitzen bringt“ kontrovers diskutiert. Passen Wanderer und Mountainbiker mit E-Bikes zusammen? Die Branche hat es immerhin geschafft, für diese Trendgruppe Extrawege anlegen zu lassen. Insgesamt ist aber noch sehr viel Engagement mehr festzustellen. Etwa die „Singletrail-Skala“ für die Angabe von Schwierigkeitsgraden von Fahrradtouren. Es liegen zwar einige Konzepte auf den Tischen. Aber noch muss die Diskussionen weiter nach vorne verschoben werden. Zusätzlicher Inhalt wäre etwa die Streckenanpassungen an die Kapazitäten der E-Bikes. Verbunden sei damit auch die Situation der benötigten Infrastrukturen, was auf die Ladekapazitäten hinweist.

Als wäre dies noch nicht genug, muss die Reisebranche auch noch auf große Nutzergruppen reagieren. Zum einen die der sportlich ambitionierten Umsteiger vom Mountainbike auf Elektro-Bikes, sowie die Gruppe der „neuen Radfahrer“ mit nur wenigen (Berg-)Erfahrungen im Gelände. Für beide Gruppen gilt, das sie die Bergwelten gleichermaßen sicher entdecken und befahren möchten.

Maßanfertigungen von Rädern? Dieser Trend nimmt richtig Fahrt auf
Ein, zwei oder drei Reifen am Rad? Ohne oder mit E-Motor? Und was ist mit Lasten oder den passenden Kindersitzen? Für sämtliche Fragen wurden von den Herstellern auf der Eurobike 2017 Lösungen angeboten. Ob Stahl- oder Carbonrahmen – die Skala der Radangebote ist immens. Stark nachgefragt waren die Konzepte in den Preisklassen ab etwa 600 Euro. Lösungen konnten auf der Teststrecke im Freigelände gleich in der Praxis ausprobiert werden.
Ein neuer und ausbaufähiger Trend sind Maßanfertigungen. Etliche Hersteller bieten dazu fertige Baukastensysteme von A bis Z , benötigen zumeist lediglich die Körpergröße, die Länge von Armen und Beinen sowie die Antwort auf die Frage nach der bevorzugten Haltung auf dem späteren Wunschrad.

B2: ERGON CORE Sattel

A4: LIMAR

Natürlich hielt die Eurobike auch die große Liste an Zubehör vor. Es gab beispielsweise verbesserte Sättel zu sehen, die anatomisch an empfindliche Körperstellen angepasst werden können und somit die Sitzpositionen verbessern. Agil und innovativ zeigten sich auch die Helmhersteller. Ihnen ist daran gelegen, Sturzrisiken weitgehend zu mindern und Hirnschäden in Grenzen zu halten. Schick und aerodynamisch präsentieren sich die neuen Helme sowieso. Eine tolle Lösung sind auch eingebaute Blinker und Bremslichter, die per Fernbedienung am Lenker gesteuert werden. Das Smartphone indes meldet, wenn zu wenig Energiekapazität zur Verfügung steht.

Bunt, bunter, am buntesten
So war es bei den Modeschauen in Friedrichshafen zu beobachten. Atmungsaktive Bekleidung herrschte vor, Nachhaltigkeit war ein weiteres großes Thema, was an Rücksäcken aus recyceltem PET-Flaschenmaterial gut zu sehen war. Neben PET-Produkten scheinen sich auch „grüne“ Angebote aus Micropolyesterfasern durchzusetzen. Wie diese Entwicklung präsentierte sich die gesamte Eurobike 2017: bunt, bunter, am buntesten.

Freigelände West: Airstream

Klassik nicht vergessen
Obwohl die Umsätze im e-Bikebereich geradezu explodieren, wird auf der Eurobike aber auch die Klassik nicht vergessen. Ausdauersportler sind doch ein wenig stolz auf die reine Muskelkraft und das Herz schlägt doch eher für Triathlonräder und analoge Rennmaschinen für die Straße. Aber schauen wir mal wie sich die kommende Radsaison entwickelt. Ich schaue jedenfalls jetzt öfter mal beim Rapha Clubhouse Berlin vorbei und will endlich wieder mehr fahren!

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