Nike Epic React Flyknit im Test. Erfahrungen mit dem neuen Dämpfungssystem für Laufschuhe

Seit Nike vor einigen Jahren mit Nike Free einen großen Beitrag zur Popularität des Natural Running geleistet hat, mussten wir auf die großen Innovation ziemlich lange warten oder die Begeisterung stellte sich nicht so richtig ein, wie beim Lunarlon-System.

Mit dem Nike Epic React Flyknit will Nike nun endlich wieder mit einem neuen Sohlenkonzept punkten und stellt ein Dämpfungssystem vor, daß Dämpfung, Energierückführung und Traktion optimal miteinander verbindet. Gerade stärker gedämpfte Schuhe, die besonders weich sind, tendieren zu einem schwammigen Laufgefühl und haben eine eher geringe Energierückgabe. Schuhe mit einer hohen Energierückführung sind in der Regel aber mit einem härteren Dämpfungsmaterial ausgestattet. Es war also immer ein Kompromiss notwenig oder die Entscheidung für viel Dämpfung oder viel Energierückführung. Genau das will Nike mit dem neuen Nike React System vermeiden und setzt daher nicht auf die klassischen EVA-basierten Sohlenkonzepte, sondern hat mit Nike React ein neues Schaumkonzept entwickelt, daß mehr als 13% mehr Energie zurückführt als Lunarlon, dabei aber mehrere weitere Vorteile bietet.

Die Mittelsohle und der Nike React Schaum sind direkt aus einem Stück gefertigt, so daß kein Kleber oder andere Materialien zusätzlich benötigt werden und eine Gewichtsersparnis erreicht wird. Der React Schaum ist zugleich auch die Außensohle, die nur in den besonders beanspruchten Zonen des Vorderfußes und der Ferse mit einer zusätzlichen Gummilage verstärkt wurde.

Beim Obermaterial des Nike Epic React Flyknit setzt Nike auf Bewährtes. Es kommt die aktuelle Generation des Flyknit Obermaterials zum Einsatz, daß sich schon beim Nike Flyknit Racer und vielen anderen Laufschuhmodellen bewährt hat. Es ist leicht, atmungsaktiv und bietet durch die nahtlose Verarbeitung eine superbequeme Passform.

Der Nike Epic React Flyknit ist ab dem 22. Februar in vier Colourways für Damen und Herren zu bekommen und ich werde morgen meine ersten Eindrücke vom Testlauf und den Erfahrungen mit dem Nike Epic React Flyknit hier veröffentlichen.

Besonders spannend wird es zu sehen, ob Nike React wirklich die Antwort auf adidas Boost sein kann und wie sich Nike React im Vergleich zur Under Armour Hovr-System läuft, daß ja ebenfalls gerade mit einer Art Kissensystem gestartet wurde, daß Dämpfung und Energierückgabe vereinen soll.

Für meinen Test habe ich mich für das dunkelblaue Modell des Nike Epic React Flyknit entschieden und ihn heute sowohl als Sneaker, als auch beim Lauftraining ausprobiert. Eine besonders wichtige Erkenntnis, falls Ihr Euch den Schuh online bestellen wollt – er fällt sehr klein aus. Ich habe beim Flyknit Racer, Nike Free, Pegasus und eigentlich allen Modellen eine Schuhgröße 43. Beim Nike Epic React Flyknit ist mein Zeh ziemlich heftig ans Obermaterial angestoßen und auch über dem Spann war der Schuh einfach ziemlich eng. Bei einer 44 war dann aber größentechnisch alles perfekt. Der Einstieg in die Flyknit-Socke ist zwar ein kleiner Krampf – aber es lohnt sich. Legt Euch also am besten einen Schuhanzieher bereit, bevor Ihr Euch die Daumen brecht, oder ihr versucht es mit der Anziehlasche an der Ferse.

Beim Obermaterial gibt es wie schon berichtet auch beim Test keine großen Neuigkeiten und die Konstruktion erinnert mich auch stark an das 2017er Nike Free Modell. Die Abstimmung von Flexibilität und Stabilität ist optimal und obwohl keine Flywire-Fasern verbaut sind hat man einen guten Halt im Schuh. Neu sind die gummierte Fersenkappe und die ebenfalls gummierten Verstärkungen am Schnürsystem.

Hat man es dann in den Schuh geschafft, ist das Tragegefühl unglaublich bequem, so daß ich mir sehr gut vorstellen kann, mit dem Nike Epic React Flyknit auch als Sneaker für jeden Tag unterwegs zu sein. Vielleicht nicht ganz zufällig bietet Nike daher auch die beiden dezenteren Farbvarianten in schwarz und grau an. Mit 239 Gramm ist der Schuh auch angenehm leicht und fühlt sich am Fuß aber sogar noch leichter an. Wenn man vom nicht ganz so einfachen Anziehen absieht, ist der Tragekomfort wirklich toll.

Aber als Läufer hat mich natürlich am meisten interessiert, wie der Nike Epic React Flyknit sich beim Training macht. Und auch hier kann ich schon mal vorgreifen, denn der Schuh macht richtig Spaß! Gerade wenn man die Marketingkampagne zum React-Material sieht, wo ein Kissen und ein Trampolin zur Versinnbildlichung verwendet werden, hat man ja eine leicht unangenehme Vorahnung. Zumindest als halbwegs engagierter, normalgewichtiger Läufer will man ja nicht auf einem Kissen laufen. Aber keine Sorge – die Abstimmung beim Epic React ist auf Performance ausgelegt. Ich war ehrlich gesagt ein wenig überrascht, wie direkt sich der Schuh anfühlt und wie stabil er sich darstellt. Die Sorgen, daß es sich um ein kissenweiches, schwabbeliges Laufgefühl handeln könnte, sind unbegründet.

Gerade bei schnelleren Passagen und auf dem Vorderfuß ist der Nike Epic React schön direkt, bietet einen guten Grip und 10mm Sprengung auch beim Bahntraining eine schöne Unterstützung. Nur bei besonders intensiven Aufprallmomenten, wenn man also mit viel Geschwindigkeit aufprallt hatte ich das Gefühl ein kleines Einsinken in die Sohle zu spüren, aber immer noch so daß es energetisch und direkt wirkte.

Besonders aufgefallen ist mir auch die Geräuschkulisse, denn ich kann mit dem Nike Epic React Flyknit wirklich geräuschlos laufen. Ich habe zwar generell eine Lauftechnik, die wenig Geräusche verursacht, aber Sohlengeräusche lassen sich normaler Weise kaum vermeiden. Anders beim Nike Epic React. Wer also wie Ghost Dog unsichtbar durch die Nacht cruisen wollt, dann ist das Euer Schuh!

Fazit zum Nike Epic React Flyknit Test und meinen Erfahrungen
Ob React der ganz große Durchbruch für Nike ist, fällt mir schwer zu sagen – aber der Nike Epic React Flyknit ist definitiv das Beste, daß ich seit langem von Nike in die Hände bekommen habe. Der Nike Epic React vereint die ambitionierte Dynamik und Direktheit eines klassischen Laufschuhs mit einer verbesserten Dämpfung und Energierückführung, ohne dabei die sportlichen Performance-Aspekte aufzugeben. Während mit bei anderen Marken die Aufgabe eher schien, ein zu weiches Dämpfungssystem halbwegs zu stabilisieren, damit die Performance wieder stimmt – war bei Nike die Herangehensweise wahrscheinlich genau andersherum. Also wie weit man die Dämpfung und Energierückführung erhöhen kann, ohne daß die Kontrolle und Performance verloren geht. Die kritischen Punkte, die es bei Lunarlon noch gab, sind hier also ausgeräumt und gleichtzeitig wurden am Gewicht und der Energierückführung noch deutliche Verbesserungen erreicht.

Wer also aktuell einen Allround-Schuh sucht, mit dem man mit einem sehr angenehmen Tragegefühl und viel Freude und Dynamik laufen kann, sollte sich den Nike Epic React Flyknit unbedingt ansehen. Es ist zwar nicht die große Revolution, aber ein großer vernünftiger Schritt in die richtige Richtung und ich bin gespannt, ob Nike uns noch mit einer Nike React Rennversion überrascht. Das Potential für weitere, interessante Varianten hat die Nike React Technologie jedenfalls.

Ich werde den Nike Epic React Flyknit in den nächsten Tagen noch weiter testen und nach den verschiedenen Geschwindigkeiten beim Einlaufen, Intervalltraining und Auslaufen auch auf einem Longrun testen. Gerade dort sollte sich die Dämpfung und Energierückführung durch eine reduzierte Ermüdung zeigen.

Habt Ihr schon erste Eindrücke mit dem neuen Schuh gesammelt? Dann teilt sie mit anderen Läufern über die Kommmentare.

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Kommentare
13 Antworten zu “Nike Epic React Flyknit im Test. Erfahrungen mit dem neuen Dämpfungssystem für Laufschuhe”
  1. Markus sagt:

    Danke für die Vorstellung. Bin gespannt auf deine Eindrücke.

  2. Daniel sagt:

    Ich habe schon einige Gerüchte gehört, aber in etwa einer Stunde wissen wir mehr.

  3. Thomas sagt:

    Hallo.
    Ich habe einen ausgeprägten Senkfuß. Ich knicke also leicht um und hab aktuell Einlagen in den Schuhen, bzw trage Stabilschuhe.
    Wären diese Schuhe auch was für mich, oder kann man nicht dazu raten.

    Danke schonmal.

  4. Flipthetruck sagt:

    Danke für deine Rückmeldungen!

  5. Daniel sagt:

    Hallo Thomas, grundsätzlich sind ja gedämpfte, stabile Schuhe für Überpronierer zu empfehlen. Die entsprechende Dämpfung und Stabilität bringt der Schuh ja mit und auch der Kisseneffekt dürfte nicht zu Instabilitäten führen. Ich würde es daher vielleicht einfach mal ausprobieren. Nur in Kombination mit Sohlen wurd es wahrscheinlich schwierig, da auch mit herausgenommener Innensohle ziemlich wenig Platz ist, da das Obermaterial eng anliegt um die Stabilität zu gewährleisten. Wie gesagt würde ich am besten mal in einen Laufladen gehen, wo Du den Schuh mal kurz auf dem Laufband ausprobieren kannst. Beste Grüße, Daniel

  6. Markus sagt:

    Hallo Daniel, hast du denn jetzt schon einen Longrun gemacht und würdest du den Schuh auch für schwerere Läufer empfehlen?

  7. Daniel sagt:

    Hi, meine Longruns waren leider unter Sonderbedingungen an der Ostsee, also mit Schnee am Strand und anderen Ablenkungen. Da die Dämpfung aber wirklich ordentlich ist, würde ich den durchaus für schwerere Läufer empfehlen. Es könnte aber sein, daß es von der Passform und Stabilität beim Obermaterial etwas knapp wird. Am besten mal in einem richtigen Laufladen probieren, wo Du den kurz auf dem Laufband laufen kannst. Sobald ich meinen normalen Longrun darin fertig habe, schreibe ich nochmal eine Ergänzung. LG, Daniel

  8. Alphonse Schyns sagt:

    Am Freitag Abend gekauft und am Samstag Morgen gleich losgelaufen , wollte nur 10 km Testlauf absolvieren , aber der Lauf war so angenehm und auch wenn ich weiß das Mann ein Neue Schuh nicht direkt über eine längere Distanz laufen sollte , bin ich 35 Km gelaufen – nichts hat gedrückt oder geschmerzt = einfach Toll . ( auch den Tag später hatte ich keine Beschwerden wie Muskelkater etc.)

  9. Daniel sagt:

    Respekt. Von 10k auf 35k erhöhen ist mal eine ordentliche Leistung!

  10. Isa sagt:

    Ich liebäugle aktuell mit diesem Schuh. Zzt laufe ich mit dem Glycerin 15 von Brooks und ich mag das weiche Laufgefühl sehr. Da ich keinen zweiten Laufschuh (bis auf die GTX Version vom Ghost) habe, wollte ich einmal nach einer Alternative zum wechseln suchen.
    Vielen Dank fürs Review, werde den Schuh auf jeden Fall mal anprobieren und testen.

    Liebe Grüße!

  11. Klaus Immer sagt:

    Klaus,
    ich habe mir heute die Schuhe gekauft, parallel laufe ich Adidas Boost Goretex und ich bin wirklich erstaunt über die Performance des Schuhes, statt einmal auf meinem 10 km run zu stretchen oder zu verschnaufen war ich nach 10 km immer noch ausreichend fit dass meine km Leistung konstant geblieben ist. 35 km hätte ich aber nicht geschafft :-)

  12. Daniel sagt:

    …ja, aber den „Energiespareffekt“ hast Du aber anscheinend auch bei Deinen 10k schon gespürt.

  13. Daniel sagt:

    Hallo Isa, der Glycerin ist ein relativ breiter Schuh, der viel Platz für den Fuß lässt. Den Epic React solltest Du daher unbedingt im Laden testen oder dort wo Du kostenlos zurücksenden kannst. Denn wie ich schon geschrieben habe, ist der Socken – also das Obermaterial recht knapp bemessen. Viel Erfolg für Deine Läufe! Daniel

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