adidas adizero Sub2 im Test. Erfahrungen mit den schnellen Marathonschuhen. Kaufen oder nicht?

Wir Marathonläufer mussten lange warten, bis wir den adidas adizero Sub2 kaufen können. Schon 2012 begann adidas im Rahmen des London-Marathons mit der Konzeption eines ganz neuen, ultraleichten und schnellen Marathonschuhs. Dazu hatte adidas die Elite der Marathonläufer zusammengetrommelt und letztlich den adidas adizero Sub2 und BOOST Light aus dem Feedback der Athleten wie Wilson Kipsang entwickelt.

Erstmals konnte man den adizero Sub2 dann beim Tokio-Marathon im letzten Frühling an den Füßen von Wilson Kipsang entdecken, damals noch in der hellblauen Variante. Zum Berlin-Marathon 2017 waren dann Wilson Kipsang, Patrick Makau and Felix Kandie mit der neuen, extrem limitierten, schwarzen Variante am Start. Für 25 Läufer, die nachweisen konnten, daß sie einen Marathon unter 2:50h laufen konnten gab es dann einen adizero Sub2 auf der Marathonmesse zu gewinnen.

In diesem Jahr schlägt nun endlich die Zeit für alle Athleten, denn nachdem Wilson Kipsang mit dem adidas adizero Sub2 seinen zweiten Tokio-Marathon bestritten und damit ausreichend getestet hat, kommt der schnellste Marathonschuh von adidas und die neue BOOST Light Technologie endlich für Jedermann in den Handel und wir können unsere eigenen Erfahrungen mit dem neuen Marathonschuh sammeln. Mit nur 156 Gramm ist der adidas adizero Sub2 auch der leichteste Schuh, den adidas jemals entwickelt hat.

Besonders durch die BOOST Light Sohle wird diese drastische Gewichtsreduzierung ermöglicht, ohne dadurch an Dämpfung oder Energierückführung einzubüssen. Das Microfit Obermaterial kennen wir bereits vom adizero adios Boost 3 und auch der adizero Takumi Zen 3 ist damit ausgestattet und garantiert das nahtlose, sockenartige Tragegefühl. Für den entsprechenden Grip sorgt beim adizero Sub2 das Continental Microweb, daß es so bisher nur beim Sub2 gibt. Der neue Laufschuh wird ab Donnerstag für 199,95€ erhältlich sein und dann hier auch mit einem ausführlichen Testbericht und meinen Erfahrungen vorgestellt.

Erfahrungen mit dem adizero Sub2 Marathonschuh aus dem Test
Bisher kann man nur von den Erfahrungen und Testberichten der Eliteläufer um Wilson Kipsang, Patrick Makau and Felix Kandie lesen, die sehr zufrieden mit dem Marathonschuh sind und sehr gute Zeiten damit über die Marathondistanz abliefern konnten. Ich werde den adizero Sub2 dann sofort nach dem Verkaufsstart testen, um dann hier auch die Erfahrungen mit dem Marathonschuh aus dem Test eines Läufers veröffentlichen, der einen Marathon mit rund 3:30h läuft.

Kannst Du den Sub2 wirklich laufen?
Nach meinen Testläufen habe ich ein wenig gebraucht, um mir meine Meinung zu bilden. Denn der adizero Sub2 ist ganz anders als alle anderen Laufschuhe, die ich bisher mit den drei Streifen über die Strecke geschickt habe. Er ist kompromisslos. Und für die Besten.
Der Sub2 ist also keine Laufschuh, der einer Marketingidee hinterherläuft, sondern es ist wirklich ein Schuh für ausgezeichnete Läufer und ich habe so meine Zweifel, ob ich dazugehöre und ein Sub2-Läufer bin. Der Schuh ist jedenfalls so konzipiert, daß er schnelle Läufer unterstützt, ein agressives Lauftempo länger durchzuhalten und über die Distanz zu bringen. Wer als mittelmäßiger Läufer hofft, daß der adizero Sub2 zu neuen Bestzeiten tragen wird, dürfte eine herbe Überraschung erleben. Doch fangen wir mal ganz vorne an….

Wie bei den schnellen adidas Schuhen üblich, fällt der adizero Sub2 relativ schmal aus und ich grübelte ein wenig, ob ich ihn nicht doch lieber eine Nummer größer nehmen sollte, damit mein Zeh mehr Spielraum bekommt. Doch dann wäre ich im Schuh gerutscht – und rückblickend hat sich doch bestätigt, daß meine normale Größe die Richtige ist. Am ersten Tag habe ich den Sub2 dann auch einen halben Tag als Sneaker getragen, um den Schuh ein wenig einzulaufen und bei meinen richtigen Testläufen hatte ich dann auch keine Probleme mehr mit der Größe.

Das Microfit Obermaterial kennen wir ja wie gesagt schon von anderen Modellen, nur das beim adizero Sub2 wirklich alles Überflüssige entfernt wurde. Wildlederapplikationen, plastische adidas-Streifen und andere Details die am adios Boost noch zu finden sind, gibt es beim Sub2 nicht und sogar die Streifen sind nur aufgedruckt um Gewicht zu sparen. Insgesamt ist der Schuh auch etwas flacher am Hacken und im Bereich um den Knöchel gehalten und die Fersenkappe wurde verkleinert und tiefergelegt. Obwohl ein adios Boost auch schon ein sehr leichter Laufschuh ist, spürt man den Unterschied deutlich und Größe 43 wiegt der Sub2 bei meinem Wiegeversuch nur 160g und damit fast 80g weniger als der adios Boost in der gleichen Größe.

Beim direkten Tragevergleich bietet der adios Boost aber auch deutlich mehr Halt am Fuß ist durch die höhere Ausführung auch im Seitenhalt stabiler. Aber wie ich schon einleitend gesagt habe – der Sub2 macht keine Kompromisse.

Eine richtig tolle Weiterentwicklung ist Continental und adidas mit dem Continental Microweb Material für die Außensohle gelungen, daß die Stretchweg-Technologie weiter verbessert. Der Grip ist einfach brutal, selbst auf nassem Pflaster. Bei meinen Testläufen hatte ich ja dank des erneuten Wintereinbruches in Berlin auch einen Lauf bei Schneefall und ich hatte trotzdem einen absolut optimalen Grip. Wenn ich mir das bei schönem Wetter auf einer schönen Asphaltpiste wie beim Berlin-Marathon vorstelle, ist das einfach genial, weil man seine Kraft einfach ideal und verlustfrei auf die Strecke bringt.

Beim BOOST-Material in der Sohle des Sub2 darf man sich keinesfalls von der Optik täuschen lassen. Auch wenn die Materialstärke relativ üppig aussieht, steht man vorn auf nur 12mm und beim Rückfuß auf 19mm bei einer Sprengung von nur 7,5mm gegenüber 10mm beim adios Boost. Das Wichtigste ist aber, daß sich das neue BOOST-Light Material auch anders verhält und damit auch einen der größten Kritikpunkte vieler Läufer an BOOST eliminiert. Es ist nämlich viel stabiler als das klassische BOOST-Material und hat dabei aber eine gleiche oder vielleicht sogar bessere Energierückführung. Gerade der Ultra Boost ist ja für eine gewisse Schwammigkeit bekannt, die ich allerdingt bei den anderen Rennmodellen so nicht erkennen konnte. Jedenfalls ist bei BOOST Light und der Materialstärke, wie sie beim Sub2 zu finden ist, eine absolut direkte Kontrolle und ein sauberes Laufgefühl spürbar und trotzdem bekommt man die Dämpfungs- und Energierückgabeeffekte unvermindert.

Am besten kann man den Sub2 zusammenfassend wohl als Rennwagen für Rennwagenfahrer und Rennstrecken beschreiben. Wer kein Rennfahrer ist, keine Rennen fahren will oder kann, kann mit einem Rennwagen nichts anfangen und sollte die Finger davon lassen.

Der Sub2 läuft sich absolut genial bei schnellem Tempo über den Vorderfuß. Gerade das im Vergleich zu anderen Modellen im Zehen und Ballenbereich stärker verwendete Boost-Light macht sich genial. Man sinkt leicht ein und hat das Gefühl, daß sich man sich über diesen leicht entstehenden Keil vor dem Fußballen extrem gut abdrücken kann – zusätzlich unterstützt von der Rückformung des BOOST-Light Materials. In Kombination mit dem ebenfalls grandiosen Grip der neuen Continental-Sohle, schiebt man sich extrem dynamisch voran. Auch der reduzierte Seitenhalt und die niedrige Fersenkappe spielen bei diesem Laufverhalten keine Rolle. Wer also einen Marathon mit großen, kräftigen Schritten auf dem Vorderfuß läuft – also in etwa 3 Stunden oder schneller – hat hier ein ziemlich optimales Geschoss für die 42 Kilometer gefunden. Der Schuh ist extrem leicht, hat einen gigantischen Grip und schont über die BOOST-Light mit der Dämpfung, Adruckverhalten und Energierückführung und dem kleinen Gewicht die Energiereserven des Sportlers und reduziert die Ermüdung, so daß höhere Leistungsstufen länger möglich sein sollten.
Um in den Genuss dieser Vorteile zu kommen sind aber eine saubere Lauftechnik und ein sehr gut trainierter Lauf- und Stützapparat absolut erforderlich. Denn der Schuh korrigiert keine Fehler des Läufers. Er unterstüzt läufer, die schnell, sauber und stabil laufen können. Wer das nicht kann, wird im Sub2 Probleme bekommen.

Bei meinen Testläufen bin ich den adizero Sub2 auch in verschiedenen Varianten gelaufen, aber das ist wie einen Porsche auf der Autobahn mit 100km/h auf der rechten Spur zu fahren: Blödsinn!

Man kann den Sub2 auch über den Mittelfuß laufen, merkt aber auch hierbei schon, daß er dafür nicht ausgelegt ist. Er wird sofort vergleichbarer zu anderen Schuhen und kann seine Vorteile weniger ausspielen. Wer also grundsätzlich schnell und sauber läuft, kann sich so durchaus über ein vergeigtes letztes Drittel eines Marathons retten. Aber wer vorhat, so einen kompletten Marathon zu laufen, findet mit anderen Schuhen bestimmt geeignetere Partner für die Füße.

Definitiv nicht laufen sollte man den Sub2 über den Hacken. Die Dämpfung kommt für Hackenknaller kaum noch richtig zum tragen, so daß die Belastung relativ direkt in den Körper geht und zu Problemen führen wird. Auch die niedrige Fersenkappe und der geringe Seitenhalt am Knöchel könnten für schwächere Läufer oder Hackenläufer zum Problem werden. Auch das Abrollen vom Hacken über den gesamten Fuß hin zum Abdruck in den nächsten Schritt ist nicht ideal und in diesem Schuh so einfach nicht vorgesehen.

Fazit zum adidas adizero Sub2
Der adizero Sub2 ist ein Schuh für Topläufer, die mit einer sauberen Technik und gut trainiert, schnell über lange Strecken laufen wollen. Vom geringen Gewicht, BOOST-Light, dem krassen Grip und der Passform profitieren hauptsächlich Voderfußläufer, die mit großen und kräftigen Schritten und einer dauberen Lauftechnik in einer Pace von 4:30 oder deutlich schneller laufen.

Der Sub2 ist wie gesagt auch für die Kombination SCHNELL und LANG angelegt und macht daher höchstens ab der Halbmarathondistanz sind, vielleicht auch wirklich erst ab dem Marathon. Bei kürzeren Distanzen werden Laufschuhe ohne BOOST-Light im Zehen und Ballenbereich wahrscheinlich besser performen, da der zu kompensierende Ermüdungseffekt geringer ist.

Ich werde in meiner Marathonvorbereitung noch weiter mit dem Sub2 experimentieren und schauen, ob er für mich für eine Halbmatathondistanz geeignet ist. Für 10km-Läufe werde ich weiter mit adios Boost unterwegs sein oder auch mal den adizero Takumi Sen ausprobieren.

Für die Marathondistanz bin ich leider (noch) zu langsam und nicht mit der richtigen Lauftechnik ausgestattet, um mit dem Sub2 glücklich zu werden. Und Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie schwer mir diese Erkenntnis und die Formulierung dieses Satze gefallen ist….

Wenn Ihr auch schon mit dem Sub2 gelaufen seid, hinterlasst doch bitte einen Kommentar, wie er Euch gefallen hat. Danke!

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Kommentare
5 Antworten zu “adidas adizero Sub2 im Test. Erfahrungen mit den schnellen Marathonschuhen. Kaufen oder nicht?”
  1. Lutz sagt:

    Hallo, ich habe mal eine Frage als nicht Marathon Läufer. Da ich einen sehr schmalen Fuß habe und mir der Schuh auch sehr gut gefällt würde mich die meinem zum laufen auf dem Laufband interessieren.
    Vielleicht kann mir dazu einer was sagen. Danke und Grüße Lutz

  2. Daniel sagt:

    Hallo Lutz, wie gesagt ist das ein sehr speziell ausgelegter Schuh und mit 199€ hat er auch einen stolzen Preis. Ich denke, daß Du mit einem der anderen schnellen Modelle von adidas (adizero adios, Boston) auch gute Ergebnisse erreichst und preislich deutlich günstiger wegkommst. Schmal geschnitten sind die alle. Alles Gute, Daniel

  3. Bernward sagt:

    Also ich komme mit dem Sub2 interessanterweise als Fersenläufer besser zurecht als mit dem Boston. Das Abrollverhalten passt exakt zu meinem Laufstil. Aber langsam Laufen geht wirklich nicht.

  4. Daniel sagt:

    Welche Pace läufst Du mit dem? Vielleicht probiere ich das auch nochmal.

  5. Bernward sagt:

    Ich laufe den Halbmarathon (noch) in 1:38. Mein Hauptsport ist Turniertanzen, daher habe ich auch sehr trainierte Füße, die alles halten aber auch ihren eigenen Abrollweg wollen. Für mich persönlich ist der Sub2 wie geschaffen.
    Nach ersten intensiven Trainingstagen merhe ich auch stärkere Belastungen im Ballen.

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