Fitbit Ionic im Test mit Apps & Training. Lohnt der Kauf für Läufer?

Wie Ihr wahrscheinlich schon gelesen habt, bin ich ja schon seit längerem immer wieder mit FitBit unterwegs und hatte zuletzt meine FitBit Erfahrungen mit der Charge 2 aufgefrischt.

Jetzt habe ich mich aber riesig gefreut, daß ich die Gelegenheit hatte das neue Flaggschiff von Fitbit, die Fitbit Ionic zu testen, der ersten richtigen Smart Watch von Fitbit. Ich habe dabei speziell die Fitbit Ionic in der adidas Edition getestet, mit der ich auch beim Halbmarathon in Paris gelaufen bin und die quasi als Gegenspieler zur Apple Watch Nike-Edition gesehen werden kann.

Wie kam es zur Entwicklung der Fitbit Ionic?
Im Dezember 2016 kaufte Fitbit das Unternehmen Pebble, daß als Produzent der ersten, kommerziell erfolgreichen Smartwatch gilt. Das in San Francisco ansässige Unternehmen machte damit seine kühnen Pläne kund, eine eigene Smartwatch-Linie einzuführen und somit die Expertise von reinen Fitness-Uhren noch zu erweitern. Ein Jahr später – et voilà und siehe da – erhalten wir die Fitbit Ionic.

Das Design der Fitbit Ionic
Während die meisten klassischen Sportuhren kreisförmige oder zumindest abgerundete Formen haben, ist die Ionic eher ein Quadrat mit Kanten und auf der massiveren Seite. Fitbit nutzte die sogenannte „Nano-Moulding“-Technologie, um Metall, Glas und Kunststoff in einem Unibody-Gehäuse zu vereinen.
Dennoch oder gerade deswegen ist sie überraschend leicht und zum Sport geeignet.

Während ich die Fitbit Blaze noch etwas rustikal und auch im Design nicht wirklich überzeugend fand, macht sich die Fitbit Ionic sowohl vom Design, aber auch vom Tragekomfort sehr gut. Auch die Farbauswahl ist gelungen und mir gefallen die goldene Variante, aber auch die silber-aluminumfarbene adidas Variante sehr gut.

Die Uhrenbänder können gegen andere Designs ausgetauscht werden, wobei ich das Armband aus Horween-Leder sehr schon finde, wenn man die Uhr nur als Activity-Tracker und Smartwatch verwendet. Bei starkem Schwitzen ist das Leder wahrscheinlich nicht so gut geeignet. Für meinen Anwendungsbereich als Ausdauersportler ist das Sportarmband am angenehmsten, da es besonders leicht ist und duch die vielen Öffnungen auch atmungsaktiver ist und auch bei dauerhaftem Tragen nicht unangenehm auf der Haut wird. Dieses Armband ist übrigens auch bei der Fitbit Ionic adidas Edition standardmäßig dabei.

Es sind Dutzende von Ziffernblättern in einer Vielzahl von verschiedenen Stilen verfügbar, mit denen man die Uhr weiter individualisieren kann. Ich habe mehrere ausprobiert, bin dann aber doch zum großen adidas Display zurückgekommen, daß im Stil einer Startnummer eines Laufes designt wurde.

Die Steuerung der Uhr erfolgt über ein Touch Display und es gibt drei Tasten auf der Ionic, obwohl meist nur eine benötigt wird. Der Hauptknopf auf der linken Seite fungiert effektiv als „Zurück-Knopf“. Die anderen beiden auf der rechten Seite bieten direkten Zugriff auf bestimmte Funktionen der Uhr, auf die sonst durch Wischen und Tippen zugegriffen werden kann.

Die Technik der Fitbit Ionic
Der erste Blick ist natürlich auf das 1,35-Zoll LCD-Display mit einer Auflösung von 348 x 250 Pixeln gerichtet. Bemerkenswert ist die Helligkeit, die bis zu 1000 Nits erreicht, was das Display der Ionic sogar bei direkter Sonneneinstrahlung ausreichend sichtbar macht. Der neue Bildschirm der Fitbit Ionic kann durch Wischen bedient werden und reagiert dabei sehr gut.
Im Innern der Ionic arbeitet das Fitbit-Betriebssystem, daß teils vom ehemaligen Pebble-Team entwickelt wurde. Fitbit ist nicht der erste Smartwatch-Hersteller, der Android-Wear zugunsten einer eigenen Plattform meidet.
Fitbit OS ist für Apps optimiert, die für einen Fitness-Tracker sinnvoll sind. Käufer erwarten von einem Fitbit-App-Store Gesundheits- und Fitness-Apps. Genau das will Fitbit liefern. Fitbit hat bisher mehr als 67 Millionen Geräte auf der ganzen Welt verkauft und eine beeindruckende Präsenz aufgebaut. Als echte Smartwatch bietet die Fitbit Ionic aber auch viele andere nützliche Apps und Features für den Alltag, auf die ich später noch eingehe.

Fitness, Laufen und Sport mit der Fitbit Ionic
Genauso wie andere Fitbit-Tracker kann die Ionic Schrittanzahl, Herzfrequenz, aktive Minuten und Deinen Schlaf verfolgen. Letzteres ist besonders beeindruckend. Du kannst am folgenden Tag auf Schlafdaten zurückblicken und sehen, dass die Ionic präzise die Uhrzeit protokolliert hat, als Du engschlummert bist.

Das Fitbit OS ist auch intelligent genug, um Workouts wie Laufen oder Radfahren automatisch zu unterscheiden. Das in die Uhr eingebaute GPS funktioniert auch in einer Stadt mit hohen Gebäuden, die Satellitensignale blockieren. Die Fitbit Ionic ist bis zu 50 m wasserdicht. Das ist eine gute Nachricht für all diejenigen, die ihre Fitbit beim Schwimmen die Runden mitzählen lassen wollen.

Toll finde ich das Sportcoaching, wobei die Ionic Dir eine Liste von Übungen zur Verfügung stellt. Sie verwendet deine Fitbit-Daten, um Videos und neue Audio-Workouts basierend auf deinem Fitnesslevel und deinen Zielen zu empfehlen. Bei der Fitbit Ionic in der adidas Edition gibt es zusätzlich zum Fitbit Coach auch noch läuferspezifische Coachings im adidas Menü, die ein eigenständiges Aufwärmen unter digitaler Anleitung erlauben oder auch Zusatztrainings, wie Stabitraining. Jede Übung wird mit kurzen Videoanimationen vorgeführt, bevor man sie dann selbständig nachmacht.

Die Ionic verfügt über 2,5 GB internen Speicher, was bedeutet, dass Du Musik speichern kannst, um sie direkt auf die Bluetooth-Kopfhörer zu senden. Das ist großartig für Läufer, die das Handy beim Sport lieber zu Hause lassen.

Fitbit Connectivity und Batterie
Die Fitbit Ionic kann auch Benachrichtigungen über das gekoppelte Smartphone empfangen und anzeigen. Du kannst diese an deinem Handgelenk sehen, wenn Du im Fitnessstudio bist, ohne das Handy aus der Sporttasche ziehen zu müssen. Fitbit Ionic zeigt Deine SMS, iMessages, Telefonanrufe, Skype, WhatsApp und einige App-spezifische Benachrichtigungen an. Leider kannst Du mit diesen Benachrichtigungen nicht interagieren. Das Einzige, was man nach dem Lesen machen kann, ist entweder einzelne Nachrichten oder auch alle zu löschen. Mit dem neuen Update kam allerdings die QuickReplies-Funktion, mit der man mit vorgefertigten Message antworten kann – bisher leider nur für Android.

Eine tolle Funktion der Ionic ist, die Sportdaten mit anderen Apps zu teilen. So gibt es beispielweise eine Strava-App, die direkt auf der Fitbit Ionic läuft und wo ich mir die Daten zu meinem Lauf auch gleich in Strava ansehen kann. Darüber hinaus lassen sich aber auch Runkeeper, MapMyRun und viele andere Apps verknüpfen. Eine Liste der unterstützten Sportapps gibt es hier und sonst hilft halt Tapiriik bei der Snychronisation von Sportdaten.

Die Batterielebensdauer ist ausgezeichnet. Fitbit gibt an, daß die Sportswatch fünf Tage mit einer einzigen Ladung auskommt, was die Ionic zum Klassenbesten macht, was die Akkulaufzeit betrifft. Und auch in meinen Tests war die Ionic sehr leistungsstark, so daß man sich auch bei längeren Wanderungen oder intensiven Trainingswochen keine Sorgen machen muss, daß der Akku mitten im Lauf abschmiert.

Fitbit Ionic Apps
Mit der Fitbit Ionic bekommt man nicht nur ein Gerät, daß Trainingsdaten, Wettkämpfe oder Gesundheitsdaten aufzeichnet oder Anleitung über die integrierten Coaching-Apps gibt, sondern man kann auch viele smarte Features für den Alltag nutzen.
Wenn man beispielweise eine Kreditkarte für kontaktloses Bezahlen hat, kann man diese mit dem Fitbit Wallet verbinden und so auch nur mit der Fitbit Ionic bezahlen.
Für alle, die gern mit Musik unterwegs sind, helfen natürlich die Apps von Pandora und Deezer und für News steht beispielweise die New York Times bereit. Außerdem gibt es diverse Mobility-Apps für öffentliche Verkehrsmittel, Leihfahrräder, Taxi und andere Services, die man in der Großstadt gut gebrauchen kann.
Ich nutze auch noch die HUE App, um meine Beleuchtung Zuhause über die Uhr zu steuern und wer mag, kann sich übrigens auch über Alexa auch Trainingstipps von Fitbit geben lassen oder seine täglichen Fortschritte vorlesen lassen. Auch einige ganz witzige Spiele sind schon für die Ionic vorhanden, wie 2048 oder Think Fast.

Fitbit Ionic im Test beim Joggen, Lauftraining und Wettkampf
Wie Ihr wisst, bin ich ja hauptsächlich als Läufer unterwegs und habe daher besonders viel mit der Fitbit Ionic im Lauftraining und bei Wettkämpfen experimentiert und dabei wieder gemerkt, was für ein Gewohnheitstier man doch ist. Denn so ein Umstieg fällt doch relativ schwer und die ersten Trainingseinheiten war ich sogar mit zwei Uhren unterwegs und hatte an einem Arm meine alte Uhr und am anderen die Fitbit um die Daten vergleichen zu können. Ich habe mich aber schnell an die Fitbit Ionic gewöhnt und bin nun seit mehreren Monaten immer damit unterwegs.

Die Bedienung ist wie schon erklärt, super einfach, aber als erstes musste ich die automatische Trainingserkennung deaktivieren, weil schnellere Spaziergänge schon als Training erkannt wurden, wenn ich beispielsweise morgens im Sturmschritt von der S-Bahn ins Büro gestiefelt bin. Das gab dann bei Strava natürlich ein paar Lacher, wieso ich dort ein 750m Training mit entsprechend langsamer Laufzeit hochlade.

Beim Trainingsstart findet die Fitbit das GPS-Signal in guter Geschwindigkeit, aber wie auch die meisten anderen Sportuhren scheinen größere Ortswechsel etwas zu verzögern. Wenn man also heute in Berlin trainiert, morgen in Paris und übermorgen in Barcelona dauert es etwas länger bis das Signal gefunden wurde. Man kann aber trotzdem das Training schon starten, da über die Schrittzählerfunktion auch sofort die Strecke gezählt wird und ein recht zuverlässiges Gesamtergebnis ergibt. Und länger als 30 Sekunden musste ich auch nicht auf das Signal warten.

Während des Laufes kann man sich 3 Werte dauerhaft auf dem Display anzeigen lassen und diese auch frei konfigurieren. Bei mir sind es aktuelle Pace, verstrichene Zeit und zurückgelegte Distanz. Durch wischen kann man dann durch weitere Datenpunkte hindurchblättern und Durschnittspace, Herzfrequenz etc. anzeigen lassen.

Die Daten sind sehr zuverlässig, so daß meine Distanz und Pace insgesamt immer gut gepasst hat und auch mit den Daten der Wettkampfergebnisse bei den Halbmarathons in Paris, Venlo und Berlin. Einzig bei der aktuellen Pace hatte ich das Gefühl, daß die Daten während des Laufes ein wenig springen, also zwischendurch einmal komische Ausreißer haben, daher sollte man nicht immer sofort auf die Änderung in der Anzeige reagieren und schneller oder langsamer werden, oder einfach mit der Durchschnittspace in der Anzeige laufen. Dadurch das ich ein gutes Tempogefühl habe, war das jetzt auch nicht besonders dramatisch. Wie gesagt fügt sich im Gesamtergebnis alles zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.

Bei meinen Läufen hatte ich die Uhr so eingestellt, daß das Display nicht dauerhaft aktiviert ist, sondern erst durch ein Drehen des Handgelenkes aktiviert wird, so wie wenn man eben „mal schnell auf die Uhr kucken“ möchte. Das klappt auch meistens wunderbar, nur selten muss man dann halt noch einmal das Handgelenk drehen oder eben doch die Taste drücken, damit die Anzeige aktiviert wird. Wen das nervt, kann ja einfach das Display für Trainings oder Wettkämpfe dauerhaft aktivieren.

Fazit und Testergebnis zur Fitbit Ionic
Die Fitbit Ionic ist ein toller Meilenstein in der Geschichte von Fitbit und bietet einen tollen Hybrid aus Sportuhr und Smartwatch. Das Activity Tracking und die Sportfunktionen laufen wunderbar und greifen auf die lange Erfahrung von Fitbit zurück. Die Coaching-Programme sind eine weitere tolle Ergänzung, die gerade Laufsportler oder Leute, die Zuhause trainieren mit Anleitungen und Workouts unterstützen.
Bei den Smartfunktionen gibt es schon erste tolle Anwendungen, aber im Vergleich zur Apple Watch mit tausenden Apps, sind die knapp 100 Apps für FitbitOS natürlich noch überschaubar, aber das Angebot wächst stetig. Gerade im Preisvergleich kann man die Fitbit Ionic bei Saturn im Angebot auch schon mal für 229€ bekommen, während die aktuelle Apple Watch bei 369€ liegt, mit Telefonfunktion sogar bei 449€ beim kleinsten Modell. Die Fitbit Ionic ist also eine solide, gut verarbeitete GPS-Sportuhr mit vielen sinnvollen Alltagsfunktionen und einer exzellenten Batteriedauer, mit der man in das Smartwatch-Segment einsteigen kann und ein wenig auf Zeit setzen kann. Denn das App-Universum und FitbitOS werden konstant erweitert, so daß der Abstand zur Apple Watch sich weiter verringern wird.
Die Fitbit Ionic ist mit Stand heute also eine tolle Sportuhr mit einem kleinen Smartwatch-Kosmos. Für einen Sportler, der eine Uhr sucht, die man ganztägig tragen kann, um Schlaf und weitere Gesundheitsdaten und viele Sportarten aufzuzeichnen und zu analysieren, ist die Fitbit Ionic absolut zu empfehlen und wird noch besser, wenn man sie mit der Fitbit Aria erweitert. Mehr zur Ionic gibt es hier.

Habt Ihr noch Fragen zur Fitbit Ionic oder eigene Erfahrungen mit der smarten Sportuhr gemacht? Lasst es mich wissen und hinterlasst mir einfach einen Kommentar. Danke, Daniel!

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