Wundscheuern und Scheuerstellen beim Laufen. 5 Tipps gegen fiese Schmerzen

Heute habe ich für Euch mal wieder einen Beitrag, der leider auf eigenen Erfahrungen beruht. Ich weiß nicht warum es in diesem Jahr besonders schlimmt war – vielleicht liegt es daran, daß ich noch ein paar Kilos mehr als sonst beim Einstieg in das Marathontraining drauf hatte. Jedenfalls hatte es mich schnell ziemlich fies erwischt, so daß ich teilweise mit dem Training aussetzen musste, weil es so schlimm war. Aber worum geht es?

Scheuert beim Laufen Haut auf Haut oder reiben Nähte der Sportbekleidung an empfindlichen Hautpartien, kommt es zu Reizungen und Rötungen bis hin zu nässenden Stellen. Diese Reibestellen auf der Haut verursachen Schmerzen und können sogar das Risiko von Infektionen erhöhen, denn aufgescheuert bieten sie Keimen ideale Eintrittspforten. Mit der richtigen Vorsorge lassen sie sich beim Laufen aber vermeiden, denn oft merkt man erst, daß es Probleme gibt, wenn es schon zu spät ist und die Haut schon geschädigt wurde.

Weshalb Läufer für Reibestellen und Scheuerstellen auf der Haut prädestiniert sind
Wer läuft, bewegt seine Gliedmaßen rhythmisch eng am Körper und das über eine längere Zeit. Dabei gerät er bei warmen Temperaturen ins Schwitzen, wodurch die Haut anfangs nicht mehr so gut aufeinander gleitet. Insbesondere sind die Hautpartien unter den Achseln, zwischen den Oberschenkeln und an den Brustwarzen von diesem Phänomen betroffen. Nach längerer Trainingsstrecke stellt sich ein stärkerer Schweißfilm ein, der die Gleitfähigkeit der Haut wieder verbessert. Doch bis dahin entsteht aufgrund der mechanischen Beanspruchung eine starke Reibung. Scheuerstellen sind vorprogrammiert.

Trifft die Haut hingegen auf Textilien, erhöht sich dieser Effekt. Das falsche Gewebe absorbiert keinen Schweiß, sondern saugt ihn sogar noch auf. Wenn die Fasern diese Feuchtigkeit nicht kurzfristig an die Umwelt abgeben, kleben sie am Körper und begünstigen die Reibung. Die Nähte bei der Laufbekleidung bestehen aus mehreren Lagen Textilgewebe, so dass sie erst recht zu Rötungen der Haut führen können. Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass Läufer ihre Kleidung bewusst auswählen.

Funktionskleidung statt Baumwolle verwenden
Bei Funktionsbekleidung handelt es sich um Textilien, die atmungsaktiv sind und Feuchtigkeit absorbieren. Sie fühlen sich zusätzlich glatt an, was die Reibung auf der Haut minimiert. Wegen dieser Eigenschaften sind sie für Laufbekleidung wie geschaffen. Baumwolle ist vergleichsweise grob gewebt, saugt den Schweiß auf und hält ihn fest. Aus diesem Grunde empfiehlt sich dieses Material für Läufer nicht.
Auch bei Funktionsbekleidung gibt es Unterschiede. Die Shirts, die man bei Laufveranstaltungen als Geschenk bekommt, sind meist aus der günstigsten Kategorie und relativ rustikal verarbeitet und auch vom Material nicht so fein verarbeitet. Gerade wer längere Strecken plant, sollte sich dafür ein teureres Shirt kaufen, daß besonders weich ist und besonders atmungsaktiv.

Nahtlose Kleidung bevorzugen
Nach Möglichkeit investieren Läufer in Shirts und Hosen ohne Nähte. Diese als seamless bekannten Textilien sind zwar in der Anschaffung meist etwas teurer, machen sich im Laufe der Zeit jedoch bezahlt. Auch Reißverschlüsse sollten an Laufbekleidung besser nicht vorhanden sein. Wo es sich nicht vermeiden lässt, sollte es sich um verdeckte und möglichst flache Reißverschlüsse handeln.
Teilweise sind die Shirts auch gelasert, d.h. es sind kleine zusätzliche Löcher eingebrannt, so daß diese Shirts noch schneller die Feuchtigkeit abtransportieren. Auch auf die Materialstärke sollte man achten. Gerade im Sommer nützt nicht nur das geringere Gewicht, sondern die Feuchtigkeit kann noch schneller abtransportiert werden. Professionellere Läufer laufen bei wärmeren Temperaturen daher fast alle im Rennhemd, auch als Singlet bekannt. Bei diesen Renn-Unterhemden liegen die Achseln frei, so daß dort der natürliche Luftzug bei der Trocknung und Kühlung unterstützen kann und auch kein Material vorhanden ist, daß reiben kann.

Brustwarzen und andere empfindliche Stellen schützen
Männer kleben vor dem Laufen ihre Brustwarzen mit Tapes ab. Am besten funktioniert dabei ganz normales Pflaster. Schlechte Erfahrungen habe ich mit wasserfestem Pflaster gemacht, denn da löste sich beim Schwitzen im Rennen der Kleber und die Pflaster fielen ab. Beim Abkleben reicht eigentlich eine Lage Plaster, wer sicher gehen will, klebt sich ein „x“ mit zwei Pflastern über jede Brustwarze.
Frauen entscheiden sich für einen gut sitzenden Sport-BH, der so eng am Körper anliegt, dass er beim Laufen nicht rutscht. Andere Hautpartien, bei denen das Risiko einer stärkeren Reibung besteht, können vor dem Laufen mit einer Fettcreme eingecremt werden. Sie wirkt ähnlich wie ein starker Schweißfilm und schützt die Haut. Ein Klassiker, den auch viele Triathleten verwenden, ist Hirschtalg (siehe Amazon), aber auch Vaseline und Melkfett werden verwendet. Es gibt mit Bodyglide (siehe Amazon) auch spezielle Fettsticks für Läufer und Triathleten.

Scheuerstellen an den Fersen vermeiden
Wenngleich es lässig aussieht, barfuß in den Laufschuhen unterwegs zu sein, vergrößert sich das Risiko für Scheuerstellen an den Fersen. Besser ist es, Laufsocken zu tragen. Sie sollten etwas höher als die Schuhe geschnitten sein. An den Fersen müssen Laufschuhe gut abgepolstert sein. Sie dürfen nicht zu eng geschnürt werden. Sonst entsteht ein zu hoher Druck auf der Haut, der die Entstehung von Scheuerstellen begünstigt. Außerdem müssen sie eine gute Passform besitzen, damit der Fuß im Schuh nicht rutscht. Wer häufiger Probleme mit Reibestellen am Hacken oder der Achillesferse bekommt, sollte auf Schuhe achten, die eine weniger hohe Fersenkappe haben oder bei denen die Fersenkappe oben nur aus Textil ist und das stützende Plastik ggt. sogar eine Aussparung hat, wie beim adidas Ultraboost.

Ich hoffe, Ihr könnt mit diesen Tipps verhindern, daß Ihr Euch „einen Wolf lauft“, wie man auch zu diesem Phänomen sagt. Wenn Ihr auch noch gute Tipps habt, wie man die fiesen Reibestellen vermeidet, lasst bitte einen Kommentar da und teilt Eure Erfahrungen mit den anderen. Danke!

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