Wie richtig Laufschuhe waschen und putzen? 5 Tipps vom adidas Experten damit die Schuhe lange haltbar bleiben!

Einstieg für Eilige: Die wichtigsten Laufschuh-Pflegetipps in der Kurzfassung!

  • Laufschuhe nicht in der Waschmaschine waschen! Kleber und Sohle können beschädigt werden.
  • Reinigung sanft mit einem Schwamm oder Bürste – auf Reinigungsmittel und Seifen verzichten.
  • Mit Wasser sparen. Schuhe nicht durchweichen. Vorher die Innensohle entfernen und separat reinigen.
  • Kein Trockner, keinen Fön, keine Sonnenhitze, keine Heizung für nasse Laufschuhe! Mit Küchenrolle ausstopfen und langsam trocknen lassen. Laufschuhe zum Wechseln besorgen.
  • Regelmäßig beide Schuhe auf Ermüdungserscheinungen und Verschleiß prüfen. Laufschuhe halten ca. 500-1.000km.

Überblick über die Pflegetipps für Laufschuhe:

1. Wie lange halten Laufschuhe?
2. Gehören Laufschuhe in die Waschmaschine?
3. Die richtige Reinigung von Laufschuhen
4. Nasse Laufschuhe richtig trocken
5. Laufschuhe imprägnieren. So geht’s!
6. Was tun bei schlechten Gerüchen?
7. Woran erkennt man, daß Laufschuhe auswechseln muss?

Passende Laufschuhe sind ausschlaggebend für ein effektives Training, gute Ergebnisse im Wettkampf und für die Vermeidung von Sportverletzungen. Sie fangen den Aufprall auf und schützen so die Gelenke, Musulatur und Sehnen. Moderne Laufschuhe werden dabei immer leichter und atmungsaktiver und haben trotzdem besser Dämpfungseigenschaften und eine verbesserte Energierückgabe. Erreicht wird das durch hochoderne, innovative Materialen – doch wie kann man diese Laufschuhe richtig waschen und putzen?

Doch durch die Wetterbedingungen, verschiedene Untergründe der Laufstrecken, Schweiß, aber auch durch mechanische Einflüsse sind sie großer Belastung ausgesetzt. Auch Bakterien und Pilze können sich schnell vermehren, das Material beschädigen und den Tragekomfort beeinträchtigen.

Wie lange halten Laufschuhe und wie kann man die Lebensdauer von Laufschuhen verlängern?
Je nach Modell und Hersteller, halten Laufschuhe etwa 500 bis 800 Kilometer. Besonders leichte Wettkampfschuhe, die extrem starken Belastungen ausgesetzt sind, können auch schon schneller abgenutzt sein.
Bei der richtigen Pflege können Laufschuhe auch leicht bis zu 1.000 Kilometern oder mehr halten. Neben der Auswahl des richtig passenden Laufschuhs und der qualitativ hochwertigen Verarbeitung spielt die Pflege eine große Rolle, damit man einen Laufschuh lange tragen kann.

Ich habe mir von Götz Hohaus, Produktexperte bei adidas, die besten Tipps für die Reinigung von Laufschuhen geholt.

Laufschuhe nicht in der Waschmaschine waschen!
Da es online sehr unterschiedlich Auffassungen zur Reinigung von Laufschuhen in der Waschmaschine gibt, habe ich mir von Götz Hohaus, Produktexperte bei adidas, eine Expertenmeinung zur Reinigung von Laufschuhen in der Waschmaschine geholt.

„Grundsätzlich empfehlen wir keine Laufschuhe durch die Waschmaschine zu reinigen. Auch aus Umweltgründen, wegen des hohen Wasseerverbrauchs, sollten die Schuhe nie in einer Waschmaschine gereinigt werden.

Beim Waschen in der Maschine können sich einzelne Sohlen-Teile oder andere Verklebungen lösen. Selbst wenn sich keine Einzelteile lösen, kann sich ein Laufschuh stark verformen und damit wird der Schuh unbrauchbar oder weist dann aus orthopädischer Sicht große Defizite auf. Außen- und Zwischensohlen sind in der Regel mit Heißkleber verklebt. Sowohl warmes Wasser als auch Seifenlauge, die Menge an Wasser, die auf dem Schuh in kurzer Zeit einwirkt, sowie die Belastung durch Drehbewegungen führen dazu, dass sich die Klebeverbindungen lösen. Viele Laufschuhe bestehen aus modernem und innovativen Mesh- bzw Primeknit-Materialien, die immer leichter und filigraner werden. Hier können sich leicht Fasern lösen oder durch die Trommel Schäden am Obermaterial entstehen.

Heute versuchen wir, weniger Klebstoffe und andere Haftmaterialien zu verwenden. Leichtere Materialien reduzieren den Materialverbrauch und ebenso fällt weniger ungenutztes Material, wie Schnittreste an. All diese nachhaltigen Punkte sprechen dafür den Schuh nicht in der Waschmaschine zu reinigen, damit er möglichst lange genutzt werden kann. BOOST, TPU und EVA sind sicher Materialien die kurzzeitig Hitze vertragen, aber die Kombination von zu viel Wasser, Drehbewegungen in der Maschine, Waschmittelzugaben oder Reste in der Maschine sorgen sicher für eine Verschlechterung der Materialeigenschaften.

Weiterhin kommen weitere Fehlerquellen hinzu: Zu hohe Temperatur eingestellt, Waschmittel wurde verwendet, zu langer Waschvorgang, starker Schleudergang, Trocknen an der Heizung, Schnürsenkel verklemmen sich in der Trommel usw….“ so erklärte mir Götz Hohaus von adidas.

Auch ich habe schon Laufschuhe in der Waschmaschine gewaschen und die Erfahrung gemacht, daß die Schuhe zwar wie neu aussehen können, aber sich die Laufeigenschaften verändern oder Schäden am Obermaterial entstehen können. Da besonders die Sohle lange optimal dämpfen und unterstützen soll und auch das Obermaterial dauerhaft den Fuß halten und stützen soll, würde ich auf eine Maschinenwäsche verzichten, da das die Laufeigenschaften des Schuhs beschädigen kann. Bedenkt man, daß ein guter Laufschuh mit moderner Dämpfungstechnologie zwischen 120€ bis 200€ kostet, sollte man diesen sorgfältig ausgewählten Schuh nicht unbedacht durch die falsche Pflege ruinieren.
Aber wenn nicht in der Maschine – wie putzt man Laufschuhe dann?

Die richtige Reinigung von Laufschuhen
Geputzt werden die Schuhe am besten mit kaltem oder lauwarmen Wasser, entweder mit einem Schwamm oder einer Bürste. Dabei darf man die Schuhe aber nicht komplett unter Wasser halten, damit sie nicht komplett durchweichen.
Die Einlegesohlen nimmt man am besten vorher heraus und reinigt sie einzeln. Unter der Einlegesohle finden sich häufig auch noch Verunreinigungen, die man mit einem feuchten Tuch auswischen kann.

Reinigungsmittel sind nicht notwendig, bei starker Beschmutzung kann zu milder Seife gegriffen werden, die Experten raten davon ab. Chemikalien sind Gift für Laufschuhe, daher sollten aggressive Reinigungsmittel vermieden werden. Aber nicht nur für die Materialien sind die Reinigungsmittel kritisch zu sehen, sondern auch für die Füße. Da sich die Reinigungsmittel nicht rückstandslos entfernen lassen und im Schuh verbleiben, kommt beim Laufen also der Fuß mit den Produkten in Berührung. Und wer will schon einen Halbmarathon oder Marathon in einem Gemisch von Seifenrückständen laufen.
Es gibt jedoch für verschiedene Schuhmaterialen bestimmte Pflegemittel, die verwendet werden können, um die Haltbarkeit zu steigern. So gibt es beispielsweise spezielle Schuhcreme, die mit einem Schwamm eingearbeitet wird und das Obermaterial reinigt und auch für die Reinigung und Pflege gibt es spezifische Produkte.

Wichtig: Nach einem Lauf im Regen oder Matsch, darf der Dreck nicht antrocknen, sondern sollte sofort im Anschluss mit einem Tuch entfernt werden. Die Schmutzpartikel können Risse in der Oberfläche begünstigen und die Lebensdauer stark beeinträchtigen.

Wie soll man nasse Laufschuhe trocken?
Auch wenn es bequem und schnell wäre – die Laufschuhe sollten auf keinen Fall in den Trockner gesteckt werden. Das Gleiche gilt für das Trocknen mit einem Föhn. Auch pralle Sonne oder Heizungswärme sind schädlich für Laufschuhe.
Hohe Temperaturen greifen einerseits den Kleber an, der die Schuhe zusammenhält, und andererseits wirken sie sich auf die speziellen Weichmacher in der Zwischensohle aus. Die elastische Eigenschaft geht verloren und die Zwischensohle wird spröde. Die Eigenschaften, die dem Schuh Stabilität und Dämpfung verleiht, werden in Mitleidenschaft gezogen.

Nasse oder feuchte Schuhe können am besten mit Zeitungspapier ausgestopft werden, daß gegebenenfalls nach einigen Stunden ausgewechselt wird. Geeignet sind hierfür ebenso Küchentücher, weil bei Zeitungspapier teilweise die Druckerschwärze abfärben kann. Daher sollte man bei hellen Schuhfarben lieber Küchentücher verwenden.
Nach spätestens 3 Tagen sind die Schuhe komplett durchgetrocknet. In feuchtem Zustand sollten sie noch nicht wiederverwendet werden. Es kann vorkommen, dass sich bei Schuhen, die noch nicht ganz durchgetrocknet sind, das obere Material ausdehnt.

Daher ist es ratsam, ein zweites Paar Laufschuhe parat zu haben. So braucht man auch bei regnerischem Wetter nicht erst warten bis das erste Paar getrocknet ist, sondern kann direkt die nächste Laufrunde starten. Läuft man in der Woche verschiedene Strecken und Bödenbeläge, so kann man sich zum Beispiel besondere Trailrunning-Schuhe anschaffen. Auch bietet der Kauf von einem zweiten oder dritten Paar gesundheitliche Vorteile, da der Fuß sich den verschiedenen Schuhtypen anpassen muss und so besser trainiert wird.

Wann und wie soll man Laufschuhe imprägnieren für eine längere Lebensdauer?
Eine Imprägnierung verlängert die Haltbarkeit und hilft dem Schuh, den Witterungsbedingungen wie Regen und Schnee zu trotzen. Bei imprägnierten Laufschuhen nimmt das Material die Feuchtigkeit von außen nicht so schnell auf wie bei nicht-imprägnierten.
Um das richtige Imprägnierspray zu finden, sollte das jeweilige Obermaterial beachtet werden. Oft empfehlen die Hersteller der Modelle auch das zum Schuh passende Imprägniermittel.

Die Imprägnierung selbst sollte immer nach einer gründlichen Reinigung erfolgen, am besten vor dem ersten Lauf und jedes Mal erneut, wenn die Schuhe nass geworden sind. Bei einem Spray sollte ein Abstand von circa 30 bis 50 cm eingehalten werden.
Wie bei einem Imprägnierwachs kann dieses allerdings auch mit einem Tuch oder Schwamm aufgetragen werden. Die Imprägnierung sollte ungefähr einen Tag vor dem nächsten Lauf erfolgen, damit das Mittel gut einziehen und trocknen kann.
Wie auch beim Thema Reinigungsmaterialien sollte man aber bedenken, daß auch hier die Haut früher oder später mit dem Imprägniermittel in Kontakt kommt, wenn es sich um ein Textilobermaterial handelt. Wenn man keine stundenlangen Touren läuft, wären mir persönlich die nassen Füße lieber, als der dauerhafte Kontakt der Haut mit chemischen Mitteln.

Was tun bei Laufschuhen, die stinken? Tipps gegen schlechte Gerüche und Bakterien in Laufschuhen.
Je mehr und je länger Laufschuhe Feuchtigkeit ausgesetzt sind, desto schneller können Pilze und Bakterien entstehen und sich vermehren. Um Infektionen wie Fußpilz vorzubeugen, sollten die Schuhe also immer gut durchtrocknen. Zudem gibt es spezielle Schuhdeos oder -puder, die dem Geruch entgegenwirken und gleichzeitig antibakteriell wirken.
Auch die Einlegesohlen können regelmäßig ausgetauscht werden und sind für wenig Geld im Handel und online erhältlich.

Woran erkennt man daß Laufschuhe alt sind und man sie auswechseln sollte? Anzeichen für zu alte Laufschuhe
Auch bei der richtigen Pflege ist nicht immer die Kilometeranzahl maßgebend – man muss also Laufschuhe nicht wechseln nur weil die erste typische Grenze von 500 Laufkilometern erreicht ist. Das Gewicht des Läufers und der Laufstil spielen ebenso eine Rolle, wie die Qualität des Materials.
Ein einfacher Trick, um festzustellen, ob es Zeit für ein neues Paar ist, ist es, die Schuhe auf einen glatten Unterboden zu stellen, die Hand komplett in den Schuh stecken und nach unten zu drücken. Verbiegt sich der Schuh nun zu beiden Seiten und wackelt sozusagen, muss ein neues Paar her.
Auch wenn das Obermaterial und die Sohle deutliche Schäden und Risse aufweisen oder im Inneren die Ferse stark abgerieben ist, sollte der Laufschuh ausgewechselt werden.
Wichtig ist, sich immer beide Schuhe sorgfältig anzusehen und nicht nur einen, da man in der Regel einen leicht unterschiedlichen Abdruck und Laufstil pro Bein hat – die Schuhe können also unterschiedlich abgenutzt sein.
Sind sie nicht mehr zu gebrauchen, ist die Gefahr für Verletzungen groß, daher lieber früher als später zu einem neuen Paar wechseln. Alternativ kann man Laufschuhe, die sich der Abnutzungsgrenze nähern auch im Wechsel mit einem neuen Paar laufen. Die älteren Schuhe werden dann für kürzere Einheiten mit weniger intensiven Belatungen und einem einfachen Untergrund genutzt und das neue Modell darf dann die intensiven, langen oder komplexen Einheiten bewältigen.

Wenn Ihr noch Tipps und Tricks für die Pflege von Laufschuhen habt, oder auch schlechte Erfahrungen mit bestimmten Reinigungsmethoden gemacht habt, lasst bitte einen Kommentar hier unter dem Beitrag, damit andere LäuferInnen von Euch lernen können. Danke, Daniel!

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