Was du beim Neoprenanzug für Stand-Up-Paddling und Kauf von SUP-Ausrüstung beachten solltest

Stand up Paddling oder kurz SUP ist die neue Trendsportart des Sommers und auch ich bin endlich stolzer Besitzer eines eigenen Indiana SUP. Du Stand up Paddling fast überall auf dem Wasser betreiben – auf Seen, Flüssen oder am Meer. SUP eignet sich sowohl für alle, die eine gemächlichere Wassersportart suchen, als auch für sportlich Ambitionierte, die im Sprint unterwegs sind oder sogar längere Touren mit Gepäck auf dem SUP unternehmen. Bei der sportlichen Variante im Meer kann sogar die Grenze zum Surfen fließend sein. Für jede Variante des Standup-Paddling gibt es spezielle Boards und eine entsprechende Ausrüstung. Heute widme ich mich jedoch nur kurz den Boards, denn der Fokus liegt auf der SUP-Ausrüstung und speziell den Neoprenanzügen. Denn mit dem richtigen Equipment kann man mit dem SUP auch viel Spaß auf dem Wasser haben, wenn die sommerlichen Temperaturen nachlassen. Und warum nicht auch schon im Frühling die ersten Sonnenstrahlen auf dem Wasser genießen?

Das richtige SUP-Board zum Stand Up Paddling
Bevor du dir ein SUP-Board holst, solltest du Dir überlegen, was du damit eigentlich machen willst. Wenn Du einfach nur gemütlich über das Wasser gleiten und vielleicht auch mal eine Tour mit deinem Board machen möchtest, solltest du dir ein langes, breites Board holen. Das eignet sich auch gut, um Kinder mitzunehmen. Grundsätzlich sind SUPs um so stabiler und tragfähiger, um so größer sie sind. Wenn Du also ohnehin etwas wackelig bist, nimm lieber ein größeres Board. Allerdings werden die Boards auch immer schwerfälliger, um so größer sie werden.

Willst du lieber auf Tempo fahren, brauchst du ein schmales Racing-Board oder ein Touring-Board, daß zwar breiter im mittleren Bereich ist, aber eine schmale Spitze hat und dadurch schneller vorankommt.
Um am Meer den Surfern Konkurrenz zu machen, solltest Du Dir ein spezielles kurzes, mittelbreites Wellen-Board besorgen. Diese Boards haben aber den Nachteil, dass sie relativ groß und sperrig sind. Zum Transport brauchst du schon ein großes Auto. Eine gute Alternative sind grundsätzlich aufblasbare SUP-Boards. Die kannst du in einem großen Rucksack transportieren oder in einem speziellen SUP-Trolley.

SUP-Equipment für Stand Up Paddling
Außer dem Board brauchst du noch ein Paddel mit der richtigen Länge. Praktisch sind Paddel, die in der Länge verstellbar sind, damit man die Paddel einstellen kann, wenn verschiedene Leute damit unterwegs sind.
Eine Sicherheitsleine, die du am Knöchel oder an der Hüfte befestigst, sorgt dafür, dass dein Board nicht verloren geht, wenn du doch einmal im Wasser landest.
Wenn du in einem Fließgewässer, einem größeren See oder im Meer paddelst, solltest du eine Sicherheitsweste tragen. Bei einer Tour mit dem SUP-Board transportierst du deine Ausrüstung am sichersten in einer Dry-Bag. Dry-Bags bekommst Du bei Amazon schon für etwa 20 Euro.

Wenn du im Sommer nur einmal ein bisschen auf dem Baggersee rumpaddeln willst, kannst du das problemlos in Badehose bzw. Badeanzug machen. Du musst aber beachten, dass die Sonne auf dem Wasser wesentlich intensiver wirkt. Daher ist es oft eine gute Idee, zum Schutz vor Sonnenbrand ein Shirt mit langem Arm und ein Cap anzuziehen.

Im Frühjahr, Herbst und Winter sowie auf Bergseen und Fließgewässern sowie im Meer kann das aber sehr schnell unangenehm kalt werden. Da ist ein Trockenanzug oder ein Neoprenanzug sinnvoll. Ergänzen kannst du die Ausrüstung dann noch durch Neoprenschuhe. Die solltest du etwas größer kaufen, damit du noch Neoprensocken drunter ziehen kannst. Dann sollten deine Zehen immer noch Platz zum Bewegen haben. So bleiben sie länger warm. Eine Neoprenhaube kann bei entsprechend tiefen Temperaturen oder häufigem Wasserkontakt sinnvoll sein. Unter ihr wird es aber bei normalen Temperaturen schnell sehr warm. Dann ist oft eine Haube aus dem Laufbereich sinnvoller. Wettsuits, also Neoprenanzüge für SUP und Surfer werden üblicher Weise bei Wassertemperaturen ab 20 Grad und darunter getragen. Je nach Modell und persönlichem Temperaturempfinden, kommt man damit auch bei Wassertemperaturen von 10 Grad noch gut zurecht.

Was ist der Unterschied zwischen einem Trockenanzug und einem Neoprenanzug?
Ein Trockenanzug ist wasserdicht und atmungsaktiv. Auch der Reißverschluss ist wasserdicht. An den Hand- und Fußgelenken sowie am Hals sorgen Latexmanschetten für eine entsprechende Dichtigkeit. Der Trockenanzug schützt dich auf dem Board vor Auskühlung. Allerdings ist er nicht besonders bequem und braucht regelmäßige Pflege. Sein Vorteil liegt in der Atmungsaktivität. Kommt die Sonne raus, heizt er sich nicht so auf, wie ein Neoprenanzug. Der Trockenanzug ist aber nicht so wirklich gut zum Schwimmen geeignet. Außerdem sind Trockenanzüge deutlich teurer als Neoprenanzüge.
Der Neoprenanzug hingegen ist nicht atmungsaktiv. Er schützt besonders gut, wenn du ins Wasser fällst. Da er eng anliegt, stört er auch nicht beim Schwimmen. Wie gut er isoliert, hängt wesentlich von der Materialstärke ab.

Das solltest du beim Kauf eines Neoprenanzugs beachten
• Die Dicke eines Neoprenanzugs wird in mm gemessen und durch zwei Werte, beispielsweise 4/3 angegeben. Diese Zahlen geben die größte und kleinste Materialstärke an. Am Rumpf ist das Material dicker als an den Armen, wo mehr Beweglichkeit erforderlich ist. Je dicker der Neoprenanzug ist, desto wärmer ist er. Allerdings ist der Neoprenanzug dann oft auch unflexibler.
• Anzüge aus Hyperstretch-Material bleiben trotz größerer Materialdicke flexibel, sodass du darin sehr beweglich bleibst und den Anzug schneller und bequemer an- und ausziehst. Sie sind aber deutlich teurer als Anzüge aus reinem Neopren. Außerdem halten sie nicht so lange, da das Material ausleiert und schließlich reißt.
• Kommt es dir hauptsächlich auf Bequemlichkeit an, weil du beispielsweise den Neoprenanzug mehrmals täglich an- und ausziehen musst, dann lohnt sich der höhere Preis für das Hyperstretch-Material. Wirst du den Anzug hingegen nur hin- und wieder einmal benutzen, reicht ein normaler Neoprenanzug.
• Neoprenanzüge werden mit Reißverschluss im Rücken oder vorne angeboten. Die Anzüge mit dem Verschluß auf dem Rücken sind billiger, die anderen bequemer. Auch hier solltest du dich fragen, wie oft du den Anzug an- und ausziehen wirst. Gerade wenn Du planst mit Deinem NEO mal einen Triathlon zu absolvieren, wäre ein Anzug mit Frontöffnung zu empfehlen, da Du wesentlich schneller beim Ausziehen bist. Gerade, wenn Deine Arme vom Schwimmen schon ermüdet sind, kann ein Neoprenanzug mit Rückenöffnung zur echten Herausforderung werden. Zum Thema Triathlon ist außerdem zu beachten, daß es bei jeder Veranstaltung Richtlinien gibt, welche Neoprenanzüge zugelassen sind. Da dickere Anzüge einen zusätzlichen Auftrieb und damit einen Vorteil bieten, ist meistens eine maximale Materialstärke vorgegeben. Meistens liegt die Grenze bei maximal 5mm Materialstärke.
• Ein Neoprenanzug muss grundsätzlich eng sitzen. Leider variieren die Größen von Hersteller zu Hersteller. Am besten ist es daher, den Anzug vor dem Kauf anzuprobieren. Einige Hersteller verleihen auch Neos, so daß Du erstmal probieren kannst, wie gut Du damit zurecht kommst. Achte drauf, ob du zum Paddeln genügend Armefreiheit hast. Andererseits darf aber auch kein Material unter dem Arm herunterhängen. Sitzen die Kneepatches wirklich auf den Knien? Klemmt der Anzug im Schritt? Ist es nicht möglich, den Anzug zu probieren, weil du z. B. den Anzug über das Internet kaufst, schau dir vorher die Größentabelle des Herstellers genau an.
• Neopren dehnt sich im Wasser aus. Daher sollte der Anzug bei der Anprobe im Trocknen sehr eng sitzen.
• Möchtest du für den Winter einen warmen Anzug kaufen? Dann achte darauf, dass die Nähte verklebt und mit einem Band versiegelt sind. Nur so kannst du sicher sein, dass kein kaltes Wasser an den Nähten eindringt.
• Neoprenanzüge bekommst du in gedeckten und in auffälligen Farben. Auffällig bunte Anzüge können für mehr Sicherheit sorgen, weil du damit direkt auffällst und beim Schwimmen Boote besser ausweichen können. Aber das ist auch genau das, was viele Paddler nicht wollen.
• Wo und wann willst du den Anzug tragen? Wenn du ihn auch bei kälteren Temperaturen tragen willst, solltest du in ein besseres, dickeres und teureres Material investieren.
• Ein besonders günstiger Einstieg bei Neoprenanzügen gelingt mit einem Shorty. Diese Neoprenanzüge haben kurze Arme und Beine und sind für Frühlingstage und Herbsttage an denen es schon etwas wärmer ist, auch ausreichend. Sparfüchse kombinieren den Shorty einfach mit Beinlingen oder Armlingen aus dem Laufsport bzw. Radsport. So hat man dann auch einen Wärmeschutz am restlichen Bein – allerdings wärmen Armlinge und Beinlinge nur begrenzt.

Was kostet ein Neoprenanzug?
Zunächst muss man sich entscheiden, ob nicht vielleicht auch ein gebrauchtes Modell ausreicht, oder ob Mieten nicht die sinnvollere Option ist. Denn eBay und andere Plattformen sind voll mit fast neuen Anzügen, die sich Leute gekauft haben, die sich vorgenommen haben, ganz großartig in den SUP-Sport oder Triathlon-Sport einzusteigen und dann im Alltag eben doch nicht dazu kommen und somit das Hobby schnell wieder aufgeben und gutes Material günstig abgeben.
Wenn man selbst nur ein paar Mal im Jahr einen NEO braucht, wäre mieten wahrscheinlich auch die bessere Option, weil man immer Top Material bekommt, daß auch passt, falls man saisonale Gewichtsschwankungen hat.
Günstige, dann aber meist sehr dünne 2mm Shortys gibt es schon ab ca. 50€ und für lange Modelle starten diese Einsteigermodelle bei ca. 100€. Bei wärmeren 5mm-Modellen starten die Preise bei etwa 200€ für die Einsteigermodelle.
Bei Trockenanzügen starten die Angebote bei etwa 500€ und wie immer gilt sowohl bei Trockenanzügen, also auch bei Neoprenanzügen, daß nach oben die Grenzen offen sind. Am teuersten sind natürlich maßgefertigte Neoprenanzüge, die dann auch schon an der 1.000€ Grenze schrammen.

Equipment für den SUP-Transport
Wenn Du Dein Stand UP Paddling Board bequemer transportieren willst, gibt es verschiedene Optionen, die Dir das Leben erleichtern. Bei einem aufblasbaren SUP ist ein SUP-Trolley praktisch, weil dort das komplette SUP inkl. Finne und Pumpe hineinpasst. Allerdings ist das unpraktisch, wenn Du damit zum See oder Fluß fährst, weil Du den Trolley dann dort anschließen und die Pumpe mitnehmen musst, damit es keiner klaut.
In Kalifornien haben die meisten ein Bike Rack an ihren Fahrrädern montiert, mit denen man Surfboards und SUP Boards einfach seitlich am Fahrrad transportieren kann. Dabei wird das Board in zwei Bügel eingehängt und dann mit Gummizügen zusätzlich gesichert. Dadurch, daß das Board eher im hinteren Bereich des Bikes montiert wird, kann man noch ganz normal lenken. Das Beste ist aber, daß man das Board aufgeblasen lassen kann und einfach nur das Rad anschließen muss und lospaddeln kann.

Wenn man das Board bequemer hinter sich herziehen will, gibt es so kleine Anhänger, wo man das Board auflegen kann. Diese sind schon für etwa 50€ zu bekommen. Richtige Fahrradanhänger für das Board starten leider erst ab 300€.
Wenn man sein Board einfach so tragen will, kann man auch auf einen SUP-Schultergurt setzen. In zwei große Schlaufen wird dann das Board eingefädelt und über der Schulter liegt dann dieses Tragepaket bequemer auf. Das ist die günstigste Variante, wenn man das Board keine weiten Strecken transportieren muss.

Wie gesagt, bin ich ja seit dem Frühling mit meinem Touringboard von IndianaSUP am Start und werde im Laufe der Saison noch vieles an SUP-Equipment testen. Da ich mein Board nur etwas mehr als 1.000 Meter bis zum Heiligen See tragen muss, werde ich wahrscheinlich die Fahrradoption oder den Gurt persönlich testen und dann einen Testbericht dazu verfassen. Aber auch einen neuen Neoprenanzug werde ich im Spätsommer ausprobieren, da ich bisher nur einen Shorty habe, der dann spätestens Ende September zu kalt wird.

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