Ist Kokosöl reines Gift und Superfoods Blödsinn? Harvard-Professorin klärt auf!

Ist Kokosöl reines Gift?
Dieser und anderer Fragen rund um das Thema „Ernährungsirrtümer“, ging Prof. Karin Michels, Direktorin des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Professorin an der Harvard T.H. Chan School of Public Health, bei ihrer Vorlesung nach.

Laut Michels unterliegen wir Konsumenten diversen ernährungstechnischen Irrtümern, den wohl derzeit spektakulärsten, entlarvt sie bereits am Anfang. Das seit einiger Zeit über die Massen gelobte Kokosöl, dem wundersame Eigenschaften nachgesagt werden, wie: „Es macht weniger dick, mittelkettige Fettsäuren sind besser, sogar eine antibakterielle Wirkung wird vermutet“, vernichtet sie mit dem Satz: „Es ist alles völliger Quatsch“. Keine einzige Studie würde eine positive Wirkung von Kokosöl beweisen.
Laut Michels ist Kokosöl „das schlimmste Nahrungsmittel, das man einnehmen kann“.
In den USA wäre man schon einen Schritt weiter. Die amerikanische Herzgesellschaft gab bereits ein Statement heraus, in dem sie dringend vom Verzehr von Kokosöl abrät.

Was macht das Kokosöl so gefährlich und zum Gift für den Körper?
Es ist die Zusammensetzung aus gesättigten Fettsäuren. Besser seien ungesättigte, pflanzliche Öle wie Lein-, Raps- oder Olivenöl. Und genau das Kokosöl hat einen der höchsten Anteile an gesättigten Fettsäuren – sogar mehr als Schweineschmalz.

Superfood im Smoothie?
Wer sich ausgewogen ernährt, könne grundsätzlich auf den Zusatz von ausländischen Superfoods wie Chiasamen oder Gojibeeren verzichten, so die Expertin. Besonders die wenig nachvollziehbaren Herstellungsverfahren und langen Transportwege bei den tropischen Superfoods, lassen vermuten das wertvolle Inhaltsstoffe auf dem Weg oder bei der langen Lagerung verloren gehen und ggf. sogar Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln oder Düngemitteln vorhanden sein könnten.
Daher sind in der EU produzierte Lebensmittel wie Leinsamen deutlich empfehlenswerter.

Welche Mängel gibt es in Deutschland in der Ernährung?
Der einzige gravierende Nährstoffmangel, dem man hierzulande mit der Zugabe von künstlichen Vitaminen zu leibe rücken sollte, ist der Vitamin-D-Mangel, so Prof. Karin Michels. Besonders im Winter fällt es schwer, täglich mindestens 15 Minuten Sonne zu bekommen, da man viel im Dunkeln und bei künstlichem Licht unterwegs ist und durch die kalten Temperaturen der Körper dick eingepackt ist und weniger Hautoberfläche in den Kontakt mit der Sonne kommt. Daher ist eine Supplementierung mit Vitamin D ratsam.

Ist brauner Zucker gesünder, als weisser Zucker?
Nein, meint Prof.Michels, denn brauner Zucker enthalte lediglich zusätzlich Melasse, welche ihm die bräunliche Farbe verleiht, ansonsten komme brauner Zucker im Körper genauso an, wie weisser. Wer wissen will, wie stark sich Zucker auf den Körper auswirkt, sollte vielleicht in der Zuckerchallenge das zuckerfreie Leben ausprobieren.

Ist Fruchtzucker gesünder?
Nein, denn Fructose wird in der Leber abgebaut, wobei Fett entsteht und die sogenannte „Fettleber“ begünstigt wird, welche sogar schon bei Kindern aufgrund des hohen Fruchtzuckeranteils in vielen Erfrischungsgetränken zu beobachten sei.

Hat Spinat viel Eisen?
Auch hier muss man laut Michels von einem Ernährungsirrtum ausgehen, denn Spinat enthält vor allem viel Oxalsäure, welche die Aufnahme von Eisen verhindert! Sehr gute Eisenlieferanten sind Hülsenfrüchte. Wer also Eisen aufnehmen möchte, sollte lieber Bohnen oder Erbsen essen anstelle von Spinat.

Nüsse sind gesund, aber sind alle Nüsse gleich gesund?
Nein, auch sie unterscheiden sich stark in ihren Fettsäureanteilen. Besonders gesund sei die Walnuss.

Gleichen sich alle Öle?
Nein, sie unterscheiden sich durch sehr unterschiedliche Anteile an gesättigten Fettsäuren.
Als Empfehlung gibt Prof. Michels an: Wer hinsichtlich Herzkreislauferkrankungen erblich vorbelastet ist, solle sich an mehrfach ungesättigte Fettsäuren halten, wer Krebserkrankungen im familiären Umfeld hat, dem empfiehlt sie den Verzehr einfach ungesättigter Fettsäuren.
Zum Braten empfielt Prof. Michels ein günstiges Olivenöl und zum Rohverzehr ist ein Leinöl die erste Wahl.

Ist Wasser gleich Wasser?
Leitungswasser ist in Deutschland von sehr guter Qualität und dem Mineralwasser mit Kohlensäure vorzuziehen, da Kohlensäure in Zusammenhang mit Bluthochdruck und Übersäuerung des Körpers gesehen wird.

Ist eine glutenfreie Ernährung besonders gesundheitsfördernd?
Nur wer an einer Glutenunverträglichkeit oder sonstigen Erkrankung in Zusammenhang mit Gluten leide, solle auf Gluten verzichten, allen anderen drohten Vitamin- und Mineralstoffmängel.

Schadet Kaffee der Gesundheit?
Nein, im Gegenteil. Kaffee senkt nachweislich das Diabetesrisiko und das Risiko an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Lediglich Menschen mit Herzrhythmusstörungen sollten ihren Kaffeekonsum mit ihrem Arzt besprechen.

Zusammenfassend kannst Du folgende Ratschläge von Prof. Michels befolgen, wenn Du Dich möglichst gesund ernähren möchtest:

  • Rotes Fleisch, Weissmehl, Salz und Zucker reduzieren
  • Auf gesättigte Fette verzichten
  • Tierische Nahrungsmittel reduzieren
  • Pflanzliche, flüssige Öle verwenden und viel verschiedenes Gemüse essen
  • Und besonders um Kokosöl einen grossen Bogen machen!

 

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