Rollentrainer Ratgeber für Rennrad: Was ist das, wie lange trainieren und was beachten?

Da die Rennrad-Sommersaison nun wieder zu Ende geht, ist es die perfekte Zeit, um sich über das Rennradtraining im Winter Gedanken zu machen. Eine der besten Optionen, ist es Zuhause mit einem Rollentrainer zu trainieren. Also habe ich alles Wissenswerte über das Rollentraining und das Fahrradtraining für Zuhause in diesem Beitrag für Euch zusammengestellt.

Das Rollentrainer-Training erlaubt es Radsportbegeisterten, auch an unfreundlichen Sommertagen und insbesondere der kalten Jahreszeit komfortabel zu pedalieren und damit das Trainingsnivau hoch zu halten, ohne sich den witterungsbedingten Risiken des Trainings bei Winterglätte oder einem Sommergewitter auszusetzen. Sich in den eigenen vier Wänden fit zu halten, ist für viele schon lange ein Gedanke, mit dem sie sich sehr wohl anzufreunden wissen und neben dem Sicherheits- und Komfortaspekt, bieten Rollentrainer auch motivierende Trainingsformate über Trainingscommunities wie Zwift.

Das Rollentrainer-Training bringt grundsätzlich jeden Aktiven in Form. Viele machen durch das Fahrradtraining deutliche Fortschritte und bringen dadurch ihre Kondition auf ein neues Level. Dabei geht es beim Rollentraining nicht so sehr um die Quantität, sondern vielmehr um die Qualität. Durch gezielt durchgeführte Trainingseinheiten, mitsamt den notwendigen Intervallen, erreicht man im Fahrradtraining enorm viel. Das Wichtigste gegen über einem klassischen Fahrradergometer ist, daß man beim Rollentrainer mit dem eigenen Rennrad trainiert, daß in den Rollentrainer eingespannt wird.

Vielen Menschen fällt es am Anfang alles andere als leicht, sich langfristig und nachhaltig für das Fahrradtraining in den eigenen vier Wänden zu motivieren. Doch das Training auf der geeigneten Rolle lohnt sich das ganze Jahr über. Vor allem umgeht man in den kälteren Monaten den Umstand, das erlangte Fitnesslevel allmählich abzubauen. Auf diese Weise halten viele Aktive ihr Gewicht und ihre Kondition das ganze Jahr über perfekt unter Kontrolle.

Für passionierte Radsportler ist ein Indoor-Trainer ein äußerst wertvolles Trainingsgerät. Damit das Training auf dem Fahrradtrainingsgerät effizient abläuft, sind die Trittfrequenz, die Schwellenwerte, die Kraft und die Tritteffizienz von ausschlaggebender Bedeutung.

Was sind Rollentrainer?
Als Rollentrainer bezeichnet man ein Indoor-Trainingsgerät, bei dem das normale Fahrrad mithilfe des Trainingsgeräts auch innerhalb geschlossener Räume auf der Stelle verwendet werden kann, ohne sich Fortzubewegen. Dadurch wird das vorhandene Rennradequipment ganzjährig genutzt und auch ein relativ authentisches Rennradfeeling erreicht, obwohl man Zuhause trainiert.

Beim Rollentraining nutzt der Sportler als Trainingsgerät entweder sein eigenes Fahrrad oder ein Standfahrrad. Das eigene Fahrrad wird dank eines Rollentrainers in einen Ergometer umfunktioniert. Hierbei handelt es sich um eine platzsparende und günstige Variante. Bei der klassischen Variante der freien Rolle balanciert der Sportler mit seinem Trainingsgerät auf drei Walzen.

Welche Arten von Rollentrainern gibt es?
Bevor sich ein Sportbegeisterter einen Rollentrainer zulegt, sollte er sich vor der Entscheidung gut und genau informieren. Die unterschiedlichen Systeme und die vielen Modelle können hierbei leicht verwirren.

Grob unterteilt gibt es bei den Rollentrainern drei grundlegende Systeme und Funktionsweisen:

1. Rollentrainer mit freier Rolle
Beim System der freien Rolle wird das Fahrrad einfach so wie es ist auf eine Grundplatte mit drei Rollen gestellt und losgeradelt. Die einzelne Rolle für das Vorderrad und die beiden Rollen für das Hinterrad sind mit einem Bandsystem verbunden, so daß sich alle Rollen gleich schnell bewegen. Die freie Rolle ist eine ideale Alternative zu den gängigen Fahrradgeräten für Zuhause. Dadurch, daß das Fahrrad nicht mit dem Rollentrainer fixiert ist, gehört aber eine gewisse Übung dazu, bis man angstfrei und entspannt fahren kann. Meist werden daher Rollentrainer mit freier Rolle nur von Profis verwendet.

Man konzentriert sich nicht nur auf das Treten, bei der freien Rolle muss der Trainierende zudem das Gleichgewicht halten. Das Rad wird nicht eingespannt, sondern es drehen sich beide Räder und das Rad ist komplett frei. Man kann also leider auch seitlich von den Rollen fahren oder seitlich umkippen, wenn man nicht aufpasst.
Für harte Intervalle sind freie Rollen eher ungeeignet, da die meisten Rollen keine Bremseinheit haben und der Widerstand recht gering ausfällt. Mit der freien Rolle kann der Bewegungstüchtige allerdings das Gleichgewicht und die Koordination perfekt schulen.
Vor einem Rennen eignet sich die freie Rolle ideal, denn damit kann der Rennradfahrer schnell hohe Frequenzen fahren. Dadurch kann der Rennteilnehmer seine Beine sehr schnell „wach machen“. Besonders bei Bahnrennen, wie dem Sechstagerennen, sieht man diese Form der Erwärmung auf der freien Rolle häufig.

Neben der Möglichkeit, im Wiegetritt zu fahren, bieten die Rollentrainer mit freier Rolle den Vorteil, daß sie relativ leicht und klein sind und daher sowohl gut verstaut werden, als auch transportiert werden können. Wenn man also öfters unterwegs ist, ist das ideal oder auch, wenn man seine Trainingsstation immer wieder abbauen und das Trainingsgerät beispielsweise unter dem Bett verschwinden lassen will.

Die meisten Rollentrainer mit freier Rolle sind ungebremst und ohne Widerstand, ein Bergtraining lässt sich also kaum simulieren. Dank kabelloser Technologie lassen sich inzwischen aber über Apps auch Rollentrainer mit freier Rolle im Widerstand steuern. Wer allerdings dauerhaft harte Intervalle und Bergsprints trainieren will, ist mit einer festen Rolle besser bedient.

2. Rollentrainer mit fester Rolle
Bei der klassischen, festen Rolle wird das Hinterrad eingespannt und gegen eine Widerstandseinheit gedrückt. Die klassischen Rollen sind leicht zu transportieren. Der Hinterreifen kann bei den klassischen Rollen jedoch sehr schnell verschleißen, zudem können die Rollen die Traktion kurzweilig verlieren. Was den Preis betrifft, punkten die klassischen Rollen, sie sind im Handel ab 200 Euro erhältlich. Rollentrainer mit fester Rolle sind unter Freizeitsportlern am meisten verbreitet.

3. Wheel-off Rollentrainer mit eingespanntem Hinterbau
Die Königsklasse unter den Rollentrainern sind die Wheel-off Trainer. Dabei wird das Hinterrad ausgespannt und der Hinterbau mit der Kette an einen Kranz am Rollentrainer montiert. Dadurch gibt es eine hohe Kompatibilität mit allen gängigen Gangschaltungen und durch die eingebauten Motoren des Rollentrainers können fast alle Widerstände erstklassig trainiert werden, also auch schwierige Bergetappen mit niedriger Trittfrequenz. Ein weiterer Vorteil sind die vergleichsweise geringen Geräuschpegel. Wie immer, kostet das beste Eqipment aber auch am meisten. Einen guten Wheel-off Rollentrainer bekommt man um 1.000€ – bekommt dafür aber auch das beste Trainingsequipment. Ich persönlich trainiere mit dem CycleOps Hammer Rollentrainer, dem leisesten Rollentrainer auf dem Markt, der aber auch sonst diverse Vorteile gegenüber anderen Modellen hat. Welche genau das sind, habe ich auch in meinem Test zum CycleOps Hammer Rollentrainer beschrieben.

Sowohl die klassischen Rollentrainer mit fester Rolle, als auch die Wheel-Off Rollentrainer, werden übrigens statisch verwendet. Man kann also das Rennrad nicht seitlich neigen oder im Wiegetritt fahren. Bisher ist mir nur der Kinetic Rock and Roll II Rollentrainer bekannt, bei dem es auch möglich ist, sich in Kurven zu neigen oder im Wiegetritt zu fahren.

Wie funktioniert ein Rollentrainer?
Das geliebte Utensil kann man als ambitionierter Sportler nicht nur im Freien benutzen. Die verschiedenen Rollentrainer-Modelle haben zwar allesamt ähnliche Funktionen, dennoch unterscheiden sie sich voneinander. Es gibt Rollentrainer für Mountainbikes und für Rennräder.

Bei den festen Rollen bestehen die Modelle meist aus zwei Teilen. Im etwas größeren Teil wird das Hinterrad eingeklemmt und anschließend fixiert. Das kleinere vordere Teil ist rutschfest und zudem äußerst schmal gehalten. Im Vorderteil dreht sich das Vorderrad. Das fixierte Hinterrad bewegt sich zwar beim Treten, doch es besitzt absolut keine Schubkraft. Im Vorderteil dreht und bewegt sich das Vorderrad.

Bei der freien Rolle sind die Modelle mit drei beweglichen Rollen ausgestattet. Alle drei Rollen befinden sich in einem Rahmen. Das Hinterrad wird auf zwei nahe zusammengelegten Rollen platziert. Auf die dritte Rolle wird das Vorderrad gestellt. Im Indoor-Bereich kann der Radfahrer sehr gut die Balance trainieren. Des Weiteren bekommt der Sportler ein beinahe realistisches Gefühl beim Pedalieren im trauten Heim.

Was muss man beim Rollentrainer beachten?
Rollentraining ist eine sinnvolle Winterbeschäftigung, aber keineswegs nur für ehrgeizige Rennradfahrer. Beim Rollentrainer sollte beachtet werden, dass das Gerät den Bedürfnissen des Nutzers gerecht wird. Beim Training ist es von Vorteil, wenn sich der Sportler an der Leistung (Watt), an der Herzfrequenz und an dem subjektiven Empfinden orientiert.

Zusätzlich zu den freien Rollen oder dem Rollentrainer können kleine Helfer das Training komfortabler und einfacher machen. Zum Rollentrainer-Zubehör zählen Schweißfänger, eine Vorderradstütze, Trainingsreifen, Trainingsmatten und für die virtuellen Touren eignen sich beim schweißtreibenden Indoor-Radtraining entsprechende DVDs. Außerdem benötigt man unbedingt eine spezielle Dämpfungsmatte für den Rollentrainer, da durch die Vibrationen des Rollentrainers und die minimalen Bewegungen des Trainingsgerätes, die Geräuschentwicklung deutlich höher sein kann und auch der Bodenbelag, zum Beispiel das Parkett zerkratzt werden kann. Aber dazu kommen wir später noch.

Das Wichtigste beim Kauf eines Rollentrainers ist neben der Entscheidung über die grundsätzliche Bauart des Rollentrainers, also freie Rolle, feste Rolle oder Wheel-Off Rollentrainer, ist die Wahl des Systems für den Widerstand.

Beim Widerstand geht es darum, wie sehr das Rad gebremst wird, also welche Leistung man als Trainierender erbringen muss, um voranzukommen. Hier gibt es je nach Preisklasse verschiedene Systeme, die unterschiedlich komfortabel und auch unterschiedlich laut sind. Je besser das Widerstandssystem, um so realistischer und komfortabler ist auch das Fahrgefühl und nicht zuletzt auch der Trainingseffekt.

Für Hobbysportler sind sowohl ungebremste Systeme auf der freien Rolle, als auch Rollentrainer mit fester Rolle und Luftwiderstand eigentlich ungeeignet. Bei einem ungebremsten System kommt nur bedingt Spaß auf und es lassen sich nur wenige Trainingskonzepte realisieren, da man mit einer relativ konstanten Geschwindigkeit fahren muss. Rollentrainer mit Luftwiderstand sind einfach unfassbar laut und heute eigentlich fast nur noch gebraucht oder als Schnäppchen zu finden. Um beides sollte man einen Bogen machen, wenn es geht. Und wenn das Budget fehlt, lieber in warme Radkleidung investieren und ganzjährig draußen fahren.

Geeignete Widerstandstechnologien sind beispielsweise Rollentrainer mit Magnetwiderstand oder Strömungswiderstand. Beim Strömungswiderstand wird die Bremswirkung über einen Rotor erzeugt, der sich in einem Öl dreht – das Prinzip kennen wahrscheinlich viele vom Water Rower, der Rudermaschine mit dem Wassertank. Am weitesten verbreitet sind aber Systeme mit Magnetwiederstand, wobei hier die Rollentrainer mit elektromagnetischem Widerstand die Königsklasse bilden, da sie stufenlos reguliert werden können.

Der zweite wichtige Faktor, den man beim Kauf eines Rollentrainers beachten muss, ist die Steuerbarkeit und Konnektivität. Bei den günstigsten Geräten muss der Widerstand manuell geändert werden, entweder durch einen Hebel am Gerät selbst oder durch eine zusätzliche Schaltung mit Schaltkabel, den man am Lenker montiert. In der höchsten Preisklasse wird alles digital über eine App gesteuert oder eben sogar vollautomatisch und stufenlos, wenn man bestimmte Trainingsprogramme durchläuft. Um es einfach zu erklären – wenn auf dem Bildschirm ein Berg angezeigt wird, muss man automatisch stärker treten und der Widerstand wurde erhöht, weil es ja gerade bergauf geht. Das klappt natürlich auch andersherum beim Bergabfahren.

Je nach Wiederstandssystem ist sowohl das Fahrgefühl, als auch die Geräuschentwicklung unterschiedlich und bei den guten Geräten lassen sich alle Trainingsdaten auch direkt in Apps auslesen.

Wie laut sind Rollentrainer?
Bei jedem Rollentrainer ist ein grundsätzlich ein Brummen und ein Luftgeräusch zu hören, da Motoren arbeiten, die Widerstandssysteme mit Lüftern gekühlt werden oder sich die Räder auf den Rollen drehen. Das oftmals als störend empfundene Geräusch entsteht, da die Kraft aufgefangen werden muss, die durch das rollende Rad bzw. das Treten in die Pedalen entsteht.
Die Geräusche ergeben sich zum Beispiel durch das Reifenabrollen. Wie viel Lärm der Rollentrainer macht, ist aber von Modell zu Modell verschieden. Sobald sich die Räder drehen oder mit Luftwiderstand gearbeitet wird, geht es ziemlich laut zu und auch eine spezielle Dämpfungsmatte kann dagegen recht wenig ausrichten. Man sollte aber entweder spezielle Reifen für Rollentrainer aufziehen oder sich einen zweiten Laufradsatz mit Rollenreifen zulegen, da diese ruhiger und leister laufen.
Wer es sich leisten kann, sollte zu einem Rollentrainer mit Strömungswiederstand greifen. Am leistesten sind Wheel-Off Rollentrainer mit elektromagnetischem Widerstand, aber diese kosten meist auch 1.000€ oder mehr. Der von mir verwendte CycleOps Hammer ist mit 64 Dezibel bei 32km/h einer der leisesten auf dem Markt. Das ist vergleichbar mit einem lauten Gespräch oder einem leisen Radio – ein Rasenmäher ist mit 80 Dezibel deutlich lauter.

Oftmals genügt es bei diesen Größenordnungen, den Fernseher oder die Musik etwas lauter zu stellen, und schon wird das Geräusch des Trainingsgerätes übertönt. Wenn also sonst noch andere Leute in der Trainingszeit in der Wohnung oder im Haus sind, werden diese nicht übermäßig gestört. Anders sieht es bei den günstigen Modellen aus, wo man durchaus im Lautstärkebereich eines vorbeifahrenden LKW liegen kann. Dabei sollte man auch unbedingt auf die Datenblätter schauen, denn Händler geben sich natürlich Mühe im Testbereich mit Isolierungen lauter Musik etc. von den Geräuschen abzulenken. Im ruhigen Zuhause wirkt der selbse Geräuschpegel dann häufig deutlich intensiver.

Aufbau und Einrichtung eines Trainingsplatzes für den Rollentrainer
Das Rad sollte fest eingespannt werden, Radhandschuhe zu benutzen, ist von Vorteil. Die Trainingsmatte und ein geeigneter Rollentrainer sollten stets an einem ungestörten Platz stehen. Die richtige Einrichtung des Trainingsplatzes ist entscheidend, da dieser Ort Einfluss auf die Motivation des Bewegungstüchtigen nimmt.

Die Vorbereitung beim Rollentraining ist sehr wichtig. Beim Fahrradtraining sollte sich der Aktive einen Ort schaffen, der zu seiner individuellen Fitness-Oase werden kann. Um den Trainingsgeräuschen Paroli bieten zu können, eignen sich Spezialreifen. Gegen das lautstarke Surren können auch Schalldämpfermatten benutzt werden, so wird auch der Nachbar sicher vor dem Lärm geschützt.

Wenn der Rollentrainer Online-Trainingsprogramme unterstüzt, sollte man auch einen Fernseher in der Nähe haben oder sich eine Konstruktion bauen, wo man einen Laptop positionieren kann. Wer gute Augen hat, kommt vielleicht auch mit einem iPad oder iPhone oder anderem Tablet oder Smartphone zurecht – den größten Spaß hatte ich aber mit einer Projektion und einem Projektor.

Auch an die Lüftung sollte man denken, denn auch hier kommt man bei intensivem Training ordentlich ins Schwitzen und so kann Frischluft gegen Hitze oder Gerüche helfen. Manche stellen sich auch Ventilatoren vor das Rad. Das erfrischt und sorgt noch zusätzlich für etwas simulierten Fahrtwind.

Für Getränke kann man die Getränkehalter am Rad verwenden, aber mit etwas Ablagefläche kann man sich auch mit einem Handtuch etwas trocknen, wenn der Schweiß tropft.

Wie gut sind Rollentrainer?
Rollentrainer sind ziemlich gut, da sie auf geniale Weise die Trainingseinheiten auf der Landstraße ersetzen. Qualitativ hochwertige Fahrradtrainer für Zuhause simulieren das Fahrverhalten nahezu perfekt. Ein Rollentrainer kann natürlich niemals eine normale Fahrt im Freien ersetzen, aber die Risiken bei ungünstigen Wetterbedinungen reduzieren.

Das Training muss dabei keinesfalls monoton ablaufen. Man kann während des Trainierens problemlos Musik hören, fernsehen oder auch ein Buch lesen oder Rennen in einer virtuellen Community fahren. Das Wintertraining auf der Rolle hilft nicht nur gegen die Langeweile.
Für zahlreiche Sportler ist der Rollen-Hometrainer ein wertvolles Werkzeug, um qualitativ trainieren zu können. So betrachtet ist das Fahrradtraining im Zuhause für viele begeisterte Radfahrer viel mehr als nur eine willkommene Notlösung.

Der Sportler sollte seine Trainingsbereiche genau kennen. Denn nur wer effizient und gezielt trainiert, kann seine Schnelligkeit, seine Kraft und seine Ausdauer verbessern. Der Aktive sollte außerdem seine Herzfrequenzwerte und seine Belastungszonen kennen.

Auf den Rollen werden die Fahrtechnik und die Motorik geschult, der Balanceakt auf dem Trainingsgerät ähnelt dem auf der Landstraße. Der Fahrwiderstand hingegen ist moderat und die Schwungmasse ist im Vergleich zum Freilauf gering. Aber auch hier lassen sich die meisten Rollentrainer so modulieren, daß jeder Leistungsstand beim Training berücksichtigt wird.

Was bringt ein Rollentrainer?
Beim richtigen Training mit dem Gerät kann der Fahrradsportler sehr viel aus dem Indoor-Trainer herausholen. Gewisse Punkte gilt es dabei zu beachten, denn mithilfe des Gerätes kann der Aktive durch das Kraft- und Schwellenwerttraining, durch das Trittfrequenztraining und durch das Sweet Spot Training in kurzer Zeit sehr viel bewirken.
Das Rollenprogramm für die Kraftausdauer beinhaltet ein 15-minütiges lockeres Einfahren, dann eine 5-8 x 5 Minuten Belastung mit einer Trittfrequenz bei 65 und mit einem hohen Widerstand sowie schwerem Gang. Dazwischen erfolgt ein paar Minuten unangestrengtes lockeres Pedalieren. Nach der anstrengenden Trainingseinheit sollte man aber noch ungefähr 15 Minuten lang locker ausfahren.

Wie lange soll man auf dem Rollentrainer trainieren?
Ein Rollentrainer ermöglicht es dem Fahrradsportler, unbegrenzt auf dem eigenen Fahrrad zu trainieren. Im Gegensatz zu den Spinning-Bikes oder zu Ergometern muss sich der Aktive in Bezug auf die Pedale, den Sattel und die Sitzposition nicht umstellen.
Der Rollentrainer ist zudem meist recht mobil, somit kann er ganz unkompliziert auch bei Wettkämpfen mitgenommen werden. So kann sich der Radsportler problemlos kurz vor dem Radrennen bequem aufwärmen.

Um ein Supertraining absolvieren zu können, das nachweislich für mehr Fitness, Kraft und Ausdauer sorgt, sind nicht mehr als 90 Minuten am Tag vonnöten. Das Intervall-Training auf dem Gerät sollte regelmäßig durchgezogen werden. Diese Trainingseinheiten auf der Rolle sollten jedoch niemals als Zwang angesehen werden. Vielmehr gilt es, den Spaß daran zu entdecken. Wichtig dabei ist, dass der Bewegungstüchtige herausfinden muss, welche Rollenart für ihn die geeignetste ist.

Am idealsten finde ich das Training in der virtuellen Community, wie beispielsweise bei Zwift, da man dort einfach bestimmte Trainingsprogramme, Strecken oder Wettkämpfe auswählt, so wie man es beim normalen Outdoor-Training auch machen würde. Je nachdem ob man sich dann einen schnellen Stadtkurs auswählt oder eine lange Bergetappe der Tour de France, fällt dann auch die Intensität des Trainings auf dem Rollentrainer aus.

Wie soll man auf einem Rollentrainer trainieren?
Die Trainingseinheiten können unterschiedlich gestaltet werden. Ein entscheidender Trainingstipp ist, das Home-Training abwechslungsreich durchzuziehen. So kann der Radsportler kurze Sprints bei geringem Widerstand einstreuen. Die hohe Trittfrequenz ist hierbei essenziell.
Auch die Technik spielt eine entscheidende Rolle. Auf freien Rollen schulen Einheiten die Koordination des Radfahrers auf dem Gerät. Zwischen dem Fahren kann der Aktive sitzen und auch stehen, die Kraftsprints und das Kraftprogramm sorgen ebenso für optimale Trainings-Sessions.

Zum erfolgreichen Training braucht der Fahrer eine Trinkflasche und ein Handtuch. Damit das Training optimal gesteuert werden kann, sind Trittfrequenz- und Pulsmesser sinnvoll. Die Belüftung des Trainingsraumes sollte ausreichend sein, zudem sollte der Radfahrer auf dem Gerät bequem sitzen können. Regelmäßige Einheiten von 45 Minuten schulen die Motorik. Pro Woche genügen durchaus zwei bis drei konzentriert durchgezogene Trainings-Sessions.

Trainieren in der virtuellen Community: Was ist Zwift und wie funktioniert es?
Ich persönlich bin ein großer Fan der Trainingscommunities und fahre häufig auch virtuelle Rennen gegen andere. Der Vorteil bei meinem CycleOps Hammer ist, daß er mit ANT+, Bluetooth Smart und ANT+ FE-C jede Menge Datenschnittstellen bietet und damit mit vielen Systemen und technischen Schnittstellen koppelbar ist, um z.B. Sportuhren anzusprechen, die den Puls messen oder die Daten an Trainingsapps wie Rouvy, Zwift oder TrainerRoad senden. Mein Favorit für das Rollentraining ist allerdings Zwift.

Mit Zwift wird das Rollentraining zum Genuss. Zwift funktioniert nur mit einem geeigneten Rollentrainer, denn das Gerät wird dank Zwift, einer Online-Plattform, an eine digitale Welt gekoppelt.
Zwift bietet ein fast realistisches Fahrerlebnis. Kein Sportler muss mehr alleine fahren, er kann mit seinen Mitfahrern kommunizieren sowie in deren Windschatten fahren.
Um Zwift richtig nutzen zu können, braucht es das entsprechende Zubehör und einen Rollentrainer mit geeigneten Sensoren sowie einen Computer oder ein iPhone, einen Datenempfänger für die Sensoren und einen Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensor. Dann steht auch Zuhause einem interessanten und abwechslungsreichen Fahrradtraining nichts mehr im Wege.

Wenn man das richtige Equipment hat, werden die Daten vom Rollentrainer direkt an Zwift weitergegeben und andersherum steuert Zwift dann den Rollentrainer. So kann man sich online zu Radfahrten verabreden und sieht dann auf dem Bildschirm die Avatare anderer Radfahrer, die ebenfalls gerade mit einem verbundenen Rollentrainer trainieren. So sieht man, wer gerade vor einem fährt, kann aufholen, überholen und wird auch überholt. Je nach Streckenabschnitt, wird dann auch der Widerstand automatisch angepasst. Fährt man also bei Zwift gerade einen Berg herauf, wird es schwieriger und bergab wird es leichter.

Wer Zwift ausprobieren will, kann für 7 Tage kostenlos fahren soviel man will – danach ist aber ein kostenpflichtiges Abo erforderlich, daß derzeit bei 15€ liegt. Aber einmal auf den Geschmack gekommen, will man die virtuellen Rennen auch nicht mehr missen. Und wer sich richtig anstrengt, schafft es vielleicht von einer Zwift Challenge auf dem Rollentrainer direkt in ein echtes Profiteam.

Häufig gibt es auch Angebote, bei denen eine Mitlgiedschaft gleich beim Kauf eines Rollentrainers mit dabei ist. Alles zu Zwift gibt es direkt auf zwift.com oder im App-Store.

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