SUP kaufen. Unterschiede, Modelle und das aufblasbare Indiana SUP im Test

Wie findet man bloss das richtige SUP Board?
Die heißen Sommertage locken viele Menschen an und ins Wasser. Deshalb erstaunt es auch nicht, dass die Stand-Up Paddling Boards sich immer grösserer Beliebtheit erfreuen. Das Einsatzgebiet der Boards ist dabei so vielseitig, dass für jeden etwas dabei ist. Egal ob Adrenalin-Junkie oder Yoga-Anhänger, mit dem richtigen Board steht dem Vergnügen im Wasser nichts mehr im Wege.
Was aber gilt es vor dem Kauf zu beachten? Die Auswahl ist riesig und deshalb sind gerade Anfänger schnell überfordert mit der Entscheidung welches Board für sie das richtige ist. Es lohnt sich aber, hier etwas Zeit in die Suche zu investieren, da das falsche Board sonst schnell zu einem Frust-Erlebnis führen kann. Ich habe genau diesen Prozess in dieser Saison schon hinter mir und berichte daher von meinen Erfahrungen und auch vom Test des Indiana SUP, für das ich mich letztlich entschieden hatte.

SUP oder aufblasbares iSUP Board?
Die erste große Entscheidung die Ihr treffen müsst, ist die nach der Art des SUP’s. Dabei gibt es die Hardboards und die aufblasbaren, sogenannte inflatable Stand Up Paddle Boards (kurs iSUP genannt).
Wenn ihr direkt an einem Gewässer wohnt, oder ein Auto mit Dachträger habt, dann ist das Hardboard sicher die richtige Wahl. Dabei erspart Ihr Euch das pumpen, und die Hardboards liegen auch etwas stabiler im Wasser. Da die Boards aus Epoxidharz oder aus laminiertem Holz bestehen, sind die Boards allerdings anfällig für Beschädigungen, sogenannte Dings, also kleine Einbeulungen. Besonders beim Transport müssen die Boards daher sehr gut geschützt werden.

Wenn ihr allerdings häufig mit eurem SUP unterwegs sind, neue Gewässer erkunden wollt, und dabei am liebsten den öffentlichen Verkehr nutzt, dann ist ganz klar ein iSUP das Board der Wahl. Diese Boards werden bereits mit einer Tragtasche oder einem Rucksack geliefert, ihr könnt sie bequem zum nächsten See oder Fluss tragen, aufpumpen und nach Gebrauch wieder verstauen. Auch zum Lagern zu Hause brauchen die iSUP wesentlich weniger Platz. Allerdings sind sie im Wasser etwas träger als die Hardboards.

Welches ist die richtige Größe für das SUP Board?
Nachdem Du jetzt auswählen kannst, ob Du ein iSUP oder doch lieber ein Hardboard kaufen möchtest, geht es jetzt um die Größe und Form Deines SUP.
Grundsätzlich gibt es drei Hauptkriterien die es zu beachten gilt:
Zuerst einmal Dein eigenes Können. Bist Du ein erfahrener Paddler oder ist das SUP noch absolutes Neuland für Dich? Gerade als Anfänger kann ein falsches Board ein ziemlicher Spielverderber sein. Grundsätzlich gilt, je breiter und voluminöser das Board ist, desto stabiler ist es und um so ruhier liegt es im Wasser. Außerdem verträgt es mehr Last – es können also schwerere Personen, mehrere Personen oder zusätzliches Gepäck mitgenommen werden.
Das SUP Board sollte aber auch nicht zu lang sein, da es sonst schwieriger wird zu manövrieren. Unter Volumen versteht man übrigens die Höhe (oder Dicke) des Boards. Die Masse beim SUP werden dabei meistens in Inch und Fuß, die amerikanischen Maße, angegeben.
Dann spielt auch dein Körpergewicht eine große Rolle. Je schwerer Du bist, desto mehr Auftrieb brauchst Du. Die meisten SUP haben eine Höhe bzwl Länge von vier bis sechs Inch. Für Kinder und sehr leichte Person reichen vier Inch, alle anderen sind mit etwas mehr besser bedient. Bist Du nämlich zu schwer für Dein Board riskierst Du nicht nur nasse Füsse, Du brauchst auch viel mehr Kraft zum Paddeln da Dein Board tiefer im Wasser liegt und so mehr Widerstand verursacht. Außerdem wird dann Dein Gepäck nass, wenn Du mit Deinem SUP zu tief im Wasser liegst. Aber keine Sorge – die meisten Hersteller und Shops haben dafür Tabellen, wo die entsprechenden Leistungsdaten der SUP-Modelle übersichtlich dargestellt werden.

Allround, Race, Wave oder Touring-SUP? Was willst Du mit Deinem SUP anstellen?
Der dritte und vielleicht wichtigste Punkt ist der Einsatzbereich des SUP. Wo möchtest Du in Zukunft damit unterwegs sein? Je nach Einsatzbereich haben die SUP unterschiedliche Eigenschaften.

Wir haben Dir hier die wichtigsten Typen aufgelistet:

Das Allround-SUP ist relativ kurz und breit gebaut mit abgerundetem Bug, dies hilft beim Manövrieren ebenso wie beim Gleichgewicht halten. Dank seiner hohen Stabilität wird dieses Board in ruhigem Gewässer auch für Yoga-Stunden eingesetzt.
Wie es der Name schon sagt, kann das Board bei sehr vielen Gelegenheiten eingesetzt werden. Deshalb ist es auch besonders gut für Anfänger geeignet. Zum einen, da seine Form es Dir sehr leicht macht Deine ersten Ausfahrten zu genießen da es sehr stabil ist. Zum anderen, da Du Dich zu Beginn noch nicht festlegen musst, in welche Richtung Dich Deine SUP-Leidenschaft führt und Du für alles offen bleibst. Dafür kann Dein SUP alles – aber alles nur ein bisschen. Richtige Performance gibt es nur mit einem spezialisierten Board.

Geht es Dir vor allem um Geschwindigkeit oder möchtest Du sogar an Rennen teilnehmen? Dann ist das Race-SUP genau das Richtige für Dich. Um den Widerstand zu minimieren, sind diese Boards sehr schmal und lang gebaut und haben einen spitzen Bug. Dadurch können sie sehr einfach Geschwindigkeit aufnehmen, allerdings leidet die Stabilität doch sehr unter der schmalen Form. Und da die Boards länger sind als zum Beispiel die Allround-SUP, sind sie auch schwieriger zum manövrieren. Schnelle Turns sind damit nur mit viel Übung und Geschick möglich.

Träumst Du von langen Ausflügen in der unberührten Natur? Nur Du, Dein Board und Dein Zelt? Dann ist ein so genanntes Touring-SUP das passende Board für Dich. Seine Form ähnelt grundsätzlich dem Race-SUP, da auch dieses Board möglichst mühelos geradeaus gleiten soll, deshalb auch der Spitze Bug. Allerdings ist das Board breiter, wenn auch nicht ganz so breit wie ein Allround Board.
Somit bist Du immer noch schnell unterwegs, aber das zusätzliche Volumen erlaubt es Dir, Gepäck mitzunehmen. Alles was Du für eine längere Tour brauchst, kannst Du vorne und hinten auf deinem Board befestigen. Dafür sind extra Netze oder Seile auf dem Board befestigt. Jetzt brauchst Du nur noch das Gewicht gleichmäßig zu verteilen und schon kann das Abenteuer los gehen. Welches Equipment Du für Deine SUP-Touren noch verwenden kannst, habe ich hier in meinem SUP Neoprenanzug und Equipment-Guide erklärt.

Wenn Du bereits geübt bist im Paddeln und auf der Suche nach mehr Action und Adrenalin, dann ist das Wave-SUP vielleicht genau das Richtige für Dich. Diese kurzen Boards sind extrem wendig und für das Spiel in den Wellen bestens geeignet. Allerdings braucht es etwas Übung, um mit diesen Boards zurecht zukommen, da die Stabilität natürlich unter der Wendigkeit leidet. Aber wenn Du den Dreh raus hast, dann steht dem Wellenreiten nichts mehr im Wege und Adrenalin pur ist garantiert.

Eine andere Möglichkeit Deinen Puls in die Höhe schnellen zu lassen, ist das Wildwasser-SUP. Diese Boards sind bis zu 90cm breit und extrem stabil. Das brauchst Du auch, wenn Du Dich damit in den reißenden Fluss mit Stromschnellen wagst. Wie auch die Wildwasserkanus kannst Du das SUP im Wasser relativ einfach um die eigene Achse drehen. Eine Eigenschaft, die besonders in den Stromschnellen zu tragen kommt. Allerdings braucht es für dieses Manöver ziemlich viel Übung und Stürze ins Wasser sind fast sicher.

Man kann also zu Recht sagen, es gibt für jeden Geschmack das richtige Board. Jetzt liegt es nur noch an Dir zu entscheiden, ob Du Dich in reißende Gewässer wagst, eine mehrtägige Tour planst, oder ob Du Dich doch lieber auf Deinem SUP mit Yoga entspannst. Eines ist sicher, mit dem richtigen Board und etwas Übung wirst Du viele spannende Stunden auf dem Wasser verbringen.

Warum ich mich für das Indiana 11’6 Touring Inflatable SUP von IndianaSUP entschieden habe? Meine Erfahrungen aus dem Test des Touring-SUP
Ich habe mich nach meinen Recherchen letztendlich für das Indiana 11’6 Touring Inflatable SUP des schweizer Teams von IndianaSUP entschieden. Indiana war ursprünglich mal in den 90ern als Skateboard-Label an den Start gegangen, bevor sich die Crew dann vor ein paar Jahren auf SUPs spezialisiert hat. Es handelt sich also nicht um eine weitere Brand, die auf den SUP-Hype aufgesprungen ist, sondern um ein Team von erfahrenen Ridern, die die Boards mit viel Liebe konzipieren, produzieren und selbst viel damit unterwegs sind.

Beim Indiana 11’6 Touring Inflatable SUP handelt es sich um ein relativ großes, aufblasbares SUP für Touren. Mit seinen 3,50m Länge und 15cm Dicke, kommt das SUP auf ein Volumen von über 300 Litern und kann damit locker Gewichte von 70 bis 100kg transportieren. Ausgehend von meinem Körpergewicht, hätte ich noch ein kleineres, schnelleres Board nehmen können, aber ich wollte den Spielraum nach oben haben, um bei Touren auch Gepäck mitnehmen zu können. Noch wichtiger war mir aber, daß man auch mit mehreren Leuten fahren kann. Selbst deutlich über 100kg funktioniert das nämlich noch richtig gut. Wenn man also mal mit der Freundin zusammen auf einem Board fahren will oder mit den Kids, ist das kein Problem.
Was mir am Touring-Board auch gut gefällt, ist die spitze Form, die deutlich besser durchs Wasser gleitet, als normale Allround-Boards. Selbst mit 2 Personen bin ich damit noch viel schneller, als die anderen. Wenn man also nicht nur auf dem Wasser herumplanschen, sondern auch vorwärts kommen will, ist eine relativ spitz zulaufende Form beim SUP absolut ratsam.

Das schnelle Touringboard ist durch das doppel-konkave Unterwasserschiff sehr stabil und spurtreu. Das Indiana 11’6 Touring liegt angenehm im Wasser und kann daher nicht nur für Touren verwendet werden, sondern auch SUP-Yoga ist problemlos möglich. Man sollte für das Board aber schon etwas Erfahrung mit SUPs haben, denn das Board ist eher auf fortgeschrittene Paddler ausgelegt.

Für mich war das ein wichtiges Kriterium, denn ich will meine SUP-Touren auch als Trainingseinheit verwenden. Denn auf dem SUP muss man ja konstant das Gleichgewicht ausbalancieren und hat damit ein perfektes Training für Läufer, da viele kleinere Muskelgruppen in den Füßen, Beinen und der Körpermitte trainiert werden, die beispielsweise auch beim Marathon den Körper stabilisieren. Dazu kommt natürlich das Training für Arme, Rücken und Schultern über das Paddeln – aber wichtig für mich war vor allem das läuferspezifische Training. Denn wie auch viele andere Läufer, scheue ich das klassische Stabitraining und wenn es da Alternativen gibt, die richtig Spaß machen, dann bitteschön!

Was auch herauszuheben ist, sind die exzellente Verarbeitung und die professionellen Materialien beim Indiana 11’6 Touring SUP. Das Indiana 11’6 Touring gehört übrigens zu den leichtesten und steifsten SUP-Boards am Markt. Die Fibreglass-Triple Stringer Technologie verleiht dem Board dieses besonders gute Verhältnis von Gewicht und Steifigkeit und man merkt dem Board bei der Verarbeitung an, daß es auf Langlebigkeit und Zuverlässigkeit ausgelegt ist. Gerade wenn man längere Touren damit plant, will man nicht gleich beim ersten Kontakt mit einem spitzen Stein oder einer Wurzel mit seinem SUP untergehen.

Ziemlich genial fand ich auch den Lieferumfang beim Indiana 11’6 Touring SUP. Denn das aufblasbare SUP kommt komplett mit einer Double Action Luftpumpe, mit der man den Druck auf dem Board richtig genau dosieren kann. Auch ein Reparatur-Kit ist mit dabei, falls man doch mal eine undichte Stelle bekommen sollte. Ab besten finde ich aber die Taschen, die man mit dazu bekommt.
Das Board, die Finne und die Pumpe passen alle problemlos in den mitgelieferten Rucksack, der zusätzlich noch Rollen hat und damit den Transport extrem leicht macht. Als weiteres Zubehör kann ich übrigens den Waterproof Bag empfehlen, falls man Sorgen hat, daß die Wechselsachen nass werden.

Auch beim Paddle habe ich gleich noch eine praktische Tasche mit dazu bekommen, mit der man sich das auseinandergebaute Paddle einfach über die Schulter hängen kann. Wer mit seinem SUP auch ordentlich vorwärts kommen will, sollte übrigens auch beim Paddle nicht sparen. Ich habe mich für das Carbon Paddle von IndianaSUP entschieden, weil es nicht nur superleicht ist, sondern auch eine hohe Steifigkeit hat. Denn man will ja beim Paddeln auch die Energie ins Wasser bekommen und einen entsprechenden Wasserwiderstand aufbauen, damit man sich gut abdrücken kann. Das klappt mit dem Carbonmaterial einfach am besten. Außerdem ist es recht flexibel in der Höhe anpassbar, sodass auch kleinere Fahrer mit dem SUP gut vorwärts kommen. Kleine Details, wie der superbequeme Handknauf und die Kerben zum Schutz vor dem Verdrehen, verhelfen ebenfalls zu einer besseren Performance auf dem Wasser. Denn so bleiben der Knauf und das Blatt des Paddle immer auf einer Linie und man kann mit dem Paddle im optimalen Winkel ins Wasser einstechen.

Rückblickend bin ich echt froh, daß ich etwas mehr in mein SUP investiert habe und damit von der besseren Performance beim Fahren profitiere, weil ich einfach schneller mit gleichem Kraftaufwand vorwärts komme, die Flexibilität habe, um das Board für fast alle Zwecke einsetzen zu können und über das umfangreiche Equipment auch für fast alle Anforderungen gerüstet bin, ohne das ich noch etwas dazu bestellen musste. Übrigens wurde ich auf den Seen super oft auf das Board angesprochen, weil auch die anderen merken, wie gut man damit vorankommt.

Leider habe ich in diesem Jahr einen so dermaßen überfüllten Wettkampfkalender gehabt, daß ich nicht zu größeren Touren gekommen bin. Und auch die große Trockenheit hat dazu geführt, daß im Spreewald viele Kanäle nicht befahrbar waren. Das hole ich dann also in der nächsten Saison nach, sofern ich mich nicht doch im Neoprenanzug noch im Herbst auf die Tour mache.

Wenn Ihr noch Fragen zum Thema SUP-Kauf oder SUP-Fahren habt, schreibt mich einfach an oder hinterlasst mir einen Kommentar. Ich bin wie gesagt, seit dieses Saison ziemlich tief ins Thema eingestiegen und helfe gern mit meinen Erfahrungen. Ansonsten findet Ihr mehr online zu IndianaSUP und weiter unten auch einen Preisvergleich für die Boards.

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