Von fremden Bergen und heimischem Asphalt. Das lief im September 2018.

So wie der August schon mit vielen Reisen ausgeklungen war, ging es dann auch gleich im September weiter. Denn es stand mein heimliches Saisonhighlight auf dem Plan. Mit viel Respekt und Ehrfurcht hatte ich dem Bergabenteuer beim TransalpineRun RUN2 entgegengefiebert und dafür extra meinen Start beim BerlinMan Triathlon abgesagt.

Nun war es also soweit und nach meinem ersten Trailmarathon beim Rennsteiglauf, ging es nun über 2 Etappen über die Alpen.
Und was soll ich sagen? Es war eine unbeschreibliche Anstrengung, aber auch unglaublich schön, die Natur so rauh und direkt zu erleben. Bis ich die sieben Etappen des TransalpineRun schaffe, fehlt noch ein ganzes Stück im Bergtraining, aber die Erfahrungen vom RUN2 haben definitiv Appetit auf mehr gemacht.

Zurück in Berlin hiess es dann Beine locker machen und einbiegen auf die Zielgerade der Vorbereitungen für den Berlin-Marathon. Ich war mir lange unsicher, ob der RUN2 nur knapp 2 Wochen vor dem Berlin-Marathon eine gute Idee waren, aber sowohl muskulär, als auch konditionell hat die Form auf jeden Fall gepasst und ich hatte mich nach den schwierigen Trails auch richtig gefreut, einfach nur flachen, aalglatten Asphalt laufen zu können.

Voller Vorfreude ging ich also an den Start und freute mich über perfektes Laufwetter. Ich wollte versuchen, mit 3:30h ins Ziel zu kommen oder vielleicht sogar besser. Je nachdem, was die Beine so sagen würden. Aber die Beine fühlten sich gut an und so versuchte ich mich bei leicht unter einer 5er Pace einzugrooven und das Rennen zu genießen. Leider begann ich ab Kilometer 9 mehr und mehr zu spüren, daß irgendetwas nicht richtig lief. Es war mal wieder der Magen und die Verdauung die rumorten – aber noch nie hatte ich das so früh in einem Rennen gehabt. Also weiterlaufen und die Dinge beobachten, war der Plan – aber bei Kilometer 15 musste ich dann zum ersten Mal überhaupt in einem Marathon raus und aufs Dixi. Das kostet wertvolle Zeit, aber danach fühlte es sich erstmal wieder besser an. Ich konnte mein Tempo zwar wieder auf die geplante Marke anpassen, hatte aber schon viel Zeit mit der Pause verloren und kam also bei 01:46:13 über die Halbmarathonmarke.

Leider meldete sich mein Magen dann langsam wieder – es war also doch nicht überstanden. Und so musste ich bei KM24 das Tempo herausnehmen und landete bei K25 wieder auf dem Dixi. Das war dann auch der Moment als mir entgültig klar wurde, daß es mit einer tollen Zeit an diesem Tag wohl nichts werden würde. Und so gurkte ich mit meiner inneren Enttäuschung weiter in Richtung Ziel, bis ich kurz vor Kilometer 29 auf Patrick traf, mit dem ich beim Trailbloggercamp war und der den ganzen TransalpineRun gelaufen und dementsprechen angeschlagen war. Also bildeten wir eine Leidensgemeinschaft und nahmen bei Kilometer 30 die Einladung von Chris von den Flitzpiepen gerne an und hielten an, plauderten und zischten ganz in Ruhe ein Bierchen weg.
Ob ich nun in 3:40h oder 3:50h finishen würde, war mir ehrlich gesagt egal – Hauptsache finishen und ehrenhalber unter 4 Stunden. Also lieber noch etwas Spaß haben, als wegen ein paar Minuten total herumzukrampfen!

Interessanter Weise lockerte das Bier aber die Stimmung und die Beine und ich konnte wieder besser gelaunt und flüssiger in Richtung Brandenburger Tor laufen. Allerdings waren recht heftige Temposchwankungen die Folge und zwischen 5er und 6er Pace gab es ein ständiges aufundab – der Rhytmus war raus. Dafür hatte ich genügend Zeit mit den Kids am Straßenrand abzuklatschen und zumindest subjektiv, war ich der Einzige der auch auf der Zielgeraden noch abgeklatscht hat. Daher ein gigantischer Dank an alle Zuschauer, die meinen siebten Berlin-Marathon wieder zu einem Fest gemacht haben. Auch wenn es sportlich anders hätte ausgehen sollen – ein neuer Versuch folgt beim Berlin-Marathon Nummer 8 in Folge in 2019!

Durch den vorverlegten Termin des Berlin-Marathons bot sich in diesem Jahr aber endlich mal wieder die Gelegenheit, die Eröffnung des Oktoberfestes und den Tegernseelauf mitzunehmen, ohne sich maratontechnisch ins Knie zu schießen. Üblicher Weise findet das erste Oktoberfestwochenende nämlich genau am Wochenende vor dem Berlin-Marathon statt und deswegen habe ich irgendwann darauf verzichtet, mir meine Marathonzeiten mit Gerstensaftintensivkursen zu versemmeln.
Aber meinen Trinkerfreifahrtschein habe ich auch in diesem Jahr nicht ausgereizt, sondern mir einfach einen richtig schönen Nachmittag auf der Wiesn gemacht und danach ein bisschen den lokalen Einzelhandel beim Shoppen unterstützt. So waren dann die Beine auch noch frisch für den Tegernseelauf am nächsten Tag.

Den Tegernseelauf hatte ich ja schon im letzten Jahr angetestet und hier von meinen Erfahrungen vom Tegernseelauf berichtet. Wie schon erwähnt war der Berlin-Marathon in diesem Jahr schon im Kasten, also gab es keinerlei Tempoeinschränkungen. Und irgendwie steckte auch noch das Erlebnis vom vergeigten Berlin-Marathon im Kopf, also versuchte ich Vollgas zu geben und zu sehen, was rauszuholen ist – eine Woche nach dem Marathon. Also lief ich im Tempokanal von 4:20 bis 4:30 an und fand netter Weise auch eine kleine Reisegruppe, die konstant in dieser Pace über die zunächst recht asphaltlastige Strecke donnerte. Das ging auch eine ganze Weile gut, aber ab KM14 musste ich die anderen dann ziehen lassen und ein wenig Tempo herausnehmen. Auch wenn die Berge relativ flach waren zu dem, was ich beim TransalpineRun zu laufen hatte, reichte die Kraft einfach nicht um in dieser Pace dort hinaufzuschreddern. Flachlandläufer bleibt eben Flachlandläufer.

Dank der guten Vorarbeit aus der ersten Rennhälfte kam ich aber trotzdem noch mit einer 1:36:29h ins Ziel. Und damit war ich eine Woche nach dem Berlin-Marathon auch richtig zufrieden.
Auch in diesem Jahr hatten mich die adidas Runners Munich wieder herzlichst adoptiert und so hoffe ich, daß auch im nächsten Jahr wieder dieser Abstecher nach Bayern in den Trainingsplan passt. Da aber der Berlin-Marathon im nächsten Jahr für den 29. September auf dem Laufkalender steht, wird es beim Tegernseelauf wahrscheinlich wieder nur ein Lauf im Schongang werden – als Einstimmung für Berlin. Aber noch steht ja der Termin für den Tegernseelauf 2019 noch nicht. Also bleiben wir gespannt.

Zurück in Berlin wurde ich dann ein wenig überrascht, denn es war endlich der Ausstrahlungstermin für die Dokumentation über mein Turnschuhpendeln gekommen. Im August hatte mich ja ein Team der Sendung zibb begleitet und über meinen Laufweg von Berlin-Kreuzberg nach Potsdam begleitet. Der Beitrag war wirklich schön geworden – daher einen lieben Dank an den Redakteur und die Kameracrew und natürlich an die lieben Nachrichten von so vielen von Euch. Das Angebot steht – wer mal mitlaufen will – auch wenn es nur ein Stück ist – meldet Euch!

In Berlin wartete dann auch ON schon mit dem nächsten spannenden Laufevent. Die schweizer Laufschuhinnovatoren hatten nämlich mit dem ON ART RUN BERLIN ein neues Laufformat nach Europa geholt und wir Berliner durften als erste mit dabei sein. Ausgestattet mit ON Testschuhen ging es dann für eine kleine gemütliche Runde durch Berlin-Kreuzberg, wo wir an verschiedenen, imposanten Street-Art Kunstwerken stoppten und spannende Hintergrundinformationen zu Entstehung des Kunstwerkes und den Künstlern bekamen. Nach dem Lauf wurde dann in der Urban Spree Galerie mit Drinks und leckerem Essen noch in den Abend gechillt. Eine absolute Empfehlung! Denn selbst ich als Urberliner renne im Alltag einfach viel zu oft mit einem Tunnelblick durch die Gegend. Sich einmal die Zeit zu nehmen, um die Kunstwerke und deren Botschaft richtig zu verstehen, war für mich sehr inspirierend. Danke ON!

Insgesamt sind durch die vielen Läufe wieder mehr als 200 Laufkilometer zusammengekommen und ich bin damit weniger als 100 Kilometer von meinem Jahresziel von 2.000 Laufkilometern entfernt. Aber nicht nur beim Laufen sind viele spannende Dinge passiert.

Ich habe mich nämlich auch endlich mal schreiberisch mit meinem neuen Hobby, dem Stand-Up-Paddling befasst. Seit dem Frühjahr bin ich nun stolzer Besitzer eines SUP und habe in einer kleinen Serie nun mal meine Erkenntnisse der ersten SUP-Saison aufbereitet. Ihr könnt also ab jetzt bei mir einen Ratgeber zum SUP-Kauf finden, aber auch ein paar Tips zum richtigen Equipment und zum SUP-Neoprenanzug, mit dem man die Saison verlängern kann. Und wie man sein SUP-Einzugsgebiet mit einem SUP-Fahrradanhänger ganz einfach erweitern kann, habe ich auch erklärt.

Aber auch zum Thema Fahrradtraining im Winter habe ich endlich meine ersten Beiträge fertiggestellt. Denn seit dem Winter hatte ich den CycleOps Hammer Rollentrainer getestet und jetzt mal für Euch mit meinen Eindrücken vorgestellt. Falls Ihr noch ganz neu beim Thema Rollentraining seid, hilft zunächst aber auch erstmal der Rollentrainer Ratgeber, der einen ersten Überblick über die verschiedenen Modellvarianten und deren Stärken und Schwächen gibt.

Einer der am meisten gelesenen Beiträge im September war aber der Bericht über die wiederverwendbaren Recycling-Becher beim Berlin-Marathon, an deren Test ich mich auch beteiligt hatte.

Aber auch bei den Laufuhren gibt es spannende Neuigkeiten zu vermelden. Noch wenige Tage vor dem Berlin-Marathon präsentierte POLAR fast ein wenig überraschend zwei neue Sportuhren. Und mich als ambitionierten Hobbyläufer konnten die POLAR VANTAGE V und VANTAGE M im Test beim Launchevent schon begeistern. Ich kann es kaum erwarten, die Uhren auch in freier Laufbahn auszuprobieren, bevor sie dann Ende Oktober in den Handel kommen.

Zum Ausklang der Saison habe ich aber nicht nur an meinem groben Laufkalender für 2019 gearbeitet, sondern auch schon ein bisschen über meine Laufstrategie philosophiert. Dabei hat sich für dieses Jahr vor allem gezeigt, daß mein Gewicht wieder ein Schwachpunkt war. Obwohl ich ein paar Kilos abgeworfen habe, bin ich einfach noch zu weit von meinem Marathon Idealgewicht entfernt, um neue Bestzeiten zu laufen. Das wird also eine der größten Herausforderungen für 2019.

Im Zuge des ersten Saisonrückblicks habe ich aber auch noch einmal über meine Anfänge als Läufer zurückgeblickt. Heute wirkt vieles normal, aber das waren die 8 Dinge, die mich am meisten überrascht haben, als ich mit dem Laufen angefangen habe. Das dürfte Euch wahrscheinlich auch bekannt vorkommen.

Den Oktober möchte ich jetzt erstmal etwas ruhiger angehen und dann entscheiden, ob ich mir noch ein paar Wettkämpfe vornehme oder vielleicht sogar noch den Frankfurt-Marathon laufe. Aber erstmal sollen die Beine etwas Ruhe bekommen….

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Hier findet Ihr übrigens auch die Beiträge zu den Monatsrückblicken vom Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli und August.

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Kommentare
2 Antworten zu “Von fremden Bergen und heimischem Asphalt. Das lief im September 2018.”
  1. Reiner sagt:

    Danke für die Fülle der Tipps und Anregungen, die man als Ausdauersportler auf Eurer Seite findet. Habe Euch zu meinen Favoriten hinzugefüft, um immer wieder reinschauen zu können.

  2. Daniel sagt:

    Danke, Reiner. Schön, daß Du bei uns fündig geworden bist.

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