LEKI Micro Trail Pro im Test. Erfahrungen mit den Trailrunning Stöcken für meine Ausrüstung

Wie Ihr ja wisst, zieht es mich seit dem letzten Jahr immer weiter und höher in die Berge und daher kam für mich in diesem Jahr auch der Punkt, meine Ausrüstung um vernüftige Trailrunning-Stöcke zu erweitern.

Warum Trailrunning-Stöcke?
Natürlich laufen richtige Trailhelden ohne Stöcke und drücken sich einfach mit den Armen auf den Oberschenkeln auch den steilsten Berg hinauf. Aber da es nicht um Coolness, sondern um Effizienz, Tempo und für mich Flachlandläufer manchmal nur ums Überleben geht, kommt man irgendwann zu Trailrunning-Stöcken.
Denn damit kann man sich gleich mehrfach helfen. Natürlich ist der klassische Einsatz am Berganstieg, wo man die Beine entlasten kann, weil man über die Stöcke auch einen Teil des Körpergewichts über die Oberkörpermuskulatur nach oben drückt. Besonders der Oberschenkel macht einfach weniger schnell dicht, wenn man ihn auf diese Weise etwas schont.
Man kann die Stöcke aber auch beim Bergablaufen einsetzen, um sich in Kurven ein wenig in die Spur zu drücken. Auch das entlastet den Oberschenkel und die Waden.
Besonders bei Mehrtagesrennen wie dem TransalpineRun sollte man sparsam mit seinen Resourcen umgehen und kommt eigentlich um gute Trailrunning-Stöcke nicht herum.

Technik mit Trailrunning-Stöcken
Die Technik wie man sich mit Trailrunning-Stöcken vorwärtsbewegt ist eigentlich recht simpel und Euch vieleicht schon vom Skilanglauf bekannt.

Man kann sich entweder asynchron bewegen, so wie die Arme natürlicher Weise beim Laufen pendeln. Also wenn das linke Bein vorn ist, ist der rechte Arm mit dem Stock vorn und drückt quasi als zweites Bein zusammen mit dem linken Bein nach vorn.

Die zweite Variante ist das parallele Einsetzen der Stöcke. Dabei läuft setzt man die Stöcke auf gleicher Höhe neben dem Körper zeitgleich auf und drückt sich mit beiden Armen gleichzeitig nach vorne. Während dieser Anschubbewegung läuft man dann immer ein paar Schritte.

LEKI Micro Trail Pro im Test. Erfahrungen mit den Trailrunning Stöcken vom TAR
Grundsätzlich gibt es bei Trailrunning-Stöcken nur kleine, aber feine Unterschiede, die den persönlichen Geschmack, aber auch den Geldbeutel betreffen.

Bei den LEKI Micro Trail Pro für die ich mich letztlich entschieden habe, handelt es sich um Faltstöcke. Dabei können die unteren beiden Teile des Stockes auseinandergezogen und komplett geklappt werden, so ähnlich wie man es auch von Zeltstangen kennt. Dieses System ist ziemlich robust und vor allem schnell auseinanderzubauen und wieder aufzubauen. Beim Zusammensetzen muss man lediglich am obersten Element ziehen und sofort setzt sich der komplette Trailrunning-Stock wieder komplett zusammen. Wenn man das ein paar mal geübt hat, geht das in Bruchteilen von Sekunden und auch während des Laufens ohne Anzuhalten.
Dieser Faltmechanismus erlaubt außerdem ein besonders kompaktes Verstauen der Stöcke im Köcher oder am Laufrucksack.

Nach der Falttechnik ist sicherlich das Gewicht ein großes Thema bei Trailrunning-Stöcken. Da beim LEKI Micro Trail Pro fast ausschließlich Carbon verwendet wurde, wiegen die Stöcke bei meiner Länge von 125cm gerade einmal 200 Gramm – also keine wirkliche Belastung, selbst bei harten Touren mit vielen Höhenmetern. Außerdem hat Carbon eine sehr angenehme Abstimmung zwischen Steifigkeit und Flexibilität und läuft sich daher auch sehr angenehm bei größeren Kräften und Vibrationen die auf die Stöcke einwirken.

Während man beim Material und der Stocktechnik uneingeschränkt zu Carbon-Faltsystemen raten kann, kommt es bei der Schlaufen- und Griffkonstruktion mehr auf den persönlichen Geschmack an. Ich hatte im Training auch den LEKI Micro Vario mit dem Skin Strap System ausprobiert, mich aber aber doch für den LEKI Micro Trail Pro mit Trigger Shark System entschieden.

Beim Skin Strap System handelt es sich um ein klassisches Textilschlaufensystem, daß allerdings in Sekundenschnelle in der Länge anpassbar ist. Man legt hier also klassisch die Hand durch die Schlaufe, greift um den Griff und wird über die Textilschlaufe am Handgelenk gestützt. Der Vorteil ist, daß sich die Kraft sehr gleichmäßig über die Schlaufe verteilt. Der Nachteil ist, daß das schnelle hineinschlupfen in die Schlaufe und ebenso das Ausfädeln etwas Übung erfordert.

Beim Trigger Shark System trägt man einen Handschuh, in den neben dem Daumen eine kleine Öse eingearbeitet ist, mit der man sich in über einen Haken in das Griffsystem des Trailrunning-Stocks einfädeln kann. Man trägt also dauerhaft den Handschuh und hängt sich dann im Bedarfsfall blitzschnell in den Stock ein oder löst über mit einem Knopfdruck wieder die Verbindung. Der Vorteil ist, daß das extrem schnell und zuverlässig funktioniert, auch wenn man nach einem langen Rennen schon ziemlich fertig ist. Als kleinen Nachteil empfinde ich, daß sich die Kräfte nicht so gleichmäßig verteilen, wie beim Schlaufensystem. Man merkt das ein großer Teil der Stabilität über die kleine Öse geleitet wird, an der der Handschuh am Griff befestigt ist. Natürlich fasst man ja auch mit der Hand fest um den Griff, aber es fühlt sich trotzdem unterschiedlich an. Für mich waren aber Komfort beim Anlegen und Ablegen der Stöcke und Geschwindigkeit letztlich ausschlaggebend für die Wahl des Trigger Shark Systems und damit die Entscheidung für den LEKI Micro Trail Pro.

Zu guter letzt muss bei Trailrunning-Stöcken natürlich auch der Grip passen. Die Fin Vario Spitze des LEKI Micro Trail Pro hat sich in meinem Test beim TransalpineRun durchaus bewährt und ich kann mich nicht erinnern, jemals irgendwo abgerutscht zu sein. Egal, wo man den Stock positioniert hat, gab er festen halt. Und von Stein, Geröll, Waldboden, Matschwiesen und Wanderwegen war wirklich alles mit dabei. Wer ganzjährig unterwegs ist, kann mit dem Fin Vario Wechselteller-System des LEKI Micro Trail Pro auch die Teller wechseln, sodass man im Winter nicht im Schnee einsinkt.

Fazit zum Test der LEKI Micro Trail Pro Trailrunning-Stöcke
Die LEKI Micro Trail Pro Trailrunning-Stöcke haben sich bei meinen Gebirgsabenteuern ausgezeichnet bewährt. Der Faltmechanismus funktioniert rasend schnell und zuverlässig, aber aufgrund des geringen Gewichts habe ich die Stöcke während der meisten Streckenabschnitte einfach ausgefaltet in der Hand gehalten, wenn sie nicht benötigt wurden. Besonders das Trigger Shark System hat den Wechsel zu den Stöcken und wieder zurück absolut vereinfacht. Auch wenn die LEKI Micro Trail Pro Stöcke mit 149,95 € nicht gerade ein Schnäppchen sind, sollte man bei den Stöcken nicht an der falschen Stelle sparen, da sie ähnlich wie die Laufschuhe essentiell dazu beitragen, daß man gut durch ein Rennen kommt – oder eben nicht. Zum Glück gibt es auch immer wieder mal ein paar Schnäppchen, die Ihr im Preisvergleich unten finden könnt.

GD Star Rating
loading...
Hinterlasse einen Kommentar

Close
Follow me!
Häng Dich an die Fersen vom Sports-Insider!
Instagram
Social PopUP by SumoMe
%d Bloggern gefällt das: