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Warum Zelten nicht gleich Zelten ist – und was Du dafür brauchst

Es gibt wohl kaum eine ältere und ursprünglichere Art der Übernachtung als das Zelt. Abgesehen vielleicht von einer Höhle. Kein Wunder also, dass sich das Camping in den vergangenen Jahren wieder steigender Beliebtheit erfreut. Mehr Nähe zur Natur findest du nirgendwo und zugleich bist du flexibel, was Ort und Zeit zum Schlafen angeht.
Doch das Zelten hat mittlerweile viele Gesichter vom Trekkingzelt bis zum Glamping und dementsprechend ist auch die Frage, was du zum Zelten brauchst, nicht so einfach zu beantworten. Ich möchte dir deshalb heute erklären, weshalb Zelten nicht gleich Zelten ist und welche zahlreichen Möglichkeiten dir offen stehen.

Die verschiedenen Zeltarten im Überblick
Wenn du mit dem Gedanken spielst, alleine, zu zweit oder mit der ganzen Familie zelten zu gehen, solltest du dich vorab mit der richtigen Ausrüstung beschäftigen.
Das Wichtigste ist dabei natürlich das Zelt selbst. Auf der Suche nach einem Zelt zum Trekking oder für ähnliche Unternehmungen wie eine Wander- oder Fahrradtour, den Campingurlaub mit der Familie, den Besuch eines Festivals & Co stehen dir dafür folgende Varianten zur Verfügung:

Zelt 1: (Wurf-) Zelt in Iglu- oder Kuppelform
Das klassische Iglu- oder Kuppelzelt wird besonders häufig und gerne für das Camping verwendet. Einerseits ist es nämlich einfach und schnell aufzubauen, andererseits bietet es eine besonders hohe Stabilität gegenüber Wind und anderen Witterungseinflüssen. Mittlerweile gibt es sogar spezielle Wurfzelte, welche, wie der Name bereits vermuten lässt, lediglich aus der Verpackung genommen und in die Luft geworfen werden müssen. Dadurch breitet sich das ringförmig zu einer Scheibe gerollte Gestänge aus und das Zelt muss nur noch befestigt werden. Ebenso schnell kann es mit etwas Übung wieder eingerollt und verpackt werden. Dennoch werden in beiden Varianten vergleichsweise viele Stangen verbaut, was sich nachteilig auf das Gewicht auswirkt. Musst du das Zelt also längere Zeit mit dir tragen, beispielsweise im Rucksack oder auf dem Fahrrad, bist du mit einer anderen Zeltart meist besser beraten.

Zelt 2: Längliches Tunnelzelt
Das Tunnelzelt gehört zu den leichtesten Zeltarten auf dem Markt und hat eine tunnelartige Form mit abgerundetem Dach. Das schlauchförmige Zelt wird deshalb gerne auch als Leichtzelt bezeichnet und wird durch parallel verlaufende Stangen stabilisiert. Gut im Boden verankerte Heringe sind allerdings unverzichtbar, ansonsten fliegt das leichte Zelt beim ersten Windstoß weg. Für Trekkingtouren gibt es dennoch kaum eine bessere Wahl, denn trotz des geringen Gewichtes ist es aufgrund der steilen Wände im Inneren des Zeltes vergleichsweise komfortabel.

Zelt 3: Geodätische Zeltkonstruktionen
Zugegeben, das Wort klingt komisch und ist schwierig auszusprechen. Auf gut Deutsch steckt dahinter aber nichts anderes, als ein halbkugelförmiges Zelt mit maximal drei Stangen. Hinsichtlich des Gewichtes ist es vergleichbar mit dem Kuppelzelt, gilt aber als noch stabiler. Es wird deshalb gerne bei extremen Witterungen wie Sturm oder Schnee eingesetzt und kann mit ausreichend Gewicht im Inneren sogar ohne Heringe stehen.


Zelt 4: Traditionelles Firstzelt
Eine der ältesten Zeltformen ist das Firstzelt, bei welchem die Zeltplane durch zwei senkrechte Zeltstangen in der Mitte gehalten wird und sich wie ein Dach dreiecksförmig in einem 45-Grad-Winkel zum Boden absenkt. Dadurch bietet das Firstzelt besonders viel Platz und ist perfekt für einen komfortablen Campingurlaub mit der ganzen Familie, bei welchem das Zelt nur einmalig aufgebaut werden muss. Das Firstzelt ist sozusagen die Vorgängerversion der großen Zelte, welche bevorzugt beim Glamping eingesetzt werden. Allerdings gibt es diese mittlerweile auch in anderen Formen wie beispielsweise als Tipi.

Zelt richtig vorbereiten
Ist die Entscheidung für ein Zelt gefallen, muss dieses aber noch für die erste Nutzung vorbereitet werden. Einerseits gilt es, dich mit dem Auf- und Abbau vertraut zu machen, damit das vor Ort so schnell wie möglich funktioniert. Zugleich kannst du das Zelt auf eventuelle Beschädigungen oder fehlende Einzelteile wie Heringe untersuchen.
Vor jedem Gebrauch solltest du dein Zelt imprägnieren, um es vor Regen, Nässe, Frost oder Schnee widerstandsfähiger zu machen. Hierbei solltest du das richtige Vorgehen beachten, damit es im Inneren trocken bleibt und du dessen Lebensdauer erhöhst

Packliste: Was braucht man zum Zelten?
Nun stellt sich noch die Frage, was du sonst zum Camping einpacken solltest? Das Zelt ist zwar das wichtigste, längst aber nicht das einzige Utensil, welches du benötigst. Folgende Packliste dient dir als Anhaltspunkt

  • Schlafgelegenheit wie Isomatte und Schlafsack, Feldbett oder aufblasbare Matratze. Je nachdem, ob du eher ein Fan vom Trekking oder Glamping bist.
  • Stirnlampe sowie eventuell eine Leuchte für das Zelt, damit du auch in der Nacht noch ein Buch lesen, Essen zubereiten, auf die Toilette gehen oder andere Dinge machen kannst, für welche du Licht benötigst.
  • Möchtest du dein Essen selbst zubereiten, brauchst du einen Gaskocher oder anderen Brennstoff, ein Feuerzeug, Töpfe oder Pfannen, Geschirr, Besteck sowie etwas Spülmittel. Zudem dürfen natürlich die Lebensmittel selbst und ausreichend Wasser nicht fehlen.
  • Um die Natur zu schonen, darfst du keinesfalls einen Müllbeutel vergessen.
  • Gibt es in der Nähe des Zeltes keine Toiletten, musst du Klopapier mitnehmen und suchst dir bestenfalls noch am Tag ein geeignetes „stilles Örtchen“, damit du nicht in der Nacht eine böse Überraschung erlebst.

Sinnvoll ist beim Zelten im Freien auch stets ein GPS-Gerät. Nicht vergessen darfst du Verbandsmaterialien für den Fall, dass du dir eine kleinere oder größere Verletzung zuziehst. Aber Vorsicht: Das Zelten ist in Deutschland nicht überall erlaubt, also informier dich vorab darüber, wo du zelten sowie eventuell ein Feuer entfachen darfst, ansonsten riskierst du eine hohe Geldstrafe.

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