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Wie sich das Laufen im Fußball verändert

Jede Sportart durchlebt verschiedene Evolutionsstufen. Von den Anfängen über die Professionalisierung bis hin zur heutigen hochwissenschaftlichen Leistungsdiagnostik entwickeln sich die verschiedensten Sportarten immer weiter und werden mit neuen Erkenntnissen stetig vorangetrieben. Wir schauen, wie das Laufen und der Fußball zusammenhängen und was sich in den Jahren verändert hat.

Das Spiel ist dynamischer geworden
Vergleicht man Aufnahmen von der WM 1974 und der WM 2014, fallen einem direkt eine Menge Unterschiede auf – von der Mode und den Frisuren mal ganz abgesehen. Am deutlichsten wird dies wohl bei der Dynamik des Spiels. Alles scheint etwas schneller geworden zu sein. Seit der spanischen Tiki-Taka-Revolution werden deutlich mehr Pässe gespielt und auch das Positionsspiel rückt in den Hintergrund. Stattdessen muss jeder Spieler in einem imaginären Dreieck immer anspielbar sein. Das erhöht einerseits die Anzahl der gespielten Pässe enorm, andererseits wird das Spiel automatisch schneller.
Gleiches gilt für den durch Jürgen Klopp kultivierten „Vollgas-Fußball“, der in seiner Dynamik ein bisschen an den „Football Total“ der Niederländer erinnert. Beim FCB, dem Gewinner der Meisterschaft und des DFB-Pokals, hat sich mittlerweile ein Hybrid aus diesen Stilen etabliert. Ständiges Anlaufen und anhaltendes Pressing sollen den Gegner im Spielaufbau unter Druck setzen.
Allerdings ist diese Art des Fußballs natürlich extrem anspruchsvoll. Andauerndes Verschieben von Abwehrreihen und das Zulaufen entstandener Löcher erfordert eine extrem hohe Laufbereitschaft. Deutlich wird dies in erster Linie bei den defensiven Mittelfeldspielern, den sogenannten Sechsern. Deren Aufgabe ist es eben jene Löcher zuzulaufen und dafür zu sorgen, dass keine allzu großen Abstände zwischen den verschiedenen Reihen entstehen. Für das richtige Stellungsspiel sind natürlich immer wieder kleine Sprints vonnöten. Auf dieser Position werden eher weniger spektakuläre Zweikämpfe geführt, als dass der Sechser mit seinen ständigen Bewegungen immer wieder Lücken zulaufen muss.

Ein anderes Laufen – Intervall vs. Dauerlauf
So kann es vorkommen, dass ein Mittelfeldspieler nach einem laufintensiven Spiel auch gerne Mal 13 Kilometer abgerissen hat. Ein Leichtathlet wird über diese Distanzen in 90 Minuten lachen, aber immerhin hat der Fußballer ja auch noch andere Dinge zu tun, als lediglich zu laufen. Zudem unterscheidet sich das Laufen im Fußball stark von der Leichtathletik. Klar jeder Fußballer braucht eine gewisse Ausdauer, die bekommt man durch Dauer- oder Waldläufe. Meistens finden diese vor der Saison während der Vorbereitung statt.
Im Spiel hingegen besteht das Laufen nahezu ausschließlich aus Tempoläufen und Sprints, bei denen abrupte Richtungswechsel und Wendeaktionen an der Tagesordnung stehen. Um diese Art des Laufens zu trainieren eignet sich das sogenannte Intervalltraining am besten.

Während des Laufens steigerst du für kurze Intervalle das Tempo und lässt dann wieder locker. Versuche immer wieder mindestens 75 Prozent deiner maximalen Laufgeschwindigkeit zu erreichen und lasse dann wieder Tempo raus. Das Intervalltraining wird in sogenannten Serien ausgeführt. Anfangen solltest du mit sechs Wiederholungen. Achte zu Beginn auch darauf, dass du dich nicht übernimmst und das Training nicht länger als 30 bis 40 Minuten dauert. Später können diese Intervalle immer weiter gesteigert werden.

Generell gilt: wer mehr läuft, hat größere Chancen, das Spiel zu gewinnen. Bei der WM 2014 war Weltmeister Deutschland das laufintensivste Team – mit über 846 km im gesamten Turnier. Der Schlüssel zum Erfolg war auch hier die richtige Mischung aus Ausdauer und Sprints.


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