Während auf den Berliner Laufwegen Ende Februar oft noch Streusplitt liegt, fällt auf Malta um 6:45 Uhr der Startschuss. Am Sonntag, dem 28. Februar 2027, beginnt der Malta Marathon vor den Bastionen von Mdina, der alten Hauptstadt der Insel. Das Ziel liegt an der Promenade von Sliema, direkt am Wasser. Auf den 42 Kilometern dazwischen geht es fast nur bergab, zumindest auf dem Papier. Diese Aussicht lockt viele auf Bestzeitjagd. Wer sie ernst nimmt, sollte vorher wissen, was ein langes Gefälle mit den Oberschenkeln anstellt.
Von Mdina ans Meer in 42 Kilometern
Den Malta Marathon gibt es seit 1986. Laut der Streckenbeschreibung des Veranstalters verlieren Marathon und Halbmarathon zwischen Start und Ziel rund 190 Höhenmeter, das Ziel liegt auf Meeresniveau. Gleichmäßig verteilt ist das Gefälle allerdings nicht. Vom Start geht es durch Rabat und über den Mtarfa-Bypass hinunter nach Ta‘ Qali, wo nach fünf Kilometern die erste Schleife beginnt. Danach führt der Kurs über Attard und Mosta zurück nach Ta‘ Qali und erst ab Kilometer 25 wieder Richtung Küste. Die letzten fünf Kilometer verlaufen an den Uferpromenaden von Pietà, Msida, Ta‘ Xbiex und Gżira bis ins Ziel in Sliema.
Der Veranstalter rechnet 2027 mit derselben Streckenführung wie im Vorjahr, endgültig bestätigt wird sie erst kurz vor dem Rennen. Für die Wahl der Unterkunft ist das Ziel ohnehin der wichtigste Punkt auf der Karte.
Sliema als Basis für das Rennwochenende
In Sliema laufen am Rennwochenende die wichtigsten Wege zusammen. Teilnehmer aus dem Ausland holen ihre Startunterlagen in einem Hotel rund 100 Meter hinter der Ziellinie ab. Am Renntag fahren vom Zielbereich aus Shuttlebusse zum Start nach Mdina. Das Ticket kostet fünf Euro und lässt sich schon bei der Anmeldung buchen. Den Kleiderbeutel bringt der Veranstalter vom Start ins Ziel. Wer in Sliema wohnt, geht nach dem Rennen also einfach zu Fuß ins Quartier.
Die müden Beine freuen sich danach über einen langsamen Spaziergang an der Küste Richtung St. Julian’s. Zwischen Cafés und Hotels stehen dort auffällig viele moderne Bürogebäude. Sie gehören zu einer Seite Maltas, die Urlauber selten wahrnehmen. Neben dem Tourismus lebt die Insel stark von digitalen Dienstleistungen. Finanzfirmen und Softwareentwickler gehören dazu, ebenso Anbieter von Online-Spielen und Sportwetten. Für diese Branche ist Malta seit Jahren einer der wichtigsten Standorte in Europa.
Die Aufsicht führt die Malta Gaming Authority, und sie greift durchaus durch. Laut ihrem Jahresbericht für 2025 verschickte die Behörde in jenem Jahr 35 Unterlassungsaufforderungen und verhängte 30 Verwaltungsstrafen über zusammen 162.520 Euro. Zwei Lizenzen entzog sie ganz.
Die Behörde schaut also genau hin, wer von Malta aus Glücksspiel anbietet. Trotzdem kann sich die Regulierung von Online Anbietern mit MGA-Lizenz deutlich unterscheiden, auch wenn nach außen dasselbe Siegel zu sehen ist. Manche Betreiber halten zusätzliche Lizenzen in anderen Ländern, andere bedienen von Malta aus Märkte ohne eigene Genehmigung. Für Spieler aus dem deutschsprachigen Raum ist das kein Detail. Deutschland verlangt eine Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag, Österreich eine Konzession nach dem Glücksspielgesetz, die online derzeit nur win2day besitzt. Ein maltesischer Stempel ersetzt keine der beiden.
Am Renntag zählt ohnehin eine andere Frage. Wie viel Tempo vertragen deine Beine auf dem Weg nach unten?
Das Gefälle bezahlen die Oberschenkel
Bergab zu laufen fühlt sich leicht an, weil der Puls niedrig bleibt. Die Muskeln sehen das anders. Bei jedem Schritt bremst der vordere Oberschenkel den Körper ab, während er sich unter Last verlängert. Diese exzentrische Arbeit erzeugt feine Schäden in den Muskelfasern, die sich erst als Brennen und später als Kraftverlust bemerkbar machen. Wer den Boston-Marathon gelaufen ist, kennt das Muster. Dort beginnt das Rennen mit langen Abfahrten, und die Rechnung kommt ab Kilometer 26 an den Newton Hills.
In Malta liegt die Tücke am Schluss. Wenn die flachen Kilometer am Wasser beginnen, haben die Beine bereits 37 Kilometer mit Gefälle und Schleifen hinter sich. Ausgerechnet dort, wo die Strecke schnell sein könnte, fehlt vielen dann die Kraft. Plane die ersten zehn Kilometer deshalb fünf bis zehn Sekunden pro Kilometer langsamer als dein Zieltempo. Halte die Schritte kurz und die Frequenz hoch. Setze den Fuß unter dem Körperschwerpunkt auf, nicht weit vorn mit der Ferse.
Wie gut das am Renntag klappt, entscheidet sich allerdings schon Wochen vorher im Training.
Bergab trainieren, wo es kaum Berge gibt
In Berlin fehlen lange Abfahrten, ein paar brauchbare Hänge gibt es trotzdem. Der Teufelsberg im Grunewald oder die Müggelberge in Köpenick reichen für kurze Wiederholungen. Laufe dort nach dem Einlaufen sechs bis acht Abfahrten von 200 bis 400 Metern im Renntempo und gehe locker wieder hoch. Im Winter hilft ein Laufband mit Gefälle-Funktion, allerdings bieten das nur wenige Geräte. Starte spätestens acht Wochen vor dem Rennen mit einer solchen Einheit pro Woche. Kniebeugen und Ausfallschritte mit langsamer Absenkphase bereiten die Oberschenkel zusätzlich vor. Den Rest erledigt eine gute Planung rund um die Reise.
Was du vor der Anreise planen solltest
Die Anmeldung schließt laut Veranstalter am 15. Januar 2027, bei vollem Starterfeld auch früher. Ende Februar liegen die Temperaturen auf Malta meist zwischen 10 und 16 Grad, am Wasser weht oft ein frischer Wind. Buche die Unterkunft in Sliema früh und plane zwei ruhige Tage vor dem Start ein. Wie das Training auf Reisen in der letzten Woche nicht aus dem Takt gerät, steht in einem eigenen Beitrag.
Fazit
Der Malta Marathon verspricht eine schnelle Zeit, und die Strecke hält dieses Versprechen oft. Sie belohnt aber vor allem Geduld. Wer die ersten Abfahrten ruhig angeht und die Oberschenkel im Winter vorbereitet, hat auf den letzten Kilometern am Wasser noch Kraft. Dann wird aus dem Gefälle tatsächlich eine Bestzeit.
