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Wearables im Vergleich 2026: Welche Smartwatches liefern wirklich präzise Trainingsdaten?

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Wearables sind Teil immer umfassenderer Ökosysteme geworden: Trainingsdaten werden nicht mehr nur lokal auf dem Gerät gespeichert, sondern in Cloud-Speicher abgelegt, über Schnittstellen zu Analyse-Tools hochgeladen und zum Teil mit Drittanbietersoftware synchronisiert. Die internationale Sportplattform Strava gab bekannt, 2023 weltweit mehr als 100 Millionen registrierte Nutzerinnen und Nutzer überschritten zu haben.

Parallel dazu wächst in Österreich aber auch der Markt für digitale Zusatzangebote im Sport- und Freizeitbereich: Anbieter und Nutzer setzen auf Gamification-Elemente, Challenges und virtuelle Wettkämpfe genauso selbstverständlich wie beim Training. In anderen stark regulierten Online-Bereichen lässt sich nachvollziehen, wie sehr Vertrauen von klaren rechtlichen Rahmenbedingungen abhängt. Das gilt etwa für vertrauenswürdige Spiele und Anbieter im iGaming-Bereich, die nach österreichischem Recht oder unter EU-Lizenz operieren. Diese Plattformen sind die einzigen in dieser Branche, die auf Grundlage klar definierter Konzessionen tätig sein dürfen und dabei verbindliche Vorgaben zu Spielerschutz, Transparenz und finanzieller Kontrolle erfüllen müssen.

Ein ähnlicher Mechanismus greift in Sachen Sportdaten und Datenschutz: Seit die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Mai 2018 in Kraft getreten ist, gelten für Gesundheits- und Leistungsdaten verschärfte Schutzvorschriften. Herzfrequenzprofile, Schlafanalysen oder Bewegungsdaten sind personenbezogene Daten, sobald sie einem Nutzer unmittelbar oder mittelbar, also auch über eine Personenkennziffer, zugeordnet werden können.

Herzfrequenzmessung unter Belastung bleibt der Prüfstein

Optische Sensoren am Handgelenk haben sich in den vergangenen Jahren rasant verbessert: Apple verweist in den technischen Dokumentationen seiner Apple Watch Series 9 auf eine verbesserte Photoplethysmographie mit höherer Sampling-Rate. Garmin verbaut bei Forerunner- und Fenix-Modellen der jüngsten Generation den sogenannten Elevate-Sensor der vierten Generation.

Ganz so schnell sind die Geräte aber doch nicht. Die Uhren messen in vielen Belastungsphasen signifikant abweichend von der Herzfrequenzmessung mit einem medizinischen Brustgurt. Bei einem schnellen Wechsel von Belastung und Erholung liegen die Unterschiede auch mal im zweistelligen Prozentbereich. Bei konstanter Belastung hingegen passen die Werte von Uhr und Brustgurt nahezu überein.

Für den Trainingsalltag bedeuten die Ergebnisse: Im Grundlagenbereich liefern moderne Wearables ziemlich zuverlässige Werte. In Intervall- oder Sprintphasen hinken die optischen Sensoren aber immer noch ein Stück weit hinterher. Viele ambitionierte Läufer und Radfahrer kombinieren deshalb Uhr und Brustgurt.

Auch Hersteller tragen diesem Umstand mit neuen Hybrid-Lösungen Rechnung. Polar etwa bewirbt die Kombination aus optischer Messung und externen Sensoren als flexibles System, bei dem sich je nach Trainingsziel immer wieder etwas anderes in den Vordergrund rücken lassen kann. Die Technik steht also bereit, funktioniert in der Praxis aber noch nicht einwandfrei.

HRV und Regenerationsscores zwischen Marketing und Wissenschaft

Kaum ein Wert wird derzeit so intensiv vermarktet wie die Herzratenvariabilität, kurz HRV. Sie gilt als Indikator für das autonome Nervensystem und damit für den Zustand zwischen Entspannung und Stress.

Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention weist in einer Stellungnahme von 2021 darauf hin, dass HRV-Werte sehr individuell sind und vor allem im Zeitverlauf verstanden werden müssen. Einzelwerte sind ohnehin nur bedingt aussagekräftig.

Garmin, Whoop und Apple bauen HRV-basierten Regenerationsscores in ihre Apps ein. Dabei entwickelt sich ein komplexer Kennwert aus verschiedensten Fitness- und Gesundheitsfaktoren. Wie dieser Score genau berechnet wird, ist nicht offengelegt.

Ein konkretes Beispiel aus dem Markt liefert der Anbieter Whoop. 2021 erhielt das US-Unternehmen 200 Mio. USD an Investitionen durch den SoftBank Vision Fund 2. Geschäftsmodell ist ein Abo, bei dem HRV- und Belastungswerte ins Zentrum gestellt werden.

Der Trend hin zu datenbasierter Regeneration ist also definitiv kein Nischenphänomen. Gleichzeitig dauert die wissenschaftliche Debatte darüber, wie viel Wahrheit in der HRV zu finden ist, bislang an. HRV-Kennwerte können Trends abbilden, aber sie sind kein Ersatz für eine medizinische Diagnostik.

Akkulaufzeit und Wettkampftauglichkeit

Triathleten, Ultraläufer oder Bergsportler stellen andere Anforderungen an ein Wearable als Fitnessstudio-Nutzer. Apple gibt für die Apple Watch Ultra 2 eine Trainingslaufzeit von bis zu 12 Stunden im Standardmodus an, laut technischen Spezifikationen aus dem Jahr 2023. Garmin bewirbt für die Enduro 2 eine Laufzeit von bis zu 110 Stunden im GPS-Modus bei optimalen Bedingungen.

Die Unterschiede spiegeln strategische Positionierungen wider. Apple integriert Smartwatch-Funktionen und ein geschlossenes Ökosystem, Garmin fokussiert auf Outdoor-Performance. Beides sind valide Ansätze, bedienen jedoch unterschiedliche Zielgruppen.

Im Wettkampfbetrieb zählt nicht nur die maximale Laufzeit, sondern auch die Stabilität der Aufzeichnung. Datenabbrüche oder eingefrorene Displays sind in Foren dokumentiert, wenn auch selten. Hersteller veröffentlichen regelmäßig Firmware-Updates, um solche Probleme zu beheben.

Zuverlässigkeit entsteht nicht allein durch Hardware, sondern durch kontinuierliche Softwarepflege.

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Digitale Trainingsökosysteme und ihre Schnittstellen

Wearables sind heute Teil vernetzter Plattformen. Strava, TrainingPeaks oder Apple Fitness+ fungieren als Auswertungs- und Community-Hubs. Strava überschritt bereits im Jahr 2023 die Marke von 120 Millionen registrierten Nutzern weltweit.

Die Integration externer Dienste schafft Mehrwert, wirft jedoch Fragen nach Datensicherheit und Transparenz auf. Die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union definiert seit 2018 klare Vorgaben für die Verarbeitung personenbezogener Daten. Sportdaten zählen dazu.

Technologieunternehmen reagieren mit Zertifizierungen und verschlüsselten Übertragungsstandards. Gleichzeitig wächst der Markt für digitale Zusatzangebote, die Trainingsmotivation mit Gamification-Elementen verbinden. Der Übergang zwischen Fitness, Entertainment und anderen digitalen Branchen verläuft zunehmend fließend.

Entscheidend bleibt, ob Systeme offen dokumentieren, wie Daten erhoben und verarbeitet werden.

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