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Palma Marathon. Meine Erlebnisse, Ergebnisse und Erfahrungen von der Strecke aus Palma de Mallorca

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Es gibt diese Läufe, auf die man sich schon über die ganze Laufsaison hinweg freuen kann. Bei mir sind das seit einigen Jahren die Saisonabschlussrennen. Wenn der Herbst bei uns so langsam einsetzt, versuche ich dort noch einmal Sonne zu tanken und die Laufform, die man sich über die Saison aufgebaut hat in noch eine Medaille für meine Sammlung umzuwandeln. Nach dem Athen-Marathon 2022 sollte der Jahresabschluss in diesem Jahr also Marathon Nummer 45 auf Mallorca werden.

Anmeldung, Distanzen und Startnummern für den Palma Marathon

Der Palma Marathon fällt durch ein überraschend internationales Teilnehmerfeld auf. Teilnehmer aus 72 Ländern hatten sich in diesem Jahr die knapp 10.000 Startplätze für den Palma Marathon geschnappt und sich auf die drei großen Distanzen über 10km, den Halbmarathon und die Marathonstrecke aufgeteilt. Am beliebtesten ist der Palma Halbmarathon mit rund 5.000 Startern, gefolgt vom neuen 10km-Lauf mit knapp 3.000 Läufern. Der eigentliche Palma Marathon über die volle Distanz wird von weniger als 2.000 Startern gelaufen.

Der Startplatz für den Marathon kostet 95€, für den Halbmarathon werden 85€ fällig und über die 10km geht es für 50€. Wer sich länger Zeit lässt mit der Anmeldung muss mit höheren Kosten rechnen. Für den Marathon steigen die Preise dann je nach Anmeldezeitpunkt auf 110€ an. Aber zögern sollte man beim Palma-Marathon ohnehin nicht. Denn der Lauf erfreut sich großer Beliebtheit und war in diesem Jahr schon im April komplett ausgebucht – also gut 6 Monate vor dem Start. Die Anmeldung für den nächsten Lauf öffnet immer kurz nach dem Rennen – man kann sich also auch schon jetzt für das kommende Jahr hier anmelden.

Wer mag, kann sich auch für den Breakfast Run anmelden, also einen kleinen 5k Shakeout Run. Dieser findet jeweils drei Mal am Freitag und Samstag statt und bietet mit Startzeiten von 9:30, 10:00 Uhr und 10:30 Uhr auch für Langschläfer eine Option. Jeder Lauf ist aber auf 150 Teilnehmer begrenzt und für den Startbetrag von 5€ gibt es dann sogar ein Stück Kuchen und ein kleines Geschenk dazu.

Die Palma Marathon Strecken und die verflixten Höhenmeter

Routentechnisch steckt der Palma Marathon ein wenig in der Zwickmühle. Denn einerseits gibt es in Palma eine wunderbar gerade, absolut flache Strandpromenade, auf der man unglaubliche Bestzeiten laufen könnte. Andererseits wäre ein Laufevent in Palma wohl auch irgendwie komisch, wenn man nur am Ufer laufen würde. Jedenfalls gibt es viele Läufer, die sich auch auf den touristischen Aspekt des Laufes freuen, wenn man im Zickzack und an der Kathedrale entlang seine Route durch die historische Altstadt von Palma nimmt. Zudem muss der Veranstalter die drei Distanzen mit deutlich gemischtem Starterfeld unter einen Hut bringen. Also hat man sich entschieden beide Elemente zu verknüpfen und führt die Läufer nun an Strand und Hafen entlang und durch die Innenstadt.

Für die Marathonläufer und Halbmarathonläufer geht es nun zunächst an der Strandpromenade entlang in Richtung Westen, wo man dann nach etwa drei Kilometern dreht und wieder an der Promade entlang bis zu Kilometer zehn in Richtung Osten läuft, wieder dreht und dann knapp Kilometer 12 in die Altstadt einbiegt, wo sich dann auch die Höhenmeter verstecken. Und auf dieser Route, die weitgehend der des 10km-Laufs entspricht, gibt es dann immerhin knapp 80 Höhenmeter zu überwinden. Und wer den Marathon läuft, beginnt nach dem Halbmarathon einfach noch einmal von vorn und läuft die Marathonstrecke erneut. Und wie sich das alles so läuft, erzähle ich Euch später noch.

Marathonmesse und die Abholung der Startunterlagen auf der Palma Marathon Expo

Richtiges Urlaubsfeeling und einen ersten Vorgeschmack auf die „Palma Vibes“ bekommt man schon beim Abholen der Startunterlagen. Denn die Marathonmesse befindet sich auf einem Outdoorgelände, direkt unterhalb der Kathedrale von Palma und damit in einem wirklich schönen Ambiente. Zunächst kann man an kleinen Zelten seine Startnummer abholen – bitte unbedingt an den Ausweis oder Pass denken! Danach kommt man dann an der Ausgabe des Teilnehmer-Shirts vorbei, daß im Startpreis enthalten ist. Ich konnte sogar ein Singlet ergattern, was ich bei warmen Temperaturen einfach besser gebrauchen kann. Damit verlässt man dann den für die Starter optimierten Bereich der Expo und kommt auf ein offeres Areal, auf dem lange Reihen aus Biertischen und Bänken für die Pasta-Party bereitstehen und wo sich auch der Merchandise-Shop befindet. Dort findet man eine ziemlich große Auswahl an Textilien, von Singlet, Shirt und Hoodie bis zur Laufweste oder Laufjacke – also fast alles, was man so gebrauchen kann – und vor allem zu fairen Preisen. Wer die Preise von den großen Marathons in Berlin, New York oder London kennt, denkt beim Preis von 25€ für eine Laufweste schon fast an einen Preisfehler. Jedenfalls werdet ihr mich bei meinen Herbstläufen in der Heimat nun auch ab und zu in einer Laufweste vom Palma Marathon sehen.

Dann geht es weiter durch eine lange Allee von Ausstellerzelten, wo man dann auch allerlei Läuferdinge von anderen Marken findet und sich von der Sonnenbrille bis zum Veranstalter anderer Laufevents noch mit weiteren Accessoires oder Informationen eindecken kann. Ich habe zum Beispiel spontan eine Schildkröte adoptiert am Stand der TUI Care Foundation adoptiert. Es gibt also wirklich alles dort.

Hotel für den Palma Marathon. Meine Erfahrungen als Zafiro Club Gast im Zafiro Palace Palmanova

Für mich stand für diese Laufreise der Erholungsfaktor an erster Stelle. Mit dem Copenhagen Halbmarathon vier Wochen zuvor und dem Berlin-Marathon nur drei Wochen vor dem Palma Marathon war ich ausreichend trainiert und als fleissiger Urlauber, war ich schon etliche Male auf Mallorca gewesen und hatte die üblichen Sightseeing-Must-Haves schon mehrfach abgearbeitet. Also wollte ich vor allem Ruhe, Comfort und auf jeden Fall abseits des großen Trubels sein und bin so auf das Zafiro Palace Palmanova gestoßen. Eigentlich war ich lange Jahre ein großer Skeptiker von größeren Hotelanlagen und All-Inclusive angeboten, aber das Gesamtpaket im Zafiro Palace Palmanova machte einfach Sinn und ich bin so froh, daß ich mein Schubladendenken hinter mir gelassen habe. Denn ich hatte wirklich eine großartige Zeit in Palmanova.

Das Hotel liegt im bezaubernden Westen von Palma und bietet ein gehobenes Ambiente und gehobenen Service zum fairen Preis – insbesondere in der Nachsaison, während des Palma Marathons. Im Zafiro Palace Palmanova kommen, wenn man mag, gleich zwei Elemente zusammen. Mit dem „All Inclusive Redefined“ Service bekommt man einen exklusiven Shuttle-Service zum Flughafen, bevorzugte Reservierungen in den Hotels, Ermäßigungen auf die Spa-Anwendungen und auch diverse Annehmlichkeiten beim Zimmerservice. Noch besser ist aber, wenn man Gast im Zafiro Club ist, so wie ich es erleben durfte. Denn dann schaltet man wirklich alle Annehmlichkeiten in diesem 5-Sterne Hotel frei – und zwar ohne sein Reisebudget komplett zu ruinieren. Ich würde diese Experience ein wenig mit der Business Class beim Fliegen vergleichen.

Gleich bei der Ankunft gibt es einen separaten Bereich für Zafiro Club Gäste, wo man von seinem persönlichen Concierge mit einem Begrüßungsdrink eingecheckt wird. Den Concierge erreicht man auch die gesamte Zeit per WhatsApp und kann per Chat alles mögliche erledigen lassen. Neue Handtücher, Frühstück auf dem Zimmer, Restaurantreservierungen, Wellness- oder Massagetermine, Yoga, Sport – einfach alles. So müssen sich Millionäre fühlen. Ich habe aber ein paar der Termine gleich beim Check-In organisert, damit sie in meinen Marathonplan passen. So bekommt man als Zafiro Club Gast beispielsweise pro Gast eine 25-Minuten-Massage gratis – und natürlich habe ich die gleich auf meinen Relax-Tag vor dem Marathon gelegt, um die Beine noch einmal freizumachen vor dem großen Lauf. Und auch das Abendessen im italienischen Restaurant im Hotel habe ich mir gleich für den Abend vor dem Marathon gebucht. Carboloading – ihr wisst Bescheid.

Der nächste Wow-Moment war dann das Zimmer. Klar, wir wussten schon durch die Buchung was uns erwartet. Aber wenn man dann aus dem herbstlichen Berlin bei 26 Grad in die Junior Penthouse Suite kommt, dann weiss man, daß man eine richtige Entscheidung getroffen hat. Gleich nach dem Eingangsbereich mit großer Regenschauerdusche, Doppelwaschbecken und Badewanne kommt man in den Wohn-Schlafbereich mit einem gemütlichen Doppelbett und Sofa. Aber natürlich wird man gleich vom Blick auf die Palmen und den blauen Himmel hinaus auf den Balkon gezogen, von wo man einen schönen Blick über die gesamte Anlage hat. Das Beste kommt aber erst noch, wenn man die kleine Treppe hinauf auf die nächste Etage der Duplex-Suite steigt. Denn über dem Wohnzimmer befindet sich eine weitere, riesige Privatterrasse mit zwei Daybeds, Dusche und einem eigenen Whirlpool. Es gibt also wenig Gründe, daß Zimmer oder die Anlage zu verlassen.

Denn auch kulinarisch ist man bestens im Zafiro Palace Palmanova versorgt. Beim gigantischen Frühstücksbuffet gibt es alles, was man sich vorstellen kann – von leicht und gesund bis deftig und herzhaft. Bei mir war es dann meistens eine Mischung aus Omelette oder Spiegeleiern mit Speck, etwas Porridge mit Joghurt und dazu frische Früchte und ein Karottensaft. Das beste am Frühstück ist aber, daß man im T-Shirt im Freien auf der Terrasse sitzen kann – und das Mitte Oktober.

Auch die Abendbuffets kann ich sehr empfehlen und gerade im Wechsel zum A la Carte Dinner in einem der Restaurants, ist das eine sehr angenehme Option. Auch hier gibt es eine gigantische Auswahl an Fisch, Fleisch und vegetarischen Optionen, immer mit ein paar Konstanten und ein paar wechselnden Elementen. So gab es an einem Abend beispielsweise Sushi, Sashimi, Algensalat und viele andere asiatische Gerichte – trotzdem aber Steak, Burger, Pommes Frites und Salate. Und immer wieder auch traditionelle, mallorquinische Gerichte und Desserts. Tagsüber kann man dank „All Inclusive Redefined“ auch an den Snack-Bars fündig werden. Auch hier gibt es vom deftigen Teller mit Pommes Frites und Hühnchen bis zur leichten Thunfisch-Bowl oder einem Melonen-Feta Salat und frischen Früchten wieder für jeden Etwas.

Auch wenn das Abendessen am Buffet am vielfältigsten und unkompliziertesten war, haben mir die privaten Dinner in den Restaurants am besten gefallen. Ein mediterranes Restaurant, ein Italiener und ein japanisches Restaurant stehen zur Auswahl und die letzteren habe ich auch ausprobiert. Auch hier beginnt es mit dem Ambiente, wenn man im ersten Stock auf der Terrasse sitzt und im lauen Abendwind dem Sonnenuntergang zusieht. So schafft man auch eine Schnellentspannung in nur vier Tagen – und noch einen Marathon dazu. Gerade beim Japaner „Tastes & Sushi Bar“ war ich etwas skeptisch, denn nach unserer mehrwöchigen Rundreise durch Japan im Juli waren die Sinne natürlich noch auf den japanischen Originalgeschmack geeicht. Aber abgesehen von der innovativen Tellergestaltung mit Karrotenschnipseln, war das wirklich fast wie in Japan und damit ein Kompliment an die Köche vom Zafiro Hotel. Die Speisekarte in der „Tastes & Sushi Bar“ ist übrigens ein großer Cross-Over der asiatischen Küche. Wer also keinen Fisch mag, findet auch Interpretationen aus der Thai-Küche oder der chinesischen Küche auf der Karte.

Und auch der Italiener „El Olivo“ ist sehr zu empfehlen. Die Aubergine von der Vorspeisenkarte sieht aus wie ein Kunstwerk und die Carbonara ist ein Traum – der Pancetta war wahrscheinlich der beste, den ich jemals gegessen habe.

Zusammen mit den Wellness-Angeboten, gab es also wenig Gründe, um überhaupt das Hotel zu verlassen. Natürlich gibt es in Palmanova auch jede Menge Aktivitäten, von der Bootstour zum Schnorcheln oder zur Delfinbeobachtung bis zur Wanderung durch das Naturschutzgebiet. Ein wenig an der Strandpromenade zu bummeln und auch einmal ein bisschen im Meer zu Schwimmen und die gleich beim Hotel gelegenen Buchten zu erkunden, hat mir persönlich aber ausgereicht. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, daß man im Zafiro Palace Palmanova aber auch einen längeren Urlaub sehr entspannt und abwechslungsreich verbringen kann.

Palma Marathon. Meine Erlebnisse, Ergebnisse und Erfahrungen von der Strecke aus Palma de Mallorca

Und nach ein paar super entspannten Tagen im Hotel war es dann soweit. Sonntag Morgen, kurz vor sechs Uhr und der Wecker erinnerte mich daran, daß ich ja nicht nur zum Erholen, sondern auch zum Marathonlaufen auf die Insel gekommen war. Schnell ein paar Klamotten überwerfen und hinunter zum Frühstück. Das Hotel hat netter Weise das Frühstück an diesem Morgen extrafrüh geöffnet und so sitzen nun dort die mehr oder weniger wachen Läufer und bereiten sich beim letzten Mahl vor dem Start auf die große Hafenrundfahrt durch Palma vor. Ich halte es klassisch und bleibe beim Bewährten: Ein wenig Porridge mit etwas Trockenfrüchten, Honig und Banane dazu – das reicht.

Zurück im Zimmer beginnt dann auch der doppelte Espresso zu wirken und mein Bewusstsein schaltet vom Autopilot in den ersten Schub von Vorfreude. An der Rezeption bestelle ich mir ein Taxi und während ich auf meine Abholung wartete, sprach ich kurzerhand ein sportlich aussehendes Päärchen an, daß mir auch auf dem Weg zur Startlinie zu sein schien. Dankenswerter Weise adoptierten mich die Beiden für die Fahrt und wie sich herausstellte, arbeiteten die beiden für das Organisationsteam vom Palma Marathon und so konnte ich während der Fahrt noch ein paar Tipps zur Strecke für meine Renneinteilung erhaschen und auch noch ein bischen über das Laufen plaudern. Wenn man auf andere „Viellläufer“ trifft, hat man danach ja auch immer gleich ein paar neue Laufevents auf der „Muss-ich-auch-mal-machen-Liste“.

Also landete ich plangemäß kurz nach sieben Uhr morgens vor der festlich angeleuchteten Cathedrale von Palma und spulte meine Rennvorbereitung ab. Angenehm fällt mir sofort das gut dosierte Kontingent an Dixies auf. Natürlich muss man sich anstellen, aber eben keine Ewigkeiten. Nach knapp zehn Minuten ist alles erledigt und während die Sonne längsam aufgeht sitze ich auf einer Bank an der Strandpromenade und verteile meine Gels in den Taschen und mache meinen Starterbeutel bereit zum abgeben.

Noch einmal die Schuhe festziehen und dann mache ich mich auf zum großen Zelt der Gepäckabgabe. Hier kann man sich einfach in eine der Warteschlangen einreihen und bekommt dann ein Armband mit einer Seriennummer, mit dem man dann nach dem Rennen sein Gepäck zurückbekommt. Ein bisschen wie eine Garderobenmarke – nur als festes, unverlierbares Papierband am Handgelenk. Ich habe ein bisschen gebummelt, als ich auf meiner Bank saß und werde nun doch langsam nervös beim Blick auf die Uhr. Noch zehn Minuten bis zum Start und ich stehe noch immer in der Schlange für die Gepäckaufgabe. Also ein nutze ich die Zeit in der Warteschlange für ein bisschen Dehnung und Erwärmung und dann bin ich auch schon dran.

Zum Glück sind die Wege ziemlich kurz im Startbereich und während die 10km-Läufer auf die Strecke gehen, sortiere ich mich in den Startblock ein und sauge noch einmal diese Energie vor dem Start auf. Noch 90 Sekunden und dann kommt der Countdown und ab gehts!

Auf der breiten, schnurgeraden Straße am Meer zieht sich das Feld schnell auseinander und nach ein paar Minuten des Durchsortierens haben sich die Grüppchen mit ähnlicher Pace gefunden und man kann ganz entspannt in den Marathon starten. Das die Halbmarathonläufer und Marathonläufer zusammen starten, macht kaum einen Unterschied – lediglich bei den Pacemakern muss man darauf achten, daß man sich an die richtige Flagge heftet. Für die Marathondistanz gibt es Pacemaker für 3:30h, 3:45h und 4h und für den Halbmarathon für die Zielzeiten von 1:30h,1:45h und 2:00h.

Wichtiger ist jetzt am Anfang die Selbstkontrolle. Das Energielevel und auch das Adrenalin ist hoch, die Beine sind frisch und man hat einfach Lust, so richtig loszupreschen. Aber schon jetzt um kurz nach 8:00 Uhr merkt man schon die hohe Luftfeuchtigkeit und obwohl es noch angenehme 18 Grad sind, kann ich mir ausrechnen wie es sich anfühlen wird, sobald die Sonne ihre Kraft so richtig entfaltet. Also locker bleiben, entspannt über den Asphalt gleiten und Energie sparen für später.

Nach ein paar Kilometern steht die erste Trommelgruppe am Straßenrand und auch erste Grüppchen von Zuschauern stehen am Straßenrand. Es passt einfach alles zusammen – eine aalglatte, gerade Straße, schönes Wetter und der Blick auf die Yachten im Hafen – genauso habe ich mir den Palma Marathon vorgestellt.

Der erste U-Turn folgt dann auch bald und nun geht es noch näher am Meer immer weiter bis zum nächsten Wendepunkt beim 10-Kilometerpunkt. Palmen über dem Kopf, rechts das Meer und links der Blick auf die Cathedrale und die Altstadt. Doch deutlich besser als die Kulisse meines letzten Morgenlaufs in Berlin bei 4 Grad und leichtem Nebel auf dem Tempelhofer Feld.

Wie erwartet, sind die Bedingungen nicht gerade einfach. Ein leichter Wind steht auf der Strecke, der zwar bremst, dafür aber auch ein bisschen Abkühlung bietet. Denn Schatten ist auf dieser langen Geraden kaum zu bekommen. Dafür gibt es aber eine gute Streckenverpflegung mit Wasser und Iso-Getränken, wobei das Wasser sowohl in Bechern, als auch in kleinen Flaschen angeboten wird. Eine Variante, die mir auch richtig gut gefällt. Denn so kann man mit dem Becher sofort etwas trinken und sich den Rest zur Abkühlung über Kopf oder Nacken gießen und dann die kleine Flasche mitnehmen und auf dem nächsten Kilometer auch noch ein paar Schlucke trinken.

Bei Kilometer zwölf geht es dann nach rechts einen Anstieg hinauf und in die Altstadt. Natürlich sind die Anstiege anstrengend, aber auch keine unmenschlichen Hindernisse – trotzdem fordern sie den inneren Schweinehund heraus. Das laufen über die engen Gassen und die häufigen Richtungswechsel machen mir sogar Spaß. Denn hinter jeder Kurve gibt es eine neue Überraschung und die Häuser spenden Schatten und sorgen mit dem leichten Wind für ein wirklich angenehmes Laufklima, nachdem man auf der Sonnenstrecke leicht angegrillt wurde.

Mit meiner 5er Pace gehöre ich aber auch zu den schnelleren Läufern beim Palma-Marathon und kann daher nicht beschreiben, wie es sich anfühlt, wenn man in einer größeren Gruppe durch die Altstadt läuft. Wahrscheinlich sind kleine Staus nicht zu vermeiden und auch überholen könnte an einigen Stellen schwierig sein, aber das ist reine Spekulation. Ich laufe in kleinen Grüppchen von maximal drei Läufern oder häufig sogar ganz allein. Und auch in der Altstadt gibt es viele Streckenabschnitte wo es über breitere Straßen geht und man Platz zum überholen hat.

Dann biegt man auf die La Rambla ein, die schön beschattete Allee mit den kleinen Cafés und den vielen Blumenläden und von dort weiter über den Passeig des Born, mit den vielen Luxusläden, wieder aus der Altstadt hinaus in Richtung Meer. Und wieder hat man dieses Palma-Feeling. Die Einen sitzen bei Kaffee oder Eis auf den Terrassen, die anderen flanieren durch die Gassen und wir rennen durch diese Szenerie des spätsommerlichen Palma. Anstrengend, aber auch richtig schön.

Noch ein paar Meter und ich erreiche die Weggabelung gleich neben der Cathedrale, an der die Halbmarathonläufer sich auf den Zielsprint begeben dürfen und die Marathonies sich „one more time“ denken. Also auf eine neue Runde, neues Glück – aber dieses Mal etwas wärmer und einsamer.

Und das fasst die zweite Runde eigentlich ganz gut zusammen. Man hat alles schon einmal gesehen, nur das es beim zweiten Mal eben noch etwas anstrengender ist. Dadurch, daß weniger als 2.000 Starter auf der Marathonstrecke unterwegs sind, hat sich das Feld ordentlich auseinandergezogen. Man sieht zwar in einigem Abstand die anderen Läufer, aber man läuft eher wie auf einer Perlenkette aufgereit. Zusammen, aber doch allein. Damit habe ich grundsätzlich auch kein Problem, aber gerade wenn der Wind auf der Strecke steht und die Beine langsam vermelden, daß sie jetzt doch lieber gern etwas anderes machen würden als laufen, ist es doch hilfreich, wenn man sich in einem Grüppchen gegenseitig mitziehen kann.

Dafür ist der Support vom Straßenrand um so frenetischer. Denn viele haben bereits die 10km oder den Halbmarathon geschafft und sind fertig mit dem Laufen oder Anfeuern und zeigen sich also umso hilfsbereiter für die, die noch auf der Strecke sind. Und nach einem kleinen Durchhänger auf der langen Geraden, wo der Wind mir moralisch ordentlich zugesetzt hat, habe ich im letzten Abschnitt in der Altstadt auch wieder richtig Lust auf Laufen – vielleicht freue ich mich ja auch einfach auf die Dusche und den heißen Whirlpool im Hotel.

Noch ein letztes Mal pushen über die breiten Alleen und dann darf auch ich nach links abbiegen in Richtung Ziel. Ein bisschen Kraft für den Endspurt ist noch in den Beinen und so presche ich nach 3:34:47h über die Ziellinie des Palma-Marathon und bekomme meine wohlverdiente Medaille umgehängt.

Im Zielbereich gibt es dann eine Verpflegungstüte mit Getränken und ein paar Snacks und dem wichtigsten überhaupt – dem Biergutschein. Also schnell das Gepäck abholen und dann ein schön gekühltes Heinecken. Sportlich gesehen vielleicht fragwürdig – aber es ist einfach so lecker nach so einem 42km-Ritt.

Und so glücklich beseelt stelle ich mich noch ein bisschen in die letzte Kurve vor dem Ziel und versuche die Namen der Starter richtig auszusprechen. Gar nicht so leicht, die Leute richtig anzufeuern, bei einem so internationalen Teilnehmerfeld.

Palma Marathon Ergebnisse, Urkunde, Fotos und Medaille

Beim Palma Marathon gibt es für Läufer dann auch nach dem Rennen das Komplettpaket aus Fotos, Urkunde und Medaille. Die Palma Marathon Medaille ist auf der Vorderseite für alle Läufer gleich und unterscheidet sich nur auf der Rückseite, wo dann die entsprechende Distanz zu sehen ist. Eine Medaillengravur wird nicht angeboten. Wer mag, kann sich aber online bei itab eine entsprechende Ergänzung für die Medaille bestellen, auf der dann Name und Zielzeit zu sehen sind.

Seine persönlichen Rennfotos kann man sich knapp 24 Stunden nach dem Rennen bei Sportograf bestellen. Mit 29,99€ für die Fotoflatrate für alle Fotos, sind die Palma Marathon Fotos auch noch recht fair bepreist.

Eine schöne Rennübersicht und die Ergebnisse gibt es direkt bei den Sportmaniacs online zu sehen. Dort kann man sich dann auch seine Urkunde für den Palma Marathon herunterladen.

Mein Fazit zum Palma Marathon

Vielleicht war es bei mir ja das perfekte Timing aus dem einsetzenden Herbstwetter in Berlin und Kontrast aus dem spätsommerlichen Wetter auf Mallorca, was mich so besonders begeistert hat an dieser Marathonreise. Wie ich von anderen gehört habe, ist Palma im Oktober aber ohnehin eine Reiseempfehlung. Es ist noch perfektes Wetter, um am Strand zu entspannen und auf den Außenterrassen der Restaurants zu dinieren – und natürlich läuft es sich auch viel schöner mit Sonnenbrille und Singlet auf Mallorca, als mit Regenjacke und langen Hosen in Deutschland.

Jedenfalls kann man beim Palma Marathon den perfekten Spagat aus Erholung, Sommerverlängerung und Laufsport erleben. Wer dann noch den erstklassigen Concierge-Service und die Vorzüge des Zafiro Palace Palmanova erleben darf, kann auch den Erholungsteil der Reise komplett sorgenfrei verbringen, weil sich einfach um alles gekümmert wird.

Lediglich bei der Distanzauswahl bin ich etwas unentschlossen. Nach einer Runde auf der Halbmarathondistanz hat man eigentlich alles erlebt, was man beim Palma Marathon erleben muss. Die zweite Runde, die den Halbmarathon in den Marathon verwandelt, macht das Gesamterlebnis jetzt nicht wesentlich besser. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, daß ich bei meinem nächsten Start lieber einen Halbmarathon laufe. Dann hätte ich auch noch mehr Zeit zum entspannen im Hotel, welches netter Weise einen Late Checkout bis 16:00 Uhr am Marathontag ermöglicht.

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