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Athen Marathon – Anmeldung, Strecke und meine Ergebnisse und Erfahrungen

Der Athen-Marathon gehört zu den Läufen, die man als Marathonläufer einfach unbedingt mal erlebt haben muss. Denn der Athen-Marathon spielt zwar nicht in einer Liga mit den Six Majors, die den modernen Straßenmarathons zelebrieren, dafür zeichnet der Athen-Marathon aber die ursprüngliche, erstmalige Entstehung eines Marathonlaufes nach.

Die Legende des Marathonlaufes liegt mehr als 2.000 Jahre zurück. Damals versuchten die Perser gen Athen vorzurücken, wurden aber von den Athenern besiegt. Der Legende nach machte sich also ein Fußsoldat nach der gewonnenen Schlacht von Marathon auf den Weg nach Athen, um dort die Nachricht vom Sieg zu verkünden. Angeblich rief er dann nach dem knapp 40km langen Lauf noch „Nenikékamen“ – Wir haben gesiegt! – bevor er dann tot zusammenbrach.

Dieser Marathon geriet dann zunächst in Vergessenheit, bis man bei Ausgrabungen im Jahr 1890 die Legende von Pheidippides stiess und auf die Idee kam, diesen legendären Lauf als Wettkampf bei den Olympischen Spielen von 1896 in Athen wieder auferstehen zu lassen. Und so kam es dann auch.
Die erste Marathonstrecke führte dann ebenfalls von Marathon bis in das Panathinaiko-Stadion in Athen. Die erste Marathon-Goldmedaille der modernen Olympischen Spiele gewann übrigens Spyros Louis, der damit in die Geschichte des Marathonsports, von Olympia und der griechischen Leichtathletik einging.

Seit 1982 können nun auch Freizeitsportler dieses historische Erlebnis beim Original Athens Marathon nachempfinden und von Marathon ins Panathinaiko-Stadion nach Athen laufen. Und genau, weil das Rennen und die Marathonstrecke so geschichtsträchtig sind, muss man diesen Marathon mindestens einmal selbst erlebt haben.

Mehr Details zur Historie des Marathons gibt es übrigens hier und hier.

Anmeldung und Startplätze beim Athen-Marathon

Der Athen-Marathon findet im November statt und bietet damit eine schöne Möglichkeit, die Laufsaison mit einem Highlight ausklingen zu lassen. Außerdem sind die Temperaturen meist noch deutlich milder, was Athen zusätzlich attraktiv macht.
Neben dem eigentlichen Marathon, der am Sonntag in Marathon startet, kann man am Samstag Abend auch noch an einem 10km-Lauf teilnehmen und am Sonntag findet auch ein 5km-Lauf – jeweils in Athen statt. Die Teilnehmerlimits liegen bei 12.000 Startern für den 10km-Lauf und jeweils bei 15.000 für die 5km und den Marathon.

Alle Laufwettbewerbe sind in der Regel schon vor dem Ende der Registrierungszeit, die Anfang Oktober liegt, ausverkauft. Daher sollte man sich am Besten schon im Frühling überlegen, ob man im Herbst in Athen starten will. Dadurch, daß Covid-bedingt immer noch eine gewisse Zurückhaltung bei Reisen und großen Marathons herrschte, gehe ich davon aus, daß sich der Andrang auf die Startplätze in den nächsten Jahren noch einmal verschärfen wird.

Die Kosten für den Startplatz beim Athen-Marathon liegen bei 100€ für den Marathon, 90€ für die 10km und bei 80€ für die 5km. Es gibt auch eine vergünstigte Startplatz-Kategorie, bei der die Preise etwa bei der Hälfte oder nur einem Drittel liegen.

Grundsätzlich bekommt man beim Athen-Marathon aber viele Extra-Services mit zum Startplatz dazu, wie der Unfallversicherung, kostenlosen Eintritt ins Marathon-Museum 50% Rabatt auf Zugtickets und natürlich den Starterbeutel, das Teilnehmershirt von adidas und die Medaille. Wenn man den Vollpreis zahlt, bekommt man zusätzlich noch einen Rucksack, ein Handtuch, kostenlosen Eintritt ins Akropolis-Museum und eine 4-Tages-Karte für den ÖPNV. Der kostenlose Bustransport zum Start ist in beiden Startvarianten enthalten.

Strecke und Höhenprofil beim Athen-Marathon

Der Athen-Marathon ist sicherlich kein leichter Marathon. Denn nach dem Start vor dem Stadion in Marathon geht es zunächst für ein paar Kilometer bergab, bevor es nach einem flachen Streckenabschnitt etwa bei Kilometer 10 fast stetig bergauf geht, bis man ungefähr bei Kilometer 16 die erst Kuppe erreicht hat. Jetzt geht es noch einmal ein kleines Stück bergab, bevor man sich Stück für Stück um über 150 Höhenmeter bis zur höchsten Erhebnung bei Kilometer 32 hinaufkämpfen muss. Hat man das geschafft, darf man als Belohnung den Rest der Strecke ausschließlich bergab laufen und sich ein Stück weit von der Schwerkraft ins Ziel tragen lassen. Bitte beachte, daß man die Grafik mit dem Höhenprofil von rechts nach links lesen muss. Achte einfach auf die Kilometerzahlen.

Die Strecke selbst ist beim Athen-Marathon nicht sonderlich spektakulär, aber sie ist gut zu laufen. Man ist durchgängig auf Asphalt unterwegs und läuft über weite Teile auf einer abgesperrten Schnellstraße, teils mit Blick auf das Meer, in Richtung Athen. Am Streckenrand stehen vereinzelte Zuschauer und kleine Grüppchen, wobei in vielen Orten auch Tanzgruppen mit Musik unterwegs sind. Gerade wenn man dann aber weiter in die Vororte und in die Innenstadt von Athen vordringt, wird der Support vom Straßenrand aber noch stärker, bis dann letztlich auf den finalen Kilometern der komplette Streckenrand mit Zuschauern besetzt ist, die dann auch eine deutliche, anfeuernde Soundkulisse aufbauen.

Ingesamt erinnerte mich der Streckenverlauf durch die Vororte und die bergige Strecke immer wieder an den Boston-Marathon, insbesondere weil ja auch Athen eine Art „Heartbreak Hill“ auf der Strecke hat.

Die Streckenverpflegung beim Athen-Marathon ist absolut vorbildlich und gehört zu dem Besten, was ich jemals gesehen habe. Denn knapp alle 3 Kilometer gibt es Wasser, wobei einem kleine Wasserflaschen überreicht werden, die man dann auch noch ein Stückchen mitnehmen kann und so mehr Ruhe beim Trinken hat. Dazu kommt die absolut großzügige Ausgestaltung der Verpflegungsstellen, was die Länge und die Anzahl der Helfer angeht. So eine Ausstattung hat man etwa auch in Berlin, wobei dort 40.000 Leute starten und in Athen nur 15.000.
Neben Wasser gibt es dann später aber auch noch Iso von Powerade, Tees und Cola. Aber auch Gels und Bananen, sowie Schwämme sind an den Verpflegungspunkten später im Rennverlauf zu bekommen.

Damit ist man beim Athen-Marathon auch optimal für die teils sehr warmen und sonnigen Gegebenheiten einstellt.

Anreise, Hotel und Sightseeing beim Athen-Marathon

Die griechische Küste, Athen und die Halbinsel Peloponnes sind absolut übersäht mit geschichtsträchtigen Orten, aber auch wunderbaren Stränden, Bars und Restaurants. Daher empiehlt es sich unbedingt extra Zeit für das Sightseeing und vielleicht auch für einen erholsamen Tag am Strand einzuplanen, an dem man nochmal Kraft für den Marathon tanken kann.

Ich war von Dienstag bis Montag vor Ort und habe damit die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abhaken können, aber auch etwas Zeit zum Shoppen gefunden. Es fliegen die meisten großen Airlines, wie etwa Lufthansa oder KLM von Berlin nach Athen, aber man landet relativ schnell bei Aegan, da diese zu den wenigen Airlines mit Direktflügen gehört.

Es gibt eine Vielzahl von tollen Hotels in Athen und wer entsprechend tiefe Taschen hat, kann beispielsweise im COCO-MAT absteigen, daß einen unbeschreiblichen Blick auf die Akropolis und eine bezaubernde Dachterrasse beitet. Etwas preiswerter, aber auch mit einem schönen Rooftop-Restaurant mit Akropolis-Blick ausgestattet, ist das Hera Boutique Hotel. Auf jeden Fall sollte man in Plaka absteigen, also im historischen Zentrum, wo man eine gigantische Auswahl an tollen Restaurants findet, aber auch Boutiquen und größere, internationale Marken im Attica Department Store – ähnlich dem Berliner KaDeWe. Wem es nach etwas anderem als griechischer Küche steht, dem seien das italienische Restaurant Belpaese und der Koreaner Dosirak empfohlen.

Für die Akropolis und die Highlights in der Altstadt empfehle ich das Kombiticket, wo man dann auch noch einen Audioguide zum Herunterladen auf das Handy mit dazu bekommt. Auch die Tagestour auf die Halbinsel Peloponnes ist ein toller Tipp, da man relativ beinschondend die Highlights wie den Kanal von Korinth, die Hafenstadt Nauplion, das Theater von Epidauros und natürlich die antiken Ruinen von Mykene.

Für einen entspannten Tag vor dem Marathon kann ich unbedingt einen kleinen Trip zum Lake Vouliagmeni empfehlen. Durch die geschützte Lage war das Wasser sogar im November noch 23 Grad warm und am besten sind die kleinen Putzerfische, die es in dem See gibt. Sofern man am Rand bleibt und nicht so sehr herumzappelt, entfernen die kleinen Fische dann überflüssige Hautpartikel von den Füßen oder allem was man sich traut ins Wasser hineinzuhalten. Absolut genial! Um zum Lake Vouliagmeni zu kommen holt man sich am besten ein Hop On Hop Off Busticket, daß drei Routen innerhalb und außerhalb von Athen anbietet und für zwei Tage gilt. So kann man dann auch die anderen Sehenswürdigkeiten gleich noch per Doppeldeckerbus erreichen.

Nicht geschafft habe ich leider den Besuch des imposanten Neubaus von Renzo Piano. Denn das Kulturzentrum der Stavros-Niarchos-Stiftung verfügt über tolle Gärten, die eine Sammlung aller, natürlich in Griechenland vorkommenden Pflanzenarten darstellt. Auch das Dach der neuen Nationallbibliothek ist übrigens so begrünt.

Marathon-Mall und Abholung der Startunterlagen auf der Marathonmesse

Die Marathon-Mall beim Athen-Marathon ist im Faliro Indoor Hall & Exhibition Centre of Athens untergebracht, aber die Athener kennen es wohl mehr als die Tae Kwon Do Halle. Für so einen verhältnismäßig kleinen Marathon ist die Marathonmesse überraschend gut und gehört sogar zu dem besten, was ich bisher so gesehen habe.
Das liegt zum Einen am Layout, bei dem man auf einer vorbeschriebenen Bahn, immer Reihe für Reihe durch die Bahn geführt wird. Zum anderen gibt es eine gewisse Standardisierung bei den Messeständen. Und letztlich schafft man es beim Athen-Marathon eine unglaubliche Bandbreite an Marken auf die Marathonmesse zu bekommen. Ich glaube ich habe noch nie so viele Laufschuhmarken gleichzeitig auf einer Marathonmesse gesehen und noch nie war eine Messe so aufgeräumt und übersichtlich.

Jedenfalls startet man im Untergeschoss, wo die erste Reihe der Messe für das Organisatorische reserviert ist. Startnummernabholung, Servicedesk und was es sonst noch alles gibt. Auch hier ist alles üppig angelegt, sodass man ohne Wartezeit alle seine Dinge erledigen kann. Und danach schlängelt sich man dann also durch die Mall und bekommt wegen der vielfältigen Aussteller wahrscheinlich den besten Überblick über aktuelle Laufschuhe, Sportuhren und Sporternährung, der aktuell möglich ist. Man kann also ruhig etwas mehr Zeit einplanen. Ein paar Impressionen von der Messe gibt es natürlich auch wieder bei Instagram.

Meine Erfahrungen von der Strecke des Athen-Marathon

Um halb sechs klingelt der Wecker und zum Glück ist meine Marathon-Morgenroutine inzwischen wieder gut eingespielt. Mein Hotel hat netter Weise das Frühstück heute schon ab 5 Uhr begonnen, sodass man sich schlaftrunken hinunterschleppen und mit etwas Porridge und Kaffee in einen wachähnlichen Zustand versetzen kann. Die Klamotten hatte ich cleverer Weise schon bereit gelegt, sodass auch beim Anziehen und Packen keine größeren Denkleistungen erforderlich sind. Und dann schnappe ich mir mein Beutelchen und stapfe kurz nach 6 Uhr durch das dunkle Athen, wo mich die wunderschön beleuchtete Akropolis begrüßt. Nach ein paar Minuten habe ich den Syntagma-Platz erreicht, einen von sechs zentralen Sammelplätzen für die Busshuttles zum Start nach Marathon.

Mein Start in Marathon isr kurz nach 9:00 Uhr, der letzte Busshuttle fährt offiziell um 6:45 Uhr, aber ich bin deutlich früher dran. Bloss kein Risiko eingehen jetzt, denn von einer individuellen Anreise wird vom Veranstalter dringend abgeraten, da ja die Straßen gesperrt sind. Also rein in den Bus, die Schlafbrille auf und ein wenig entspannen. Die Anderen sind unglaublich aufgeregt und es wird viel geschnattert und gelacht. Trotzdem kann ich noch etwas vor mich hin duseln und Energie sparen für den restlichen Tag. Es ist mein 28ter-Marathon, da kommt die Aufregung doch erst kurz vor dem Start.

Nach knapp einer Stunde Fahrt werden wir dann in Marathon ausgeladen, wo schon die Trucks für die Starterbeutel warten. Aber es sind noch fast 90 Minuten bis zum Start, also suche ich mir erstmal ein Plätzchen und hoffe, daß mich die aufgehende Sonne etwas wärmt. Es ist doch überraschend kühl am Morgen. Und so sitze ich, schaue und versuche irgendwie entspannt und motiviert zu bleiben. Doch dann starten die Ansagen, daß die Startbeutelabgabestellen bald schließen würden und so pelle ich mich aus meiner Schutzschicht und Entbeutele mich. Es ist nun 8:00 Uhr und immer noch eine Stunde bis zum Start zu überbrücken. Zum Glück habe ich mir wieder einen Wegwerfpullover eingesteckt, den ich bis in den Startblock tragen werde und dann dort entsorge. So hat schon der ein oder andere löchrige, ehemalige Lieblingpullover die letzte Ruhestätte an einer Marathonstartlinie gefunden. Es werden zwar auch Plastikfolien zum Wärmen verteilt, aber mein Vertrauen in deren Wirksamkeit hält sich in Grenzen.

Ich bin immer noch fast einen Kilometer vom Stadion in Marathon entfernt, wo sich dann auch der Start befindet. Aber hier etwas ab vom Schuss war es viel ruhiger und für mich besser geeignet, um entspannt die Zeit zu überbrücken. Nun ist es aber an der Zeit, sich aufzumachen. Unterwegs noch schnell ein Photo vor der Statue der Siegesgöttin Nike und dann bin ich im kleinen Stadion von Marathon, wo es wie erwartet wild herumwuselt. Auf der Laufbahn wird sich erwärmt und am Rand campieren die Läufer und warten auf den Start.

Also keine Zeit verlieren und ab in den Startblock. Gestartet wird in zehn Blöcken, die aber zu einer Welle vereint sind. Es vergehen zwischen jedem Startblock also immer nur wenige Minuten, bis der nächste Block auf die Strecke geht.

Und dann wird es feierlich im Startblock und zunächst heben die Griechen ihre Hand zum Läuferschwur. Und danach gibts dann auch die Variante in Englisch. Mit der rechten Hand zum Schwur geloben wir, den Lauf und die anderen Läufer zu respektieren und nicht auf die schnellste Zeit oder eine neue Bestzeit zu achten, sondern darauf, fair zu laufen und gesund ins Ziel zu kommen, um das Vermächtnis von Pheidippides in Ehren zu halten. Dieser Moment gibt nochmal eine kleine extra Gänsehaut so kurz vor dem Start. Und dann kommt der Countdown und ab gehts!

Obwohl es relativ dicht gedrängt ist, beginnt die Entzerrung des Feldes ziemlich schnell und bis auf wenige Harakiris, die unbedingt im Sprint durch die Masse wollen, kann man ziemlich entspannt laufen. Das Tempo ist gleich ziemlich hoch, was einerseits daran liegt, daß die Strecke zunächst leicht bergab führt, aber andererseits natürlich auch am altbekannten Adrenalinrausch nach dem Start. Ich versuche mich nicht anstecken zu lassen und gleite recht entspannt mit einer Pace zwischen 5:00 und 5:30 dahin und bin so im Flow, daß ich mich zwar über die merkwürdige Streckenführung bei Kilometer fünf wundere, wo wir plötzlich abbiegen und in einem Kreis wieder zurück auf die Hauptstrecke laufen. Daß wir gerade um den Grabhügel von Marathon herumaufen, den Soros, in dem die gefallenen Soldaten aus der legendären Schlacht von Marathon begraben liegen.

Aber weiter geht’s mit der Mission möglichst konservativ zu laufen. Denn beim Frankfurt-Marathon zwei Wochen zuvor, war die zweite Hälfte wirklich nicht lustig gewesen – und dort gab es nicht mal Hügel auf der Strecke. Keinesfalls wollte ich in Athen meine Saison mit noch so einem „auf dem Zahnfleisch ins Ziel rutschen“ Marathon beenden. Also Energie sparen für die Berge und für die höheren Temperaturen. Denn wir hatten schon 15 Grad am Start, volle Sonne und kein Schatten – das dürfte in Kombination mit den Bergen noch gemein werden. Und daher wundere ich mich über das Tempo einiger Starter.

Bis Kilometer acht bleibt es flach und am Straßenrand stehen Zuschauer, die Olivenzweige reichen. Am besten sind aber die Tanzgruppen, die den Sirtaki tanzen, den man aus dem Film Alexis Sorbas kennt. Da sich die Musik und der Tanz ja sehr langsam aufbauen, hat man eigentlich Lust, kurz stehenzubleiben, um weiter zuzusehen.

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Und dann wurde es langsam ernst. Etwa bei Kilometer 12 wurde die Strecke langsam welliger, liess sich aber mit einer entsprechenden Tempodrossellung immer noch gut laufen. Die Stimmung war gut und die dicht gestaffelten Verpflegungspunkte sorgten dafür, daß man wirklich regelmäßig trinken konnte. Und so arbeitete man sich auf der Schnellstraße von Ortschaft zu Ortschaft weiter vor, wo dann natürlich der Support vom Straßenrand jeweils wieder etwas stärker wurde.

Kilometer wegarbeiten, ruhig bleiben und Kraft sparen war weiter das Motto als es bei Kilometer 19 für den langen Anstieg bis hoch zu Kilometer 32 hinaufging. Mal etwas steiler, mal wieder etwas flacher, aber jetzt zeigte sich, wer gut mit seiner Energie gehaushaltet hatte. Es war beim Halbmarathon schon gegen 11:00 Uhr und beim strahlend blauen Himmel brutzelte die Sonnen nun ordentlich und machte die langgezogenen Anstiege noch herausfordernder. Aber mit einer Mischung aus langsamen laufen und Gehpausen war ich dann nach etwa 3 Stunden oben am höchsten Punkt der Strecke angekommen und freute mich. Jetzt einfach nur noch bergab bis ins Ziel.

Statt der 6er oder sogar noch langsameren Pace konnte ich nun einfach rollen lassen und kam mit 5:30 gut voran und konnte dann auf den letzten Kilometern das Tempo immer weiter hochnehmen. Der langgezogene Anstieg hatte aber bei Vielen den Stecker gezogen und die pralle Mittagssonne sorgte für den Rest. Ich war also zusätzlich motiviert, daß ich heute nicht zu den Gehern gehörte und meine Einteilung so gut funktioniert hatte.

Ab Kilometer 37 erreichte man dann auch langsam Athen, sodass auch wieder deutlich mehr Unterstützung vom Straßenrand zu hören war. Und dann sieht man bei Kilometer 40 langsam das Parthenon und dann geht es beim Nationalgarten die letzte Kurve eine 700 Meter lange Einflugschneise hinab, voll gepackt mit laut applaudierenden und rufenden Zuschschauern. Noch einmal Tempo machen, die letzten Kräfte aus dem Muskel saugen und dann die finale Kurve hinein ins Olympiastadion, wo Jubel und eine fette Musikanlage den letzen Sprint auf der olympischen Bahn hinein ins Ziel untermalen. Und dann ist es geschafft! Nach 04:10:51h rufe ich Nenikékamen! und bin nun ein wirklich offizieller Marathonläufer.

Im Ziel wird man dann über die verbleibende, andere Hälfte der Laufbahnrunde des Stadions weitergeleitet, wo man dann kurz vor dem Ausgang seine Medaille bekommt. Dadurch kann man leider nicht das klassische Medaillenfoto vor dem Zieltor machen, aber es gibt genügend Fotografen, die trotzdem schöne Motive einfangen.

Nun wird man aus dem Stadion hinausgeleitet, wo dann auf dem Vorplatz die Versorgungstüten mit ein paar Getränken und Snacks ausgegeben werden. Man kann aber auch gleich einen kleinen Schlenker machen und dann auf den Rängen des Stadions noch ein wenig die einmalige Atmosphäre genießen. Und so sitze ich dort noch ein wenig und die Sonne strahlt mich an und ich strahle die Sonne an. Was für ein toller Saisonabschluss!

Ergebnisse, Fotos, Medaillen und Urkunde beim Athen-Marathon

Wie schon erwähnt, bekommt man kurz nach dem Finish die Medaille, die auf der einen Seite Läufer und einen Olivenzweig zeigt und auf der anderen Seite das Olympiastadion. Im Museumshop im Stadion, aber auch auf der Marathonmesse kann man auch noch weitere Sammlereditionen kaufen. Dort habe ich mir auch eine Replik der olympischen Medaille von 1896 gegönnt. Und ja, damals bekamen die Sieger eine Silbermedaille, eine Urkunde und einen Olivenzweig.

Auf der Strecke und im Ziel gibt es beim Athen viele Fotographen und auch einige Videostationen. Mit 24,95€ für das Fotopaket und 34,95€ für das Komplettpaket inklusive eines Videos, in dem alle Aufnahmen von der Strecke kombiniert wurden, finde ich die Preise dafür eigentlich akzeptabel. Es gibt ja auch Läufe, wo man 100$ für die Bilder zahlen muss.

Die Ergebnisse vom Athen Marathon kann man sich sofort online ansehen oder auch über die App des Athen-Marathon. Dort kann man sich auch seine Statistiken und Splits ausdrucken, aber für die richtige Urkunde muss man etwas Geduld haben. Denn diese wird erst 30-40 Tage nach dem Marathon aktiviert.

Fazit zum Athen-Marathon

Auch wenn die Strecke des Athen-Marathon nicht die schönste ist und das Streckenprofil herausfordernd, sollte man den Athen-Marathon einmal gelaufen sein. Denn den historischen Flair aufzusaugen und so nah an der Legende der Entstehung des Marathonlaufs dabei zu sein, hat schon etwas ganz Besonderes. Wenn man sich also vorstellt, auf der gleichen Strecke wie Pheidippides vor 2.000 Jahren unterwegs zu sein und wenn man dann die Akropolis sieht und in das Panathinaiko-Stadion einläuft, knüpft man an diese Laufgeschichte selbst mit an.

Aber auch Athen selbst ist eine Reise wert. Während es in Deutschland schon herbstlich ungemütlich sein kann, erlebt man dort noch einmal den Spätsommer und kann sich an Altertümern satt sehen und es sich in tollen Restaurants gutgehen lassen. Daher beide Daumen nach oben für den Athen-Marathon!

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