Oakley Radar Pace im Test. Soll man die smarte Radbrille kaufen?

Auf diesen Test war ich wieder einmal ganz besonders gespannt, denn Oakley geht beim Thema Digitalisierung einen eigenen Weg. Die üblichen Konzepte beim Trainingsmanagement und der Erfassung von Trainingsdaten, sind ja vor allem appbasiert wie bei Strava oder basieren auf einer GPS-Sportuhr. Ganz vereinzelt gibt es auch erste Ansätze, ein Tracking in Textilien, Einlegesohlen oder in den Schuh selbst zu verbauen. Nicht überraschend für eine hauptsächlich für Sportbrillen bekannte Marke, integriert Oakley diese technischen Funktionen direkt in eine Brille und heraus kam die Oaklay Radar Pace.

Die Oakley Radar Pace ist also eine smarte Sportbrille, die neben dem Schutz vor Sonne und sonstigen Wettereinflüssen, noch eine Menge weiterer Funktionen zu bieten hat. Sie ist mit einer hochmodernen Ausrüstung ausgestattet, die nach dem aktuellstem Stand der Technologie entwickelt wurde und die es so kaum auf dem Markt gibt. Ehrlich gesagt ist mir keine andere smarte Sportbrille bekannt und gerade deshalb war ich so gespannt meine eigenen Erfahrungen bei meinem Test mit der Oakley Radar Pace zu sammeln.

Wofür ist die Oakley Radar Pace geeignet?
Die Oakley Radar Pace ist der ideale Begleiter für ein bewusstes und kontrolliertes Training und auch für Wettkämpfe einsetzbar. Das System der Brille kontrolliert den Trainingsablauf, während die intelligente Sprachsteuerung auf Befehl eine verbale Rückmeldung gibt. Dabei werden nützliche Informationen über den Trainingsverlauf sowie Fortschritte gesammelt und gespeichert. Auch die gesundheitlichen Werte werden von dem Gerät aufgezeichnet.
Bei der automatischen Erstellung der Trainingspläne werden all diese Daten berücksichtigt. Dadurch hat der Benutzer die Möglichkeit gezielter zu trainieren und ein besseres Endergebnis zu erreichen. Das innovative System ist in der Lage ein perfektes Trainingsprogramm zu entwickeln, das sich individuell an den Sportler anpasst.
Es handelt sich also um eine vollwertige Sportbrille, in die ein Coachingsystem und ein Trackingsystem verbaut wurde. Die Radar Pace Sportbrille richtet sich hauptsächlich an Radfahrer und Läufer.

Design und Material der Oakley Radar Pace
Die Sportbrille ist ergonomisch geformt und aus einem formstabilen Material gefertigt, dass sich flexibel an jede Gesichtsform anpassen kann. Für die Verarbeitung des Gestells wurde ein hochwertiger Kunststoff verwendet, der zudem wasserabweisend ist. Das Brillengestell liegt fest genug an, um einen perfekten Halt auch während der Fahrt bei einer hohen Geschwindigkeit zu gewährleisten. Das Material ist aber trotzdem weich genug, um nicht als Störfaktor wahrgenommen zu werden. Mit dem gummierten Nasensteg und Bügel kann die Oakley Radar Pace beliebig verstellt werden. Auch über einen längeren Zeitraum vermittelt die smarte Brille ein angenehmes Tragegefühl und besonders das Gewicht fällt überraschend gering aus. Die Oakley ist mit ihren 46 Gramm Gewicht zwar etwas mehr als doppelt so schwer, wie das Fliegengewicht der Oakley Oakley EVZero Path – aber davon merkt man beim tragen nichts. Bis auf die seitlich einsteckbaren Kopfhörer und die im vorderen Bereich verbreiterten Bügel, unterscheidet sich die Radar Pace nicht von einer herkömmlichen Sportbrille.

Die Linsen sind aus einem stabilen Kunststoff gefertigt, daß über einen besonders starken UV-Schutz verfügt. Dieser Schutz kann alle erdenklichen Strahlen herausfiltern, die für das Auge schädlich sein können. Dank der anspruchsvollen Prizm-Technologie, mit der die Gläser ausgestattet sind, besitzen sie die Fähigkeit, die Lichttransmission zu kontrollieren und Farben authentisch wiederzugeben. Der Sportler behält also immer eine uneingeschränkte und klare Sicht. Der Rahmen und das Glas bieten außerdem einen Aufprallschutz. Dieser sorgt dafür, dass die Brille auch bei hohen Geschwindigkeiten oder einem Aufprall nicht splittert und eine Verletzung durch dei Brille vermieden werden kann. Das erstklassige Material der Brille verhindert außerdem die Entstehung von Kratzern. Im Lieferumfang ist ein dunkles Prizm-Rad-Glas enthalten und ein klares Glas für Abend- oder Nachtfahrten oder generell dunkle Bedingungen.

Die Ausstattung der Oakley Radar Pace
In der smarten Sportbrille sind diverse Sensoren integriert, die den Trainingsverlauf aufzeichnen und Daten analysieren. Die inneren Sensoren sind auf Beschleunigung, Druck, Feuchtigkeit, Abstand und Lage ausgerichtet. Alle Daten wie Geschwindigkeit, Zeit und Entfernung werden in Echtzeit von der Radar Pace ermittelt.
Darüber hinaus kann die Brille auch mit externen Sensoren beispielsweise dem GPS-Modul aus dem Smartphone gekoppelt werden, die die Leistung, Strecke, Schrittzahl, Schrittfrequenz, Trittfrequenz und die Herzfrequenz messen können. Die Brille ist mit allen externen Sensoren kompatibel, die mit ANT+ und Bluetooth funktionieren. Dadurch hat das System immer den Trainingsverlauf im Blick und kann das Programm aktiv auf den Sportler anpassen.

Die Sportbrille ist mit einer Sprachausgabe versehen, die sensibel auf alle Fragen und Befehle von dem Benutzer reagiert und das Training somit einfacher gestaltet. Sie versteht fünf Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Die Oakley Radar Pace überprüft den Trainingsablauf und gibt nützliche Hilfestellungen, mit dem der Benutzer seine Technik, Ausdauer und Geschwindigkeit langsam aber stetig verbessern kann. Außerdem passt sich das Programm an den erreichten Fortschritt an und arbeitet sich mit der Zeit zu einem intensiveren Training hoch. Die dynamische Einstellung erinnert stets an die Ziele, die im Fokus stehen.

Wie funktioniert die smarte Brille?
Mit einer App und dem Smartphone wird die smarte Brille verbunden und aktiviert. Dabei spielt es keine Rolle, ob iOS oder Android verwendet wird. In der App kann man zunächst persönliche Daten hinterlegen und auch Trainingsprogramme für das Radfahren oder Laufen auswählen. Dabei wird das Trainingsprogramm nach aktuellem Trainingsstand, Trainingstagen, Regenerationstagen, einem bestimmten Trainingsziel, wie beispielsweise einem Velothon oder Marathonlauf zu einem bestimmten Stichtag erstellt. Man kann aber auch freie Trainings starten und bekommt dabei dann die aktuellen Trainingsdaten über die Radar Pace.

Am Brillengestell befindet an der Innenseite ein Druckknopf, mit dem die Radar Pace aktiviert wird. Die Trainings müssen aber über die App gestartet werden. Danach ist dann aber die Radar Pace komplett per Sprachsteuerung zu verwenden. Mit einem einfachen „Ok, Radar“ meldet sich der Sprachassistent zurück und ist sowohl mit höflichen Sätzen, aber auch mit einfachen Stichworten zu bedienen. Ein einfaches „Geschwindigkeit!“ reicht aus um die aktuelle Geschwindigkeit angesagt zu bekommen. Zusätzlich kann man einstellen, wie häufig man alle Trainingsdaten automatisch angesagt bekommen möchte. Wenn ein Trainingsprogramm aktiviert ist, bekommt man zusätzlich vom Coach Hinweise zum Trainingsablauf und der aktuellen Performance. Am Bügel der Brille befinden sich die Kopfhörer bzw. Mikrofone, die sich komplett abnehmen und bequem verstellen lassen. Es ist also auch problemlos die Brille ohne Kopfhörer und ohne smarte Funktionen als reine Brille zu verwenden, falls einem mal danach ist.

Zusätzlich zur von Intel entwickelten Sprachsteuerung gibt es noch ein Touchpad auf der Außenseite des Bügels, auf dem man durch Wischen ebenfalls die verschiedenen Funktionen steuern kann. Ich finde die Sprachsteuerung aber gut gelungen und habe mich daher bisher hauptsächlich per Stimme mit der Radar Pace unterhalten. Der Akku hält sich übrigens über einen Zeitraum von 4 bis 6 Stunden und kann mit einem Micro-USB-Kabel aufgeladen werden.

Was ich ebenfalls praktisch bei der Radar Pace finde ist, daß man über die Sportbrille auch zum Musikhören und telefonieren verwenden kann. Gerade beim Rennradfahren bin ich sonst nie erreichbar, weil es mir zu fummelig ist, mein Telefon aus der Rückentasche zu kramen, wenn jemand anruft. Und selbst wenn ich es versuchen würde, hat der Anrufer garantiert schon aufgelegt, bis ich zurückrufe. Und wer schonmal versucht hat ein Smartphone einhändig beim Radfahren zu verwenden – ach, lassen wir das.

Meine Erfahrungen und mein Fazit aus dem Test der Oakley Radar Pace
Bei der Oakley Radar Pace bekommt man zunächst mal eine hochprofessionelle, top ausgestattete Sportbrille mit sehr guten Gläsern, die leicht zu wechseln sind, einem geringen Gesamtgewicht und einer sehr bequemen Passform. Die technischen Erweiterungen sind so elegant verbaut, daß sie nicht auffallen.
Das Einrichten und Koppeln und auch die Bedienung der Radar Pace ist einfach und besonders der Sound der Kopfhörer ist hervorzuheben, da er die Erwartungen weit übertrifft und einen schönen, satten Sound zaubert, den ich so von einer Sportbrille nicht erwartet hätte.
Sehr zufrieden bin ich auch mit der Sprachsteuerung. Vielleicht liegt es nur an mir, aber mit Siri habe ich seit jeher ein gespaltenes Verhältnis, aber die Radar Pace versteht mich auch bei starken Windgeräuschen während der Fahrt gut und die Stimme des Sprachassistenten klingt natürlicher und angenehmer (weil weniger roboterhaft) als bei anderen Sprachsystemen. Man muss sich natürlich angewöhnen, nicht gerade an der Ampel mit der Brille zu reden oder wenn man an Fußgängern in der Stadt vorbeifährt, weil die natürlich nicht verstehen, warum man denen beispielsweise „Geschwindigkeit!“ oder „Entfernung!“ zuruft. Bis jetzt hat sich aber noch niemand davon provoziert gefühlt.
Das die Radar Pace nicht ohne das Smartphone auskommt, finde ich nicht so elegant. Beim Radfahren stört mich das nicht, weil ich über das Trikot ja Taschen dafür habe und auch sonst mit dem Telefon in der Tasche fahre, aber beim Lauftraining wäre es toll, nur mit der Bille unterwegs sein zu können. Aber das ist sicher dem Kompromiss geschuldet, die Brille möglichst leicht und klein von der Bauform zu halten. Einen Klotz mit allen Sensoren in der Brille und entsprechend stärkerem und größerem Akku hätte ich garantiert nicht beim Laufen auf – also müssen wir noch ein wenig auf den weiteren technischen Fortschritt warten, bis alles leicht und bequem in die Brille hineinpasst.
Ein weiterer Punkt den ich nicht so optimal finde, ist das relativ starre Trainingskonstrukt der App und ich hoffe das spätere Updates der App hier neue Funktionen freischalten. Für mich wäre es super hilfreich, wenn ich auch eigene Trainings anlegen und einprogrammieren könnte, wenn ich beispielsweise mal ein individuelles Lauftraining mit der App durchführen will. Ich habe aber bisher leider nur die Wahl zwischem dem „großen“ Trainingsplan, den ich über Monate bis zum Marathon oder Radrennen erstellen kann oder einem freien Training, daß dann gar keine Trainingsptionen außer „Start, Pause und Stopp“ zulässt.

Im Vorfeld hatte ich von anderen gehört, daß es bei der Software und Sprachsteuerung immer wieder zu Aussetzern kommen würde und auch das GPS über das Handy abreissen würde. Davon habe ich während meiner Testfahrten und Testläufe nichts bemerkt und gehe davon aus, daß diese Macken durch Software-Updates der App und der Software der Brille zwischenzeitlich behoben wurden.

Lohnt es sich also die Oakley Radar Pace zu kaufen?
Ich finde die Oakley Radar Pace eine spannende Alternative zur Sportuhr, wenn man hauptsächlich im Bereich Radfahren und Laufen unterwegs ist. Gerade als Radfahrer finde ich es toll, weil man einfacher das Smartphone dabei haben kann und sowieso immer eine Brille tragen sollte – egal bei welchem Wetter. Auch für Einsteiger kann die Oakley Radar Pace ein toller Trainingspartner sein, da die Trainingsprogramme sehr professionell aufgebaut sind und der Coach über die Radar Pace während des Trainings Echtzeitfeedback zum Trainingsverlauf und Lauftechnik gibt und damit klassischen Trainingsplänen aus Büchern oder anderen Apps überlegen ist.
Natürlich kann die Radar Pace nicht mit einer vollausgestatteten Profisportuhr verglichen werden, aber im Preissegment um 300€ ist die Radar Pace eben doch eine Alternative, weil man den besonderen Komfort der Sprachsteuerung und der vollwertigen Sportbrille mit im Preis inbegriffen hat.
Die Daten aus der Radar Pace App können inzwischen auch automatisch mit Apple Health, Strava und Runkeeper geteilt werden, so daß man bei der Auswertung der Trainingsdaten auch auf andere populäre Communities zugreifen und dazu beitragen kann.
Während meines Test gab es auch mehrere Updates für die Brillensoftware und auch die App, so daß ich auch davon ausgehe, daß sich die Funktionalität der App auch noch weiter im Umfang vergrößern wird.

Oakley Radar Pace Tour de France Edition
Ganz aktuell hat Oakley eine spezielle Tour de France Version der Radar Pace vorgestellt, die dann das Tour de France Logo auf dem Glas hat.

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