Sport

Elektro-Tretroller im Test. Ninebot ES2 für Pendler auf dem Weg ins Büro?

Fotos: Sports-Insider | Daniel

Wer viel international unterwegs ist, kennt sie schon. Denn in Los Angeles, Stockholm, Tel Aviv und anderswo gehören die praktischen Elektro-Tretroller schon zum ganz normalen Straßenbild. Und nicht nur Pendler nutzen die elektrischen Roller für die Fahrt zur Arbeit, sondern auch in der Freizeit kann man kurze Strecken und die sogenannte “last Mile” perfekt damit zurücklegen und sich die Roller schnell und günstig mieten. In Los Angeles sind die Roller zum Beispiel von LIME und BIRD im Angebot und weil die Roller so boomen, versucht gerade UBER bei einem der Player anzubandeln und diesen zu übernehmen.

Nach meinen Versuchen als Turnschuhpendler und als Pendler mit dem Rennrad, habe ich jetzt ausprobiert, wie ich meinen Arbeitsweg mit dem Elektro-Tretroller optimieren kann. Für meinen Test habe ich mir den Ninebot by Segway Kickscooter ES2 besorgt, der unter anderem in Los Angeles für den Verleih eingesetzt wird und zu den Premiumgeräten gehört.

Elektro-Roller Test: Erfahrungen mit dem Ninebot by Segway Kickscooter ES2
Beim Ninebot ES2 handelt es sich um einen Elektro-Tretroller für Erwachsene, der klappbar ist. Mit einem kleinen Tritt auf die mechanische Hinterradbremse löst sich die Verankerung zum Aufklappen des Rollers und genau so schnell lässt sich mit einem Fußhebel an der Lenkstange der Roller wieder zusammenklappen.
Für mich als Pendler ein sehr wichtiger Punkt, da ich darin den größten Vorteil gegenüber dem Fahrrad sehe. Man kann den Roller einfach zusammenklappen und einfach Treppen hinauftragen und in der Bahn oder dem Bus unter die Sitzbank oder neben die Sitzbank legen. So kann ich während der Fahrt sitzen, lesen oder arbeiten und muss nicht neben meinem Rad stehenbleiben.

Mit seinen 12,5 Kilogramm ist der Elektro-Roller zwar nicht gerade ein Leichtgewicht, aber eine solide Qualität braucht halt auch Gewicht und 12,5kg schafft man als gesunder Mensch auch zu tragen. Aber leicht ist eben anders, bedenkt man, daß ein 6er-Träger mit 1,5L Wasserflaschen etwa 9kg wiegt.
Toll wäre es, wenn es eine Art Rückengurt gäbe, mit dem man sich den Roller umhängen könnte. Aber der würde wohl das schöne, klare und geradlinige Design des Ninebot ES2 verschandeln, für das es sogar den iF Design Award gab.

Jedenfalls ist man mit dem Elektro-Roller wirklich ultramobil, weil man überall durchkommt. Einfach aufklappen und im Mittelteil der Lenkstange anschalten und losfahren! Zur Steuerung der verschiedenen Fahrtmodi und des Lichts reicht der kleine Knopf unter dem Display, auf dem man auch die Geschwindigkeit und den Ladestand des Akkus ablesen kann – für alles weitere gibt es eine App, die sich per Bluetooth mit dem Roller verbindet. Für Gas und Bremse gibt es zwei Hebel am Lenker und zusätzlich kann man mit der mechanischen Bremse arbeiten.

Der Elektro-Roller ist offiziell für Kids ab 14 Jahren geeignet, aber auch mein kleinerer Sohn kommt mit dem Roller problemlos klar, da die Bedienung und Steuerung wirklich kinderleicht ist. Da die Lenkstange nicht höhenverstellbar ist, können ganz kleine, aber nicht das Display ablesen. Ich bin bei meinen 1,86cm Körpergröße gut mit der Standardhöhe zurechtgekommen.

Je nach gewählter Fahrtstufe, ist dann die Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit unterschiedlich. Für meine 85 Kilogramm hat sich der Sportmodus als ideal erwiesen, aber nicht nur weil der Roller dann am besten beschleunigt, sondern auch weil das Fahren mit 25km/h auf dem Roller richtig Spaß macht. Bei dieser Geschwindigkeit ist man dann etwa gleich schnell wie normale Radfahrer und überholt die gemütlichen Radler. Gerade beim Anfahren ist der Elektromotor des Rollers klar im Vorteil, selbst bei meinem Gewicht.

Um loszufahren muss man mit dem Roller ganz klassisch losfahren, wie als wenn er keinen Motor hätte, also durch anschieben bzw. antreten. Sobald man rollt und 3km/h erreicht hat, kann man dann den Motor dazuschalten. Diese Methode geht einem schon nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut über. Das Gute beim Ninebot ist, daß man also auch ohne den Motor fahren kann. Sollte also der Akku doch mal leer sein, rollert man halt “klassisch” bis zur nächsten Steckdose.

Das Laden funktioniert direkt über den Roller, in den ein Ladekabel eingesteckt wird, daß ein wenig an ein Laptop-Ladekabel erinnert. Das bedeutet, daß man keinen Akku einbauen oder ausbauen muss, aber auch, daß der Roller in der Nähe einer Steckdose stehen muss zum laden. Eine volle Ladung dauert bis zu 4 Stunden, aber gerade für mich als Pendler ist das kein Problem, den Roller entweder im Büro nachzuladen oder Abends zu Hause. Mit der Reichweite von etwa 25 Kilometern komme ich locker ins Büro und wieder zurück. Die Reichweite ist aber Leistungsabhängig. Umso schwerer man ist, um so schneller man fährt und umso mehr Hügel zu überwinden sind, umso schneller ist der Akku leer. Wer aber mehr Power braucht, kann an der Lenkstange einen Zusatzakku ansetzen und kommt dann auf fast 50km Reichweite.

Aber selbst mit dem Zusatzakku ist der Ninebot by Segway ES2 nicht für Berge geeignet. Etwa 10% Steigung schafft der Roller, aber wer auf einer Almhütte wohnt, muss wohl schieben.
Der Stromverbrauch lässt sich aber auch beeinflussen, in dem man die Unterbodenbeleuchtung abschaltet oder tagsüber ohne Licht fährt – auch die Energierückgewinnung lässt sich variieren. Ich bin aber meist mit Licht und Unterbodenbeleuchtung gefahren, denn bei den knapp 7km, die ich von Zuhause zum Hauptbahnhof in Potsdam und vom Bahnhof in Berlin bis ins Büro brauche, brauche ich mir keine Sorgen um den Akkuladestand machen. Anders würde es aussehen, wenn ich versuchen würde die knapp 35km direkt zu fahren. Das dürfte wohl ohne zwischenzeitliches, manuelles Fahren oder den Zusatzakku nicht funktionieren.

Testergebnis des Ninebot by Segway Kickscooter ES2 und Alltags-Erfahrungen mit dem Elektro-Roller:
In meinem Test hat sich der Elektro-Roller als tolle Pendleralternative besonders für kürzere Strecken gezeigt oder für Pendlerfahrten, in Kombination mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Ninebot ES2 ist solide verarbeitet, sehr einfach zu bedienen und funktioniert zuverlässig. Durch die recht großen Vollgummireifen und den Stoßdämpfer kommt man auch mit Schlaglöchern oder Holperpflaster gut zurecht und muss sich keine Gedanken um eine Reifenpanne machen.
Auch wenn das Gewicht recht hoch ist, kann man den Elektro-Roller schnell überall mitnehmen und im Zug oder der Bahn gut verstauen. Die Reichweite ist gut, erfordert aber ein tägliches Laden. Mit dem Zusatzakku und 50km Reichweite ist man besser bedient, muss aber weitere 250€ investieren, ein Gesamtgewicht von dann 14kg verkraften und auch die zusätzliche Ladezeit mit einkalkulieren.
Für die tägliche Fahrt zur Schule oder ins Büro sollte der normale Akku aber reichen und dank des Spritzwasserschutzes, muss man sich auch keine Sorgen machen, wenn man mal ein paar Regentropfen abbekommt.
Mit dem eingebauten Vorderlicht, der Unterbodenbeleuchtung und dem Bremslicht, ist man im Dunklen recht gut mit dem Elektro-Roller zu sehen, aber ich würde empfehlen noch ein zusätzliches Licht am Rücken zu befestigen und einen Helm zu tragen.

Ist der Ninebot ES2 Elektro-Tretroller mit Straßenzulassung erlaubt?
Den Ninebot ES2 Elektro-Tretroller kann man schon seit Oktober offiziell in Deutschland kaufen und auch der kleinere Bruder, der Ninbebot ES1, mit etwas weniger Reichweite und geringerer Höchstgeschwindigkeit, ist ganz legal in Deutschland erhältlich.

Allerdings darf diese sogenannten Kleinst-Elektrofahrzeuge derzeit nur auf dem Privatgelände fahren und wir auch in Parks wie auf dem Tempelhofer Feld nur gedulded. Allerdings hat das Bundesverkehrsministerium angekündigt, in Kürze eine entsprechende Regelung zu verabschieden, nach der man dann auch mit dem Ninebot ET2 auf dem Fahrradweg oder Bürgersteig fahren darf. Denn aller Vorrausicht nach, benötigt man eine Beleuchtungsanlage, darf maximal 20km/h fahren, was sich durch ein Software-Update regeln liesse und die georderte Lenkstange ist auch vorhanden. Ob dazu noch mindestens ein Mofa-Führerschein oder eine Versicherungsplakette benötigt werden, bleibt abzuwarten, wenn die Elektrokleinstfahrzeugeverordnung final verabschiedet wird.

Sobald diese Verordnung verabschiedet und die Zulassung erteilt wird, dürfte eine große Nachfrage einsetzten und wahrscheinlich sind die Geräte dann schnell ausverkauft. Wer sich also für einen Elektro-Tretroller interessiert, sollte diesen lieber schon jetzt kaufen. Der Ninebot E1 ist für einen Preis von etwa 300€ zu bekommen und der von mir getestete Ninebot ET2 kostet etwa 500€.
Weitere technische Details dazu gibt es direkt bei Ninebot und aktuelle Angebote zum ES1 und ES2 gibt es hier.

Der richtige Rucksack für Pendler: Chrome Urban Ex Gas Can Pack
Zum richtigen Pendeln gehört neben der richtigen Pendelmethode vor allem der perfekte Rucksack. Natürlich kann man wie viele Pendler auf einen klassischen Wanderrucksack zurückgreifen – dann sieht man aber eben auch aus, wie ein Bergsteiger in der U-Bahn. Und meist passen auch Notebooks nicht so richtig in diese Rucksäcke.
Also greift man als Großstadtpendler auf die fahrradkuriererprobten Rucksäcke von Chrome. Mein neuer Liebling, den ich auch auf den Fotos trage, ist das Urban Ex Gas Can Pack von Chrome. Denn dieser Rucksack ist wie ein Kanister konstruiert. Man kann den Rucksack also fast wie einen Deckel öffnen und hat damit sofort freie Sicht auf das Innenleben, wo sich beispielsweise das Notebook in einem separaren, voll gepolsterten Fach platzieren lässt. Außerdem ist das Obermaterial extrem robust und dazu 100% wasserdicht und damit für denen Blödsinn, der so im Pendleralltag passieren kann, gerüstet.

Besonders praktisch finde ich auch die Attachment-Schlaufen auf der Vorderseite, an die man beispielweise eine Trinkflasche mit Karabiner oder eine zusätzliche Beleuchtung beim Pendeln mit dem Elektro-Roller, aber auch Schuhe, Blackroll, Springseil und viele andere Sachen schnell griffbereit und luftig anbringen kann. Damit hat man mehr Funktionalität als bei den meisten klassischen Outdoor-Rucksäcken und bekommt dazu ein stylishes, urbanes Design. Daumen hoch und schaut mal bei Chrome vorbei!

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