Gesundheit Sport

Höhenverstellbarer Schreibtisch im Test: Erfahrungen mit dem Arbeiten im Stehen am Stehschreibtisch von Standsome

Langes Sitzen ist heute in der Gesundheitsmedizin genauso verpönt wie das Rauchen. Viele Studien belegen, dass langes Sitzen von mehr als sechs Stunden am Tag zu einer Vielzahl an gesundheitlichen Problemen führen kann. Immer wieder werden hierbei Thrombosen, Diabetes, Übergewicht und sogar Krebs genannt.

Als besonders gesundheitsschädlich gilt dabei das sehr unflexible Sitzen, das für den Körper keine ausreichende Bewegungsmöglichkeit zulässt. Der Körperbau des Menschen ist grundsätzlich nicht für diese Körperhaltung erschaffen und er braucht Bewegung.
Damit wir nicht im Sitzen erstarren und auch während langer Bürotage doch zu einer angemessenen Bewegung kommen, haben ergonomische Konzepte das Arbeiten im Stehen auf den Plan gebracht. Die Vorteile dieser Arbeitshaltung und die Tipps für Ihre Umsetzung wollen wir im folgenden Beitrag etwas näher beleuchten und haben auch einen günstigen, höhenverstellbaren Stehschreibtisch getestet.

Arbeiten im Stehen – die gesundheitlichen Vorteile für mehr Ergonomie am Arbeitsplatz
Grundsätzlich bietet das Arbeiten im Stehen gegenüber einer langen, sitzenden Tätigkeit eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen, die sich durchaus sehr positiv auf unser Wohlbefinden und unsere körperliche Fitness auswirken können.

  • Im Stehen wird zunächst einmal unser Rücken entlastet. Damit der Rücken aber Erleichterung bei der Arbeit im Stehen findet, muss man eine gerade Körperhaltung einnehmen. Dies gelingt durch ein bisschen Übung und Disziplin.
  • Stehende Tätigkeiten fördern unsere Durchblutung. Der Kreislauf wird stärker stimuliert als im Sitzen. Dies macht uns munterer und hebt die Laune.
  • Da wir beim Stehen unseren Oberkörper strecken, können wir auch tiefer atmen und nehmen deshalb auch mehr Sauerstoff auf. Auch dies fördert unsere Arbeitsweise und wir können dynamischer und produktiver ans Werk gehen.
  • Wir entlasten unsere Beine im Stehen. Beine sind nicht dafür gemacht, den ganzen Tag in einer angewinkelten Position zu verharren.
  • Im Stehen verbrennen wir mehr Kalorien – zwar ist dies kein Ersatz für sportliche Aktivitäten, aber es hilft auf jeden Fall, sich gegen unschöne Pölsterchen zu wehren und unterstützt eine Diät.
  • Bei stehenden Tätigkeiten werden auch die Muskeln stärker beansprucht und aufgebaut. Beim Sitzen hingegen verlieren wir an Muskelmasse. Dies ist besonders auch für Sportler und besonders Läufer ein wichtiges Argument, die einen Verlust an gut trainierter Beinmuskulatur durch das Sitzen vermeiden wollen.
  • Stehen fördert die Mobilität und Beweglichkeit. Gerade das Sitzen trägt dazu bei, daß sich Muskeln und Bänder verkürzen. Bei Läufern kann aber eine zusätzliche Dehnung zu einer höheren Laufeffizienz führen, da durch weniger verkürzte und flexiblere Muskelfasern und Bänder beispielsweise eine größere Schrittlänge möglich ist.
  • Das Stehen verschafft auch beim Arbeiten eine größere Bewegungsfreiheit und läßt uns aktiver werden bei der Arbeit. Wir sind weniger faul und eher bereit, mal eben den Sprung in die andere Abteilung zu machen, um etwas zu klären, als einfach eine Mail zu schreiben.
  • Auch am Telefon macht sich eine stehende Haltung bemerkbar. Unsere Stimme klingt dabei selbstbewusster und dynamischer und macht uns überzeugender.

Worauf muss man beim Arbeiten im Stehen achten?
Auch beim Stehen neigen wir zunächst einmal dazu, eine ähnlich gebeugte und auch verkrampfte Haltung wie beim Sitzen einzunehmen. Wichtig ist es vor allen Dingen, den Rücken schön gerade zu halten. Es gibt also einige Dinge zu beachten, die die Arbeit im Stehen dann auch zu einer gesundheitsfördernden Maßnahme machen können.

Wie hoch muss mein Schreibtisch sein? Die optimale Höhe für den Stehschreibtisch
Der Schreibtisch sollte in der Höhe so eingestellt werden, daß die Unterarme locker aufliegen können. Am besten orientiert man sich an den Winkeln, denn die sollten jeweils etwa 90 Grad sein.
Wenn die Arme aufliegen sollte also sowohl im Stehen, als auch im Sitzen der Winkel von Unterarm und Oberarm – also am Ellenbogengelenk etwa diese 90-Grad-Position haben. Die gleiche Regel gilt für das Kniegelenk beim Einstellen der optimalen Höhe für den Bürostuhl. Natürlich ist dann auch der persönliche Komfort ausschlaggebend und nicht, daß es mathematisch exakt 90-Grad-Winkel sind. Beim Steharbeitsplatz sollte unbedingt darauf geachtet werden, daß der Bildschirm so vor dem Kopf platziert wird, daß der Hals gerade bleibt und das Kinn den 90-Grad-Winkel hat. Man sollte also ganz normal geradeaus schauen. Häufig wird der Fehler gemacht, daß der Bildschirm zu tief platziert ist und man sich dadurch unbewusst nach unten beugt und dann doch wieder mit einem krummen Rücken arbeitet, daß zu Rückenschmerzen führen kann.

Auch die Schuhe sind wichtig – sie sollten auf jeden Fall bequem sein und eine feste Sohle haben – Absätze haben bei der Arbeit im Stehen nichts zu suchen. Am besten ist es natürlich, barfuß zu stehen, da dann auch gleich noch das Fußgewölbe und die Fußmuskulatur trainiert wird. Alternativ kann man Barfußschuhe, wie die Vibram Furoshiki verwenden. Für Läufer ein weiterer Trainingsvorteil.
Ideal ist auch ein weicher Boden – hier kann man mit einem Teppich oder einer geeigneten Matte eine gute Standfläche erzeugen.

Bei der Körperhaltung empfiehlt es sich besonders am Anfang, diese immer wieder zu kontrollieren und dafür zu sorgen, daß man nicht unnötig verkrampft. Im Stehen kann man wunderbar kleine Lockerungsübungen zwischendurch machen. Zwischendruch die Beine etwas auszuschütteln, sich auf die Zehenspitzen zu stellen oder auch die Hüften etwas kreisen zu lassen, sind sehr effektive kleine Übungen für zwischendurch. Wichtig ist es vor allen Dingen, den Rücken schön gerade zu halten.

Beim Arbeiten im Stehen sollte man auch auf die eigenen Körpersignale achten. Wird die stehende Tätigkeit als anstrengend empfunden, ist es wahrscheinlich an der Zeit, sich wieder für eine Weile zu setzen. Abwechslung ist gut und sollte dem ganz individuellen Empfinden angepasst sein.

Für diejenigen, die an einem stärkeren Übergewicht leiden empfiehlt es sich auch, mit einem Arzt über die Absicht zu sprechen, künftig stärker im Stehen arbeiten zu wollen. Er kann einschätzen, in welchem Umfang das empfehlenswert ist und wie lange man im Stehen arbeiten soll.

Höhenverstellbare Schreibtische und Stehschreibtische: Die richtige “Hardware” für die Arbeit im Stehen
Ergonomisch angepasste Möbel im Büro sind eine sinnvolle Unterstützung. Die richtigen Tische für die Arbeit im Stehen werden auch Standing Desks oder Stehpult genannt. Heute gibt es jedoch eine Reihe von Herstellern, die höhenverstellbare Pulte und Schreibtische produzieren, die man sowohl im Sitzen als auch im Stehen nutzen kann.

Die richtige Tischhöhe ist ausschließlich von der Körpergröße abbhängig. Nur so ist es möglich, beim Arbeiten im Stehen auch die richtige Körperhaltung einzunehmen. Zu hohe Tische fördern Nacken- und Schulterverspannungen. Bei zu niedrig eingestellten Tischen wird der Körper wieder in eine gebeugte Haltung gezwungen, die den positiven Effekt des Stehens wieder zunichte macht.

Moderne, höhenverstellbare Arbeitstische werden heute auch nicht mehr aufwändig mit einer Kurbel verstellt, sondern lassen sich elektrisch in der Höhe verstellen. Allerdings sind diese elektrisch höhenverstellbaren Schreibtische immer noch ziemlich teuer und Preise von mehr als 1.000€ keine Seltenheit. Da diese professionellen Steharbeitsplätze meist von den Firmen gekauft werden, halten die Hersteller die Kosten entsprechend hoch.

Für Privatleute oder Jene, die sich einen Stehschreibtisch selbst kaufen, gibt es aber auch Alternativen. Die einfachste ist, sich auf den gängigen Second Hand Plattformen umzusehen und einen höhenverstellbaren Schreibtisch günstig gebraucht zu kaufen.
Aber auch einfache Lösungen können schon genügen, um ein flexibles Arbeiten möglich zu machen. So bietet ein Berliner Startup MonkeyDesk Tischaufsätze aus Pappe an, die nach Bedarf auf dem Schreibtisch plaziert werden können und nach Gebrauch auch wieder gefaltet in der Ecke verstaut werden können. Solche Stehschreibtisch-Aufsätze sind dann mit rund 45€ auch vergleichsweise günstig und für jedes Budget passend.

Eine andere, relativ günstige Variante ist der höhenverstellbare Schreibtisch Skarsta von IKEA. Diesen bekommt man für 200€ und kann die Höhe dann mit einer Kurbel verstellen, was ich mir ziemlich unpraktisch vorstelle, da ja doch einiges an Höhe zu überwinden ist beim Hoch- bzw. Herunterstellen. Beim elektisch höhenverstellbaren Steh-Schreibtisch von IKEA, dem Modell Brekant, liegt der Preis dann auch gleich schon wieder bei 500€.

Will man nicht gleich in neue Büromöbel investieren und das Arbeiten im Stehen erst einmal ausprobieren, kann man sich auch einfach selbst behelfen und den Stehbürotisch selbst bauen. Eine Schreibtischerhöhung lässt sich auch aus einem passenden Karton und einer Holzplatte auch im DIY-Verfahren zaubern.

Ich habe mich für meinen Test für den höhenverstellbaren Stehschreibtisch-Aufsatz aus Holz von Standsome entschieden. Der ist solide gebaut, flexibel einsetzbar und trotzdem schlägt der Stehtisch Standsome Double Wood mit einem Preis von 249€ keine allzugroße Kerbe ins Budget. Aber meine Erfahrungen mit Standsome und dem Arbeiten im Stehen, stelle ich Euch hier gleich noch einmal im Detail vor.

Standsome Double Wood im Test. Erfahrungen mit dem höhenverstellbaren Stehschreibtisch aus Holz
Es war mal wieder eine Facebook-Anzeige, die mich auf Standsome aufmerksam gemacht hat. Denn schon auf den Fotos sah Standsome nach einer “No Bullshit” Lösung für das Arbeiten im Stehen aus. Also einfach den ganzen Firlefanz weggelassen, den die anderen Systeme so teuer machen und etwas simples, robustes gezaubert. Also habe ich mir das höhenverstellbare Modell bestellt und wenige Tage später kam dann schon der große Karton bei mir an.

Der Aufbau ist denkbar einfach, weil der Standsome Double eigentlich nur aus einem großen Hauptelement besteht, in das ein weiteres Brett eingesteckt und verankert wird. Damit steht dann das Grundsystem und nun können die beiden einzelnen Ebenen-Platten genau in der passenden Höhe eingesteckt werden. Hier sollte man, wie schon beschrieben, darauf achten, daß die Bildschirmebene und die Ebene für Maus und Tastatur auf der richtigen Höhe montiert werden.


Durch die vielen Steckmöglichkeiten lässt sich der Stehschreibtisch-Aufsatz in Sekunden anpassen. Der Standsome Double ist für Leute ab 1,60cm Körpergröße geeignet und wahrscheinlich auch bis zu 2 Metern noch einsetzbar, denn bei meinen deutlich über 1,80cm Größe sind oben immer noch 3 Etagen frei, die man den Bildschirm höher stellen könnte. Jedenfalls lässt sich der Standsome Double auch wunderbar teilen, da man die Ebenen in sekundenschnelle auf eine andere Körpergröße umstecken kann.
Für kleinere Leute oder wenn man nur mit dem Notebook, ohne externe Tastatur arbeiten will, gibt es auch den kleineren Standsome Slim mit nur einer Etage, der dann auch nur 189€ kostet.

Hergestellt werden die Stehtische aus Pappel-Sperrholz, in meiner Variante mit lackiertem Vollholz-Birkenfurnier, aber es gibt auch die Farbe Granit und klassisches Weiß zur Auswahl. Mit 9 Kilogramm Gewicht und einer Belastbarkeit von mehr als 7kg pro Ebene, macht der Standsome trotz des einfachen Stecksystems einen sehr stabilen, robusten Eindruck.

Was mir am meisten gefällt, ist daß der Standsome unglaublich flexibel und schnell einsetzbar ist, weil man ihn einfach auf den vorhandenen Schreibtisch stellt, wenn man ihn benutzen will und genauso schnell wieder wegstellt, wenn man im Sitzen weiterarbeiten will. Da kommt kein elektrisch höhenverstellbarer Schreibtisch und erst recht kein Kurbelsystem in der Geschwindigkeit mit.
Dafür hat man aber den Nachteil, daß der Standsome dann neben dem Schreitisch steht, sofern man ihn nicht jedes mal auseinanderstecken will. Bei mir hat er aber eine Art Regalfunktion, wo man auch mal kurz etwas drauf ablegen kann, wenn er gerade neben dem Schreibtisch steht. Und dekorativ ist der Standsome ja auch.

Was mit in meinem Test aufgefallen ist, ist daß man sich doch erst an das Arbeiten im Stehen gewöhnen muss. Besonders, wenn ich mich besonders intensiv konzentrieren will, habe ich die Erfahrung gemacht, daß das Sitzen dann doch angenehmer ist. Aber gerade für Telefonate, besonders für Videocalls per Skype, ist es perfekt am Stehtisch zu arbeiten, weil die Kameraperspektive auch viel natürlicher ist und weil man durch das Stehen engagierter und agiler im Telefonat ist. Auch für normale E-Mail-Arbeit oder das Durchsehen von Präsentationen hat sich der Standsome Stehtisch als perfekt erwiesen.

Meine ursprüngliche Skepsis, wie so ein simples Tischsystem sich tatsächlich in der Praxis schlagen würde, hat sich komplett zerstreut und ich bin sehr froh, daß ich mir den Standsome bestellt habe. Denn einen Steharbeitsplatz wollte ich mir schon lange einrichten, hatte aber immer die Kosten gescheut. Ab jetzt bin ich dank des Standsome nun also Steharbeiter!

Wenn Ihr Euch die verschiedenen Modelle auch einmal genauer ansehen wollt, findet Ihr diese bei Amazon und natürlich auch direkt bei Standsome.

Fazit zu meinen Erfahrungen mit dem Arbeiten im Stehen
Man muss nicht sofort zum teuren High-Tech-Tischsystem greifen und genauso wenig muss man gleich seinen kompletten Arbeitstag im Stehen verbringen.
Für den Anfang kann man damit beginnen, zunächst nur gewisse Tätigkeiten im Stehen ausführen – z. B. Meetings abhalten oder Unterlagen aus Aktenordnern im Stehen lesen. Auch das Telefonieren bietet sich als stehende Tätigkeit an – hier kann man eventuell auch durch ein Gehen im Raum für zusätzliche Bewegung sorgen.
Durch diese kleinen Übungen findest Du schnell heraus, wie das Stehen beim Arbeiten Dein Körpergefühl und Deine Arbeitsweise beeinflusst. Es ist nicht notwendig, alle Gewohnheiten sofort radikal umszustellen – es lässt sich einfach ausprobieren.
Auch ein günstiges Steharbeitsplatzkonzept reicht für den Anfang aus und in meinem Fall, fehlt mir am Standsome nichts, was mich zum Umstieg auf ein anderes System motivieren würde.

Gerade für Sportler und besonders Läufer bietet das Arbeiten im Stehen eine Menge Vorteile. Man kann hierbei die Muskulatur stärken und durch kleine Dehn- und Entspannungsübungen zwischendurch den Bewegungsapparat zusätzlich trainieren. Sehr effektiv ist es beispielsweise, sich zwischendurch auf die Zehenspitzen zu stellen oder auch abwechselnd ein Bein auf einen Stuhl zu stellen.
So bleiben die Muskeln schön flexibel und bei einer regelmässigen Anwendung können dabei auch Fuß- und Beinmuskulatur gekräftigt werden.

GD Star Rating
loading...

Das könnte dir auch gefallen

Keine Kommentare

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Bekannt aus: