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Durch Sport zu mehr grauer Substanz im Gehirn

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Ein Team von Neurophysiologen der Universität Bochum konnte nachweisen, dass Sport zu einem Wachstum der grauen Substanz, welche den Nervenzellkörpern entspricht, in bestimmten Gehirnregionen führt.

Inwieweit sich Sport positiv auf die Gehirnaktivität beziehungsweise die Gehirnkapazität auswirkt, ist ein schon lange umstrittenes Thema der physiologischen Wissenschaft. Eine besondere Relevanz dürfte dieses Thema gerade auch in Hinsicht auf die seit Menschengedenken geführte Diskussion zur Bedeutung der sportlichen Betätigung als Ausgleich zur rein intellektuellen Aktivität haben. Als Stichworte seien hier einerseits das aus der Antike stammende Zitat „Mens sana in corpore sano“ und andererseits die immer wieder aktuelle Diskussion um den Schulsport genannt.

Das Forscherteam der Universität Bochum konnte mithilfe der Kernspintomografie belegen, dass die Gehirne von Sportlern im supplementären motorischen Areal (SMA) mehr graue Substanz aufwiesen, als dies bei Nichtsportlern der Fall war. Dazu verglichen sie eine Gruppe von 26 Sportlern, eine Hälfte davon Kampfsportler und die andere Ausdauersportler, mit 12 Nichtsportlern. Die Untersuchungen ergaben, dass bei den Kampfsportlern im SMA und bei den Ausdauersportlern zusätzlich noch in einer weiteren Gehirnregion, dem Hippocampus, mehr graue Substanz zu finden war, als bei den Nichtsportlern.

Die graue Substanz des Gehirns besteht, wie hier bereits dargelegt, vorwiegend aus den Nervenzellkörpern, während die weiße Substanz durch Nervenfasern gebildet wird. Nun gilt es noch zu klären, ob die Zunahme der grauen Substanz auf einem Zellwachstum oder auf einer stärkeren lokalen Durchblutung beruht. Auch eventuelle Folgerungen auf die Auswirkungen dieser beobachteten Zunahme der grauen Substanz auf andere Lebensbereiche bedürfen noch weiterführender Untersuchungen. Der Leiter der Studie, Professor Tobias Schmidt-Wilcke, zieht zum Beispiel die Möglichkeit in Betracht, dass die Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses gesteigert werden könnte, was eine schnellere Verarbeitung von Informationen zur Folge hätte und für eine schnelle Entscheidungsfähigkeit förderlich wäre. Es bleibt also zu hoffen, dass dies auch auf die Entscheidungsfindung bezüglich des Schulsports entsprechende Auswirkungen haben möge.

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