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Ernährung

Veganuary in Deutschland: Das steckt dahinter und so kannst Du mitmachen!

Den einen geht es ums Tierwohl, den anderen um ihren Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel, wieder anderen um ihre Gesundheit und ein gutes Lebensgefühl – oder auch um alles zusammen! Vegane Ernährung ist eine Lebensart, die von Jahr zu Jahr mehr Anhänger findet. Und der cleveren Kampagne „Veganuary“ ist es gelungen, ihr weiteren, massiven Zulauf zu verschaffen und Menschen zu motivieren und anzuleiten, die vegane Ernährungsweise mal für einen Monat auszuprobieren. Aber was ist Veganuary, wer steckt dahinter und was kannst Du tun, wenn Du Dich der Bewegung anschließen willst? Wir erklären es Dir!

Was steckt hinter Veganuary?

Die Idee hinter Veganuary („Vegan January“ – veganer Januar) ist simpel: Möglichst viele Menschen sollen animiert werden, sich den ersten Monat des neuen Jahres komplett vegan zu ernähren – und idealerweise davon überzeugt, das auch weiter beizubehalten. Hierfür den Januar ins Visier zu nehmen, hat sich als marketingtechnisch sehr smarter Geistesblitz entpuppt. Der gute Vorsatz, zum Jahresbeginn das eigene Leben und ein kleines Bisschen vielleicht auch die Welt zu verändern, ist eine uralte Tradition – und die Veganuary-Kampagne war und ist für viele eine dankbare Inspiration.
Die dahinter stehende Organisation unterstützt auch Handelsketten, Restaurants und andere Firmen bei der Entwicklung und Vermarktung veganer Speisen und Produkte und macht durch intensive PR, Medien- und Werbekampagnen über viele Kanäle auf ihre Botschaft aufmerksam. Natürlich steckt dahinter nicht nur die gute Sache, sondern auch eine Portion Geschäftssinn, aber die Veganuary-Kampagne macht es wirklich kinderleicht, die vegane Ernährung kennenzulernen. Denn im Gegensatz zu radikalen Veganern, nimmt Veganuary die veganen Neulinge sehr gut an die Hand und versorgt komplett kostenlos mit Rezepten und allem was man wissen muss. Natürlich gibt es dabei auch mal einen Hinweis für ein neues veganes Produkt einer Marke, aber als Konsument kann man ja selbst entscheiden, ob man sich nun in der Bahn die neue vegane Currywurst holt oder doch lieber eine Banane einpackt.

Wer steckt hinter Veganuary?

Im Jahr 2014 organisierte sich in Großbritannien zunächst eine Gruppe von Privatpersonen, um ihr Konzept eines veganen Januars national und international bekannt zu machen. Vor allem in England hatte die Idee durchschlagenden Erfolg und wurde schnell zu einem Massenphänomen. Auch in viele andere Länder auf allen Kontinenten wurde erfolgreich expandiert, die Veganuary-Organisation hat Mitarbeiter in den USA, Lateinamerika und Indien. 2019 begann Veganuary, auch in Deutschland zu operieren.

CEO der Organisation ist aktuell die junge deutsche Aktivistin Ria Rehberg, bekannt geworden als eine Frontfigur von Animal Equality. Die Tierschutzinitiative machte sich mit der Aufdeckung grausamer Missstände in der Massentierhaltung verdient. Rehberg wäre es erklärtermaßen am liebsten, wenn die industrielle Ausbeutung der Tiere für die menschliche Ernährung ganz aufhören würde – aus Prinzip und wegen des großen CO2-Ausstoßes und Einflusses auf die Erderwärmung. Ihr Herzensanliegen treibt das frühere Fotomodel mit ihren Mitstreitern nun auf anderem Wege voran: Veganuary will positive Alternativen aufzeigen und beweisen, dass den Menschen nichts fehlt, wenn sie auf tierische Produkte verzichten. In einem Interview mit dem Portal vegan-fuer-mich.de beschreibt Rehberg ihre Aufgabe auch als persönlich sehr erfüllend. Sie bekomme jedes Jahr „viele tolle Zuschriften von Menschen, die uns erzählen, wie sich ihr Leben dank der Umstellung zu vegan verändert hat“. Es meldeten sich Neu-Veganer, „die stark übergewichtig waren und es durch Veganuary geschafft haben sich wieder fit und gesund zu fühlen“, die chronische Leiden überwunden hätten oder einfach ein spürbar besseres Lebensgefühl gewonnen hätten.

Wie kann ich beim Veganuary mitmachen?

Ganz einfach: Wenn Du Dich beim Veganuary mit Deinem Namen und Deiner E-Mail-Adresse registrierst, wirst Du kostenlos den ganzen Januar über mit Rezepten, Ernährungsplänen und anderen Tipps für leckere vegane Ernährung versorgt. Auch ein digitales Promi-Kochbuch gehört zum Service von Veganuary.
Das Projekt ist nicht zwingend an den Januar gebunden: Alternativ kannst Du auch am Tag der Registrierung oder an jedem beliebigen Wunschdatum loslegen. Auch auf der jederzeit zugänglichen Homepage von Veganuary gibt es jede Menge Rezepte für alle Tageszeiten und Anlässe, Ernährungstipps und einen Blog mit aktuellen Nachrichten der Organisation.

Was kann ich beachten, wenn ich den Veganuary ausprobiere?

Einige allgemeine Tipps, die Veganuary gibt:

  • Schon vor Beginn vegane Grundnahrungsmittel wie Margarine und Milchersatz besorgen
  • Frühzeitig die Zubereitung erster Gerichte vorbereiten, um Routine zu gewinnen
  • Verpackungen genau lesen: In vielen vermeintlich pflanzlichen Produkten verbergen sich tierische Produkte wie Gelatine oder Milchpulver
  • Lieblingsessen „veganisieren“: Viele belächeln zwar die veganen Alternativen zu Burgern, Spaghetti Bolognese und Co. – aber sie erleichtern vielen den Umstieg und die Erkenntnis, dass es leckere Alternativen zu den tierischen Inhaltsstoffen gibt
  • Bewusst darauf achten, aus welchen veganen Quellen ausreichend Fettsäuren, Calcium und Eisen zugeführt werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen
  • Vitamin B12 – den Nährstoff, der durch vegane Ernährung nicht zu ersetzen ist – mit Tabletten supplementieren
  • Mit Freunden vernetzen, gemeinsam kochen, Rezepte und Ideen austauschen: Gemeinsam macht alles mehr Spaß als allein

Was hat Veganuary schon erreicht?

Viel. Die Zahl der Menschen, die bei der Veganuary Challenge mitgemacht haben, hat sich zwischen 2015 und 2022 schrittweise von 12.800 auf 629.000 gesteigert – also fast um das 50-Fache. Auch viele große Unternehmen mischen inzwischen mit, 426 im vergangenen Jahr. In Deutschland sind unter anderem auch die Einzelhandels-Riesen Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Penny und Rewe an Bord – 2023 ist erstmals auch die Deutsche Bahn dabei und serviert ihren Kunden vegane Currywurst, Flammkuchen und Chili sin Carne. Auch der Lieferdienst Lieferando unterstützt das Projekt und meldete infolge des Veganuary neue Bestellrekorde für vegane Produkte. Nach Angaben von Veganuary wurden auf dem deutschen Markt im Jahr 2022 satte 307 vegane Produkte sowie 301 vegane Gerichte und Menüs neu eingeführt. Weltweit gab es 2022 sogar über 1500 vegane Produkt- und Menü-Innovationen. Veganuary war dabei ein wesentlicher Impulsgeber.

Welche Promis machen mit?

Veganuary hat sich auch deshalb erfolgreich ins Gespräch gebracht, weil das Projekt viele prominente Unterstützer gefunden hat. Dazu gehören unter anderem die Musikikonen Paul McCartney (The Beatles), Billie Eilish und Brian May (Queen), die Hollywood-Stars Joaquin Phoenix, Alec Baldwin, Alicia Silverstone und Mayim Bialik (Big Bang Theory) oder auch Eric Adams, der Bürgermeister von New York City. Zu den deutschsprachigen Promis, die für Veganuary werben, zählen Rammstein-Sänger Till Lindemann, Rock-Queen Doro Pesch, die Schauspieler Hannes Jaenicke und Ralf Moeller, Ex-Nationaltorwart Timo Hildebrand, Comedian Kaya Yanar und auch Social-Media-Influencer wie Rezo und Marie von den Benken (Regendelfin).

Dr. Eckart von Hirschhausen, ein weiterer Anhänger des Veganuary, wirbt auch mit seiner Perspektive als Arzt für die Idee: Mit einer Umstellung auf pflanzenbasierte Ernährung ließen sich nach seiner Schätzung in Deutschland jährlich 150.000 Todesfälle durch Herzinfarkte und Schlaganfälle verhindern. Veganuary verweist auch auf Studien, die nahelegen, dass vegane Ernährung das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und Krebs senkt, insbesondere Lungen- und Dickdarmkrebs.

Hat der Veganuary wirklich einen nachhaltigen Effekt?

Eindeutig! Laut einer Berechnung der Harvard University wurden durch das Veganuary-Projekt zwischen 2014 und 2018 über 100.000 Tonnen CO2 und 6 Millionen Liter Wasser eingespart und 3,4 Millionen Tierleben verschont – und durch die größere Verbreitung in den darauffolgenden Jahren sind diese Zahlen inzwischen nochmal weit höher. Eine offizielle Umfrage, an der über 7000 Personen teilnahmen, die beim Veganuary 2022 mitgemacht haben 80 Prozent den Konsum von Tierprodukten dauerhaft stark reduziert oder ganz eingestellt. 28 Prozent blieben ganz vegan, 37 Prozent gaben an, mindestens 75 Prozent weniger tierische Produkte zu sich genommen zu haben, 15 Prozent schränkten sich immerhin um mehr als die Hälfte ein. Der Erfolg von Veganuary spiegelt einen noch umfassenderen Trend wider: Im Jahr 2021 sank der durchschnittliche Fleischkonsum laut statistischem Bundesamt auf einen historischen Tiefstand von 55 Kilo pro Kopf – der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 1989. Im selben Jahr stieg auch die Produktion von Fleischersatzprodukten um 17 Prozent an.

Fragen zum Veganuary

Warum Veganuary?

Weil Veganuary eine gemeinnützige Initiative ist und Dich mit vielen kostenlosen Informationen und Rezepten auf einer Entdeckungsreise der veganen Ernährung unterstützt. Veganuary unterstützt auch Unternehmen, die bei der Workplace Challenge mitmachen. Denn zusammen die Mittagspause vegan zu gestalten und die Challenge zusammen zu erleben, motiviert noch einmal zusätzlich

Wann findet der Veganuary statt?

Der Veganuary findet immer im Januar statt. Der Name Veganuary wurde aus dem Wort vegan und dem englischen Wort für Januar „January“ zusammengesetzt. Inzwischen kann man aber zu jeder Zeit im Jahr seine Monatschallenge machen und bekommt dabei Unterstützung vom Veganuary.

Wie spricht man Veganuary aus?

Der Veganuary wurde in Großbrittanien erfunden und basiert auf den Worten „Vegan“ und „January“. Veganuary wird daher als „wi-gän-juäri“ ausgesprochen.

Ist der Veganuary kostenlos?

Ja, am Veganuary kann man komplett kostenlos teilnehmen. Im letzten Jahr haben sich fast 600.000 Teilnehmer in Deutschland für die vegane Challenge angemeldet.

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