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Intervallfasten Erfahrungen: Intermittierendes Fasten für Anfänger im Test

Fotos: Intervallfasten

Nach Jahren des Herumexperimentierns mit verschiedenen Diäten, damit ich gesund abnehmen und endlich mein optimales Marathongewicht erreichen kann, habe ich in diesem Jahr endlich einmal das Intervallfasten ausprobiert und damit bisher fast 15kg abgenommen. Mein intermittierendens Fasten läuft auch noch weiter, aber hier will ich schon einmal über meine Erfahrungen mit dem Intervallfasten berichten und einige Tipps für Anfänger geben!

Was ist Intervallfasten?
Nach der zuckerfreien Ernährung ist unter den vielen verschiedenen Diät- und Ernährungstrends einer momentan besonders beliebt: Das Intervallfasten beziehungsweise intermittierende Fasten.

Beim Intervallfasten handelt es sich jedoch nicht um eine Diät im klassischen Sinne, sondern um eine dauerhafte, teilweise lebenslange, Ernährungsumstellung.
Klassisches Fasten bedeutet, dass der Mensch freiwillig auf eine Nahrungsaufnahme über einen bestimmten Zeitraum verzichtet. Herkömmlich sind das mehrere Tage oder auch Wochen am Stück ohne jegliches Essen.
Bei Intervallfasten handelt es sich hingegen um periodisches Fasten. Die Zeiträume, in denen gegessen werden darf, wechseln sich mit Nahrungsmittel freien Stunden ab – beispielsweise 16 Stunden ohne Mahlzeiten und 8 Stunden pro Tag mit Kalorienzufuhr, in denen also gegessen werden darf.
Das Hauptziel ist eine langfristige, aber eben auch gesunde, Gewichtsreduzierung, die vor allem dadurch erreicht wird, daß in der nahrungsfreien Zeit der Körper ununterbrochen in der Körperfettverbrennung ist, die normaler Weise durch essen immer wieder unterbrochen wird oder eben garnicht mehr stattfindet, wenn wir zuviel essen.
Intermittierendes Fasten wird außerdem zur Vorbeugung und Behandlung von bestimmten Krankheiten, wie zum Beispiel Herzkreislauf-Erkrankungen, aber auch zur Entgiftung und Regeneration angewendet.

Historischer Hintergrund des Fastens und Intervallfastens
Seit Urzeiten ist die Menschheit an das Fasten gewöhnt. Es vergingen Tage auf der Jagd, bevor wieder etwas Essbares gefunden wurde. Nahrung war nicht immer und für alle verfügbar und der Körper lernte in Hungerphasen von seinen Fettreserven zu leben.
Dieser Vorgang wird heutzutage nur noch selten abgerufen, da Lebensmittel in großen Mengen und zu jeder Zeit vorhanden sind und Hunger selten vorkommt. Krankhaftes Übergewicht und Volkskrankheiten wie Diabetes sind die Folge.
Genau diese Erkenntnis, daß dieses “Notstromprogramm” der Ernährung aus den Körperfettreserven ganz natürlich im Körper angelegt ist, war auch einer der großen Aha-Momente meiner ersten klassischen Fastenkur, bei der ich über 2 Wochen durchgehend gefastet habe.

Für wen ist das Intervallfasten geeignet?
Die Ernährungsform der Intervalldiät ist für dich geeignet, wenn Du Körperfett verlieren, aber nicht auf gewisse Speisen verzichten möchtest. Hast Du bereits dein Idealgewicht erreicht, hilft dir das intermittierende Fasten keine zusätzlichen, neuen Kilos anzusetzen. Gelegentliche Anlässe, wie zum Beispiel Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern, werden sich nicht negativ auf deine Figur auswirken. Um einen positiven Erfolg zu erzielen, sollte aber immer darauf geachtet werden, nicht mehr Kalorien zu sich zu nehmen, als man über den Tag verteilt verbraucht. Denn wenn man dann Abends alles in sich hineinstopft, was man den Rest des Tages nicht gegessen hat, wird auch die Intervalldiät keinen Effekt haben. Dazu habe ich später auch noch Tipps.
Der größte Vorteil des Intervallfastens liegt darin, daß man in der Essphase dem Körper weiterhin ganz gezielt die Nährstoffe geben kann, die er braucht. Dadurch vermeidet man zum Beispiel, daß man Muskelmasse verliert, was einer der größten Nachteile der normalen, tagelangen oder wochenlangen Fastenkur ist

Für wen ist das Intervallfasten nicht geeignet?
Auf Intervallfasten verzichten solltest Du, wenn Du unter einer Mangel- beziehungsweise Unterernährung leidest. Auch für Kinder und Jugendliche ist es nicht ideal, da ihr Stoffwechsel anders arbeitet als der von Erwachsenen. Es könnte negative Auswirkungen auf ihr Wachstum haben. Schwangeren wird ganz davon abgeraten.
Diabetiker, Krebskranke, Blutdruckpatienten und Personen mit einer chronischen Krankheit sollten sich vor dem Intervallfasten von einem Arzt untersuchen lassen und ihr Vorhaben mit ihm absprechen.
Lange Reisen und hohe berufliche Belastungen bieten keine gute Grundlage, um mit dem intermittierenden Fasten zu beginnen. Insbesondere in den ersten Tagen ist es eine große Umstellung für den Körper und würde dich und deinen Organismus unter zu großen Stress setzen. Wenn man aber erstmal eingespielt ist im Rhythmus aus Essen und Nichtessen, sind auch solche Phasen kein Problem.

Wie funktioniert Intervallfasten? Varianten des Intervallfasten-Plans
Für welche Form des intermittierenden Fastens Du dich entscheidest, bleibt allein dir überlassen. Indem Du die verschiedenen Möglichkeiten testest, wirst du herausfinden, welche sich am besten mit Deinem Alltag vereinbaren lässt. Wichtig ist, dass Du dich stets damit wohlfühlst und die gewählte Methode dadurch beibehalten kannst. Die unterschiedlichen Vorgehensweisen unterscheiden sich eigentlich nur darin, wie lange die jeweilige Fastenzeit anhält und wie häufig sie pro Woche durchgeführt wird.

Dinner Cancelling: Einzelne Mahlzeiten ausfallen lassen
Diese Art des Fastens ist ideal für Anfänger, die sich langsam an das Thema herantasten möchten. Sie ist auch unter dem Namen „Dinner cancelling“ bekannt. Zwei- bis dreimal wöchentlich wird hierbei das Abendessen gestrichen. Es kann zu einer besseren Schlafqualität kommen, da der Magen-Darm-Trakt nachts nicht mit der Verdauung beschäftigt ist. Gehörst du zu den Menschen, die morgens keinen Bissen herunterbekommen, besteht auch die Möglichkeit das Frühstück ausfallen zu lassen. Höre stets auf deinen Körper und dein Kreislaufgefühl. Besonders, wenn Du Dich superschwach und antriebslos fühlst, oder Dir schwindlig wird, gibt es nur eine Lösung. Iss einfach etwas, egal was der Diätplan sagt

Der Fastentag: Fasten an einem Tag der Woche
Hierbei wird wöchentlich für 24 Stunden auf jegliche feste Nahrung verzichtet. Wasser und ungesüßte Getränke sind erlaubt, begleitet von Spaziergängen an der frischen Luft oder andere moderaten Bewegungsformen.
Intensiven Sport oder Gewichtstraining solltest Du an diesem Tag nicht durchführen, um eine Überlastung Deines Organismus zu verhindern.

5 zu 2 Intervallfasten Plan – 5/2 Methode
Diese Variante gilt unter den Fastenden als besonders beliebt. Viele ernähren sich während ihrer Arbeitswoche normal und verzichten samstags und sonntags auf Lebensmittel.
Gehst du jedoch gerne am Wochenende aus, werden sich für dich zwei andere Tage in der Woche besser anbieten. Lege die Fastentage so, dass du möglichst wenig Stress hast und Zeit für Pausen einbauen kannst. Ganz egal wie Du es machst – es sollten pro Woche zwei Fastentage eingehalten werden.
An diesen sind für Frauen lediglich 500 Kilokalorien und für Männer 600 Kilokalorien erlaubt. Kalorienfreie Getränke helfen Dir das anfangs auftretende Hungergefühl zu bekämpfen. Übe an diesen Tagen nur sanfte Sportarten wie Yoga, Schwimmen oder Pilates aus. An den Tagen, an denen Essen erlaubt ist, solltest Du dich trotzdem gesund ernähren.
Es empfiehlt sich Zucker sowie Kohlenhydrate in Form von Nudeln nur gelegentlich zu sich zu nehmen. Gemüse und zuckerarmes Obst, wie zum Beispiel Zitrusfrüchte, stellen eine gute Alternative dar und bei starker muskulärer Belastung, sollte man für die Diät Rezepte mit höherem Proteinanteil wählen, also mit Fisch, Fleisch, Ei oder Tofu.
Zu welcher Uhrzeit du isst, spielt bei der 5:2 Methode keine Rolle.

16 zu 8 Intervallfasten Plan – 16/8 Methode
Diese weit verbreitete Form des Fastens findet besonderen Anklang bei allen, die nicht einen kompletten Tag auf Nahrung verzichten wollen. Bei dieser Methode wechseln sich 16 Stunden Fasten mit acht Stunden, in denen essen erlaubt ist, ab. In diesen acht Stunden wird auf Snacks verzichtet und zwei Hauptmahlzeiten eingenommen.

Du kannst die Fastenzeiten frei wählen und Deinem Lebensstil anpassen. Lasse das Frühstück ausfallen und nimm dein Mittagessen gegen 13 Uhr zu Dir.
Ab 21 Uhr abends startet dann die nächste Fastenperiode. Möglich ist auch ein spätes Frühstück um 11 Uhr und die letzte Nahrungsaufnahme des Tages vor 19 Uhr. Ein frühes Abendessen wirkt sich wieder positiv auf deine Nachtruhe aus.
Jede mögliche Variante ist erlaubt. Das Ziel ist auch hier, eine möglichst lange Fettverbrennungsphase zu erreichen, die in diesem Fall sechzehn Stunden am Tag beträgt.

Sportler schätzen die 16:8 Methode, da sie morgens zum Beispiel Laufen gehen und danach bei einem zeitigen Mittagessen die verbrauchte Energie zurückführen können. Zudem führt sportliche Betätigung auf leerem Magen zu einer gesteigerten Fettverbrennung. Gerade für Ausdauersportler ist dieses Stoffwechseltraining in Form des Nüchterntrainings extrem effektiv.

Ratsam ist es, dass Du das 16/8 Intervallfasten zunächst mit einer abgemilderten Form von zwölf Stunden ohne Nahrung beginnst. Die Umstellung bedeutet Stress für deinen Körper, an den er sich erst gewöhnen muss. Hast Du zu Beginn großen Hunger, solltest Du ihm mit zwei bis drei Liter Wasser oder zuckerfreiem Tee entgegenwirken. Starte deinen Tag mit einem großen Glas und lass ein Hungergefühl gar nicht erst aufkommen.

Ein klarer Vorteil dieser Variante ist, dass ein großer Teil der Fastenzeit in der Nacht stattfinden. Ein Verlangen nach Essen kann somit verschlafen werden.

36 zu 12 Intervallfasten Plan – 36/12 Methode
Eine gesteigerte Variante des 16:8 Diätkonzeptes ist die 36:12 Methode. Einen Tag fastest Du komplett und am darauf folgenden begrenzt Du Deine Nahrungsaufnahme auf die Zeit zwischen acht und 20 Uhr.

Alternate-day-fasting
Dazu ähnlich ist das Alternate-day-fasting. Ein Tag wird komplett normal gegessen. Am anderen Tag nur eine Energiemenge von 25 Prozent des Kalorienbedarfs zu sich genommen.

Die Warrior Diät
Diese Variante orientiert sich besonders stark an dem Leben unserer Vorfahren. Diese waren tagsüber Jagen und Sammeln und konnten nur abends eine Mahlzeit zu sich nehmen. Bei der Warrior Diät werden über den Tag verteilt nur Rohkost-Snacks oder Proteinshakes zu sich genommen und abends geschlemmt.
Problematisch wird diese Variante, wenn der Schlaf durch das späte Essen gestört wird. Außerdem muss besonders darauf geachtete werden durch das Abendessen alle Nährstoffe aufzunehmen, die der Körper benötigt.

Die Auswirkungen des Fastens auf den Körper
Dein Körper erfährt während des Fastens eine Art positiven Schock. Er sieht die fehlende Nahrung als Gefahr und schüttet das Hormon Adrenalin aus. Mögliche Schmerzen werden dadurch gesenkt, Entzündungen gehemmt und der Organismus aktiviert.
Sind die Zuckerreserven für die Energiegewinnung aufgebraucht, werden Fette verbrannt. Durch diesen Prozess entstehen Ketone, die wiederum die Organe und das Gehirn mit Energie versorgen. Des Weiteren kommt es bei einem Intervallfasten zu einer sogenannten Autophagie beziehungsweise Autophagozytose. Damit wird die Selbstreinigung des Körpers bezeichnet. Beschädigte Bestandteile der Zelle werden abgebaut, können neu verwertet und zur Energiegewinnung genutzt werden. Dieser Prozess sichert das Überleben jeder einzelnen Zelle.
Nach jedem Essen steigt der Blutzuckerspiegel im Körper an und stoppt die Fettverbrennung. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerwert führt zu einer übermäßigen Ausschüttung von Insulin. Die Bauchspeicheldrüse, die das Insulin produziert, ermüdet mit der Zeit und Diabetes kann entstehen. Durch intermittierendes Fasten und den Verzicht auf Snacks zwischen den Mahlzeiten wird der Zuckeranteil im Blut auf einem gesunden Niveau gehalten.

Eine kritische Betrachtung des Intervallfastens

Die Vorteile des Intervallfastens
Mit Hilfe des Intervallfastens verliert Dein Körper überflüssige Kilos auf gesunde Art und Weise. Im Vergleich zu herkömmlichen Diäten bleibt der Jojo-Effekt aus, da der Stoffwechsel nicht heruntergefahren wird und es zu keinem Muskelabbau kommt. Der Zucker- und Fettstoffwechsel werden verbessert, was dem Schutz vor Diabetes Typ 2 dient. Intermittierendes Fasten unterstützt bei der Krebstherapie und hilft dem Körper bei der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder hohem Blutdruck. Und auch auf neurologischer Ebene wirkt es vorbeugend gegen Multiple Sklerose, Demenz und Parkinson. Generell kann das Fasten zu einer höheren Lebenserwartung führen.
Da du dich in deiner Ernährung nicht einschränken musst, ist das Intervallfasten leicht in den Alltag zu integrieren und auch für Anfänger geeignet.
Es müssen keine Kalorien gezählt, sondern nur die Stunden eingehalten werden. Solltest Du die 5:2 Methode verfolgen, wirst du schnell ein Gefühl für die maximale Kalorienanzahl erhalten.

Die Nachteile des Intervallfastens
Bis zum heutigen Tag gibt es noch keine an Menschen getestete Langzeitstudie. Hinsichtlich der 16:8 Methode sind einige Kritiker der Meinung, dass 16 Stunden Fasten nicht ausreichen, um eine ketogene Stoffwechselsituation zu erzielen. Lebt man nach der Warrior Diät könnte die geballte Essensaufnahme eine zu große Stresssituation für den Körper bedeuten.
Die ersten Tage nach der Ernährungsumstellung können mit Müdigkeit, Albträumen und Reizbarkeit einhergehen. Diese Symptome sollten nach spätestens einer Woche jedoch verschwunden sein. Für manche Menschen kann das Intervallfasten auch einfach nicht mit ihrem Lebensstil vereinbart werden und es würde möglicherweise zu großem Hunger und verringerter Nährstoffaufnahme führen.

Nahrungsmittel, Rezepte, Kalorien: Was man beim Intervallfasten essen sollte
Entscheidend für die positiven Effekte des Intervallfastens ist nicht nur die jeweilige Fastenzeit einzuhalten, sondern sich auch grundsätzlich gesund und ausgewogen zu ernähren. Manche Menschen neigen nach Stunden ohne Nahrung dazu, in der darauffolgenden Zeit umso mehr zu sich zu nehmen. Vermeide dies, esse keine zusätzlichen Snacks und trinke stets genügend, um Heißhungerattacken vorzubeugen. Um solche Fressflashs zu vermeiden, sollte man langsam essen, da der Sättigungseffekt erst verzögert einsetzt. Besonders sättigende Lebensmittel sind beispielsweise Kartoffeln, Eier, Magerjoghurt- und Quark, aber auch Haferflocken. Besonders Zucker sollte man meiden, da Zucker meist dieses Verlangen nach noch mehr Zucker auslöst.

Als Getränk ist auch Kaffee erlaubt, solange er ohne Zucker und Milch getrunken wird. Um eine gute Schlafqualität zu sichern, solltest du die letzte Tasse vor 17 Uhr eingenommen haben.
Ernähre dich in den fastenfreien Phasen ausgewogen und gesund. Nehme vor allem Ballaststoffe in Form von Gemüse sowie Eiweiß durch Milch, Eier, Fleisch, Hülsenfrüchte und Nüsse zu dir. Besonders Rezepte aus der zuckerfreien Ernährung, aber auch die meisten vegetarischen Rezepte, sowie Rezepte aus der Paleo-Ernährung sind ideal.


Wieviel kann man mit Intervallfasten abnehmen? Erfolge mit dem intermittierenden Fasten
Wie immer hängen auch beim Intervallfasten die möglichen Diät-Erfolge mit den persönlichen Umständen zusammen. Jemand der über sehr viel Körperfett verfügt, und es schafft, sich beispielweise gut an den 16/8 Intervalldiätplan zu halten, also nicht Unmengen an Kalorien in der Essphase vertilgt, wird es relativ leicht schaffen, fünf Kilo pro Monat abzunehmen.
Man kann es aber auch ungefähr ausrechnen. Der durchschnittliche Kalorienverbrauch bei Männern zwischen 25-50 liegt bei etwa 2.400kCal pro Tag und bei Frauen bei etwa 1.900kCal am Tag. Nehmen wir also an ein Mann schafft es durch das Intervallfasten pro Tag 500kCal einzusparen und nur noch 1.900kCal zu sich zu nehmen und das der Rest aus Körperfett verbraucht wird. Ein Kilogramm Körperfett hat etwa 7.000kCal. Also würde man alle 14 Tage ein Kilogramm reines Körperfett verlieren.
Wenn man das Energiedefizit nun noch weiter eröht, also noch weniger isst oder den Energieverbrauch durch Bewegung erhöht, ohne gleichzeitig mehr zu essen, werden diese Körperfettkalorien entsprechend schneller verbrannt. Man muss aber aufpassen, daß man das Kaloriendefizit nicht zu hoch ansetzt, da der Körper sonst den Stoffwechsel herunterbremst und man auch weniger Kalorien verbrennt. Als oberen Richtwert nennt man 30% Kalorienreduzierung, daher liegt der Hebel in der schnelleren Fettverbrennung durch zusätzliche Bewegung und nicht im Hungern.


Intervallfasten Erfahrungen: Wie war mein Test mit dem intermittierenden Fasten?
Ich hatte mich für meinen Intervallfasten Plan für die 16/8 Variante entschieden, da diese eigentlich ganz gut zu meinem normalen Tagesplan passen. Ich habe das Frühstück weggelassen, bin ins Büro und habe mich dort dann von schwarzem Kaffee und Wasser ernährt und relativ zeitig um 12.00 Uhr Mittag gegessen. Dann ein Abendbrot möglichst vor 20.00 Uhr und fertig.

Gerade morgens viel mir das Fasten nicht besonders schwer, obwohl in der Anfangsphase so ab 10.00 Uhr schon das erste Grummeln aus der Magengegend kam und ich wirklich sehnlich auf die Uhr geschaut habe, daß es 11.00 Uhr und dann endlich 12.00 Uhr wurde. Dann gab es meist auch nur etwas Kleines, wie eine Avocado mit Tomaten, Rüherei, Suppe oder eine Türkische Pizza mit Salat vom Dönerladen. Das tolle ist, daß man diese Mahlzeit wirklich abfeiert, weil man so lange darauf gewartet hat und sich schon stundenlang vorher überlegt, was man wohl essen wird. So war es jedenfalls in der Anfangszeit.
Abends habe ich dann meist auch wieder etwas Gesundes gegessen, also Geflügel mit Gemüse oder Fisch, Blumenkohlschnitzel oder auch mal Nudeln. Gerade Abends habe ich dann aber später am Abend oft nochmal Hungerattacken bekommen, die manchmal in einen Fressflash ausgeartet sind. Die alten Gewohnheiten, vor dem Fernseher noch mal was kleines zu Naschen, kann man nicht so leicht ablegen. Und wenn man erstmal eine kleine Süßigkeit genascht hat, drehen Körper und Hirn erst richtig auf und verlangen nach mehr davon – viel mehr – alles!
Diese Ausrutscher sind aber normal und gehören dazu. Man muss nur am nächsten Morgen wieder auf den Pfad der Tugend zurückkehren und darf nicht jeden Abend einen Ausrutscher haben. Das Gute ist, daß diese Anfälle mit der Zeit weniger werden und bei mir nun fast gänzlich verschwunden sind


Schwierig waren auch die Wochenenden in der Anfangsphase. Während man innerhalb der Woche ja im Büro einigermaßen abgelenkt ist, hat man am Wochenende morgens richtig Zeit, sich mit seinem Hunger zu beschäftigen und darf bestenfalls noch seinen Liebsten beim leckeren Sonntagsfrühstück zusehen. Hier hilft nur hart bleiben oder in der ersten Umstellungsphase etwas milder zu sein. Da hat man die Wahl. Ich habe in den ersten Wochen am Wochenende öfters mal ein wenig rumgeschlampt, einfach weil man auch aus sozialen Gründen mit der Familie essen will und auch bei den Gerichten nicht überall eine Extrawurst haben muss. Trotzdem kann man sich ja ein wenig kontrollieren und muss nicht vier Marmeladen-Nudella-Brötchen verdrücken und kann Reis oder Kartoffeln weglassen und dafür lieber mehr Gemüse beim Abendessen verdrücken. Nach etwa vier Wochen hat sich das aber alles deutlich eingeregelt, so das mir das Einhalten der Regeln leichter gefallen ist und ich auch nur mit einem Kaffe beim Frühstück zusehen kann.

Ein wenig kompliziert war es auch mit dem Sport. Hier muss man wirklich seinen Zeitplan im Auge behalten. Wenn ich zum Beispiel Abends um 19.00 Uhr Intervalltraining habe, achtete ich darauf, rechtzeitig mein Abendbrot zu essen – teilweise schon um 17.30 Uhr – damit ich beim Training Energie habe und es nach dem Training auch zu spät werden würde, um die 16 Stunden fasten zu schaffen. Auch bei meinen Mittagsworkouts habe ich die Erfahrung gemacht, daß es am Ende der 16-Stunden-Phase ziemlich krass ist, eine Stunde intensives Workout einzubauen und teilweise hatte ich leichte Kreislaufprobleme oder musste die Intensität deutlich reduzieren, sodass der Trainingseffekt dann auch entsprechend geringer ausfällt. Also habe ich auch dort den 16/8 Plan ein wenig angepasst und an solchen Tagen dann 30-60 Minuten vor dem Training wenigstens eine Kleinigkeit gegessen, wie eine Banane oder eine Avocado.
Jetzt, wo ich schon seit mehr als drei Monaten im Intervallfasten bin, funktionieren aber auch diese Workouts mal nüchtern – wenn es denn sein muss. Ich versuche trotzdem vorher zu snacken, aber manchmal geht es wegen Telefonaten und Meetings einfach nicht.


Meine Erfolge und mein Fazit zu meinen Erfahrungen mit dem Intervallfasten
Tja, was soll ich sagen. Ich glaube ich habe mit dem Intervallfasten wohl endlich die ideale Ernährungsform und damit das Ende des Diätwahnsinns gefunden. Wäre ich schlau gewesen, hätte ich schon vor 5 Jahren auf meinen Trainer, Sebastian Drabow gehört und es ausprobiert. Ich hatte zwar auch mit dem klassischen Fasten, Paleo, Zuckerfrei und anderen Formen meinen Erfolg, aber das Intervallfasten passt einfach am besten zu meinem Lebensstil.
Denn beim Intervallfasten kann ich mein Training wie üblich durchführen und muss keine Einbußen bei der Muskelmasse hinnehmen. Außerdem ist das Intervallfasten sehr alltagskompatibel, da man ja theoretisch alles essen darf – also mal von Süßigkeiten abgesehen – und nur auf die Uhrzeiten achten muss. Auch Sonderfälle lassen sich sehr gut mit dem Intervallfasten verbinden, so wie meine Snacks vor dem Sport. Selbst geplante oder ungeplante Ausrutscher, wie das üppige Mehrgängemenü zu Mamas Geburtstag mit Wein, funktionieren, wenn man danach wieder ordentlich nach Plan weitermacht. Beim klassischen Fasten, müsste man erst den Magen langsam wieder an feste Nahrung gewöhnen und so ein Geburtstags- oder Weihnachtsfestessen wären nicht oder nur aufwändig möglich.
Das Intervallfasten ist also relativ leicht umzusetzen und sehr flexibel anzupassen für den Alltag. Das Krasseste aber ist, daß es einfach richtig gut funktioniert. Ich habe im Januar begonnen wieder mehr auf meine Ernährung zu achten und dann ab Februar mit 16/8 Intervallfasten begonnen. In den vier Monaten seit Jahresbeginn habe ich mehr als 15kg abgenommen. Gleichzeitig habe ich meinen Köperfettanteil deutlich gesenkt und fast im gleichen Maße Muskelmasse aufgebaut.
Ich bin damit nur noch wenige Körperfettkilos von meinem Traumgewicht und meinem idealen Körperfettanteil entfernt. Daher bleibe ich weiter dem Intervallfasten treu und bin gespannt, welche Effekte sich zukünftig noch einstellen. Denn das Schöne ist: Nicht nur ich werde immer leichter. Auch das Intervallfasten wird immer leichter!


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