Paris Halbmarathon. Erfahrungen von der Strecke des Fitbit Semi Marathon de Paris

Es war wieder einer dieser Karma-Momente in meinem Sportlerleben. Gerade noch hatte ich mich über die Wettkampfplanung für 2018 unterhalten und wieder einmal zu hören bekommen, wie schön es doch auch sei, in Paris zu laufen und nur ein paar Tage später meldet sich plötzlich FitBit und fragt, ob ich nicht Lust hätte in Paris zu starten. Keine Frage natürlich und so steht plötzlich doch wieder ein internationales Highlight auf meinem Laufkalender 2018. Und wie es beim Halbmarathon in Paris so zugeht, möchte ich Euch hier in meinem Erfahrungsbericht vom Fitbit Semi Marathon de Paris berichten.

Paris Halbmarathon Anmeldung – Fitbit Semi Marathon de Paris
Die Registrierung für den Halbmarathon in Paris ist einfach und schnell über die Webseite zu erledigen, allerdings muss man dafür Französisch oder Englisch sprechen. Alles ist aber ziemlich selbsterklärend, so daß auch Leute mit wenig Sprachkenntnissen gut zurechtkommen. Sehr wichtig ist, daß man sich vor dem Rennen unbedingt ein Attest vom Arzt besorgen muss, daß die gesundheitliche Eignung bestätigt. Ein entsprechendes Formular kann man sich auf der Webseite herunterladen. Die Bestätigung selbst kann der Hausarzt ausstellen oder ein Kardiologe und sollte keine größere Angelegenheit sein. Das ist aber von Arzt zu Arzt unterschiedlich, ob das volle Programm mit Belastungs-EKG und Langzeit-EKG gefahren wird oder einfachere Tests ausreichen. So oder so ist dieses Zertifikat extrem wichtig, da man auf der Marathonmesse sonst keine Startunterlagen bekommt.

Halbmarathontraining
Der Fitbit Semi de Paris war für mich aber auch gleich ein kleiner Tritt in den Hintern, doch etwas engagierter in mein Training zu gehen. Nach meinem sehr intensiven Laufjahr 2017 wollte ich es ja etwas ruhiger angehen lassen, um dann motivierter für die großen Herbstmarathons in das Training gehen zu können. Also ging es bei den Fit and Healthy Days in Heiligenhafen für mich immer früh raus zu Morgenläufen am Strand und als ich dann wenige Tage vor Paris einen Probelauf über die Halbmarathondistanz mit knapp 1:50h beendete, fühlte ich mich bereit für Paris. Denn zumindest die 2-Stunden-Marke war sicher.

Während meiner Trainingsläufe hatte ich dann auch ein wenig Zeit, mich in die neue Fitbit IONIC Sportuhr in der adidas-Edition zu gewöhnen. Bisher war ich ja mit der TomTom Adventurer unterwegs und war gespannt auf die smarten Funktionen des neuen FitBit Topmodells, daß mit adidas speziell für Läufer weiter optimiert worden war. Aber wie es mit der neuen Uhr so lief, schreibe ich bald auch noch in einem separaten Beitrag auf, denn ich bin mittlerweile schon mehrere hundert Kilometer mit der Uhr unterwegs.

Anreise zum Fitbit Semi Marathon de Paris
Endlich war also der Tag angebrochen und es ging am Samstag morgen nach Paris und gegen Mittag landete ich dann in der Stadt der Laufliebe, wo ich mich dann mit Cindy, Cate und den anderen Fitbit-Läufern aus aller Welt weiter auf den Weg in die Stadt in unser Hotel machte. Taschen abstellen und ab auf die Marathonmesse zum Startunterlagen abholen!

Abholung der Startunterlagen für den Fitbit Semi Marathon de Paris auf der Marathonmesse
Die Messe selbst glänzte mit einer perfekten Organisation und gerade hier ist man als Läufer ja mal schnell genervt, wenn man den wichtigen Tag vor dem Wettkampf irgendwo wartend herumstehen muss – gerade wir Berliner lernen ja immer noch wie das geht mit der Messeorga. Wie auch beim London-Marathon, beim New York Marathon und anderen Großevents wurde nicht an Platz und Personal gespart, so daß man den Abholvorgang der Startunterlagen auch im Schnelldurchlauf schaffen kann, wenn man mag.

Zunächst muss man an einem ersten Check-In das Gesundheitszertifikat vorzeigen, daß dann kurz gecheckt und abgestempelt wird. Mit diesem Zertifikat geht es dann weiter zu einem der großzügig verteilten Abholschalter für die Startunterlagen. Danach geht es dann weiter zur T-Shirt-Ausgabe und so hat man nach maximal 15 Minuten alles erledigt und ist bereit für den Start!

Aber keinesfalls sollte man die große Wand im Eingangsbereich verpassen, auf die Namen aller Teilnehmer aufgedruckt sind. Und natürlich haben wir uns mehr Zeit genommen und auch noch schnell die Pacemaker begrüßt, die sich gerade mit ihren Zeitfahnen ausstatteten.

Auch die Messe selbst hatte einiges zu bieten. Am großen Stand von Fitbit konnte man nicht nur die gesamte Produktpalette ausprobieren, sondern man konnte auch den Weltrekordhalter im Gehen über die 50km, Yohann Diniz kennenlernen. Und nur mal so zum Einnorden. Yohann geht 50km in 3:32:33h, also etwas langsamer als meine Marathonbestzeit und trotzdem ist er abolut tiefenentspannt – oder gerade deswegen?

Auch adidas war mit einem gigantischen Messestand in Paris vertreten und fast wäre der adizero adios 3 mit der „Paris 2018“ Aufschrift in meinem Körbchen gelandet und hätten das „Berlin 2017“ Paar und die Haile Gebrselassie Edition, die ich mal als Musterpaar in einem Outlet gefunden habe, sicher schön ergänzt. Aber ich habe gerade noch ein Auge auf den adizero Takumi Sen geworfen und so konnte ich mich nicht entscheiden. Witzig war übrigens, daß auf den Plakaten am adidas-Stand viele Foto sFot
Fotos von Läufern aus der Berliner Community der adidas Runners zu sehen waren.

Die restliche Marathonmesse war eigentlich ziemlich vergleichbar zu dem, was man auch anderswo findet. Viele Marathonveranstalter waren vor Ort, um für andere Laufevents zu werben und die klassischen Anbieter von Sportnahrung, Laufsocken und Ähnlichem. Eine tolle Idee beim Halbmarathon in Paris fand ich den Bastelstand, an dem sich die Zuschauer kostenlos große Anfeuerungs- und Motivationsschilder basteln konnten.

Sightseeing in Paris
Nach der Marathonmesse ging es wieder zurück ins Hotel, da wir noch ein wenig die Stadt erkunden wollten. Also rein in die Laufklamotten und los! Aus Zeitgründen und um die Distanz nicht ausufern zu lassen, fuhren wir mit der Metro zum Eiffelturm und liefen von dort gemütlich immer an der Seine entlang wieder zurück zum Hotel. Über acht Kilometer erlebten wir eine wirklich bezaubernde Abendstimmung und der milde Wind machte richtig Lust auf Frühling. Schade, daß wir nicht mehr Zeit hatten, um durch die Stadt zu bummeln. Wer also die Möglichkeit hat, noch den Freitag an dieses Laufwochenende in Paris anzubinden oder zu verlängern, sollte das unbedingt tun. Denn mit Anreise und der Abholung der Startunterlagen, bleibt nicht viel Zeit für Paris.
Nach unserer kleinen Runde ging es dann auch schon wieder ins Hotel und danach zum Abendessen ins Restaurant, wo die anderen Läufer des Fitbit-Teams aus fast allen europäischen Ländern schon warteten.

Paris Halbmarathon. Erfahrungen von der Strecke des Fitbit Semi Marathon de Paris
Am Morgen ging es dann zum Start und erst jetzt wurde erst richtig deutlich, wie gigantisch der Halbmarathon in Paris wirklich ist. Mit fast 40.000 Teilnehmern ist es einer der größten Halbmarathons in Europa – noch vor London und Berlin. Als Fitbit-Läufer sind wir etwas privilegiert und haben einen eigenen Bereich auf der Marathonmesse, wo wir uns umziehen und unsere Sachen deponieren können. Aber wie ich von anderen gehört habe, sind auch die Sicherheitskontrolle und die Gepäckabgabe kein Problem und gut organisiert. Allerdings sollte man sich rechtzeitig auf den Weg zu seinem Startblock machen – besonders wenn man weiter vorn startet. Das Starterfeld ist eingezäunt und die Wege rechts und links daneben relativ schmal, so daß es schnell zu einer Traubenbildung kommt. Die Starterdisziplin ist sehr gut und man findet nur vereinzelt Läufer, die sich in die falschen Startblöcke geschmuggelt haben.

Bei mir kam im Startblock dieses typische Marathonkribbeln wieder ganz deutlich zum Vorschein. Wenn man mit vielen gleichgesinnten Läufern aus aller Welt dort steht, das Adrenalin kommt und man einfach nur noch Lust hat, endlich loszulaufen. Und dann ging es endlich los und dank der disziplinierten Startaufstellung und der breiten Streckenverhältnisse pegelte sich das Feld sehr schnell ein und es kam nur wenig Unruhe auf. Wer also in Paris auf Bestzeit laufen will, findet dort von den Streckenverhältnissen und den Startmöglichkeiten sehr gute Bedingungen. Bis auf ein paar kleine Steigerungen geht es häufig geradeaus über gut asphaltierte und breite Straßen.

Die Strecke selbst führt durch den Osten von Paris und wer erwartet hat, direkt an den Top-Sehenswürdigkeiten von Paris vorbeizulaufen, wird leider enttäuscht. Wer über die Avenue des Champs-Élysées oder am Eiffelturm vorbeilaufen will, muss schon die volle Marathondistanz laufen. Jetzt ist Paris aber grundsätzlich eine schöne Stadt und so gibt es auch beim Halbmarathon in Paris jede Menge zu sehen. Der Start liegt vor dem Schloss Vincennes und es geht dann durch das 12. Arrondisment bis zur Seine, die man überqeuert und dann an deren Ufer entlang bis zur kleinen Insel Île Saint-Louis läuft, und dort wieder die Uferseite wechselt und bei der Bastille eine kleine Schleife läuft, bevor es am Seine-Ufer wieder zurückgeht. Am Rand des Bois de Vincennes Landschaftsparks geht es auf die letzten Kilometer bis man dann auch in den Park hineinläuft und sich zum Ziel vorarbeitet. Die Strecke ist schön anzusehen und führt durch viele schöne Gegenden, ist aber eben nur die 2.Klasse-Tour durch Paris.

Die Stimmung in Paris ist sehr gut und vergleichbar mit Berlin. Die Leute sind ausgelassen, feuern ordentlich an und es gibt viele Schilder und Bands. Selbst beim leicht regnerischen Wetter, daß wir hatten haben sich noch genügend Zuschauer auf den Weg gemacht. Nur selten gibt es Streckenabschnitte, an denen es ruhiger ist. Auch die Verpflegung ist sehr gut organisiert. Es gibt drei große Stationen, die jeweils mehr als 70 Meter lang sind. Selbst bei den dichten, hinteren Startblöcken dürfte jeder schnell zu Bananen, Wasser und Co. gelangen. In Paris gibt es Wasserflaschen an der Verpflegungsstelle und hinter den Verpflegungspunkten gibt es drei Müllzonen, in denen Mülltonnen aufgestellt sind, damit man seine Reste entsorgen kann. Die Auswahl bei der Verpflegung wird auch von Station zu Station üppiger und steigert sich bis zu Schokoriegeln, Rosinen, Gummibärchen, Keksen und vielem mehr. Wie schon gesagt, dürfte dort jeder etwas finden, daß passt. Für mich als Marathonläufer ist der Bedarf bei einem Halbmarathon sowieso relativ gering und mit etwas Wasser komme ich gut durch.

Für mich persönlich lief der Fitbit Semi Marathon de Paris ziemlich gut. Ich hatte richtig Lust auf Laufen und habe mich von meiner schnellen Gruppe und der guten Stimmung anspornen lassen, den Lauf schnell anzugehen und bin die erste Hälfte meist um die 4:30 Pace gelaufen, bis ich dann erste Probleme mit Seitenstechen bekam. Also habe ich das Tempo auf etwa 5er Pace gedrosselt, hatte aber von Kilometer 14 bis 17 immer wieder Probleme und hatte mächtig mit meinem Schweinehund zu kämpfen. Doch dann schaffte ich es, mich wieder aus meinem Tief herauszuziehen und konnte das Tempo auch wieder steigern und war auf den letzten beiden Kilometern sogar wieder mit einer Pace unter 4:30 auf dem Weg zum Ziel. Und mit meiner Zielzeit von 1:40:14 bin ich mehr als zufrieden.

Der Zieleinlaufbereich in Paris ist allerdings sehr groß. Man wird im eingezäunten Zielkorridor eine gefühlte Ewigkeit weitergeführt, bis es dann die Medaillen gibt und den Finisher-Beutel habe ich sogar ganz verpasst. Das gute ist aber, daß es auch später noch einmal Medaillen und Beutel gibt, für die Leute wie mich die es verpassen. Gerade wenn es leicht nieselig ist, möchte man natürlich möglichst schnell in trockene, warme Sachen schlüpfen – dafür hat mir die Zielprozedur in Paris etwas lang gedauert, aber das lässt sich bei der Teilnehmeranzahl wohl nicht anders Regeln.

Etwas ungewöhnlich ist in Paris übrigens die Medaillengravur. Denn man kann nicht vor Ort seine Medaille gravieren lassen, sondern bekommt bei der Buchung der Option etwa zwei Wochen nach dem Rennen einen Aufkleber zugeschickt, den man an die entsprechende Stelle auf der Medaille kleben kann. Die Medaille an sich ist auch gut gelungen, allerdings frage ich mich, wer die bahnbrechende Idee hatte, eine Flaschenöffnerfunktion in die Medaille einzubauen. Mir wäre das jedenfalls zu schade, damit meine Getränke zu öffnen.

Nach dem Umziehen ging es dann für uns schnell zurück ins Hotel, bei dem wir dank Late Checkout noch bis 15.00 Uhr Zeit hatten, in Ruhe zu duschen und ein wenig zu chillen, bevor wir den Nachmittag in einem gemützlichen Cafe ausklingen ließen und mit Kuchen die Kalorien auffüllten. Und dann hieß es auch schon wieder ab zum Flughafen und Adieu Paris!

Fazit zum Fitbit Semi Marathon de Paris
Der Halbmarathon in Paris ist exzellent organisiert und taugt mit einer schnellen Strecke auch für Bestzeiten. Mit einer guten Stimmung, toller Verpflegung und der soliden Steckenführung, ist der Fitbit Semi Marathon de Paris aber auch für Genussläufer zu empfehlen. Allerdings sollte man das 3-Stunden Zeitlimit im Auge behalten, wenn man es gemütlich angehen lässt. Ich würde den Halbmarathon in Paris bestimmt noch einmal laufen – dann aber mit mehr Zeit für etwas Shopping und Sightseeing. In unserer Variante der Anreise am Samstag und Abreise am Sonntag, hat man einfach zu wenig Zeit, um neben dem Laufen noch andere Dinge zu erleben.

Trotzdem bin ich total glücklich und dankbar, daß ich dank des Fitbit-Teams die Gelegenheit hatte, so spontan diesen großartigen Lauf erleben zu können und ein tolles Wochenende mit spannenden Laufbloggern aus ganz Europa in Paris zu verbringen. Danke, Fitbit!

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Kommentare
Eine Antwort zu “Paris Halbmarathon. Erfahrungen von der Strecke des Fitbit Semi Marathon de Paris”
  1. Markus sagt:

    Cooler Bericht, der mich ein wenig überlegen lässt nächstes Jahr in Paris mal an den Start zu gehen.
    Bin auch gespannt auf deinen Bericht zur Fitbit Adidas Edition. Bin bis Februar immer mit der adidas MI coach gelaufen. Die wurde jetzt eingestampft von Adidas und ich bin da noch auf der Suche nach einem guten Ersatz. Leider habe ich noch nicht so das Richtige gefunden. Ich suche eine die die Möglichkeit hat mit GPS, Herzfrequenz am Handgelenk und Musik beim laufen unterwegs zu sein ohne das Handy dabei zu haben.

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