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Mizuno Wave Rider 30 Test – Mehr Komfort, mehr Dynamik und der beste Wave Rider aller Zeiten?

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Drei Wochen, 142 Kilometer, ein Paar Schuhe: Ich habe den neuen Mizuno Wave Rider 30 für Euch getestet. Bei lockeren Dauerläufen, einem Longrun, zwei Tempoeinheiten und etlichen Feierabendrunden. Und ein bisschen sentimental war ich bei diesem Laufschuhtest auch irgendwie. Denn vor mehr als zehn Jahren gehörte mein Mizuno Wave Rider 17 Test zu den ersten Laufschuhtests, den ich hier im Blog veröffentlicht habe. Und nun sind wir also beim Wave Rider 30 Test angelangt!
Und Vorweg: So viel Veränderung gab es bei diesem Modell selten. Mizuno hat die Jubiläumsausgabe seines Klassikers nicht behutsam weiterentwickelt, sondern praktisch neu gebaut. Ob das gut gegangen ist, lest Ihr hier.

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Mizuno Wave Rider 30 Test

Was Mizuno am Wave Rider 30 verändert hat

Zuerst die nackten Zahlen, weil sie den Charakter des Laufschuhs komplett neu definieren: Die Sprengung sinkt von 10 auf 8 Millimeter, die Stapelhöhe wächst auf üppige 42,5 Millimeter an der Ferse und 34,5 Millimeter im Vorfuß. Damit spielt der Wave Rider erstmals in der Liga der hochgebauten Trainingsschuhe mit. Mein Testpaar in US 9 wiegt 267 Gramm – für so viel Material erstaunlich wenig.

In der Mittelsohle steckt jetzt ein Zwei-Schichten-Aufbau: oben der mit Stickstoff aufgeschäumte ENERZY-NXT-Schaum, darunter eine festere EVA-Basis, die dem weichen Obermaterial Struktur gibt. Dazwischen liegt die namensgebende Wave-Platte – und die verläuft zum ersten Mal in der Geschichte der Serie über die komplette Schuhlänge, nicht mehr nur unter Ferse und Mittelfuß. Obendrauf sitzt ein gestricktes Obermaterial statt des bisherigen Jacquard-Mesh. Kurz: Außer dem Namen und der grundsätzlichen Ausrichtung als neutraler Allrounder ist hier wenig beim Alten geblieben.

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Erster Eindruck und Passform des Mizuno Wave Rider 30

Beim Reinschlüpfen fällt sofort der Strick-Schaft auf. Er legt sich weich um den Mittelfuß, die gepolsterte Fersenkappe hält ohne Druckstellen, und die Zehenbox lässt meinen Zehen genug Spielraum, ohne schwammig zu wirken. Ich bin meine gewohnte Größe gelaufen und würde dabei bleiben – wer allerdings sehr schmale Füße hat, sollte anprobieren, denn das neue Obermaterial baut im Mittelfuß etwas voluminöser als beim Vorgänger. Bei mir saß der Schuh nach dem ersten Schnüren perfekt, eine Eingewöhnungszeit brauchte ich nicht. Auch nach zwei Stunden am Stück gab es keine Reibungspunkte, keine heißen Stellen, nichts.

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Auf der Straße: lockere Dauerläufe mit dem neuen Mizuno Wave Rider 30

Mein erster Lauf im Wave Rider 30 waren entspannte zehn Kilometer im Wohlfühltempo, und genau da zeigt der Schuh sein Kerntalent. Die Ferse landet weich, aber nicht bodenlos, denn der ENERZY-NXT-Schaum schluckt den Aufprall, die festere EVA-Schicht darunter verhindert das tiefe Einsinken, daß mich bei manchen Maximaldämpfern stört. Der Abrollvorgang fühlt sich bemerkenswert rund an: Die durchgehende Wave-Platte verteilt den Druck spürbar gleichmäßig vom Aufsatz bis zum Abdruck, ohne dass der Schuh steif wirkt. Mizuno setzt hier übrigens nicht auf eine harte Kunststoffplatte, sondern auf ein flexibleres Konstrukt, das eher führt als diktiert.

Als Fersenläufer profitiere ich besonders von der breiten, stabilen Basis. Der Wave Rider 30 kippt nicht, wackelt nicht und verzeiht auch mal einen unsauberen Schritt auf Kopfsteinpflaster oder festem Waldweg. Trotzdem bleibt er ein neutraler Schuh – wer eine echte Pronationsstütze braucht, ist bei Mizunos Wave Inspire besser aufgehoben.

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Der Longrun im Wave Rider 30: Viele Kilometer ohne Ermüdungserscheinungen

Der Härtetest kam am zweiten Testwochenende: Mehr als 20 Kilometer bei ruhigem Tempo. Genau hier zahlt sich die gewachsene Stapelhöhe aus. Wo mir ältere Wave-Rider-Modelle ab Kilometer 18 zu direkt wurden, blieb die Dämpfung des 30ers bis zum Schluss konstant. Die Beine fühlten sich danach deutlich frischer an, als ich es sonst von einem klassisch gebauten Trainingsschuh dieser Preisklasse gewohnt bin. Die Wave-Platte macht dabei den Unterschied: Sie gibt dem hohen Schaumaufbau Struktur, sodass die letzten Kilometer nicht zur wabbeligen Angelegenheit werden. Ermüdet der Läufer, stabilisiert der Schuh – so muss das sein.

Mizuno Wave Rider 30 bei Tempoeinheiten: besser als erwartet

Ein reiner Cruiser also? Nicht ganz. Bei meinen Intervallen über 1.000 Meter und einem flotten Fahrtspiel hat mich der Wave Rider 30 positiv überrascht. Sobald ich das Tempo anziehe und mehr über den Vorfuß laufe, kommt spürbar Energie aus dem Schaum zurück, und die Platte gibt dem Abdruck einen kleinen Schub mit. Bis etwa 4:30 Minuten pro Kilometer fühlt sich das flüssig und willig an. Darunter merkt man dann, dass hier kein Wettkampfschuh mit Carbonplatte arbeitet – der 30er bleibt komfortorientiert. Für Steigerungsläufe, Tempodauerläufe und das lockere Kilometersammeln unter der Woche reicht die Spritzigkeit aber locker. Ein Schuh für alles außer den Wettkampftag, würde ich sagen.

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Obermaterial, Außensohle, Haltbarkeit des Wave Rider 30

Das gestrickte Obermaterial hat sich bei sommerlichen Temperaturen bewährt: Die Belüftung funktioniert ausgezeichnet, selbst bei 26 Grad blieben meine Füße angenehm temperiert. Die flache Zunge verrutscht nicht, die Schnürung hält die Spannung über die gesamte Distanz.

Unten drunter verrichtet Mizunos bewährter X10-Gummi seinen Dienst. Der Grip überzeugte mich auf nassem Asphalt genauso wie auf staubigen Forstwegen. Nach 142 Kilometern zeigt meine Außensohle lediglich minimale Gebrauchsspuren an der äußeren Ferse – die Serie ist für ihre Langlebigkeit bekannt, und der 30er scheint diese Tradition fortzusetzen. Dazu passt, dass die Platte den Schaum entlastet: Ich rechne damit, dass die Dämpfung deutlich länger frisch bleibt als bei vielen reinen Schaum-Konstruktionen.

Für wen lohnt sich der neue Mizuno Wave Rider 30?

Der Schuh richtet sich an neutral laufende Athletinnen und Athleten, die einen zuverlässigen Begleiter für den Trainingsalltag suchen – vom Einstieg bis zur Marathonvorbereitung mit moderaten Zielzeiten. Treue Fans der Serie sollten allerdings wissen, worauf sie sich einlassen: Wer die direktere, flachere Fahrweise der alten Modelle und die höhere Sprengung liebt, bekommt hier einen spürbar anderen Schuh. Ich empfehle in dem Fall dringend eine Proberunde im Laden. Alle anderen dürfen sich auf das meiner Meinung nach rundeste Gesamtpaket freuen, das je den Namen Wave Rider getragen hat.

Mizuno Wave Rider 30 kaufen

Den neuen Mizuno Wave Rider 30 gibt es in jeweils 6 Farben für Damen und Herren zum Preis von aktuell 160€ direkt bei Mizuno. Zusätzlich gibt es das Unisex-Modell in der Farbvariante White/black/high Risk Red zum gleichen Preis – meine unbedingte Empfehlung wegen des spektakulären Designs!

Vereinzelte Farben habe ich auch schon hier bei Amazon gefunden – teilweise zu richtig krassen Preisen von 100€. Ich denke aber, daß es sich dabei eher um einen Preisfehler handelt, als um ein dauerhaftes Angebot.

Mein Fazit zu den Erfahrungen aus dem Mizuno Wave Rider 30 Test

Mizuno hat mit dem Wave Rider 30 den Spagat geschafft, einen Klassiker radikal zu modernisieren, ohne seine Tugenden zu opfern. Die Kombination aus stickstoffgeschäumtem ENERZY NXT, durchgehender Wave-Platte und 8-Millimeter-Sprengung ergibt einen weichen, stabilen und erstaunlich vielseitigen Trainingsschuh, der bei mir vom ersten Kilometer an funktioniert hat. Mit rund 160 Euro liegt er zudem preislich im fairen Mittelfeld. Für mich ist der 30er der beste Wave Rider seit Jahren – und ein heißer Kandidat für den Titel des Alltagsschuhs der Saison. Probiert ihn unbedingt einmal aus – Eure Beine werden es Euch ganz sicher danken.

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