Strava
Laufen Laufschuhe

Nike Joyride Run Flyknit im Test. Tausend Kugeln für ein Halleluja!

* Werbung | PR-Sample

Es hat wieder ordentlich gerappelt in der Laufschuhwelt, als Nike mit dem Joyride einen ganz neuen Ansatz für die Dämpfung angekündigt hat. Nach dem Nike React Dämpfungsschaum bekommen im Joyride nun kleine Kügelchen die Aufgabe den Aufprall beim Laufen abzufedern. Logisch, daß ich mir den Nike Joyride Run Flyknit für einen Test besorgt habe, um meine eigenen Erfahrungen damit zu sammeln.
Aber erstmal stelle ich Euch den Nike Joyride Run Flyknit etwas genauer vor.

Nike Joyride Run Flyknit im Überblick
Nicht nur die Sohle ist beim Joyride Run Flyknit etwas ganz Besonderes, sondern auch bei der Oberkonstruktion hat sich Nike einige Innovationen einfallen lassen, die teilweise erst auf den zweiten Blick auffallen. Die Grundlage für das sockenähnliche Obermaterial liefert das inzwischen schon altbewährte Flyknit, daß aber beim Joyride Run auf der Seite des innenliegenden Knöchels in ein weiches, etwas dickeres und neoprenartiges Material übergeht, daß dann auch partiell zur Zunge des Schuhs wird. Betrachtet man den Joyride Run Flyknit von oben, so sieht man den diagonal auf dem Spann verlaufenden Übergang beider Materialien. Dadurch ist der Schuh auf der innenliegenden Seite deutlich softer und schmiegt sich noch angenehmer an den Fuß an.
Für eine bessere Stabilität sind auf beiden Seiten unter dem Obermaterial Flywire-Textilbahnen bis unter die Sohle geführt, die dann von innen nicht nur die Seitenstabilität, sondern auch die Schnürung verstärken.


Richtig spannend ist aber auch die Schnürung, die über eine neue Fersenkonstruktion nach vorn geführt wird. Die Neopren-Socke des Obermaterials, daß ich ja schon beschrieben habe, führt nämlich wie eine sanfte Socke komplett um die Ferse herum und umschliesst den Fuß somit komplett. Dieses Sockenelement steht dann nahezu lösgelöst in einem großen Fersenelement, daß eine Fersenkappe und zusätzliche Polsterung für den Knöchel und die Achillessehne beherbergt.
Dieses hufeisenförmige Element schließt in Richtung Spann dann mit den jeweils beiden obersten Schnürsenkellöchern ab. Wenn man den Schuh nun schnürt, entsteht also ein Zug in Richtung Ferse und Hacken, sodass sich das große Hufeisen-Element der Ferse dichter um die Knöchel legt und somit für einen perfekten Halt des Fußes im Schuh sorgt – und das obwohl man nur in der dünnen Neopren-Socke im Schuh steht.


Diese unauffällige, aber sehr clevere Konstruktionsweise sorgt dafür, daß gerade der Hacken in der Abdruckphase stabil im Schuh sitzt und bei stark eingeknicktem Fuß trotz einer festen Schnürung deutlich weniger Druck auf dem oberen Spann entsteht. Eine weitere Besonderheit ist, daß die Sohle komplett mit dem Obermaterial verbunden und vernäht ist.
Wer also sonst auch mal die Innensohle austauscht oder zusätzliche Einlegesohlen trägt, sollte das unbedingt berücksichtigen beim Joyride Run Flyknit.


Die Sohle selbst ist besonders im außenliegenden Fersenbereich sehr weit nach oben gezogen, sodass man seitlich an der Ferse eine bestimmt zwei Zentimeter hohe seitliche Stütze hat, die besonders Überpronierern, die bei der Landung nach außen wegknicken, helfen dürfte. Besonders fortlaufend in Richtung Zehen, ist diese Stütze durch die Sohlenwand deutlicher spürbar, aber fällt deutlich flacher aus, als an der Ferse. Eine andere Besonderheit beim Joyride Run Flyknit ist das Kissen, daß direkt unter der Innensohle liegt und etwa zwei Zentimeter breit in Laufrichtung unter dem kompletten Fuß verläuft. Damit wird das Fußgewölbe zusätzlich abgepolstert und gestützt.

Das Spannendste am Joyride Run Flyknit ist aber sicherlich das neue Dämpfungssystem. Während bisher ja die Dämpfungmaterialien entweder gleich als ein großes Materialstück für die komplette Sohle aufgeschäumt wurden oder kleine Materialkugeln zu einer Sohle zusammengebacken wurden, so lässt man beim Joyride Run Flyknit den kleinen Perlen bzw. Beads den Raum, sich individuell für den Läufer anzuordnen und damit die klassische Sohlenkonstruktion zu verbessern.

Beim Joyride Run Flyknit kommt also ein Grund aus einer React-Sohle zum Einsatz, daß dann in drei Zonen durch die neue Joyride-Dämpfung ergänzt wird. Das erste Kissen, daß mit hunderten der kleinen Dämpfungsperlen gefüllt ist, sitzt direkt unter der Ferse – dort wo auch die höchsten Kräfte beim Aufprall wirken. Eine weitere Zone liegt verborgen unter dem Mittelduß und die drittgrößte Joyride-Zone sitzt unter dem Ballen, dort wo man sich in den nächsten Schritt abdrückt. Und kurz vor dem Abheben in den nächsten Schritt passiert man noch kurz eine kleine, dritte Joyride-Zone unter den Zehen.
Abgerundet wird diese Sohlenkonstruktion dann von einem Netz aus Gummi-Elementen, daß der Sohle dann zusätzlichen Grip verleiht.


Funktionsweise von der Joyride-Beads
Hinter dem Konzept der Dämpfungskugeln stecken gleich mehrere Ideen. Zum einen können die einzelnen Kugeln, von einer Art Kissenhülle eingeschlossen sind, viel besser und punktueller entsprechende Kräfte aufnehmen und sich deutlich freier Verformen, als bei einem massiven Dämpfungsschaum, der aus einem einzigen großen Werkstück besteht. Nike gibt an, daß diese Dämpfungseigenschaften 14% besser sind, als beim aktuellen Pegasus und beim aktuellen Epic React. Zweitens und noch interessanter ist aber die Idee, daß sich die Lage und Form der Perlen mit der Zeit immer weiter an den Läufer anpasst und sich somit eine personalisierte Dämpfung entwickelt, die komplett auf dem Laufstil des Schuhbesitzers basiert.


Meine Erfahrungen mit dem Nike Joyride Run Flyknit
Der Joyride Run Flyknit ist wirklich ein Schuh, den man länger laufen muss, um sich ein komplettes Bild zu machen und den Schuh und die Idee der Entwickler richtig zu verstehen.
Das Obermaterial, die neue Schnürung und die Passform sind einmalig, so daß man den Schuh nicht mehr ausziehen will. Ich könnte mir daher auch gut vorstellen, den Joyride Run Flyknit auch als Sneaker im Alltag zu tragen – gerade auch wegen der Stütze für das Fußgewölbe.
Beim ersten Testlauf hatte ich aber ein wenig Probleme mich sowohl an diese Stütze unter dem mittleren Fußgewölbe zu gewöhnen und auch die seitliche Stütze in der Außenkante, auf der ich mit meinem Laufstil häufig lande, war für mich ungewohnt. Normaler Weise laufe ich Schuhe, die sich nicht spürbar in meinen normalen Laufstil einmischen. Der Joyride Run Flyknit begann nun auf einmal hier zu stützen und dort zu korrigieren.

Gleichzeitig war da aber dieses geniale Laufgefühl, daß sich besonders bei schnellerem Laufen auf dem Mittelfuß und Vorderfuß richtig genial anfühlte. Meine Aufgabe, beim ersten Testlauf einen langsamen 15km Lauf zu machen, gestaltete sich also zunehmens schwieriger, weil ich lieber schnell und vorn auf dem Ballen laufen wollte.

Denn obwohl unter der Ferse das größte Joyride-Kissen liegt, empfand ich den Dämpfungseffekt weniger spektakulär als weiter vorn im Schuh, wo wohl auch die klassische Sohle und die Joyride-Dämfpung noch stärker ineinander greifen. Um so weiter ich lief, umso mehr gewöhnte ich mich aber auch an die Sohlenkonstruktion und schon nach dem zweiten und dritten Lauf hatte ich das Gefühl, daß entweder ich mich mehr an den Schuh gewöhnt hatte oder eben auch langsam die Personalisierung eingesetzt hatte.


Jedenfalls macht der Nike Joyride Run Flyknit nach den anfänglichen Besonderheiten jetzt richtig Spaß und läuft sich absolut komfortabel, wie selten ein Nike Laufschuh zuvor.  Daher positioniert Nike den Joyride Run Flyknit auch in Richtung eines Regenerationsschuhs – und ja, der Joyride Run Flyknit ist ein echter Fußschmeichler und mit nur 317 Gramm Gewicht auch ziemlich leicht für einen gut gedämpften Schuh.
Ich würde den Joyride Run Flyknit aber nicht nur für ruhigere Regenerationsläufe verwenden, da er durchaus auch in der Dynamik eine tolle Figur macht. Ein schneller Tempolauf ist also auch sehr schön mit dem Joyride. Wegen der hellen, sehr stylishen Farbpalette, sollte man aber mit dem Schuh auf dem Asphalt bleiben, denn der Staub von Schotterpisten im Park verleiht dem Schuh schnell eine nicht unbdingt gewünschte, individuelle Optik.


Fazit zum Test und meinen Erfahrungen mit dem Joyride Run Flyknit
Der Joyride Run Flyknit ist wahrscheinlich einer der bequemsten Laufschuhe, den Nike jemals produziert hat. Durch das geringe Gewicht und die zusätzlichen Stützen für das Fußgewölbe und den Laufstil-Korrekturen eignet sich der Laufschuh optimal für sanfte Läufe nach einem Wettkampf oder ruhigere Trainingseinheiten auf einfachem Terrain. Auch mit etwas mehr Druck kommt die Joyride-Dämpfung dem Läufer angenehm zugute. Wichtig ist aber, dem Schuh ein wenig Zeit zu geben, damit sich das Dämpfungssystem an den Laufstil anpasst.

Nike Joyride Run Flyknit kaufen
Den neuen Joyride Run Flyknit gibt es derzeit in drei Colorways für Damen und Herren für jeweils 180€ direkt bei Nike zu kaufen. Eine vierte Farbvariante ist bereits unterwegs.
Darüber hinaus ist der neue Laufschuh natürlich auch bei den großen Händlern zu finden.

GD Star Rating
loading...

Das könnte dir auch gefallen

Keine Kommentare

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Bekannt aus: