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Laufblog Jahresrückblick 2022: Die Highlights vom Sports-Insider

War 2022 das Jahr in der wir zur Laufnormalität zurückkehrten? Auf jeden Fall machten wir einen großen Schritt, um Covid hinter uns zu lassen. Schon mein Herbst 2021, in dem dann zu meiner Überraschung wirklich mein Marathon-Triple aus Berlin, Paris und New York plangemäß stattfand, gab gute Hoffnungen für 2022.

Für den Frühling 2022 hatte ich ja mit dem Boston-Marathon die Nummer Fünf von Sechs aus der Six Marathon Majors Serie auf dem Plan stehen und startete also wieder klassisch am 1. Januar mit dem NYRR Resolution Run ins neue Trainingsjahr. Anders als in den letzten Jahren verzichtete ich aber auf eine radikale Diät, da diese nicht nur die Trainingsqualität reduzierte, sondern meist nach relativ kurzer Zeit zu einer Erkältung führte. Für 2022 wollte ich also lieber möglichst konsistent und erkältungsfrei in mein Training starten und mich dann später um das Wettkampfgewicht kümmern. Wie das geklappt hat, verrate ich dann später noch.



Mit dem Frostwiesenlauf im Spreewald gab es dann auch schon im Januar die erste Medaille des Jahres 2022 für mich. Mit dem Boston-Marathon vor der Nase, bestand mein Februar vor allem aus intensivem Lauftraining. Wenigstens bot eine neu entdeckte 10km-Trainingsstrecke bei der Glienicker Brücke etwas Abwechslung – und einen Vorgeschmack auf die hügelige Strecke in Boston.

Viel Begeisterung steckte ich ich Februar auch in die Planung der Diversifizierung meines Trainings. In der Folge zog ein Rudergerät bei mir ein und auch ein wunderschönes Home Gym von Heimholz. Im Rückblick gesehen muss ich aber fast schon darüber lachen, was aus meinen großartigen Plänen geworden ist. Denn viel geändert hat sich an meinen eingespielten Trainingsroutinen nichts. Aber immerhin sehen beide Errungenschaften wirklich dekorativ aus.

Der März war dann der erste große Lichtblick der Saison und ein Vorgeschmack auf das, was nun endlich wieder häufiger möglich sein würde. Raus und die Welt laufend entdecken!

The North Face hatte zur Premiere eines neuen Laufschuhes an den Lac d‘Annecy geladen. Und wenn es wohl ein Sportlerparadies gibt, daß optimale Bedingungen für Sommer- und Wintersportarten in absoluter Traumkulisse gibt, dann ist es wohl dort. Und so von der Landschaft inspiriert, nutzte ich den letzten Tag der Reise, um den Lac d‘Annecy einmal laufend zu umrunden und somit auch zum ersten Mal in 2022 die Marathondistanz zu laufen. Als leicht verlängerter Longrun sozusagen.

Aber der März bescherte mir gleich noch eine Überraschung, in Form der kurzfristigen Anfrage, ob ich nicht Lust habe zum Jerusalem-Marathon mizukommen. Was für eine Frage! Natürlich hatte ich Lust und stand ja auch schon ganz gut im Training. Und mal vom Sportlichen ganz abgesehen, wollte ich schon immer einmal Jerusalem erleben und die faszinierende Geschichte. Das ich nun über die gleichen Steine, entlang der gleichen Mauern, wie vielleicht auch Abraham und Mohammed vor tausdenen Jahren laufen würde, war absolut inspirierend. Der Jerusalem-Marathon macht es einem mit seinem Höhenprofil zwar nicht gerade leicht, aber trotzdem muss man dieses Lebensgefühl und Laufgefühl in dieser Stadt einfach einmal erlebt haben!

Zurück in der Heimat gab es auch hier mit dem Berliner Halbmarathon das erste läuferische Großereignis des Jahres und für mich eine wichtige, mentale Bestätigung so kurz vor Boston. Denn ich konnte den Halbmarathon sehr solide laufen und kam, obwohl ich nicht Vollgas gelaufen war mit einer guten Zeit ins Ziel. Also ab in den Flieger und auf nach Boston!

Allein, daß ich mich für das Rennen qualifizieren konnte, war schon ein Gewinn, aber hier vor Ort zeigte sich schnell, daß Boston eben doch ein ganz besonderer Marathon ist. Denn durch die harten Qualifikationsrichtlinien versammelt sich in Boston auch unter den Hobbyläufern ein ganz anderes Kaliber, wo ein Sub-3-Marathon wohl gefühlt eher die Norm ist, als die Ausnahme. Und obwohl ich mich gut vorbereitet hatte, setzte mir die hügelige Strecke richtig zu und zog mir dann kurz nach dem letzten Berg den Stecker.
Obwohl der Boston-Marathon eine Legende ist, haben mir zurückblickend aber New York und Chicago deutlich mehr Spaß gemacht, als der lange Weg von Hopkinton nach Boston. Jetzt fehlt nur noch der Tokio-Marathon, um die Serie zu vollenden!

Als Belohnung für die ersten drei Marathon des Jahres ging es dann kurz nach Ostern zum Launch der Bademoden-Kollektion von Fabletics nach Mallorca. Morgenläufe an der Strandpromenade, Yoga am endlosen Pool der Villa und herumschippern mit der Yacht vor Palma de Mallorca. Also, wenn ich jemals die finanziellen Mittel hätte, wüsste ich, wo und wie ich einen schönen Frühling verbringen würde.

Aber zurück nach Berlin. Denn dort wartete quasi schon der Flieger nach Zürich zur Premiere des OAC Europe, eines neuen europäischen Elite-Teams von ON. Ich hatte noch nie so einen heftigen Muskelkater, wie nach dieser gemeinsamen Trainingseinheit mit der Elite und dem ehemaligen DLV-Bundestrainer.

Sicher hat diese Trainingseinheit aber auch geholfen, daß ich kurze Teit danach beim Wings for Life World Run in München eine Distanz von fast 31km schaffte und damit mein zweibestes Ergebnis beim WFLR. Vielleicht hatte mich aber auch Florian Neuschwander etwas mental geboostet, den ich nach Ewigkeiten mal wieder persönlich treffen und ein wenig quatschen konnte.

Leider hat es mich dann für den restlichen Mai ausgenockt und statt eines neuen Rekordes beim S25 Berlin, gab es nun also Hühnersuppe und Pfefferminztee im Bett. Trotzdem war das der erste Infekt des Jahres, womit sich mein Diätverzicht im Wintertraining ausgezahlt hat. Allerdings habe ich auch nicht so viel Gewicht verloren wie sonst, fühlte ich aber läuferisch sehr stark. Daher werde ich das auch 2023 ähnlich beibehalten.

Der große Ehrgeiz und die Motivation aus dem guten Ergebnis in München, bescherten mir dann aber gleich wieder einige Rückschläge, da ich anscheined einfach zu schnell wieder ins Training kommen wollte. Und so war der Global Running Day am 1. Juni dann auch erstmal der letzte Lauf vor einer kleinen Pause. Die drei Frühlingsmarathons und die Krankheit hatten einfach ganz schön Kraft gekostet. Also erstmal einen Gang herunterschalten!

So richtig habe ich das mit meiner Mini-Version der Off-Season aber nicht hinbekommen. Zu verlockend waren die Events zum Run for the Oceans in der Sports Base Berlin und sogar an meinem neuen Lebensmittelpunkt in Potsdam wurde in diesem Jahr erstmals ein RFTO Community-Run organisiert!

Etwas besser funktionierte das Abschalten dann natürlich am Meer. In St. Peter-Ording durfte ich im Urban Nature Hotel ausprobieren, wie es sich anfühlt, wenn man bei der Reisebuchung ein Peloton Hotel auswählt. Denn in meinem Fall stand dann sogar ein eigenes Peloton Bike für mich direkt im Zimmer. Besser geht es nicht!

Richtiges Gänsehaut-Feeling gab es dann bei den Special Olympics – Nationale Spiele, wo ich als Volunteer im Mediateam aktiv war und mich um die Journalisten kümmerte. Jeder hat wahrscheinlich seine eigene Liebesgeschichte zum Sport, aber zu sehen, welche Freude der Sport und das gemeinsame Erlebnis auch für die Menschen mit Beeinträchtigungen bedeutet, inspirierte auch mich wieder erneut. Auch mir hat der Sport schon so viel gegeben und ich bin voller Vorfreude, in diesem Jahr bei den Special Olympics World Games dabei zu sein – immerhin dem drittgrößten Multisport-Event der Welt!

Im Juni endete dann auch beruflich die Corona-Ära und aus den optionalen Besuchen im Büro, wurden dann wieder drei verpflichtende Tage im Büro pro Woche. Auch wenn mich die Zeit, die nun wieder für das Pendeln draufgeht schmerzt, sehe ich nun gerade mit etwas Abstand, wie wichtig es ist auch gemeinsam Zeit zu verbringen und wie wichtig die kleinen Scherzereien, das gemeinsame Mittagessen oder der kleine Kaffeeschnack in der Büroküche sind. Und noch besser, wenn man den Juni gemeinsam beim Firmenlauf ausklingen lässt.

Wie leer meine Akkus aber noch immer waren, zeigte mir dann der Sommerurlaub auf Rhodos. Und statt Laufen auf Rhodos habe ich mir einfach mal die Zeit genommen, ausreichend zu schlafen. Es ist unglaublich, wie man Schlaf unterschätzt und wie sich die Verfassung verändert, wenn das Whoop-Armband mal für ein paar Tage hintereinander 100% bei der Erholung anzeigt. Normaler Weise laufe ich ja auch auf Reisen noch Wettkämpfe oder nutze die Extra-Zeit für lange Trainingsläufe, aber in diesem Jahr fühlte sich das einfach genau richtig an, mal in Schlaf zu investieren.

Und auf Rhodos brach dann auch meine große Saftliebe aus. Es wurde schnell zum täglichen Ritual nach dem Strandbesuch einen erfrischenden Saft zu trinken und so kamen wir dann auch schnell mit den beiden Saftbar-Betreibern ins Gespräch. Vor allem die selbst hergestellten Ingwer-Shots begeisterten mich. Und so führte nach dem Urlaub eins zum anderen und ich bin jetzt glücklicher Besitzer eines eigenen Hurom Slow Juicer. Und im Gegensatz zu meinem Rudergerät benutze ich das auch jetzt, Monate später, immer noch häufig.

Das Saft und eine ordentliche Schlafpause aber nicht zwangsläufig langsam machen, zeigte dann die Adidas Runners City Night, bei der ich mit knapp über 48min über die 10km-Ziellinie kam. Gut, das ging auch schon 8 Minuten schneller, aber ohne die wochenlange Trainingspause wäre ich sicherlich auch nicht gigantisch schneller gewesen.

Also hakte ich im August mein Läufertief ab und stürzte mich mit voller Kraft ins Laufgeschehen. Morgens schnell zum gemeinsamen Lauf beim Peloton-Communityteffen, mittags 18km Staffel beim Mauerweglauf und Nachts nochmal als Schlussläufer bei ebendiesem über 22 Kilometer bis ins Ziel. Fast 50km an einem Tag – kann man mal machen!

Viel Zeit zum Durchatmen blieb nicht, denn schon am nächsten Tag wartete mir dem RUN OF 22 das nächste Saison-Highlight. Denn die Organisatoren der European Championships Munich 2022 öffneten die Marathon-Wettkampfstrecke der Europameisterschaften bei diesem Laufevent für alle. Und so durfte ich für 10km über den gesegneten Asphalt brettern, auf dem sich nur wenige Stunden zuvor Richard Ringer mit seinem Meisterstück den Titel als Europameister im Marathon geschnappt hatte.

Und auch die nächsten Tage in München blieben inspirierend. Beim ON Experience Day gab es geheime Einblicke auf die neuen Laufschuhhighlights für dieses Jahr und ich bin ziemlich sicher, daß mein ON Cloudmonster als absoluter Longrun-Lieblingsschuh in diesem Jahr Verstärkung bekommt.

Am nächsten Tag ging es dann zusammen mit New Balance ins Olympiastadion und wenn man auf den Videos vom 100m Finale der Frauen Jemanden „Ginaaaaaaaaaaaaaa“ mit voller Inbrunst schreien hört, dann war ich das wahrscheinlich. Ich bekomme auch jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an diesen Lauf und die Stimmung im Stadion denke.

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Ich durfte dann im August aber auch noch einmal an den Start gehen. Als einer der letzten Testläufe vor dem Berlin-Marathon stand die Berliner Generalprobe auf dem Programm, die nicht umsonst diesen Titel trägt. Einmal Renntempo antesten, Kondition checken, Schuhe ausprobieren. Und ja, ich war bereit für Berlin-Marathon Nummero 10!

Zunächst gab es nach dem letzten Longrun aber bei der BTC Track Night nochmal die Möglichkeit, sich auf der Kurzstrecke über 5km zu duellieren. Neben der Berliner Laufcommunity waren internationale Laufstars geladen, die in den Hauptrennen als Pacemaker liefen und damit eine ganz besonders inspirierende Stimmung schufen. Noch nie war die Brückenbildung zwischen ambitioniertem Freizeitsport und den Profis so gut gelungen wie bei der BTC Track Night, weshalb ich hoffe, daß sie auch 2023 wieder stattfindet.

Und wie es immer so ist, kommt es dann doch anders als geplant. Also ging es in der eigentlich ruhigen Woche vor dem Berlin-Marathon noch einmal beruflich nach London und auch gegen einen Besuch auf dem Oktoberfest in Berlin konnte ich mich nicht wehren. Zum Glück habe ich Beides überstanden, ohne mir irgendwelche Viren einzufangen und auch Spätfolgen der Blutwäsche mit Bier, waren am Samstag Abend fast verschwunden, sodass ich am Sonntag putzmunter auf dem Weg zum Start war.

Und der Berlin-Marathon war richtig zum Genießen. Es war mein Zehnter Berlin-Marathon in Folge, der damit meinen Einzug in den Jubilee-Club besiegeln sollte. Und für Gerrit, mit dem ich zusammen lief, war es der letzte Marathon vor seiner Auswanderung nach Neuseeland. Noch ein letztes Mal alles aufsaugen und die Geschichten zu den Orten an der Strecke aus den Erinnerungen kramen. Nach knapp unter 4 Stunden waren diese besonderen 42km geschafft und mit unserer Story landeten wir dann sogar nicht im Finisher-Magazin des Berlin-Marathon.

Für mich ging damit eine 11 Jahre dauernde Serie zuende, in der ich kontinuierlich jeden Berlin-Marathon gefinished hatte und es war nach #straighttojubileeclub echt komisch, daß ich mich nicht in die Lotterie für die Startplätze für 2023 eingetragen habe. Aber als Jubilee kann ich ja im Frühling einfach meinen Startplatz buchen, ganz ohne Lotterie. Ein echt merkwürdiges Gefühl, da das bibbern um den Startplatz ja irgendwie auch zur Marathonvorbereitung gehörte.

Trotzdem bin ich natürlich super froh, daß ich mein Ziel erreicht habe. Corona hat mir zwar durch die Absage des 2020er Marathons meine 10x Berlin in 10 Jahren versaut, aber trotzdem ist es unglaublich, daß ich immer rechtzeitig fit war. Und wenn alles klappt, kommt ja in diesem Jahr mit dem Tokio-Marathon auch das Finish der Six Majors Serie auf mich zu.

Den Oktober startete ich dann gleich mit einem Trip nach London, um mir dort neben dem Sightseeing auch ein paar sportliche Wünsche zu erfüllen. Ganz knapp, bevor der Corona-Irrsinn begann, durfte ich ja in London zusammen mit Iréne Scholz trainieren und hatte nun die Gelegenheit auch endlich live im neuen Peloton Studio London mitzumachen. Ursprünglich wollte ich dann auch beim nohtaraM ehT den London-Marathon rückwärts laufen, aber der Start um Mitternacht war mir dann doch auf zu heftigem Kollisionskurs mit meinen anderen Plänen. Also lief ich einfach ganz früh am Morgen im Regent Park meinen ganz eigenen London Marathon und damit Marathon Nummer 4 in 2022.

Der Doppelpack aus Berlin und London und die einsetzende Erkältungswelle schubsten mich dann aber erst einmal aus der Bahn. Also nutzte ich die kränkelnde Zeit, um mich weiter um die Ausgestaltung meines Home Office zu kümmern und bastelte an den Metallmöbeln von CN3 herum. Bereit für die nächste Pandemie!

So gesundheitlich angeschlagen konnte ich dann auch nur eine kurze Stippvisite beim Berlin Trail Testival abstatten. Richtig viele Marken hatten sich bei diesem Event zusammengetan, um der Community einen Überblick über die aktuellen Trail-Neuheiten zu geben. Ich hoffe, daß es in diesem Jahr wieder stattfindet und vielleicht sogar noch etwas größer wird.

Optimal waren nach dieser Erkältungspause nicht für meinen Start beim Frankfurt-Marathon. Aber Hoka hatte für ein tolles Rahmenprogramm gesorgt und ich freute mich nicht nur, daß ich seit Ewigkeiten mal wieder die Marathon Princess treffen konnte, sondern auch mal eine Runde mit Jan Frodeno quatschen durfte. Wirklich eine unglaublich inspirierende Persönlichkeit.

Meine Erfahrungen beim Frankfurt-Marathon auf der Strecke waren dann ziemlich durchwachsen. Denn zu meiner suboptimalen, körperlichen Ausgangslage, kam dann auch noch überraschend warmes Wetter, daß den Lauf zu einem ziemlichen Kampf machte. Aber auch solche Marathonerlebnisse gehören zum Läuferleben dazu. Finishen, Schwamm drüber und beim nächsten Mal läuft es wieder besser!

Zum Glück hatte ich ja für meinen Saisonabschluss in Athen ein paar Tage extra für Sightseeing und Erholung eingeplant und hatte fast eine Woche vor dem Marathon, um mal abzuschalten und etwas Kraft zu tanken. Und da das Wetter auch im November hier noch richtig mild war, reichte es sogar für einen Nachmittag am Meer.

So ausgeruht ging es dann an den Start beim Athen-Marathon, der sich nicht nur als absoluter Klassiker zeigte, sondern auch als Taktik-Marathon, bei dem man aufgrund des schwierigen Streckenprofils eben nicht einfach so drauf los laufen konnte. Eine gemeine Aufwärtspassage auf langen Teilen des Mittelstücks liessen bei manchem Läufer die Mundwinkel entgleisen. Aber gerade nach den Erfahrungen in Frankfurt wollte ich mit einem guten Gefühl aus der Saison gehen und teilte mir meine Kräfte entsprechend ein. Was für ein Laufjahr!

In Berlin gab es dann aber auch noch einen würdigen, aber entspannten Laufjahresausklang beim Heat24 Berlin, dem Spendenlauf für die Obdachlosenhilfe, der sich auch immer mehr zu einem Klassiker mit festem Platz in meinem Laufkalender entwickelt.

Im Dezember liess ich es dann einfach mal locker angehen. Zuviel war in diesem krassen Laufjahr liegengeblieben, daß noch erledigt werden musste und auch die Lust am Laufen hatte im Zusammenspiel aus Winterwetter und dem Kilometerpensum der letzten Monate etwas gelitten. Also einfach mal entspannen und die Energie auf die 2023-Planungen legen.

Als Jahresfazit kann ich aber doch einige neue, spannende Erkenntnisse mitnehmen. Zunächst würde ich meine „keine Radikaldiäten im Januar“ Strategie als Erfolg verbuchen. Ich habe zwar fast die ganze Saison etwas mehr als sonst gewogen, konnte dafür aber fast konstant mit hoher Qualität trainieren und war sehr selten krank.

Zum anderen ist es fast schon peinlich, wenn ich mir das Laufvolumen anschaue. Nach dem Marathon-Triple im Herbst 2021 aus Berlin, Paris und New York hatte ich mir eigentlich gesagt, daß solch ein Laufumfang in so einem kurzen Zeitraum zu ermüdend ist, nur um in diesem Jahr gleich sieben Marathons zu laufen und vier davon in drei Monaten hintereinander. Der große Unterschied war, daß ich es gerade in der zweiten Jahreshälfte zum ersten Mal geschafft habe, mich wirklich vom Leistungsdruck freizumachen. Natürlich würde ich gern neue PBs laufen und natürlich triggert es mich, wenn andere Laufkollegen Sub3-Marathons auf den Asphalt knallen. Inbesondere, wenn man viele Marathons laufen möchte, muss man sich aber leistungsmäßig fokussieren und kann nicht jeden mit Vollgas laufen. Und das war genau der Fehler in 2021, wo ich versuchte, nach einem guten Lauf in Berlin auch in Paris noch einmal alles zu geben, anstatt in Pairs einfach mal ruhig zu laufen, um dann in New York etwas erholter zu sein.

Aber auch Grundsätzlich ist in meinem Leben gerade so viel los, daß ich zu wenig Möglichkeiten habe, mein Leben auf neue Bestzeiten auszurichten. Es mangelt an Schlaf und Erholung und auch die zeitlichen Spielräume für das Marathontraining sind begrenzt. Für einen Marathon nahe an, oder sogar unter 3 Stunden, muss man aber wirklich viele Lebensbereich so anpassen, daß der Wettkampf die höchste oder zweithöchste Priorität bekommt. Und das ist gerade nicht drin.

Ich freue mich aber, daß wohl 2023 das Jahr sein wird, in dem wir entgültig Covid abhaken und zur alten Normalität zurückkehren, die man in diesem Jahr ein Stück weit neu erlernen musste. Nach dem Einzug in den Jubilee-Club des Berlin-Marathons im letzten Jahr, werde ich im März in Tokio meinen finalen Major zu laufen und dann auch die Serie der großen 6 Marathons der Welt beenden. Natürlich werde ich auch wieder den Berlin-Marathon laufen, lasse aber die restliche Saison erst einmal auf mich zukommen.

Auch für meinen Laufblog war es wieder ein gutes Jahr mit deutlich mehr als einer Million Lesern, die bei mir vorbeigeschaut haben. Natürlich war es seit der Gründung 2008 ein langer Weg, aber für mich ist es noch immer schwer greifbar, daß so viele Menschen meine Texte lesen. Denn wenn man es umrechnet haben mehr Leser bei mir vorbeigeschaut, als in Hamburg oder München wohnen!

Daher bin ich unendlich dankbar, weil mir durch diese Reichweite und diese Unterstützung viele meiner Laufabenteuer erst ermöglicht werden und ich auch von vielen Laufsportmarken unterstützt werde. Ich entschuldige mich an dieser Stelle also auch für die vielen Tippfehler oder Schreibfehler. Denn es gibt keine Redaktion, keine Korrekturleser – nur mich als einsamen Textkrieger, der mangels Zeit die Texte einfach roh und live hier ins Internet tippt. Gerade jetzt ist es übrigens Freitag, 6:28 Uhr und ich bin extra früher aufgestanden, um vor dem Büro noch diesen Jahresrückblick fertigzuschreiben.

Aber es ist was ich liebe und ich Danke Euch, daß ich machen darf, was ich so mag. Auf ein erfolgreiches 2023!

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