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nohtaraM ehT – Warum den London-Marathon rückwärts laufen?

Der London-Marathon gehört zu den Marathons der Six Majors Serie, für den es am schwersten ist, einen Startplatz zu ergattern. Der London-Marathon gehört mit seinen mehr als 40.000 Startenden zwar zu den größten Marathons der Welt, aber es bewerben sich zehn mal mehr in der Startplatzlotterie. Dazu kommt, daß nicht alle Startplätze in der Lotterie landen. Man geht davon aus, daß nur etwa die Hälfte tatsächlich ausgelost wird. Weitere 6.000 Plätze gehen an schnelle LäuferInnen, die sich über sehr gute Erbebnisse qualifizieren und der Rest geht an Charities und Reiseveranstalter. Zudem hält sich das Gerücht, daß der London-Marathon ein sehr großes Kontingent für britische Staatsbürger reserviert hat. Alle internationalen Läufer, die etwa ein Drittel der Bewerbungen ausmachen, hoffen also auf einen verschwindend geringen Anteil der insgesamt verfügbaren Startplätze. Kurzum – es ist keine Seltenheit, daß man Laufbegeisterte trifft, die schon 5 mal oder häufiger abgelehnt wurden. Der Rekord in meinem Bekanntenkreis liegt bei neun erfolglosen Bewerbungen.

Der London-Marathon produziert jedes Jahr also ein Heer von Enttäuschten, die sich anderweitig Abhilfe schaffen. Ich hatte 2015 das Glück meine eigenen Erfahrungen vom London-Marathon zu sammeln. Viele andere hadern damit, sich einfach teuer über einen Marathon-Reiseveranstalter einzubuchen. Und noch andere laufen einfach einen selbst organisierten London-Marathon.

nohtaraM ehT – Nicht dabei und trotzdem London-Marathon Feeling

Zu den coolsten Methoden, also Nicht-Erwählter irgendwie doch etwas vom London-Marathon Spirit mitzunehmen, gehört „nohtaraM ehT“. Wie ihr sicher schon gemerkt habt, sind das einfach die Worte „The Marathon“ rückwärts geschrieben. Und das erklärt auch ganz gut, worum es geht.

Denn bis zu 500 Läuferinnen treffen sich mitten in der Nacht am Marathontag, um gemeinsam die original Strecke des London-Marathons zu laufen – und zwar entgegengesetzt. Denn die Marathonstrecke ist dann bereits komplett gesperrt, sodass man sich einerseits an den Originalmarkierungen orientieren kann und andererseits auch die Straßen benutzen kann.

Gestartet wird ab Mitternacht aber manche Läuferinnen starten auch erst um 2 Uhr oder 3 Uhr, um dann im Ziel einfach einen Kaffee zu trinken und nach einer kleinen Pause den offiziellen Start des Marathons anzuschauen. Ehrlich gesagt, würde ich das aber nicht so knapp kalkulieren und lieber recht früh loszulaufen.

Inzwischen gibt es ja auch einen offiziellen, virtuellen London-Marathon, den man über die offizielle Marathon-App laufen kann. Dafür bekommt man dann nach dem erfolgreichen App-Finish auch eine Medaille und ein Finisher-Shirt nach Hause geschickt.

Ich habe das in diesem Jahr auch zum ersten Mal probiert, war dann aber doch so erschöpft vom Sightseeing, daß ich doch nicht den nohtaraM ehT gelaufen bin, sondern früh aufgestanden bin, um im Regent Park meinen virtuellen London-Marathon zu laufen.

Wer Lust auf ein Paar Impressionen vom nohtaraM ehT, findet bei Instagram einige Posts dazu.

Wichtig übrigens zu bemerken, daß dieser Reverse Marathon nicht wirklich bedeutet, daß man die Laufbewegung rückwärts durchführt. Man läuft nur die Marathonstrecke vom Zielpunkt zum Startpunkt. Das echte Rückwärtslaufen ist eine ganz eigene Geschichte, die ihr hier nachlesen könnt.

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