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Die Serie A: Tradition, Stars und Rekorde

Die Serie A: Tradition, Stars und Rekorde

Die höchste Spielklasse im italienischen Fußball ist die Serie A, der 20 Klubs angehören. Bis einschließlich der Saison 2003/04 waren noch 18 Vereine Teil der Lega Nazionale Professionisti Serie A. Da Italien neben der englischen Premier League, der spanischen La Liga und der deutschen Bundesliga eine der vier stärksten europäischen Fußball-Ligen stellt, sind laut der UEFA-Fünfjahreswertung aktuell die vier Bestplatzierten zur Teilnahme an der Champions League in der darauffolgenden Spielzeit berechtigt. Der Tabellenfünfte nach insgesamt 38 Serie-A-Partien darf sich über die Europa League freuen, während der Sechstplatzierte in der neuen Europa Conference League an den Start geht.

Die vier Champions-League-Vertreter 2022/23 stehen fest

Bereits einige Spieltage vor Ende der Saison 2021/22 standen die vier Teams fest, die im Folgejahr in der Königsklasse um den Titel spielen werden. Die beiden Mailänder Klubs AC und Inter sind demnach ebenso fix mit von der Partie wie die SSC Neapel und Juventus Turin. Der Vorsprung der „alten Dame“ auf die AS Rom (Platz fünf) betrug drei Spieltage vor dem Saisonende bereits zehn Punkte. Das reichte, um fest für die Champions League planen zu können. Dennoch war Juve als Rekordmeister der Serie A mit höheren Ansprüchen in die Saison gestartet. 36 Mal konnten die Turiner, die für ihre schwarz-weiß gestreiften Trikots bekannt sind, den Scudetto bereits in die Höhe recken. Der Begriff Scudetto heißt ins Deutsche übersetzt „kleiner Schild“. Dieses schildförmige Abzeichen, gehalten in den Nationalfarben Italiens, darf der jeweilige Titelträger in der Folgesaison auf seinen Jerseys tragen. Nachdem im Vorjahr die „Nerazzurri“ (Inter Mailand) den Scudetto erringen konnten, bekamen sie dieses Jahr Konkurrenz von den „Rossoneri“ (AC Milan).

Während in Deutschland der FC Bayern München zum zehnten Mal in Folge die Meisterschale holen konnte – und das zum wiederholten Male vorzeitig – könnte es zwischen den Mailänder Stadtrivalen bis zum Ende der Saison ein offener Schlagabtausch bleiben. Deswegen sind aktuell auch gerade die Serie A Wetten so ungemein beliebt. Klar ist: Gewinnt Milan die Meisterschaft, zieht der Klub mit Inter gleich. Denn dann stünden beide Vereine bei 19 Titeln und wären erster Verfolger des Rekordmeisters aus Turin – allerdings mit einem nahezu uneinholbaren Rückstand von 17 Meistertiteln.

Deutsche Legionäre in der Serie A

Zu den Top-Klubs der italienischen Serie A gehören auch die beiden Römer Vereine AS und Lazio, die aktuell um die Europa respektive Conference League kämpfen. Auch der AC Florenz oder Atalanta Bergamo konnten in den vergangenen Jahren immer mal wieder kleine Nadelstiche in Richtung der namhaften Konkurrenz verteilen. Mit Blick auf Bergamo galt das in der jüngeren Vergangenheit übrigens auch für die Champions League. Sowohl 2019/20 – damals mit DFB-Nationalspieler Robin Gosens als Leistungsträger – als auch 2021/22 drang das Team des heutigen Trainers Gian Piero Gasperini bis ins Viertelfinale vor. Gosens ist momentan an Liga-Rivale Inter ausgeliehen – verbunden mit einer Kaufpflicht, die an gewisse Bedingungen geknüpft ist. Deutsche Legionäre, die sich im „Land des Stiefels“ einen Namen machten, sind mit Blick auf die Historie keine Seltenheit: So verzauberten etwa Thomas Häßler und Rudi Völler einst die Roma, während deren Weltmeister-Kollegen von 1990, Lothar Matthäus, Andreas Brehme und Jürgen Klinsmann, bei Inter für Furore sorgten. Dieses deutsche Trio galt in den 90ern als Gegenstück zu Milans Holland-Dreigestirn, bestehend aus Marco van Basten, Ruud Gullit und Frank Rijkaard. Auch in späteren Jahren wagten deutsche Nationalspieler wie Miroslav Klose (Lazio) oder Lukas Podolski (ebenfalls Inter) den Schritt in die Serie A, während in Italien der Stern eines anderen Ex-DFB-Spielers erst aufgehen sollte: Oliver Bierhoff, der bei Udinese Calcio seinen Durchbruch hatte.


Von Vlahovic bis de Vrij: Die Top-Stars der italienischen Elite-Liga

Wirft man einen Blick auf die Top-Marktwerte in der Serie A, geben aktuell nicht die schwarz-rot-goldenen Stars den Ton an. Als teuerster Winter-Transfer machte sich in dieser Saison Dusan Vlahovic einen Namen. Der serbische Stürmer wechselte im Januar für rund 70 Millionen Euro von Florenz zu Juventus, sein Marktwert liegt momentan bei ca. 85 Millionen Euro (Top-Wert der italienischen Beletage). Juve stellt mit Federico Chiesa, Paulo Dybala oder Matthijs de Ligt, ein niederländischer Spitzen-Verteidiger, zwei weitere hochkarätige Stars der Liga. Namhaft kommt auch Inter Mailand daher: Lautaro Martínez, Nicolo Barella, Milan Skriniar oder Stefan de Vrij sind nur vier Profis, die international höchsten Ansprüchen genügen. Weitere Hochkaräter des italienischen Oberhauses: Sergej Milinkovic-Savic von Lazio Rom, Victor Osimhen und Hirving Lozano von der SSC Neapel und Milans Theo Hernández, seines Zeichens Bruder von Bayern-Verteidiger Lucas Hernández. Eine der größten Attraktionen der vergangenen Jahre verlässt nach der Saison 2021/22 derweil die Serie A: Lorenzo Insigne. Der dribbelstarke, nur 1,63 Meter große Flügelstürmer wird Napoli den Rücken kehren und demnächst in der Major League Soccer in den USA seine Zelte aufschlagen.

„The Special One“ elektrisiert die Liga

Große Namen finden die Fans des italienischen Fußballs, den man in Deutschland im Übrigen live über den kostenpflichtigen Streamingdienst DAZN verfolgen kann, nicht nur auf dem grünen Rasen, sondern auch an der Seitenlinie. Allen voran kommt einem der Trainer der AS Rom in den Sinn: Dort auf der Bank sitzt mit José Mourinho nämlich einer der erfolgreichsten Coaches im internationalen Fußball. Der Portugiese, auch bekannt unter dem Spitznamen „The Special One“, konnte bis dato je zweimal die Champions League (2004 mit dem FC Porto, 2010 mit Inter Mailand) und die Europa League (2003 ebenfalls mit Porto, 2017 mit Premier-League-Klub Manchester United) gewinnen. Die anderen Trainer der Top-Klubs lesen sich wie das Who is Who Italiens: Routiniers wie Maurizio Sarri (Lazio), Luciano Spalletti (Neapel) oder Bergamos Gasperini sind ebenso Teil der Serie A wie aufstrebende Übungsleiter, die einst als Fußballer Karriere machten. Inters Simone Inzaghi ist weltweit ebenso ein Begriff wie Thiago Motta von Spezia Calcio. 

Drei müssen runter: Der Abstiegskampf der Serie A

Letzterer musste in dieser Saison gegen den Abstieg kämpfen, hatte kurz vor Schluss aber gute Karten, um den Klassenerhalt zu schaffen, da man sich gegenüber Cagliari Calcio, US Salernitana, CFC Genua 1893 und dem FC Venedig einen ordentlichen Vorsprung herausspielen konnte. Am Ende müssen drei Serie-A-Clubs (Plätze 18 bis 20) den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit, die Serie B, antreten. Überraschend tiefstapeln musste in dieser Spielzeit auch Sampdoria Genua – ein Traditionsverein, der 1990/91 sogar Meister werden konnte. Zwei Vereine aus Genua hatten 2021/22 also Grund zum Zittern. Bei Stadtkonkurrent CFC Genua 1893 hat mit Alexander Blessin übrigens ein deutscher Fußball-Lehrer das Sagen. Sicher aufsteigen aus der Serie B wird US Lecce. Die beiden übrigen Plätze, die zum Sprung in die erste Liga berechtigen, spielen diverse Teams untereinander aus – darunter AC Monza, Cremonese, Pisa oder Brescia.

Dauer-Dominanz von Juve vorerst gestoppt

Alles in allem gehört die Serie A zu den bedeutsamsten Ligen im Profi-Fußball. Ein Fakt, der diese These untermauert: Die meisten Sieger bei der Wahl zu „Europas Fußballer des Jahres“ stammten in der Historie aus der höchsten Spielklasse Italiens. Kein anderes Land schaffte das so häufig (nämlich 18 Mal). Und inzwischen ist die Serie A auch noch richtig spannend, nachdem zwischen 2012 und 2020 die Dominanz von Juventus aus neutraler Sicht ähnlich erdrückend wirkte wie die Serien-Meisterschaft des FC Bayern in der Bundesliga. Die „La Vecchia Signora“ (deutsch: „Die alte Dame“) feierte in dieser Zeit neun Scudetti in Folge. Diese Zeit scheint vorerst der Vergangenheit anzugehören …

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