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Shokz OpenRun Pro 2 Test – Wie gut sind die neuen Laufkopfhörer mit Marathon-Starterlaubnis?

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Shokz OpenRun Pro 2 Test: Meine Erfahrungen mit den neuen Knochenschallkopfhörern

Wenn es um Shokz und Knochenschallkopfhörer geht, müssen wir zunächst einmal ganz weit nach hinten schauen. Denn das Unternehmen gehört zu den absoluten Pionieren auf dem Markt der Knochenschalltechnologie. Dementsprechend hat sich seit meinem allerersten Test der AfterShokz Trekz Titanium Kopfhörer im Jahr 2016 nicht nur der Firmenname weiterentwickelt, sondern auch die technischen Fähigkeiten sind noch einmal um Welten vorangekommen.

Neben Technik und Komfort dürfte für uns Marathonläufer aber interessant sein, daß Knochenschallkopfhörer inzwischen bei vielen Marathons erlaubt sind und laut den Marathonregeln eben nicht zu einer Disqualifizierung führen können, wie es bei normalen Kopfhörer der Fall ist. Also Musik an und los!

Shokz OpenRun Pro 2 Test: Beim ersten Lauf war plötzlich Bass da

Ich habe in den letzten Jahren einige Knochenschall-Kopfhörer verschiedener anderer Marken auf dem Kopf gehabt, und der Deal war fast immer derselbe: freie Ohren gegen dünnen Klang. Beim ersten Lauf mit dem OpenRun Pro 2 ist mir nach zwei Kilometern aufgefallen, dass dieser Deal nicht mehr gilt. Da war Bass. Kein Kribbeln am Wangenknochen, das man sich als Tiefton schönhört, sondern eine Basslinie mit Kontur.

Verantwortlich dafür ist eine Doppelbestückung, die Shokz DualPitch nennt. In den Kapseln, die vor dem Gehörgang am Wangenknochen aufliegen, steckt weiterhin ein Knochenschallwandler – der übernimmt jetzt allerdings nur noch Mitten und Höhen. Alles darunter erledigt ein zusätzlicher dynamischer Treiber im Format 18 x 11 Millimeter, der wie ein winziger Lautsprecher vor dem Ohr sitzt, ohne es zu verschließen. Jeder Wandler macht also nur noch das, was er wirklich gut kann. Angenehmer Nebeneffekt: Das lästige Vibrieren an den Schläfen bei kräftigen Bässen ist verschwunden, weil die tiefen Frequenzen gar nicht mehr durch den Knochen wandern.

Im Karton liegen neben dem Kopfhörer ein Hartschalen-Case und ein USB-C-Kabel, mehr braucht es nicht. Farblich stehen dezentes Schwarz und ein ziemlich knalliges Orange zur Wahl, dazu kommen wechselnde Sondereditionen. Getestet habe ich das gute Stück über acht Wochen und knapp 400 Kilometer – lange Läufe, Intervalle auf der Bahn, ein Wettkampf, ein paar Einheiten auf dem Laufband und der übliche Alltagskram nebenher.

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Shokz OpenRun Pro 2 Test: 30 Gramm, an die ich mich nicht erinnere – Passform und Tragekomfort

Am Grundkonzept hat Shokz nichts verändert: Ein federnder Bügel aus Nickel-Titan-Legierung verbindet beide Seiten hinter dem Kopf, die Ohrbügel hängen sich über die Ohrmuschel. 30,3 Gramm wiegt das Ganze, die Klemmkraft liegt laut Hersteller 16 Prozent unter der des Vorgängers. Das merkt man jenseits der 90-Minuten-Marke: Wo mich der alte OpenRun Pro irgendwann an den Ohransätzen genervt hat, denke ich beim Pro 2 auf dem langen Lauf schlicht nicht mehr an ihn.

Wichtiger Hinweis, falls Ihr bestellen wollt: Es gibt zwei Größen. Legt einmal das Maßband von Ohrmitte über den Hinterkopf zur anderen Ohrmitte. Alles über 23,5 Zentimeter ist Standard-Territorium, darunter greift Ihr zur Mini-Version – technisch identisch, nur mit kürzerem Bügel. Ich bin mit der Standardgröße unterwegs und hatte weder mit Cap noch mit Sonnenbrille Probleme; die Bügel kommen sich erstaunlich selten in die Quere. Fummelig wird es einzig unter einer eng sitzenden Wintermütze, und das ist ein Konstruktionsprinzip, kein Produktfehler: Jeder Nackenbügel muss dort irgendwie unterkommen.

Auf der Bahn habe ich bewusst provoziert – 400er im 10-Kilometer-Renntempo, Richtungswechsel, ein bisschen Sprungkraft-ABC. Verrutscht ist nichts. Der Bügel liegt satt am Hinterkopf, ohne zu drücken, und schwingt bei hoher Kadenz nicht nach.

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Klangbild beim Shokz OpenRun Pro 2: Erwachsen, aber kein In-Ear-Ersatz

Fangen wir mit dem an, was der OpenRun Pro 2 nicht kann: Er ersetzt keine ordentlichen In-Ears für 200 Euro. Wer im Zug oder im Büro Musik in Studioqualität will, ist hier falsch. Was er dafür kann: Er liefert das mit Abstand vollste Klangbild, das ich bei offenen Sportkopfhörern gehört habe. Stimmen stehen klar im Vordergrund, Höhen sind sauber, und der Tiefton hat endlich Substanz statt nur Andeutung.

In der Shokz-App stehen vier Klangprofile bereit – Standard, Vocal, Bass Boost und Treble Boost – dazu zwei frei belegbare Speicherplätze. Ich bin bei Podcasts und Hörbüchern fast immer auf Vocal gegangen, weil die Sprachverständlichkeit an lauten Straßen spürbar steigt. Für Tempoeinheiten habe ich mir ein eigenes Profil mit angehobenem Bass und leicht zurückgenommenen Mitten gebaut. Nur ehrlich muss man bleiben: Bei offener Bauweise gewinnt ab einem gewissen Geräuschpegel immer die Umgebung. An einer vierspurigen Ausfallstraße oder bei kräftigem Gegenwind musste ich deutlich lauter drehen als auf dem Feldweg. Genau das ist der Preis dafür, dass Ihr den Radfahrer hinter Euch hört, bevor er klingelt.

Apropos laut: Bis etwa zwei Drittel der Lautstärke bleibt das Ganze diskret. Wer voll aufdreht, wird beim Warten an der Ampel von den Nebenstehenden schon mal schräg angeschaut – ein bauartbedingtes Thema, das Shokz mit gezielter Schallführung zwar reduziert, aber nicht komplett wegbekommt.

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Akku und Laden der Shokz OpenRun Pro 2 Kopfhöhrer: endlich USB-C

Das größte Alltags-Upgrade steckt nicht im Klang, sondern im Ladeport. Der Vorgänger brauchte ein magnetisches Spezialkabel, das man im Hotelzimmer garantiert vergessen hatte. Der Pro 2 lädt über USB-C – also mit demselben Kabel wie Handy, Uhr und Stirnlampe.

Shokz gibt 12 Stunden Wiedergabe an. Bei meiner üblichen Lautstärke von etwa 60 bis 70 Prozent bin ich auf realistische neun bis zehn Stunden gekommen, bei dauerhaft hoher Lautstärke deutlich weniger. Für mich heißt das in der Praxis: einmal pro Woche laden, mehr nicht. Vollständig gefüllt ist der Akku in rund einer Stunde, und die Schnellladefunktion rettet den spontanen Feierabendlauf – fünf Minuten am Kabel reichen für etwa zweieinhalb Stunden Musik. Beim Einschalten sagt Euch eine Ansage den Ladestand, das nimmt dem Ganzen die Unsicherheit.

Ein Detail, das im Handbuch steht und das man wirklich beherzigen sollte: Ladet die Hörer nicht direkt nach dem Training. Der Anschluss muss trocken sein, sonst riskiert Ihr die Elektronik. Die Silikonabdeckung gehört danach wieder drauf.

Telefonieren, Multipoint und der Wind

Zwei Mikrofone mit Geräuschunterdrückung sitzen so, dass sie im Windschatten liegen. Auf Deichläufen mit ordentlich Seitenwind – meiner privaten Härteprobe für jedes Headset – haben mich Anrufer verstanden, ohne nachzufragen. Perfekt ist das nicht, bei Böen bleibt ein Rauschen. Verglichen mit In-Ears, die bei Wind gerne komplett kapitulieren, ist es aber ein spürbarer Vorsprung.

Über die App lässt sich außerdem Multipoint aktivieren. Der Kopfhörer hängt dann gleichzeitig an Handy und Laptop und wechselt selbstständig, sobald ein Anruf reinkommt. Wer die Dinger auch im Homeoffice trägt, wird das lieben.

Was mich beim Shokz OpenRun Pro 2 stört

Drei Punkte gehören auf den Tisch. Erstens: Als Codec gibt es ausschließlich SBC, kein AAC, kein aptX. Für Spotify beim Laufen völlig ausreichend, für audiophile Ansprüche eine bewusst gesetzte Grenze. Aber deswegen hat man für Zuhause, das Büro oder die Fahrt in den Öffis ja noch ein paar In-Ear oder Over-Ear Kopfhörer.
Zweitens: Aktive Geräuschunterdrückung gibt es prinzipbedingt nicht. Im lauten Fitnessstudio oder auf dem Laufband neben der Lüftungsanlage stößt der Pro 2 an seine Grenzen – im Freien ist genau diese Offenheit dagegen sein größter Vorteil.
Drittens: IP55 schützt zuverlässig gegen Schweiß und Regen, aber Duschen, Schwimmen und Sauna sind tabu. Wer mit dem Kopfhörer also auch Wassersport betreiben will, muss zum etwas teureren Shokz OpenSwim greifen.

Shokz OpenRun Pro 2 kaufen

Die neuen Shokz OpenRun Pro 2 gibt es für 199€ direkt bei Shokz. Neben den Standardfarben in schwarz und orange, gibt es auch eine spezielle Eliud Kipchoge Edition und ganz neu auch eine auf 400 Stück limitierte Variante in Kooperation mit dem Berlin-Marathon. Wer ein wenig sparen will, findet hier bei Amazon ab und zu ein paar gute Deals.

Wie die aktuellen Preise für die verschiedenen Modelle gerade bei den großen Sportläden sind, könnt Ihr hier im Preisvergleich sehen:

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Fazit zu meinen Shokz OpenRun Pro 2 Erfahrungen aus dem Test: Mein neuer Standard-Kopfhörer fürs Laufen

Der OpenRun Pro 2 löst das Problem, dass Knochenschall jahrelang begleitet hat. Ich muss nicht mehr zwischen Sicherheit und Klang wählen, sondern bekomme beides in überzeugender Qualität. Für alle, die viel draußen unterwegs sind – auf der Straße, im Wald, im Dunkeln – ist das kein Komfortgewinn, sondern ein handfestes Argument.

Kaufen würde ich ihn, wenn Ihr regelmäßig lange draußen unterwegs seid, Wert auf Umgebungswahrnehmung und Sicherheit legt und vom klanglichen Kompromiss älterer Modelle genervt wart. Auch als Wettkampfläufer führt an den Shokz Open Run Pro 2 kein Weg vorbei, wenn Du beim Wettkampf Musik hören willst und keine Disqualifikation riskieren willst. Sparen könnt Ihr Euch das Upgrade, wenn Ihr hauptsächlich drinnen trainiert oder mit einem OpenRun Pro der ersten Generation zufrieden seid – dann lohnt eher das Warten auf ein Angebot.

Bei mir liegt er inzwischen griffbereit neben den Laufschuhen. Das ist vermutlich das ehrlichste Urteil, das ein Testgerät bekommen kann.

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