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SUP im Herbst und im Winter: Darauf musst du achten beim Stand Up Paddling in der Kälte


Stand-Up-Paddling – kurz SUP – ist eine schöne Trendsportart, die immer mehr Menschen begeistert und auch mich schon seid ein paar Jahren fasziniert und im Sommer zu SUP-Touren im Spreewald und anderswo inspiriert hat.
Gehörst du auch dazu und du möchtest die Sportart auch außerhalb der sommerlichen Tage genießen?
Kein Problem: Denn SUP ist auch im Herbst oder im Winter möglich! 

Dafür musst du nur einige Dinge beachten, die dir im Sommer gar nicht so auffallen. Im Herbst oder im Winter sinken ja die Temperaturen deutlich, es sind weniger Menschen unterwegs, die dir im Notfall helfen, und es wird früher dunkel und später hell. Worauf du also genau zu achten hast, wenn du mit dem Stand Up Paddle Board im Herbst und im Winter fahren möchtest, zeigen wir dir im nachfolgenden Artikel.

Vorteile vom SUP im Herbst und im Winter

Wer an Stand-Up-Paddling denkt, der denkt an sommerliche Temperaturen: Eine gemütliche Fahrt auf dem Board auf einem See, Fluss oder sogar auf dem Meer sind an heißen Tagen sehr beliebt. Ein Sprung ins kühle Nass wirkt sehr erfrischend. Kennst du das Gefühl auch? Doch wieso solltest du nur im warmen Frühjahr oder im heißen Sommer SUP fahren?

Den Herbst oder den Winter bringen nur wenige Fahrer in mit dem SUP in Verbindung: Die Sportart ist vor allem im Sommer beliebt, da du dich im Wasser abkühlst und du die Sonne und die Natur genießt. Das ist aber auch an trockenen Tagen im Herbst oder im Winter möglich. Nur das man im Herbst und Winter eben lieber auf dem Board bleibt und nicht im Wasser planscht.

Ein Vorteil am SUP-fahren im Herbst und Winter ist, dass die Gewässer sehr ruhig sind. Es sind kaum andere Menschen zu sehen, sodass du die Natur fast für dich allein hast. Auch der Schiffsverkehr ist deutlich reduziert. Alles, was du hörst, ist das Plätschern deines Paddels beim Eintauchen ins Wasser. Ein Sup-Trip ist einfach ideal, um den Gedanken nachzugehen, Kraft zu tanken und neue Energie für den Alltag zu sammeln.

Sofern du auf einem See unterwegs bist, schaue dir doch einmal die Natur an. Die gewonnene Ruhe bietet dir ein Naturspektakel, das du auf einem überfüllten See kaum zu sehen bekommst. Viele Tiere – vorwiegend Vögel – beobachtest du in aller Stille. Nutze die Zeit und setze dich auf dein Board, um Mutter Natur im Herbst und im Winter zu betrachten. Für deine Tour auf dem Wasser musst du nicht allein bleiben: Die vollkommene Ruhe bietet sich perfekt für ein Date mit deinem Schwarm oder mit deinem Partner an. Eine sportliche Betätigung, gute Gespräche und die Natur erleben: Was gibt es Schöneres auf einem Date? 

Sofern du kein eigenes SUP hast, hast du in den kalten Jahreszeiten die freie Auswahl beim Verleih. Voraussetzung dafür ist, dass der Verleiher zu dieser Jahreszeit geöffnet hat. Ansonsten lohnt sich die Anschaffung des Boards allemal, denn du nutzt das Board nicht nur im Sommer. Die Anschaffungskosten verringern sich auf das Jahr gesehen, wenn du es mit den Mietpreisen beim Verleiher vergleichst.

Es gibt natürlich auch einige Nachteile vom SUP im Winter, die eher als echte Gefahren zu sehen sind. Um diese zu vermeiden, ist eine gute Vorbereitung wichtig für den Herbst und den Winter!

SUP im Herbst und Winter: Eine gute Vorbereitung ist das A und O

Anders als im Sommer ist das Fahren mit einem SUP im Herbst oder im Winter nicht so spontan möglich. Das größte Hindernis sind die niedrigen Temperaturen, die sowohl am Ufer als auch im und auf dem Wasser herrschen. 

Kontrolliere deine Ausrüstung, verabrede dich mit einem Familienmitglied zu einem Telefonat nach dem Stand-Up-Paddeling und fahre am besten immer mit mindestens einer weiteren Person auf den See hinaus. Beobachte das Wetter und wäge ab, ob der Wind zu hohe Wellen schlägt. Schaue dir vorab den Wetterbericht an. Oftmals empfiehlt es sich, am Ufer zu fahren. Dort sind die Wellen nicht so hoch oder die Winde so stark und du kannst jederzeit eine Pause machen und auch im Notfall schnell an Land gelangen.

Kälteschock vermeiden

Gerade im Winter besteht die Gefahr, einen Kälteschock zu erleiden. Der Fachausdruck dafür lautet Hypothermie und beginnt bereits bei einer Wassertemperatur unter 15 Grad Celsius. Diese Temperaturen setzen in den meisten europäischen Gebieten zum Ende des Sommers ein. Darum stellt selbst der Herbst mit seinen warmen Sonnenstrahlen eine Gefahr dar. 

Bei der Hypothermie handelt es sich um einen Verschluss der Atemwege: Wenn du ins kalte Wasser eintauchst, handelt dein Körper automatisch und du kannst nicht mehr atmen. Etwa eine von fünf Personen, die ertrinken, kommt dadurch zu Tode. Die Schockstarre verhindert, dass du atmen und Luft holen kannst. Weil das Ertrinken ohne ein Eindringen von Wasser verläuft, wird es auch trockenes Ertrinken genannt. 

Um sich dieser Gefahr nicht auszusetzen, solltest du dich gut vorbereiten! Nutze die zuvor genannten Tipps und halte dich an deinen Zeitplan, um die frühe Abenddämmerung nicht zu verpassen. Dann ist die Sicht erschwert und die Temperaturen sinken weiter. Idealer Weise fährst Du also immer zu zweit und bleibst am besten in Ufernähe, insbesondere wenn Du nicht das passende Equipment hast.

Die richtige Kleidung für den SUP-Trip im Herbst und den Winter

Wenn du im Herbst oder im Winter auf dein Board steigen möchtest, solltest du dich warm anziehen. Mehrere Schichten helfen dir natürlich auf dem Board, um warm zu bleiben. Fällst du einmal ins Wasser, ist der Zwiebellook hinfällig. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, wassertaugliche Kleidung zu wählen. Auch wenn du ein geübter Fahrer bist, solltest du immer mit dem Schlimmsten rechnen. Gerade bei den kalten Temperaturen von unter 15 Grad Celsius ist das wichtig, um nicht auszukühlen und frei atmen zu können.

Ein Neoprenanzug ist die geeignete Wahl, um Wasser abzuhalten und um deinen Körper warm zu halten. Ideal ist für den Herbst ein Neoprenanzug mit einer Dicke 3/2: Das bedeutet, dass der Anzug am Körper eine Dicke von drei Millimetern und an den Extremitäten eine Dicke von zwei Millimetern hat. Obwohl Neoprenanzüge eigentlich dafür gedacht sind, daß man häufiger Wasserkontakt hat, finde ich sie für das Stand Up Paddling optimal. Auch im Notfall kann man damit noch gut Schwimmen, was mit normalen Sportklamotten nicht unbedingt der Fall ist.
Ich verwende zum Beispiel den 2mm-Neoprenanzug von Itiwit, den es bei Decathlon schon für weniger als 50€ gibt. Gerade für die Übergangszeit ist er ideal und erlaubt durch die offene Schulterpartie eine gute Bewglichkeit beim Paddeln, was bei Modellen mit langen Ärmeln teilweise etwas nervig sein kann. Außerdem wird es beim Paddeln im Schulterbereich doch richtig warm, durch die viele Bewegung. Um noch zusätzliche Taschen zu haben, ziehe ich dann meist eine Laufshort über den Neo drüber und wenn es kühler ist, kann man auch ein Sportshirt oder ein Longsleeve kombinieren.

Vergiss nicht, deine Füße warm einzupacken: Das gelingt dir mit wasserdichten Neoprenboots. Sie schließen über dem Knöchel ab und sind mit oder ohne Zehenvorrichtung erhältlich. Teste vorher aus, ob dir die Zehen nicht beim Fahren einschlafen. Das kannst du mit einer Trockenübung an Land ausprobieren. Für die wärmeren Tage reichen auch Neopren-Schuhe, die flacher sind. Auch hier kann ich für die Übergangszeit die günstigen 1,5mm Neoprenschuhe von Itiwit empfehlen, die man schon für 20€ bei Decathlon bekommt.

Anders als im Sommer frieren übrigens auch deine Hände schnell ein: Um dem entgegenzugehen, sind Handschuhe von Vorteil. Hier nehme ich meist ganz normale Sporthandschuhe, die ich auch beim Laufen anziehe.

Wird es dann richtig kalt, muss man sich unbedingt einen Trockenanzug zulegen, um sicher auf dem Wasser unterwegs zu sein. Denn wenn das Wasser zu kalt wird, helfen auch Neoprenanzüge nicht mehr dabei, einen Kältschock zu vermeiden. Trockenanzüge sind allerdings sehr teuer und meist nicht unter 400€ zu bekommen. Anders als bei Neoprenanzügen wird man in einem Trockenazug aber beim Sturz ins Wasser eben nicht nass und kühlt daher deutlich langsamer aus. Das verschafft einem genügend Zeit, das Ufer zu erreichen oder sich wieder auf das Board zu retten.
Durch den hohen Anschaffungspreis lohnen sich Trockenanzüge aber nur für SUP-Sportler, die wirklich bei kalten Temperaturen aufs Wasser gehen wollen.

Das richtige Equipment für den Herbst und den Winter

Ein wichtiger Gegenstand, den du bei keiner Fahrt auf dem SUP-Board vergessen darfst, ist ein Drybag. Darin bewahrst du deine notwendigen Dinge auf, die du unbedingt mitnehmen musst:

  • Handy,
  • Schlüssel
  • Bargeld oder dein Portemonnaie

Eine Drybag nimmst du gerne mit, um im Notfall gut vorbereitet zu sein. Die Drybag verhindert, dass Wasser ins Innere gelangt. Das gilt sogar dann, wenn du einmal samt deiner Ausrüstung ins Wasser fällst. Ein Handy ist immer eine gute Idee, um einen Notruf abzusetzen. Für mehr Unterhaltung bietet sich ein kleines Radio an. Manche Drybags verfügen sogar über Lautsprecher, sodass du mit deinem Handy über Bluetooth Musik abspielst. Wobei man ja eigentlich extra im Herbst und Winter aufs Wasser geht, um die Ruhe zu genießen und nicht um die Natur zu beschallen.

Etwas Proviant ist nie verkehrt, denn das Fahren auf dem Board ist sehr energieraubend. Insbesondere Getränke sind wichtig, um den Wasserhaushalt aufzufüllen. Die trockene Luft im Herbst und im Winter macht sich in deinem Hals bemerkbar. Warme Getränke sind auch für danach von Vorteil, um dich aufzuwärmen. 
Ein paar Müsliriegel, Trockenfleisch oder kleine Snacks bestehend aus Obst oder Gemüse sind stets hilfreich auf dem Board. Nutze hin und wieder die Zeit, um eine Pause zu machen und dich auf dem Board hinzuknien. Das schont die Gelenke und spart dir einiges an Energie ein. Wenn du etwas trinkst oder isst, erhält der Körper neue Kraft dazu. 

Ein Handtuch auf dem Board ist nie verkehrt, um es hin und wieder abzutrocknen.

Warm-up nicht vergessen

Bist du richtig angezogen und hast du dein Equipment samt Board und Paddel dabei? Bevor du ins Wasser einsteigst, ist ein Warm-up wichtig. Dehne deine Muskel, die bei den kalten Temperaturen noch nicht warm genug sind. Das verhindert eine Zerrung und kann Muskelkater vorbeugen. 

Geeignete Einstiegsstellen finden

Bist du richtig angezogen und startklar für deine Fahrt auf dem Board? Dann suche dir eine geeignete Einstiegsstelle aus. Ideal ist ein Strandabschnitt, wo das Wasser flach abfallend ist. Bäume oder Sträucher zum Festhalten oder ein Steg eignen sich ebenfalls gut. 

Ganz wichtig dabei ist, dass du die Ruhezonen von Naturschutzgebieten einhältst. Denn gerade zum Ende des Winters hin beginnen viele Tiere – vor allem Vögel – mit der Paarung. Das Brüten von Wildvögeln darf auf keinen Fall gestört werden und verursacht unter Umständen finanzielle Strafen für dich.

Fazit

Im Prinzip ist das Fahren auf dem SUP im Herbst und im Winter ähnlich wie im Frühjahr und im Sommer zu sehen. Lediglich die Gefahr der niedrigen Temperaturen, dass du allein auf dem Gewässer unterwegs bist und die frühen Sonnenuntergänge solltest du bei der Planung beachten. Eine gute Ausrüstung, warme Kleidung und Decken für danach sind essenziell. Das Fahren im Herbst und im Winter ist also nicht unmöglich, bedarf allerdings einer präzisen Planung und sorgfältigen Sicherheitsmaßnahmen.

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