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Stand Up Paddling im Spreewald. Die besten SUP-Touren, Tipps und Routen für Anfänger und Fortgeschrittene!

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Mit nur etwas mehr als 100 Kilometer Entfernung von Berlin und gut 90 Minuten Fahrzeit von Potsdam, eröffnet sich mit dem Spreewald eines der besten Wassersport-Gebiete Deutschlands auch als Ausgangsort für Touren mit dem SUP. Mehr als 300km an befahrbaren Kanälen lassen unzählige Varianten für die Touren zu und durch die jahrzehntelange Erfahrung von mit Paddelboot-Touren, ist der Spreewald auch sehr gut ausgeschildert.

Nachdem ich Euch ja im letzten Jahr schon einen kleinen Einblick über die besten SUP-Spots in Deutschland gegeben habe, möchte ich Euch jetzt ein paar ganz konkrete Tourenvorschläge und Tipps für das Stand Up Paddling im Spreewald geben.
Für meinen Bericht war ich im Juni für ein verlängertes Wochenende mit meinem Teenager-Sohn im Spreewald, um die besten Routen selbst zu testen und zu schauen, wie sich der Spreewald für SUP-Touren eignet.

Schnellnavigation: SUP im Spreewald
1. Die besten Ausgangsorte für SUP-Touren im Spreewald
2. Wo darf man im Spreewald mit dem SUP fahren?
3. Welches SUP für den Spreewald?
4. Stand Up Paddling Board ausleihen im Spreewald
5. Schleusen mit dem Stand Up Paddling Board
6. Karten, Routen und Pläne für SUP-Touren
7. Spreewaldkähne, Kanuten und Stand Up Paddler
8. Die kurze SUP Tour im Spreewald (5km, 80min)
9. Die mittlere SUP Tour im Spreewald (9km, 2:20h)
10. Die große SUP Tour im Spreewald (22km, 5:30h)
11. Eventtipp zum Stand Up Paddling im Spreewald
12. Fazit zum Stand up Paddling im Spreewald

Die besten Ausgangsorte für SUP-Touren im Spreewald
Das Tolle am Spreewald ist, daß man eigentlich überall gut fahren kann und also nur eine günstige Stelle zum Einsteigen finden muss. Entweder man sucht sich also ein Hotel oder eine Pension direkt an den zentralen Hochburgen im Spreewald, also direkt in Lübben, Lübbenau oder Burg – oder man wohnt wie wir, einen Katzensprung entfernt in Vetschau, und fährt dann mit den Boards zu einem geeigneten Einsatzpunkt mit Parkmöglichkeit für das Auto.
Auch wenn es mit 8€ Parkgebühren pro Tag nicht die preiswerteste Option ist, so hatten wir uns für den Parkplatz direkt am Schloß in Lübbenau entschieden, weil man von dort bequem einen Wasserzugang erreicht. Entweder in Richtung Zeltplatz oder durch den Schloßpark in Richtung „Großer Spreewaldhafen Lübbenau“.

Wo darf man im Spreewald mit dem SUP fahren?
Grundsätzlich darf man im Spreewald alle Wasserwege befahren, die für die Sportschiffahrt freigegeben sind. Gesperrte Wasserwege sind entweder mit einem rot-weiß-roten Balken gekennzeichnet, quasi wie die Flagge Österreichs oder sogar komplett mit Bäumen oder Ästen abgesperrt. Besonders achten muss man auf die Quadrate mit rotem Rand und durchgestrichenem „Sport“ Schriftzug. Denn dort darf man ebenfalls nicht fahren und keine Boote und SUPs einsetzen oder aussteigen. Das betrifft zum Beispiel den Fährhafen in Lübbenau, wo die Fährleute zwar tolerant sind, aber die Wasserschutzpolizei 35€ für das Missachten kassiert.
Leider gibt es kaum Karten, auf denen diese verbotenen Einstiegszonen zu finden sind. Daher geht probieren über studieren und sich einfach nicht erwischen lassen. Gerade auf den größeren Wasserwegen, sollte es aber keine Probleme mit Verboten geben.

Welches SUP für den Spreewald?
Das Wasser im Spreewald ist sehr ruhig, teils aber recht flach und auch mal zugewachsen. Die Strömung ist sehr gering und kaum spürbar. Damit man aber einigermaßen vorwärts kommt, sollte man ein Touring-Board verwenden, daß aufgrund der spitz zulaufenden Front, eine bessere Wasserverdrängung hat und man somit mit weniger Kraft höhere Geschwindigkeiten erreicht, besser gleitet und wendiger ist.

Wir hatten für unsere SUP-Tour die neuen Boards von Indiana Paddle & Surf Co. dabei, einer schweizer SUP-Marke, die sich auf besonders robuste und hochwertige Boards spezialisiert hat. Vincent war mit dem blauen 10’6 Family unterwegs und für mich gab es das etwas größere 11’6 Family von Indiana SUP und wir kamen beide damit bestens voran. Eine Leash bzw. ein Fangseil benötigt man nicht unbedingt, da das Board aufgrund der geringen Strömung nicht schnell abtreiben kann, wenn man mal ins Wasser fällt. Zu empfehlen sind aber wasserfeste Rucksäcke, mit denen man Wechselsachen, Geldbörse, Verpflegung und was man sonst so braucht, sicher vor Wasser geschützt transportieren kann. Mehr dazu findet Ihr auch in meinem Ratgeber für den SUP-Kauf und für SUP-Equipment.

Stand Up Paddling Board ausleihen im Spreewald
Auch wer kein eigenes Stand Up Paddling Board dabei hat, kann sich inzwischen an mehreren Stationen ein SUP ausleihen und auch geführte SUP-Touren buchen. Einer der Pioniere des Stand Up Paddling im Spreewald ist Martin Fix, bei dem Ihr sowohl Boards als auch Touren bekommt:

Stand up Paddling Spreewald
Martin Fix
Naundorfer Str. 17
03096 Burg

 

Schleusen mit dem Stand Up Paddling Board
Mit dem SUP kann man an den normalen, kleinen Schleusen entscheiden, was man besser findet. Entweder einfach am Steg vor der Schleuse schnell aussteigen, um die Schleuse herumlaufen und auf der anderen Seite wieder einsetzen oder sich einfach wie die Kanuten schleusen lassen. Dazu fährt man einfach in die Schleuse hinein und hält sich möglichst am Rand fest, während die Schleusentore abwechselnd geschlossen und geöffnet werden und sich der Wasserstand angleicht.

Schleusen dauert aber auf jeden Fall länger als Herumlaufen und bei viel Betrieb sehen das die Fährleute wohl auch nicht so gern, wenn man den Booten den Platz in der Schleuse wegschnappt.
Bei den größeren Schleusen gibt es häufig einen separaten Weg für Kanus um die Schleuse herum, wo man dann mit dem Boot über ein Rollensystem fährt. Dieses funktioniert für SUP nur mit Vorsicht, da das System nicht für SUP mit Finne gebaut ist – man muss also hineinfahren und dann doch wieder kurz das SUP tragen. Einfach auf die Beschilderung achten, um die Umfahrung zu finden!
Bei einigen der großen Schleusen muss man auch diesen Weg wählen, da die Strömung bei den Schleusen mit einem Höhenunterschied von einem Meter und mehr, sehr stark wird, während des Schleusungsvorgangs und damit zu gefährlich für SUP-Fahrer.

Karten, Routen und Pläne für SUP-Touren
Offiziell wird empfohlen, sich Wassersportkarten für den Spreewald zu besorgen und bei jedem Bootsverleih und SUP-Verleih bekommt man die laminierten Karten aber auch mit dazu. Zumindest die großen Orte, Richtungen und Kanäle sind aber alle sehr gut ausgezeichnet und beschildert und an den meisten Verleihstationen und Rasthäusern sind ebenfalls Karten zu finden, sodass man auch ohne eigene Karten zurechtfindet. 
Dann sollte man aber auf jeden Fall ein voll geladenes Telefon dabei haben, um sich damit navigieren zu können. Denn auch in den Karten dort sind die Wasserwege gut erkennbar und zumindest die Himmelsrichtung klar zu orten, damit man sich in die richtige Richtung bewegt. Es ist also kein Problem, wenn man auch ein wenig nach Lust und Laune fährt, sofern man sich vorher grob die großen Routenstationen notiert hat.

Abgesehen von den ganz kleinen Kanälen begegnet man auch immer wieder anderen Wassersportlern, die man nach dem Weg fragen kann. Je nachdem wie abenteuerlustig man ist, kann man sich also auch getrost ohne ausgedruckte Karte auf den Weg machen.

Spreewaldkähne, Kanuten und Stand Up Paddler
Im Zusammenspiel der verschiedenen Wassersportler haben wir keinerlei Probleme erlebt. Wie generell im Leben, sollte man einander rücksichtsvoll begegnen und sich nicht in den Weg fahren und beim kreuzen der Route auch mal anzeigen, was man vorhat. Gerade die Spreewaldkähne sind nicht so wendig und da man sich ja entspannen will und keine Rekordjagd betreibt, kann man ja auch einfach mal den Kahn durchlassen, anstatt direkt davor abzubiegen.

Ansonsten ist man als SUP-Sportler immer noch die Ausnahme im Spreewald und wir daher recht häufig besonders begutachtet, besonders wenn man gut fahren kann und nicht wie ein Zitteraal auf dem Brett steht. Mich persönlich haben die Suff-Touristen etwas gestört, die im Kahn oder als Kanuten mit ordentlich Pegel und entsprechender Geräuschkulisse die Stille der Natur zerreissen. Aber leben und leben lassen – also weicht man einfach auf die kleineren Kanäle aus und meidet ein wenig die Hauptverkehrswege der Spreewaldkähne.
Abgesehen von diesen Lärmbelästigungen kommen aber alle gut miteinander zurecht im Spreewald, egal ob auf dem Wasser, an den Schleusen oder den Rasthäusern.

Die kurze SUP Tour im Spreewald um Lübbenau und Lehde (5km, 80min)
Für den kleinen Appetithappen am ersten Abend, haben wir uns am Schloss in Lübbenau auf den Weg gemacht und sind dann einfach ein Stück die Spree in Richtung Südumfluter gefahren und sind dann auf Höhe des III. Freiheitskanals einfach gedreht und zurückgepaddelt.

Da wir erst um 17.30 Uhr gestartet sind, war es schon angenehm ruhig und wir waren fast allein auf dem Wasser unterwegs. Auch die Tierwelt zeigte sich und wir stießen schon nach kurzer Zeit auf den ersten Nutria.
Für die rund 5 Kilometer lange Einstiegstour haben wir bei gemütlicher Fahrweise rund 80 Minuten gebraucht und so einen ersten, kleinen Vorgeschmack auf den Spreewald bekommen.


Wer die komplette Idylle des Spreewaldes genießen will, sollte unbedingt entweder eine solche Abendtour unternehmen oder sehr für aufstehen und kurz nach Sonnenaufgang fahren. Denn neben Nutrias, kann man dann auch Rehe und andere Tiere auf den Feldern erleben.
Die Fahrt auf dem Südumfluter lässt sich auch nach Belieben ausweiten oder zu einem Rundkurs ausbauen, allerdings freuten wir uns schon auf unser gemütliches Abendessen mit Spreewälder Spezialitäten und wollten uns ja auch noch schonen für die große Runde am nächsten Tag.
Route und GPX-Download hier.

Die lange SUP Tour im Spreewald mit Hochwald (22km, 5:30h)
Am Samstag morgen starteten wir kurz vor 10:00 Uhr vom Lübbenauer Schloss für die große Tour, bei der wir einmal den Spreewald umrunden und so viele Highlights und Facetten des Spreewaldes wie möglich in unsere SUP-Tour packen wollten.
Zunächst fuhren wir immer auf der Spree / Kaltschmitna in Richtung Osten, bis wir nach etwa 2 Stunden den Spreewaldhof erreichten, wo wir eine erste Rast einlegten.


Danach wechselten wir auf den Leiper Graben und paddelten weiter in Richtung Nord-Ost auf den Hochwald zu. Gut zwei Stunden später erreichten wir dann gegen 14:00 Uhr die Polenz-Schänke und legten dort erstmal eine Mittagspause ein, mit Pellkartoffeln mit Quark, Schnitzel und einem erfrischenden Radler. Frisch gestärkt paddelten wir dann weiter in den Hochwald, den wir mit einer Spitzkehre am Waldhotel Eiche dann auch umrundeten und langsam wieder Richtung Westen und gen Ausgangsort orientiert weiterfuhren.


Immer parallel zum Fontaneweg folgten wir dem Nordfließ immer tiefer in den Spreewald hinein und zu den naturbelassensten und schönsten Strecken im Spreewald. Als wir dann vom Nordfließ in Richtung Süden in den kleinen Peterkanal hineinfuhren, war das Naturspektakel nicht mehr zu überbieten. Kein Mensch weit und breit, nur Stille und grün, soweit das Auge nur blicken konnte. Die absolute Entspannung und unvergessliche Momente auf dem SUP!

Dann weiter über das Große Fließ hinein in das Bürgerfließ und zurück in den inneren Oberspreewald und vorbei an Wotschofska. Noch einmal Abbiegen in den Leider Fließ, vorbei am Zeltplatz und dem Schlosspark zurück zu unserer Einstiegsstelle und nach fünfeinhalb Stunden hatten wir die große Runde mit mehr als 22 Kilometern quer durch den Spreewald geschafft und uns unser Abendbrot absolut verdient!
Route und GPX-Download hier.

Die mittlere SUP Tour im Spreewald im Norden von Lübbenau (9km, 2:20h)
Nach unserer großen Tour am Samstag gingen wir es am nächsten Tag etwas gemütlicher an und stiegen gegen 10:30 Uhr an unser etablierten Stelle in der Nähe beim Lübbenauer Schloß in die Spree und umrundeten zunächst den Schloßpark und den Zeltplatz am Schloß in Richtung Norden.


Danach ging es weiter über die Lübbenauer Buschspree weiter nach Norden bis wir südlich des Großen Fließ und Burg-Lübbener Kanals wieder auf die Spree in Richtung Süden eindrehten.
Die breiten Kanäle stellten einen tollen Kontrast zu den verwunschenen und schmalen Wasserwegen des Vortags dar und ließen es auch zu, daß man sich noch mehr treiben lassen konnte, da ja zu beiden Seiten stets genug Platz zum Ufer war.

Kurz vor dem Ziel haben wir dann doch noch den richtigen Abzweig in Richtung Schloßpark verpasst und hatten noch eine kleine Bonusrunde zu drehen, bevor wir dann auch unsere letzte Tour super entspannt beendeten.
Route und GPX-Download hier.

Eventtipp zum Stand Up Paddling im Spreewald
Ein absolutes Highlight für Stand Up Paddler im Spreewald ist übrigens die Teilnahme am Spreewaldmarathon. Hier werden für Paddler die Distanzen von 5km, 10km, 21km und 42km angeboten. Während des SUP-Rennens wird dann eine Kontrollkarte an mehreren Stationen mit einer Lochzange markiert, um nachzuweisen, daß man die komplette Strecke in der richtigen Reihenfolge absolviert hat.

Fazit zum Stand up Paddling im Spreewald
Nach unserem SUP-Wochenende im Spreewald sind wir total begeistert von den Möglichkeiten im Spreewald. Die Auswahl an möglichen Routen ist gigantisch und durch das dicht verzweigte Kanalnetz, kann man auch recht spontan die Touren verkürzen oder verlängern. Durch die lange Erfahrung im Tourismus ist sowohl im Bereich der Hotellerie als auch Gastronomie für alle Budgets etwas im Spreewald zu finden, auch wenn man für die Hauptsaison rechtzeitig buchen sollte.
Wer ganz in Ruhe und allein die Natur genießen will, kann sich schnell von den großen Kanälen auf die kleinen Nebenarme verziehen und ist dann oft für Stunden ganz allein unterwegs, ohne anderen Wassersportlern zu begegnen.
Gerade die vielfältige Natur und die tolle Perspektive vom Board, bei dem man weiter auf die Wiesen und in den Wald hineinblicken kann als die Paddler, erlauben einen intensiveren Blick in die Landschaft. Die gute Beschilderung und die idyllischen Gasthöfe an den Fließen erlauben auch spontane Touren ohne viel Gepäck und Stand Up Paddling mit Kindern.
Wir werden auf jeden Fall wiederkommen und vielleicht starten wir ja sogar mal per SUP beim Spreewaldmarathon? Oder siegt da doch das Läuferherz?

 

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2 Kommentare

  • Antworten raphaelaswelt 29. Juli 2019 um 15:20

    meine wunderschöne Heimat :-) Tolle Fotos

    • Antworten Daniel 29. Juli 2019 um 19:04

      Wirklich toll, daß wir so nah an diesem Naturparadies wohnen!

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