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SUP für Kinder: So gelingt der Stand Up Paddling Trip mit Kids

Nicht nur, wenn man als Familie mit kleineren Kindern Urlaub am Meer macht, ist der Reiz, die Trendsportart des Stand Up-Paddling (SUP) auszuprobieren, hoch. Auch als kleiner Wochenendtrip bietet sich eine Rundfahrt mit dem SUP für Kinder an.
Prinzipiell spricht also nichts dagegen, Kinder ab sieben oder acht Jahren schon früh an das Stand Up-Paddling heranzuführen. Dabei ist jedoch eine ganze Reihe von Dingen zu beachten, die ich mir in Vorbereitung auf meine SUP Tour im Spreewald mit meinem Sohn erarbeitet habe und hier mit Euch teilen will.

Eine Familie, die sich spontan und ohne große Vorbereitung auf einen SUP-Trip entlang der Küste begibt, überfordert den Nachwuchs wahrscheinlich körperlich und mental. Zudem lauern unterwegs verschiedene Gefahren. Diese liegen insbesondere in mangelnder Ausdauer und fehlender körperlicher Kondition, außerdem in mangelhafter Ausrüstung und in einer falschen Wahl des Gewässers begründet.

Gegen eine starke Strömung oder leichten Wellengang an zu paddeln, ist für ein kleines Kind schwer, da Kinder meist nicht über ausreichend Körperspannung verfügen.
Dies gilt insbesondere dann, wenn Board und Kind nicht optimal zusammenpassen. Ist das Kind zu schwer für das SUP, ist das tief im Wasser liegende Board schwerer fortzubewegen. Ist das Kind zu leicht, können eine Windböe oder plötzlicher Wellengang es vom Brett schubsen und große SUP-Boards lassen sich meist schwerer steuern.
Zudem langweilen kleine Kinder sich schnell, wenn es nichts Interessantes zu entdecken gibt. Ihnen mangelt es an Ausdauer für längeres Stehen oder Sitzen.

SUP mit Kindern – aber bitte gut vorbereitet
Stand Up-Paddling hat viele Vorteile, die das Kind in der Entwicklung fördern können. Denn SUP macht altersunabhängig Spaß. Es trainiert zugleich den Gleichgewichtssinn, die motorischen Fähigkeiten, die Koordinationsfähigkeit, die Ausdauer und die Konzentration.
Außerdem verbringt man zusammen Zeit draußen in der Natur und kann bei der SUP-Tour auch das Planschen und das Fahren kombinieren. So ist auch noch das Schwimmtraining mit dabei!

Doch Grundregel Nummer eins ist: Das Kind sollte bereits schwimmen können und trotzdem noch eine kindgerechte Schwimmweste tragen. Für größere Kinder, die schon gut schwimmen können, ist auch ein Restube hilfreich, da dieses System deutlich angenehmer zu tragen ist, als eine Schwimmweste.
Plötzlicher Wellengang durch ein vorbeifahrendes Motorboot, einen ufernah fahrender Jet-Ski oder die Ausläufer einer kreuzenden Fähre im Fahrwasser können das Kind aus der Balance bringen und ins Wasser befördern.

Ist dieses für die Jahreszeit zu kalt, sollte ein SUP-Neoprenanzug benutzt werden. Dadurch wird ein vorschnelles Auskühlen des Körpers verhindert. Nichtschwimmer sollten grundsätzlich nur unter Aufsicht und in flachen Gewässern herumpaddeln dürfen und unter Aufsicht stehen.

Das richtige Alter und die richtige Ausrüstung für SUP mit Kindern
Kräftig gebaute und sportliche Kinder ab fünf oder sechs Jahren sind im richtigen Alter, um unter Aufsicht erstmals ein kindgerechtes SUP-Board zu besteigen. Ein höheres Alter ist aber wünschenswert, weil das Board von einem zarten oder wenig trainierten Kind nicht eben leicht fortzubewegen ist. Mit sieben oder acht Jahren sind die körperlichen und kognitiven Voraussetzungen für Stand Up-Paddling gegeben.
Ich persönlich bin mit meinem Teenagersohn im Alter von 13 Jahren auch schon lange Touren von mehr als 5 Stunden und mehr als 20 Kilometern gefahren. Wenn man die nötigen Pausen berücksichtigt, ist das kein Problem.

Meinen kleineren Sohn mit 9 Jahren, habe ich bei einigen Touren, wie beispielsweise um Hermannswerder herum, einfach ins Schlepptau genommen und mit meinem Board gezogen, wenn er erschöpft war.

Man sollte auch unbedingt in ein kindgerechtes Board investieren und einiges an Zubehör kaufen. Zum notwendigen Zubehör für ein SUP-Board gehören ein leichtes, kürzeres und auf die Körpergröße des Kindes angepasstes Paddel, eine bewegungsfreundliche Schwimmweste oder ein Restube sowie ein Boardleash, damit das SUP-Board nicht abtreiben kann, während das Kind ins Wasser gefallen ist.
Zu den Komplettpaketen für ein SUP-Inflateable (iSUP) gehören weitere Zubehörteile, beispielsweise eine Luftpumpe, eine Tasche für das SUP-Board und eine Finne, die die seitliche Stabilität des SUP weiter erhöht und das Lenken vereinfacht. Die Zusammensetzung solcher Komplettpakete kann aber unterschiedlich ausfallen. Daher sollte man unbedingt darauf achten, daß man alles an Zubehör beisammen hat, bevor man zu einer längeren Tour aufbricht.

Außerdem ist Sonnenschutz wichtig. Wer sich an sonnigen Tagen auf dem Wasser bewegt, ist durch die Reflektion der UV-Strahlen doppelter UV-Strahlung ausgesetzt. Eine Kappe mit Schirm und ein T-Shirt sowie eine Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor für die frei gebliebenen Körperteile sind essenziell.


Zusätzlich ist eine wasserdichte SUP-Tasche zu empfehlen, in die man Wechselsachen und Verpflegung einpacken kann. Das Handy hat man gut geschützt und gleich griffbereit mit einer wasserfesten Handytasche.

Eine der besten Anschaffungen des Sommers, war bei mir ein SUP-Anker. Denn damit kann man auch mal auf dem See anhalten und sich ganz entspannt auf das Board legen und chillen oder dort ein Picknick machen. Auch für SUP-Yoga wird ein Anker benötigt.

Packliste für die SUP-Tour mit Kindern:
* Wasserdichte SUP-Tasche
* Wechselsachen / Handtücher
* Proviant
* SUP, Paddel, Leash, Luftpumpe
* Sonnencreme
* Mütze / Cap
* Schwimmweste / Restube
* Wasserdichte Handyhülle
* SUP-Anker (optional)

Kind allein auf dem SUP oder lieber ein Familien-Board?
Beim SUP für Kinder haben Familien zwei Möglichkeiten: Jedes Kind steht auf einem eigenen Kinderboard – oder je Elternteil fährt ein kleineres Kind mit auf dem Board der Eltern. Dazu bedarf es eines sogenannten Familienboards. Viele Allround-Boards sind geeignet, um ein kleineres Kind mitzunehmen.

Wichtig sind die Auslegung des Boards für höheres Gewichtsbelastungen und die stabile Lage. Das kleine Kind sitzt dabei grundsätzlich kurz vor dem paddelnden Elternteil, um unter Beobachtung zu sein und um den Schwerpunkt des Boards optimal zu legen. Das Kind paddelt dabei selbst nicht mit. Eine Schwimmweste ist empfehlenswert. Schwimmflügel sind kein ausreichender Schutz für kleine Kinder unter sechs Jahren.

Wenn man sich also ein erstes SUP Board in der Familie zulegt, sollte man gleich mit einkalkulieren, ob man mal ein Kind darauf mitnehmen möchte oder nicht. Denn SUP werden nach Gewicht und Einsatzart eingeteilt. Ich habe bei meinem Board noch locker 30-40kg extra eingeplant, würde jetzt aber auf ein kleineres Board wechseln, da die Kids nun selbst auf eigenen Boards fahren. Mehr zu den SUP-Board Typen gibt es in meinem Ratgeber zum SUP-Kauf.

Kindertaugliche SUP-Boards sind leichter, schmaler und kürzer als die Erwachsenenmodelle. Daher sind sie weitaus wendiger. Neben dem klassischen Hardboard sind auch aufpumpbare Inflateables für Kinder zu kaufen. Diese sind für kleine Kinder vorteilhaft. Erstens ist das Verletzungsrisiko bei solchen SUP-Boards kleiner, zweitens ist man damit auch mobiler, wenn man das SUP auf Reisen oder zu Ausflüge an den See mitnehmen will. Klug ist es, dem Kind zunächst ein kindgerechtes Inflateable zu kaufen, und es erst später auf ein Hardboard umsteigen zu lassen.

Kinder-SUP: Welche Eigenschaften sollte ein Kinder-SUP haben?
Die zu beachtenden Kaufkriterien ergeben sich aus der kleinen Körpergröße und dem Alter der Kinder. Ein SUP-Board für Kinder – auch als Juniorboard bekannt – sollte maximal zwei oder drei Meter lang sein. Erwachsenen-Boards sind durchschnittlich 76 Zentimeter breit. Ein Kinderboard sollte aber nur 60 bis 70 Zentimeter Breite haben. Größere Breitenmaße sind beim Paddeln hinderlich. Das Paddel kann vom Kind nicht im richtigen Winkel ins Wasser gesenkt werden. Daher ist das Ergebnis ein Schlingerkurs oder ein Kreis.

Die kindgerechten SUP-Boards sind außerdem leichter und dünner als die Boards der Erwachsenen. Dadurch kann das Board durch leichte Gewichtsverlagerungen besser gesteuert oder gewendet werden. Sollen die Kinder ihre Boards selbst ans Wasser tragen, sollte auch das Gewicht des Kinder-Boards beachtet werden. Inflateables sind deutlich leichter als Hardboards.

Das Körpergewicht des Kindes sollte vor dem Kauf gemessen werden. Es muss zur Belastungsfähigkeit des SUP-Boards passen. Bei kindlichem Übergewicht liegt das SUP-Board zu tief im Wasser. Der Wasserwiderstand erhöht sich. Das Paddeln wird dadurch anstrengend. Die Board-Oberfläche sollte rutschfest und solide wirken, damit sie dem Kind eine gute Standsicherheit bietet. Bei billigen SUP-Boards und Inflateables ist das nicht immer gegeben.

Für kleinere Kinder mit einem Gewicht von 20-40kg eignen sich 8’6 Zoll-Boards, ein 10’6 Board ist dann schon für Teenager mit einem Gewicht von 60-90kg geeignet.
Als SUP-Board Typ sind vor allem Allrounder zu empfehlen oder auch Touring-Boards, wenn man nicht nur planschen will, sondern auch wirklich längere Touren fahren will.

Das SUP-Paddel der Kinder sollte leicht, kürzer als Erwachsenen-Paddel, und nach Möglichkeit in der Länge anpassbar sein. Dadurch wächst das Paddel über die Jahre mit dem Kind mit. So ein Paddel kann außerdem für eine sitzende Nutzung des SUP-Boards verkürzt werden. Die Blattgröße des Paddels sollte maximal bei 550 Quadratzentimetern liegen, um einen geringeren Wasserwiderstand zu erreichen.
Bei der richtigen Länge des Paddels gilt die Faustregel, daß man etwa 20-25cm zur Körpergröße hinzurechnet, um die richtige Länge zu ermitteln.

Grundregeln für die erste SUP-Board-Nutzung
Es gibt einige Grundregeln für das erste Mal – oder die ersten Male – bei denen ein Kind ein SUP-Board nutzt. Wichtig sind flache Gewässer für leichteres Aufsteigen und ein sicheres Gefühl. Zu bevorzugen sind ruhige Gewässer ohne Boots- und Schiffsverkehr. Auch die Strömung sollte möglichst gering sein, damit man nicht zu schnell abtreibt oder beim zurückfahren gegen die Strömung ankämpfen muss.
Am besten ist ein windstiller, bewölkter oder sonniger Tag an einem See mit flacher Uferzone.
Der Verzicht auf längere Touren sollte so lange gelten, bis das Kind von sich aus längere Strecken meistern möchte – und kann. Oder man bindet das Board des Kindes einfach hinten an das eigene und schleppt es ab. Das bedeutet aber deutliche Mehrarbeit für den Erwachsenen!

Das SUP-Board zu beherrschen, fällt vielen kleinen Kindern leichter, als das Erlernen des Fahrradfahrens. Das Kind paddelt in Gemeinschaft, ist aber auf seinem Board auch auf sich selbst gestellt. Es kann also im Notfall Hilfe erwarten. Trotzdem sollte das Kind schnell das richtige Verhalten im Notfall lernen, damit es später auch allein fahren kann.
Das SUP-Board ist zum Glück flexibel nutzbar, wenn das Kind ermüdet. Es kann dann sitzend paddeln und spart so ein wenig Kraft. Zudem sollte man als Eltern für ausreichend Pausen sorgen und nicht gleich mit einer Krawall-Tour starten.

Große Vorkenntnisse sind für das Stand Up-Paddling nicht nötig. Der Materialaufwand ist ebenfalls gering. Grundsätzlich gilt Stand-UP Paddling als gelenkschonende Tätigkeit, die praktisch alterslos machbar ist. Bevor jemand auf ein schmales Race-Board umsteigt, sollte er aber einen sicheren Stand beherrschen. Was den gesundheitlichen Wert des Stand Up-Paddlings angeht, so ist dieser hoch. Beansprucht und trainiert werden die Kondition, die Koordination, die Arm-, Rücken- und Rumpf- sowie die Beinmuskulatur.

Die Vielseitigkeit in der Verwendung eines SUP ist ebenfalls beachtlich. Ein SUP-Board kann stehend, liegend oder sitzend genutzt werden. Es kann als Sonneninsel oder Badeplattform eingesetzt werden. Yogakurse an Bord eines SUP sind bereits im Angebot. Sie trainieren den Gleichgewichtssinn und die gesamte Muskulatur.
Familienspaß und Spaß mit Freunden sind beim Stand Up-Paddling garantiert. Das SUPen kann erstmals an einer SUP-Mietstation ausprobiert werden. Mittlerweile gibt es davon diverse in ganz Deutschland.

SUP für Kinder: Die Frage der Kosten
Ein Juniorboard für eine Stunde zu mieten, ist meistens kein teurer Spaß. Für einen ganzen Tag sind die Kosten – je nach Ort und Land – bei 50 bis 60 Euro anzusetzen. Für eine Wochenendnutzung liegen sie meist bei ca. 80 – 90 Euro.
Empfehlenswert ist ein von Erwachsenen begleiteter SUP-Kurs, der heutzutage schon in vielen Seebädern angeboten wird.
Gute Inflateables sind bereits ab 400-600 Euro zu haben. Nicht nur die großen Marken bieten meistens gegen Saisonende kostengünstigere SUP-Boards zum Aufpumpen an. Rabatte von 30% und mehr sind dann keine Seltenheit.
Es lohnt sich, die Kundenrezensionen und gegebenenfalls auch die Ergebnisse von Produkttests zu lesen und nicht zu günstig zu kaufen. Denn mit einem billigen China-Board hat man zwar vielleicht Geld gespart, aber wenn die Wasserlage und die Materialqualität nicht stimmt, ist der SUP-Spaß ganz schnell wieder vorbei.

Außerdem gibt es in Häfen, in entsprechenden Zeitschriften oder im Internet bereits einen kleinen Gebrauchtmarkt für SUP-Boards. Eine kindgerechte Schwimmweste kostet um die 50 Euro. Neoprenanzüge können manchmal geliehen werden. Ein arm- und beinloser Neopren-Anzug kann bereits ab 20 Euro erworben werden, ein Ganzkörperanzug kostet etwa 80-100 Euro.
Diese Kosten werden erst dann notwendig, wenn das Kind das SUP regelmäßig nutzt, auch wenn das Meerwasser noch kalt ist.

Fazit zum SUP mit Kindern
Nach meinen Erfahrungen macht man sich als Eltern aber viel zu viele Gedanken. Denn die meisten Kinder kommen recht schnell mit dem SUP zurecht und haben auch viel Spaß auf dem Wasser.
Man sollte aber dafür sorgen, daß das richtige, kindgerechte Material bereitsteht, man ein ruhiges, sicheres SUP-Revier auswählt und genug Zeit zum Spielen, Planschen und für Pausen lässt.

Also raus auf’s Wasser und ausprobieren!

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