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Wanderschuhe: Reiben und Blasen richtig verhindern und behandeln!

Was hilft gegen Blasen beim Wandern?

Wandern kann eine wunderbare Art sein, die freie Natur zu genießen, aber es kann auch eine schwierige Aufgabe für neue Wanderer sein – insbesondere, wenn man neue Wanderschuhe trägt. Es ist also nicht verwunderlich, dass viele ungeübte Wanderer unter Blasen und anderen Problemen leiden, wenn sie über längere Zeit in schwierigem Gelände unterwegs sind. Als Neuling sind Sie vielleicht nicht an die Höhe oder das Tempo gewöhnt, das zum Wandern erforderlich ist. Bestimmt sind aber auch die Füße und die Wanderschuhe noch nicht wirklich zu einer reibungslos funktionierenden Einheit geworden.

Sie müssen also schon vor der ersten großen Wanderung Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um später Blasen und andere Probleme zu vermeiden. Blasen sind ein typisches Problem beim Wandern, und manche Menschen haben sie häufiger als andere. Blasen sind aufgrund des Kontakts zwischen Fuß und Schuh unangenehm. Sie können auch zu Erschöpfung führen, da sie die Bewegung verlangsamen und letztlich zu Entzündungen oder schmerzhaften Hautaufschürfungen heranwachsen können, die einen Abbruch der Wanderungdie erfordern. Wir haben aber die besten Tipps zusammengetragen, wie sie Blasen beim Wandern gleich komplett vermeiden können.

Warum bilden sich Blasen beim Wandern?

Lassen Sie uns zunächst die Gründe für diese Reaktion unseres Körpers untersuchen: Blasen sind eine Selbstverteidigungsreaktion unseres Organismus, bei der es nach wiederholter Reibung der Haut mit der Schuhsohle zu einer Ansammlung von Serum kommt, das in einem „weichen Sack“ eingekapselt ist.

Die Blase bildet sich, um diese Reibung zu dämpfen und die tieferen Schichten der Epidermis vor Infektionen und Bakterien zu schützen. Wenn dieser Sack vernachlässigt wird, führt der von ihm ausgehende Druck zu Unbehagen, das sich häufig in Schmerzen äußert.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Blasen

Sehen wir uns einige Tipps an, um Blasen auf Ihren Wanderungen zu vermeiden.

Tragen Sie leichte, atmungsaktive Wanderschuhe

Leichtes Schuhwerk ist das Wichtigste, um Blasen beim Wandern vorzubeugen. Ein schwerer Stiefel mit einer steifen Sohle kann Ihre Füße stark belasten und das Gehen erschweren. Es ist daher wichtig, dass sie nicht einfach die besten Wanderschuhe tragen, sondern nur die Art von Wanderschuhen tragen, die auch wirklich vom Gelände erfordert werden. Für viele Wanderrouten sind leichtere Trekkingschuhe oder sogar Trailrunning-Schuhe ausreichend, die deutlich komfortabler sind und meist nicht großartig eingelaufen werden müssen, da sie flexibler sind.

Achten Sie außerdem darauf, dass Sie atmungsaktives Schuhwerk tragen. Es ist wesentlich schwieriger, Ihre Füße trocken zu halten, wenn Ihre Schuhe entweder zu schwer oder zu wasserdicht sind. Wenn Sie vorhaben, eine lange Strecke bei schlechtem Wetter zu wandern, sollten Sie allerdings schon in ein Paar wasserdichte Wanderschuhe investieren, damit Sie vor den Elementen geschützt sind.

Ziehen Sie die Schnürsenkel fest

Blasen entstehen meist durch das Reiben der Haut über einen längeren Zeitraum hinweg. Die Schnürung Ihrer Wanderschuhe ist einer der wichtigsten Schritte, um Blasen auf dem Weg nach draußen zu vermeiden. Wenn Sie Ihren Schuh fest schnüren, schmiegt er sich ganz an Ihren Fuß und bietet ihm wirksamen Halt. Man sollte sich aber auch nicht mit einer maximalen Schnürung den Fuß abquetschen. Es geht also darum, einen optimalen Halt zu ermöglichen, der weder etwas abschnürt, noch den Fuß im Schuh herumrutschen lässt.

Wenn Sie beim Wandern Reibung an irgendeinem Teil Ihres Fußes spüren, sollten Sie sofort anhalten und die Schnürsenkel nachziehen und den Sitz der Socken kontrollieren. Denn auch eine verrutschte Socke kann für Reibestellen sorgen.
Um die Reibung an den Zehen zu verringern, ziehen Sie die Schnürsenkel im vorderen Teil des Schuhs fest. Ziehen Sie die Schnürsenkel um den Rist und den Knöchel fest, damit die Ferse in Position bleibt.

Auch wenn Sie gerade erst losgelaufen sind, ist es keine Zeitverschwendung, anzuhalten und die Schnürsenkel nachzuschnüren, wenn Sie sich dadurch später eine Blase ersparen können.

Verwenden Sie geeignete Socken zum Wandern

Die besten Wandersocken sollten sich wie eine zweite Haut um Ihre Füße legen. Das verhindert, dass sie Falten werfen und zu Blasen führen. Außerdem wird so die Reibung zwischen Fuß und Socke bzw. zwischen Schuh und Socke verringert.

Ein weiterer Vorteil von Wandersocken ist, dass sie atmungsaktiv sind. Sie sind in der Lage, den Schweiß vom Fuß aufzunehmen und nach außen abzugeben. Die Feuchtigkeit wird dann vom Schuhmaterial an die Umgebung abgegeben. Eigenschaften, die bei hochwertiger Merinowolle deutlich sichtbar sind.

Außerdem minimieren ihre natürlichen antimikrobiellen Eigenschaften die Geruchsbildung. Es gibt jedoch auch Nachbildungen aus synthetischen Materialien, die ähnliche Eigenschaften haben.

Wechseln Sie Ihre Socken regelmäßig

Blasen werden häufig durch Schweiß und Feuchtigkeit verursacht, die sich in den Socken festsetzen. Daher ist es wichtig, die Socken beim Wandern regelmäßig zu waschen oder zu wechseln, damit die Füße in den Schuhen nicht zu sehr schwitzen oder kleben. Es ist also kein Problem, bei einer Ganztagswanderung in der Mittagspause auf frische Socken zu wechseln, sondern sogar eine clevere Idee.

Wasserdichte Socken lassen sich unter Umständen schwerer trocknen als normale Baumwollsocken. Waschen Sie sie daher nach jeder Wanderung in kaltem Wasser mit leichter Seife oder Waschmittel – bei synthetischen Materialien, sollten Sie keine Seife verwenden.

Es ist von Vorteil, die Socken nach jedem Spaziergang zu wechseln, damit sich keine Blasen zwischen den Zehen oder an anderen Stellen bilden.

Verwenden Sie ein Pflaster, sobald Sie eine Rötung sehen

Wenn Sie beim Gehen Beschwerden in den Füßen verspüren und bei näherem Hinsehen eine Rötung auf der Haut vermuten und feststellen, ist eine Methode zur Vermeidung einer Blase, ein Pflaster auf die betroffene Stelle zu kleben.
Dieser Tipp gilt vor allem für Rötungen in der Nähe des Knöchelansatzes, die bei Wanderungen häufig auftreten. Das Pflaster wirkt wie eine Barriere, heilt die entzündete Stelle und verhindert, dass sich eine Blase bildet.

Lüften und trocknen Sie Ihre Füße und Schuhe regelmäßig

Dies ist die wichtigste Vorsichtsmaßnahme, um Blasen beim Wandern zu vermeiden. Legen Sie regelmäßig Pausen ein und machen Sie es richtig! Dazu gehört, dass Sie Ihre Schuhe, Socken und Füße ausziehen und sie so gut wie möglich an der Luft trocknen lassen.

Nehmen Sie die Einlegesohlen aus den Wanderschuhen und lösen Sie gegebenenfalls die Schnürsenkel. Drehen Sie Ihre Socken auf links und legen Sie sie auf einen Stein in der Sonne oder hängen Sie sie an einen Baum im Wind.

Und wenn Sie etwas Fußgymnastik machen, sie in einem kalten Bach abkühlen oder über frisches Gras laufen, beugen Sie nicht nur Blasen, sondern auch Schäden und Überlastungen vor.

Halten Sie Ihre Füße und Schuhe sauber

Beim Wandern werden Füße und Stiefel oft von innen schlammig, weil man in Pfützen tritt und Schmutz und Sand aufwirbelt.

Dieser Schmutz wiederum kann den Schuh reizen und Blasen verursachen. Wischen Sie also regelmäßig den Schmutz von Ihren Schuhen und Füßen und halten Sie ab und zu inne, um Ihre Zehen und Fußsohlen zu untersuchen. Wenn Sie eine Lichtung zum Ausruhen erreichen, nehmen Sie ein Babytuch zur Hand und reinigen Sie sich gut. Lassen Sie sich dabei Zeit, denn wenn sich Blasen bilden, verlieren Sie zweifelsohne wichtige Zeit.

Gerade nach einer Wanderung sollte man sich die Zeit nehmen und seine Wanderschuhe richtig pflegen, um sie für die nächste Wanderung griffbereit zu haben.

Kümmern Sie sich jetzt um Ihre Reizungen

Wenn Sie beim Gehen Schmerzen verspüren, wird daraus schnell eine Blase entstehen. Verlieren Sie also keine Zeit, bleiben Sie sofort stehen, ziehen Sie die Schuhe aus und behandeln Sie die Stelle sorgfältig. Wenn es sich nur um eine Reizung handelt, kleben Sie sofort ein Pflaster auf und säubern Sie Ihre Füße und Schuhe von jeglichem Dreck, der sich angesammelt hat.

Tun Sie es nicht als Zeitverschwendung ab, sondern erinnern Sie sich an die Schmerzen, die Blasen verursachen, und daran, dass es immer besser ist, bei den ersten Anzeichen von Problemen aufzuhören, als später zu leiden.

Wie man Blasen richtig behandelt

Durch Unachtsamkeit oder Unwissenheit kann es nach einigen Ausflügen zu Blasen kommen, vor allem, wenn man nicht trainiert oder zum ersten Mal unterwegs ist. Werfen wir einen Blick auf einige Ideen zur Behandlung von Blasen.

Teebaumöl auftragen

Teebaumöl bietet antimikrobielle Eigenschaften und trocknet die geschlossene Blase aus. Teebaumöl kann mit lauwarmem Wasser im Verhältnis 1:3 (Teebaumöl: Wasser) gemischt und mit einem Wattebausch für 10 bis 15 Minuten auf die Blase aufgetragen werden. Am wirksamsten ist es, wenn es vor dem Anbringen eines Blasenpflasters aufgetragen wird. Teebaumöl ist in der Apotheke erhältlich.

Blasen aufstechen: ja oder nein?

Blasen sollten in den meisten Fällen nicht aufgestochen werden. Das liegt daran, dass die gebogene Haut und die darunter befindliche Flüssigkeit die verletzte Hautschicht vor Infektionen schützen. Ein Einstich erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Wundentzündung. Kleine Blasen werden daher einfach mit einem Blasenpflaster behandelt.

Große Blasen an der Hautoberfläche, die stark beansprucht werden, können dagegen in manchen Situationen durchstochen werden. Dadurch kann die Flüssigkeit abfließen und der Druck gesenkt werden.

Der Einstich erfolgt mit einer sterilisierten Nadel, idealerweise an der Oberfläche der Blase. Anschließend wird die Flüssigkeit aus der Blase abgelassen, und die Region kann trocknen.

Zu beachten ist, dass die Haut über der Blase nicht entfernt werden darf! Der freiliegende Schnitt ist sonst extrem infektionsanfällig!

Warten – Geduld zahlt sich aus!

Im Allgemeinen bilden sich die meisten Blasen innerhalb weniger Tage zurück, ohne dass eine Behandlung erforderlich ist. Es ist daher am besten, die Blasen auf natürliche Weise abheilen zu lassen, indem man die Körperflüssigkeiten resorbieren lässt.

Die Blase und die Unannehmlichkeiten werden schnell verschwinden, und die Haut wird sich gestärkt haben.

Vorhandensein einer Infektion

Wenn Ihre Blase sehr groß ist, nicht abheilt und Sie eine Infektion haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, der Sie über die beste Therapie für Ihre Situation beraten wird.

Dies kommt zwar nicht sehr häufig vor, aber wenn Sie alle oben genannten Empfehlungen zur Vermeidung von Blasen befolgen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie in eine solche Situation geraten.

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2 Kommentare

  • Antworten mausoma 16. Mai 2022 um 17:59

    Hallo,
    ich kämpfe seit vielen Jahren mit Blasen. Speziell trifft es mich bei Skitouren, und das obwohl ich Innenschuhe habe, die für mich thermoangepasst wurden.

    Das einzige was bisher geholfen hat ist Gewöhnung, d.h. im Laufe der Saison wurde es besser, scheinbar bildet sich irgendwann stabilere Haut. Ist jedoch nicht so recht praxistauglich, da nach jeder Blase ja längere Zeit vergeht, bis die Haut wieder in Ordnung ist.

    Letztes Jahr habe ich ultradünne Anti-Blasen Socken ausprobiert – was soll ich sagen, seitdem ist das Problem Vergangenheit. Ich habe speziell die EzeeFit Ultrathin genommen, damit bin ich super zufrieden. Liegen zwar eng an, das ist gewöhnungsbedürftig, aber mit dem superdünnen Neopren sind sie angenehm, und das Reiben findet woanders statt. Ich würde das nicht schreiben wenn es nicht für mich ein echter Game-Changer gewesen wäre. Das Thema ist damit für mich (nach vielen Jahren des Leidens) erledigt!

    • Antworten Daniel 17. Mai 2022 um 07:04

      Vielen Dank für den Hinweis. Das ist ein toller Tipp. Werde ich auch mal ausprobieren! LG, Daniel

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