Under Armour Athlete Recovery Sleepwear im Test. Bessere Regeneration im Schlaf?

Zur ISPO Sportmesse hatte ich das Vergnügen, das Team von Under Armour im Headquarter in München besuchen zu dürfen und dort einen Einblick in die neuesten Projekte der derzeit schon fast explosionsartig wachsenden Sportmarke zu bekommen. Ganz besonders spannend war für mich der Fokus von Under Armour auf das Thema Regeneration, denn auch bei meinen nächsten Ansatzpunkten für eine verbesserte Performance im Training und für bessere Wettkampfzeiten, steht die Regeneration weit oben mit auf der Liste.
Eine optimale Regeneration hat nämlich nicht nur den Vorteil, daß der Trainingseffekt schneller hergestellt wird, sondern durch die verbesserte Erholung kann auch schneller wieder ein neuer Trainingsreiz gesetzt werden oder nach einem Wettkampf schneller wieder der Trainingseinstieg erfolgen.

Under Armour hat sich für die Entwicklung der neuen Under Armour Athlete Recovery Sleepwear als prominenten Partner die Quarterback-Legende Tom Brady von den New England Patriots an die Seite genommen und ich konnte die neue Under Armour Schlafbekleidung schon vor dem offiziellen Verkaufsstart in Deutschland ausprobieren und kann hier also von meinen Erfahrungen mit dem Pyjama aus diesem Test berichten.

Ich habe ein Langarm-Shirt (Under Armour Athlete Recovery Sleepwear Henley Long Sleeve Shirt) und eine Shorts (Under Armour Athlete Recovery Sleepwear Shorts) für meinen Test bekommen und das erste, daß mir auffiel waren das Material und die Passform. Bei der Regenerationsbekleidung wird ja von vielen Herstellern auf starke Kompression gesetzt, um den Laktatabbau zu beschleunigen. Und das erfordert natürlich auch eine gewisse Materialstärke um den Druck für die Kompression aufbauen zu können.

Die Recovery Sleepwear von Under Armour hat beim Longsleeve zwar eine körperbetonte Form, aber von Kompression kann man dabei nicht sprechen. Das Material des Langarmshirts liegt also dicht am Körper, aber bei der Shorts schlenkert das Material locker um das Bein herum, wie man es von ganz normalen Schlafshorts kennt. Das ist wie gesagt auf den ersten Blick ungewohnt, wirkt sich aber sehr auf den Schlafkomfort aus und der technologische Ansatz für den verbesserten Regenerationseffekt liegt bei Under Armour eben in der Faser und nicht in der Kompression.

Das Material der Under Armour Athlete Recovery Sleepwear ist sehr dünn und leicht, so daß man schon leicht hindurchsehen kann, wenn man es gegen das Licht hält. Zusammen mit dem eher lockeren Schnitt und dem 4-Wege-Stretch ist es daher sehr angenehm zu tragen und sorgt durch die hohe Atmungsaktivität dafür das Schweiss schnell aufgenommen und abgeleitet wird. Ehrlich gesagt, habe ich zuerst gedacht, daß die Leute von Under Armour etwas durchgeknallt sind, wenn sie langärmlige Schlafbekleidung im August auf den Markt bringen wollen, wenn man sich in der Sommerhitze sowieso schon selbst kocht. Aber jetzt wo ich es selbst getestet habe, sehe ich das anders, da sich das Material sehr angenehm auf der Haut trägt auch wenn es Nachts sehr warm ist. Da es die Temperatur und Feuchtigkeit besser reguliert als Baumwolle, aus der normaler Weise Laken und Bettzeug hergestellt sind, ist es sogar angenehmer als ohne Shirt zu schlafen.

Aber wie funktioniert denn nun der Regenerationseffekt? Das Geheimnis der Under Armour Athlete Recovery Sleepwear besteht im TB12-System, daß mit seinem Namen auf Tom Brady und seine Rückennummer 12 auf dem Trikot zurückgeht. Kernstück dieses Systems ist ein weicher, biomechanischer Druck auf der Innenseite der Bekleidung, der die natürliche Hitze des Körpers aufnehmen und als Ferninfrarotstrahlung zurück in die Haut reflektieren. Fern-Infrarot-Strahlen kommen der Wellenlänge des menschlichen Körpers am nächsten und nd spielen daher eine wichtige Rolle bei der Bildung und dem Wachstum von lebenden Organismen. Sie werden daher auch als Vital-Strahlen bezeichnet und werden beispielsweise von Hühnern zum Ausbrüten der Eier verwendet. Das Interessante daran ist, daß die Wärme auf der Haut nicht spürbar ist, sondern in der unter der Haut liegenden Muskulatur wirkt. Man hat also beim Tragen der Regenerations-Schlafbekleidung kein besonders wärmendes Gefühl, sondern es fühlt sich wie schon beschrieben angenehm leicht und luftig an.

Die Effekte dieser Infrarottherapie sind mit denen der Kompression vergleichbar, durch den erhöhten Komfort in der Langzeitanwendung über die gesamte Nacht aber wahrscheinlich sogar überlegen. Durch den erhöhten Wärmefluß besonders im tiefen Gewebe, öffnen sich die Blutkapillaren und sorgen für eine Mehrdurchblutung. Dadurch wird minderdurchblutetes oder verletztes Gewebe besser mit Botenstoffen versorgt wird, die wiederum für eine Genesung des Gewebes nötig sind. Und durch intensives Training oder einen Wettkampf entstehen ja unzählige, kleine Verletzungen in der Muskulatur, die versorgt werden müssen und durch die bessere Blutzzirkulation nun besser versorgt werden können. udem wird durch die Mehrdurchblutung der Abtransport von Schlaken, Abfallprodukten, Mediatoren gesteigert, was ebenfalls zu einer schnelleren Genesung und damit zu Schmerzfreiheit führt.

Studien sagen zwar einer Kältebehandlung einen noch besseren Regenerationseffekt nach, aber hier kommen wir Freizeitathlethen trotz unserer Ambitionen auch an logistische Grenzen, denn die Kältetherapie muss quasi sofort nach der Belastung erfolgen, um den maximalen Effekt zu erzielen. Leider haben wir aber keine Eistonne neben unserer Laufstrecke stehen und so ist der Einsatz von alternativen Methoden doch sinnvoller. Wer den optimalen Regenerationseffekt haben will, sollte meiner Meinung nach so vorgehen:

1. Während der Belastung Kompressionskleidung tragen, um die Durchblutung zu Erhöhen und die Muskelvibration zu reduzieren.
2. Sofort nach der Belastung eine Kältetherapie (z.B. Eistonne) beginnen um Schwellungen zu vermeiden.
3. Nach der Belastung Regenerations-Kompressionskleidung für etwa 2-3 Stunden tragen, um die Ausbreitung von Laktat zu verhindern und den Laktatabbau zu beschleunigen.
4. Gut essen und schlafen und im Schlaf lange Regenerationsbekleidung für die Infrarot-Therapie tragen, so wie den hier vorgestellten Under Armour Schlafanzug.

Ich für meinen Teil würde im regulären Trainingsalltag nur auf Punkt vier setzen und habe mit der Under Armour Athlete Recovery Sleepwear gute Erfahrungen gemacht, besonders was die Alltagstauglichkeit angeht. Wer schon einmal eine Nacht in einer Kompressionstight geschlafen hat, wird mir zustimmen, daß das doch ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Für besonders intensive Momente, beispielsweise nach einem Marathon würde ich dann auch versuchen Punkt 1 und 3 zusätzlich einzubauen, denn auch hier ist es ziemlich unrealistisch, daß man im Zielbereich eine Eistonne findet und wahrscheinlich ist diese Anwendung nach einer derartigen Belastung auch zu intensiv für den Kreislauf und schon daher nicht empfehlenswert.

Wer also überlegt, wie die Regeneration noch verbessert werden kann, findet in der Regenerations-Schlafbekleidung eine ziemlich komfortable und leicht anzuwendende Methode, die belastete Muskulatur im Regenerationsprozess zu unterstützen.

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