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Joggen mit Hund: Ab wann, wie oft, wie lange? Übungen, Ausrüstung & Tipps für laufende Hundefreunde

Joggen mit Hund – Wie geht es richtig?

Der eigene Hund, der mehrmals am Tag nach außen möchte und der eigene Laufsport in der Natur. Viele Läufer*innen verbinden die beiden Hobbys gerne und nehmen den Hund zum Joggen mit. Eine gute Möglichkeit für gemeinsame Aktivitäten. Allerdings gibt es dabei einige Dinge zu beachten, denn nicht jeder Hund eignet sich für das gemeinsame Joggen und auch ein paar weitere Punkte solltest du unbedingt beim Joggen mit Hund berücksichtigen. Wir geben dir in diesem Artikel einen Überblick.

Ab wann darf ich mit meinem Hund joggen? Wie alt sollten Hunde sein, um sie zum Laufen mitzunehmen?

Sobald dein Hund erwachsen ist, kannst du ihn ohne Probleme mit zum Joggen nehmen. In jungen Jahren ist die Anstrengung meist noch zu groß. Die Muskeln sind noch nicht ausreichend ausgebildet und auch der Knochenbau ist in der Wachstumsphase noch nicht ideal für eine solche Anstrengung. Wer seinen Hund in dieser Phase zu stark fordert riskiert gesundheitliche Probleme und Entwicklungsverzögerungen.
Je nach der Rasse und Größe dauert es unterschiedlich lange bis das Tier erwachsen ist. Kleine Hunde sind oft schon nach einem halben Jahr ausgewachsen, während es bei großen Hunderassen schon bis zu zwei Jahren in Anspruch nehmen kann.
Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, frage einfach deinen Tierarzt nach einem Gesundheitscheck oder nehme das Tier sicherheitshalber erst nach zwei Jahren mit zum Joggen. Eine weitere Möglichkeit ist übrigens, das Bewegungsverhalten deines Vierbeiners mit der Hilfe eines GPS Trackers zu überwachsen. Es zeichnet das Verhalten des Hundes auf und gibt dir Bescheid, wenn der Hund müde wird.

Mit welchen Hunden und Hunderassen kann man joggen gehen?

Hund ist natürlich nicht gleich Hund. Es gibt verschiedene Rassen und Charakter. Grundsätzlich braucht aber jedes Tier Bewegung – wie viel davon richtig ist, hängt aber von vielen Faktoren ab. Dabei geht es vor allem um den Körperbau und die Anatomie. Hat das Tier sehr kurze Beine, kann der Sport eine echte Belastung werden. Gleiches gilt auch für überzüchtete Rassen wie Möpse, da sie aufgrund der Atmung schnell schwere Probleme bekommen können. Dackel, Bulldogge, Boxer und Corgi sind für das Joggen nur bedingt geeignet. Hunderassen wie Husky, Pudel, Labrador, Windhund und Co. sind besonders gut für das Joggen mit Hund geeignet.

Wie lange darf man mit dem Hund laufen?

Auch die Dauer deiner Laufeinheit solltest du an das Alter und den Körperbau des Hundes anpassen. Joggen ist nicht nur für dich eine Anstrengung, sondern auch für deinen Begleiter auf vier Beinen. Selbst wenn der Hund fröhlich umherspringt, verbraucht die Anstrengung viel Energie. Wer zu lange mit seinem Hund unterwegs ist, wird das am nächsten Tag an der Bewegung seines Tieres sehen, denn nicht nur Menschen können vom Sport Muskelkater bekommen. Bewegt sich der Hund am Tag nach dem Joggen steif und unrund, kannst du davon ausgehen, dass ihr es beide übertrieben habt.

Ein Gewöhnungstraining ist daher nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere eine gute Möglichkeit. Du kannst etwa zu Beginn immer abwechselnd fünf Minuten Gehen und Joggen und das mit der Zeit steigern.
Unterscheiden musst du auch, ob du mit deinem Tier nur alle paar Monate eine kurze Laufstrecke zurücklegst, oder ob du ihn mehrmals die Woche mitnimmst zum Joggen. Soll der Vierbeiner regelmäßig mit, lohnt sich ein Ausdauertraining. Du solltest dabei immer das Wohl deines Tieres im Blick haben und deinen eigenen Sportsgeist nie über die Bedürfnisse deines Vierbeiners stellen.
Spezielle Hunde-Apps und Activity-Tracker können etwa dabei helfen, die wichtigen Paramente deines Hundes im Blick zu behalten. Angezeigt werden zum Beispiel wie viel Kalorien er verbrannt hat, ob er ausreichend Ruhephasen eingelegt hat und wie es um den Puls steht.
Eine einfache App, um das Gassi gehen und die gemeinsamen Läufe aufzuzeichen, ist zum Beispiel DogWalk, die ähnlich wie eine herkömmliche Lauf-App die GPS-Daten über die Strecke, Dauer und Geschwindigkeit aufzeichnet.
Für Hunde, die gerne auch einmal ausbüxen, ist Tractive zu empfehlen. Mit dem GPS-Halsband und der dazugehörigen App, kann man seinen Hund jederzeit orten und natürlich auch die gemeinsamen Laufrunden aufzeichnen.

Zu welcher Tageszeit ist das Joggen mit Hund am besten?

Wann du mit dem Vierbeiner eine Laufstrecke zurücklegst, ist deinem Vierbeiner keinesfalls egal. Wenn es im Sommer besonders warm ist, ist es sicher die beste Möglichkeit, gleich am frühen Morgen oder am späten Abend auf die Laufstrecke zu gehen. Zu deinem Wohl und zu dem deines Begleiters.

Hunde kommen grundsätzlich noch schlechter mit Hitze klar als Menschen, da sie weniger Schweißdrüsen zur Temperaturregulierung besitzen. In der prallen Hitze solltest du nicht joggen gehen. Denn damit riskierst du einen Hitzeschlag für deinen Hund und auch für dich ist die Belastung wahrscheinlich eher schädlich, als gesundheitsfördernd.
Ist am Abend oder am Morgen keine Zeit und knallt die Sonne recht herunter, reduziere die Zeit am besten und wähle eine Strecke im geschützten Wald mit viel Schatten. Im Winter gibt es weniger Dinge zu beachten. Allerdings sollte sich das Tier durchgehend bewegen, damit die Muskulatur und die Gelenke immer geschmeidig bleiben. Bei geringen Minusgraden kannst du mit dem Vierbeiner ebenso laufen gehen. Sinken die Temperaturen weiter nach unten frierst nicht nur du, sondern auch dein Haustier.

Übungen für das Joggen mit dem Hund

Mit verschiedenen Übungen hältst du deinen Hund fit und bereitest ihn gut auf das Joggen vor. Dazu zählt etwa die Übung des Bei-Fuß-Gehens. Schon im Welpenalter solltest du eine enge Bindung zu ihm aufbauen, die es dir erlaubt, mit dem Tier auch ohne Leine Gassi zu gehen. Wenn der Hund konsequent Bei-Fuß geht, weicht er dir nicht von der Seite und zeigt sich von anderen Hunden oder Ereignissen unbeeindruckt. So kannst du mit deinem Hund Joggen, ohne dass er auf vorbeifahrenden Radfahrer oder Spaziergänger mit anderen Hunden reagiert.
Geübt wird das am besten bei Spaziergängen, indem du deinem Hund in einem aufmunternden Tonfall das Kommando gibst und dem Hund ein kleines Leckerli über die Schnauze hältst, während du ein paar Meter mit ihm gehst. Danach kannst du die Strecke steigern und auch einmal zum schnellen Laufen ansetzen. Solange der Hund aber so klein ist, jogge bitte noch nicht mit ihm, sondern führe ihn nur heran.

Wenn der Hund einmal ausgewachsen ist, solltest du mit dem Joggen beginnen. Das Laufen an der Leine, das Laufen ohne Leine und das konzentrierte Laufen ohne Ablenkung sollten dem Hund bereits bekannt sein. So kannst du die ersten Laufmeter zurücklegen und die Zeit sowie Strecke im Laufe der Zeit steigern. Wenn das noch nicht so funktioniert, wie du es dir vorgestellt hast, gehst du einfach wieder ein paar Schritte zurück. Ohne, dass dein Hund auf deine Kommandos hört, kannst du nicht mit ihm auf die Laufstrecke.
Wenn das klappt, darfst du die Leine weglassen und mit ihm laufen. Ein enges Vertrauensverhältnis ist dabei die Grundvoraussetzung. Dein vierbeiniger Begleiter muss mit seiner Aufmerksamkeit immer bei dir sein, denn er muss auf deine Kommandos hören.
Klar ist aber auch: Der Jagdtrieb ist immer vorhanden. Selbst die geübtesten Jogger-Hunde brechen schon einmal durch und verschwinden im nächsten Feld auf der Suche nach dem Hasen. In einem solchen Fall kann ein GPS-Tracker helfen, das Tier wieder zu Orten.
Schimpfen solltest du deinen Hund danach nicht, immerhin ist es ein natürliches Verhalten und solange das nicht jedes Mal passiert, ist alles in Ordnung.

Das ist wichtig beim Joggen mit dem Hund

Wenn du mit deinem Hund auf die Laufstrecke willst, suche dir am besten Laufstrecken aus, die einen weichen Boden besitzen. Das schont deine eigenen Gelenke, aber auch die deines Hundes. Gleiches gilt für die Flüssigkeitszufuhr. Immer wieder braucht es Trinkpausen auf der Strecke. Dafür nimmst du am besten Wasser für dich und den Hund mit oder planst die Route so, dass Wasserstellen auf dem Weg liegen.
Gleich nach dem Füttern ist Joggen auch eher schlecht. Du möchtest ja auch nicht mit vollem Magen auf die Laufstrecke. Zwischen dem Fressen und Laufen sollten daher mindestens zwei Stunden liegen. Ohne die Pause riskierst du Magenprobleme des Vierbeiners. Leckerlis sind während dem Sport tabu. Lobe deinen kleinen oder großen Begleiter lieber mit Worten, dann kann er sich nicht verschlucken.

Du trägst beim Joggen Schuhe, dein Hund nicht. Daher solltest du regelmäßig die Fußballen überprüfen. Bewegung auf Schotter oder Asphalt hinterlassen gerne einmal Risse oder Blasen. Mit Cremes oder Salben kannst du die Ballen deines Tieres immer schön geschmeidig halten.
Rücksicht ist daneben das erste Gebot auf der Laufstrecke. Bei aller Begeisterung beim Sport: Passe deine Laufgeschwindigkeit an die deines Hundes an und überfordere ihn nicht. Jeder Hund hat seine eigene Laufgeschwindigkeit, ansonsten riskierst du gesundheitliche Probleme deines Vierbeiners. Damit die Runde entspannt für beide wird, plane am besten auch ein paar Phasen ein, in denen er sein Geschäft machen kann oder mit seiner Schnauze die Umgebung erkunden kann.

Laufgeschirr für Hunde: Das richtige Geschirr für das Laufen mit Hund

Das Laufoutfit und die Laufschuhe fallen bei deinem Vierbeiner weg, aber auf das richtige Geschirr kommt es an. Am besten ist dabei ein gut sitzendes Brustgeschirr mit einer langen Leine und einem Gummizug am Ende. Du kannst dir die Leine, die am besten rund 2 Meter lang ist, um deine Hüfte binden. So hast du die nötige Handfreiheit beim Joggen. Außerdem kannst du deinen Körper frei bewegen. Ein günstiges Laufgeschirr für Hunde gibt es schon ab 20€, aber für ein vernünftiges Geschirr zum Joggen mit Hund solltest Du zwischen 60-100€ Budget einplanen.

Natürlich kannst du mit deinem erfahrenen Hund auch ohne Leine joggen gehen. Wichtig dafür ist, dass ihr euch beide absolut vertraut und aufeinander verlassen könnt. So kann das gemeinsame Joggen zu einem schönen Event werden. Du kannst dabei zwei Hobbys miteinander verbinden und eine schöne intensive Zeit mit deinem Begleiter auf vier Beinen verbringen. Ich wünsche Euch beiden jedenfalls viel Spaß dabei!

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