Cannabis rauchen und dann mit dem Lauftraining beginnen? Das klingt auf den ersten Blick wahrlich seltsam. Die Wissenschaft ist da anderer Meinung. Mehrere Studien belegen, dass die Kombination aus Sport und Marihuana Vorteile haben kann. Am Ende dieses Beitrags wird es nicht mehr verwunderlich sein, dass die beste amerikanische Sprinterin bei Olympia disqualifiziert wurde, weil sie vor dem Start THC konsumiert hatte.
Gilt Marihuana als Leistungsbooster?
Die in der Einleitung kurz erwähnte 100-Meter-Läuferin Sha’Carri Richardson aus den USA entfachte eine regelrechte Debatte rund um das Thema „Cannabis und Sport“. Richardson qualifizierte sich bei Olympia mit einer überragenden Laufzeit. Kurz darauf wurde sie vom olympischen Verband ausgeschlossen. Der Grund für die nachträgliche Disqualifikation war die in ihrem Körper enthaltene Substanz THC (Tetrahydrocannabinol).
Nicht nur das Entsetzen über ihr Ausscheiden war groß, sondern es wuchs daraus eine gigantische Debatte, ob Marihuana im Leistungs- und Freizeitsport wirklich die Leistung steigere. Werden wir in Zukunft häufiger Überreste von Joints auf den Sportplätzen finden? Oder wird der Wirbel bald abebben? Das steckt hinter dem Trend.
Die sportlichen Vorteile von THC
Cannabis weist tatsächlich viele positive Eigenschaften auf. Es wirkt sich angstlösend auf den Organismus aus, was gerade in Wettkampfsituationen ein immenser Vorteil sein kann. Einige Läufer berichten zudem davon, dass sich ihr Fokus und ihre Konzentration durch den moderaten Konsum von Marihuana vehement verbessern. Aber was ist CBD Gras genau?
Weiterhin wirkt sich die Substanz, die im Leistungssport illegal ist und unter Doping zählt, schmerzlindernd auf den Körper aus. Die „Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin“ berichtete, dass Sportler weniger Schmerz empfinden oder diesen wesentlich besser aushalten können, wenn sie THC konsumieren.
Keine eindeutige Leistungssteigerung durch Marihuana
Bislang ist nicht vollständig erforscht, ob der Konsum von Cannabis die Leistungsfähigkeit beim Sport steigere. Einige Mediziner vermuten sogar, dass die Substanz im Körper genau das Gegenteil bewirke; einen Leistungsabfall.
Vorteile bestehen laut einigen Studien dennoch: Im Jahr 2019 gaben rund 70 Prozent von 1.161 Sportlern und Sportlerinnen, die Marihuana konsumierten, an, dass es den Schlaf verbessere und die Schmerzen linderte. Etwa 60 Prozent verwiesen auf eine beruhigende Wirkung des Stoffes.
Noch spannender ist das Ergebnis einer Studie der University of Colorado, bei der 70 Prozent der Probandinnen und Probanden angaben, dass sie zu Cannabis greifen würden, weil die Substanz sie motiviere, sich zu bewegen. Aber wie kann es sein, dass ein Joint die Nerven und den Organismus beruhigen soll, aber gleichzeitig zur Bewegung anregt? Ist das nicht ein Widerspruch in sich?
Der berühmte Flow-Zustand
Wer sich etwas mit dem Laufen beschäftigt, hat mit Sicherheit schon von dem Runner’s High (Läuferhoch) gehört. Der rauschähnliche Zustand bringt die Betroffenen in den beliebten Flow. In diesem Zustand erleben die Laufenden Glückseligkeit und Euphorie. Das Verblüffende daran ist: Mit dem Konsum von Cannabis erzielen Sportler einen ähnlichen neurochemischen Zustand, der beim Training immens helfen kann.
Forscher fanden sogar heraus, dass das Glücksmolekül (Anandamid, ein Endocannabinoid), das beim Runner’s High freigesetzt wird, eine ähnliche Struktur wie THC aufweist, das in Marihuana enthalten ist. Kein Wunder, dass die Akzeptanz von Gras bei Läufern inzwischen steigt!

Und laufen (Profi-)Sportler schneller mit Cannabis?
Marihuana beruhigt, lindert Schmerzen, steigert die Schlafqualität, hebt die Laune und kann zu einem Runner’s-High-ähnlichen Zustand führen. Aber steigert ein Joint vor dem Sport die Leistungen?
Immer mehr Profisportler (insbesondere Marathonsportler) bekennen sich zum Konsum des grünen Krauts. Auch die disqualifizierte Sha’Carri greift weiterhin zu Cannabis. Grund dafür sind die in diesem Beitrag genannten Vorteile, die der Stoff für Profi- und Freizeitsportler bereithält. Viele Konsumenten berichten davon, dass sie ihr Trainingsprogramm deutlich besser durchziehen können, sich weniger ablenken lassen und wesentlich leichter in den Flow-Zustand kommen. Außerdem lässt Gras sie erholsamer schlafen, reduziert Stress und steigert das allgemeine Wohlbefinden.
Alles in allem ist Cannabis keine aufputschende Droge, sondern entspannt den Organismus. Sportler laufen demzufolge nicht plötzlich schneller, können aber aufgrund der positiven Eigenschaften mit freiem Kopf laufen, was wiederum die Leistung verbessern kann.
Hat Cannabis auch Nachteile beim Sport?
Es ist nicht alles Gold, was glänzt. So verhält es sich auch mit den Cannabinoiden. Weed kann bei Entspannungen etc. Es ist nicht alles Gold, was glänzt. So verhält es sich auch mit den Cannabinoiden. Weed kann bei Entspannungen etc. helfen, doch die Substanz kann bei Menschen sehr unterschiedlich wirken. High zu laufen klingt nach der Lösung schlechthin, doch diese Nachteile kann die inzwischen in Deutschland legalisierte Droge bereithalten:
- Beeinträchtigung der Koordination
- Lungenbeschwerden (Entzündungen der Atemwege etc.)
- Mundtrockenheit
- Heißhunger
Manche Menschen werden von dem Konsum von Weed müde oder regelrecht lethargisch. Jeder Organismus ist anders. Obendrein spielt die Sorte eine entscheidende Rolle. Es gibt schätzungsweise bis zu 30.000 Cannabissorten weltweit, die auf unterschiedliche Weise konsumiert werden können. Statt der wertvollen Trainingsunterstützung kann der Genuss von Marihuana am Ende den eigenen Trainingsplan ganz schön durcheinanderbringen. Heißhunger, Lethargie, Lungenbeschwerden oder das bloße Stolpern über eine Wurzel, wenn die Koordination beeinträchtigt ist, können einem rasch die Freude am Laufen nehmen.
Tipp: Wer dennoch an der Kombination aus Sport und Cannabis interessiert ist, sollte mit einer niedrigen Dosierung beginnen, die Sorten sorgfältig auswählen (mäßig potente Sorten bevorzugen) und sich gut vorbereiten. Es ist bekannt, dass Gras vergesslich macht. Wer seine Sporttasche gepackt hat und vorbereitet ist, darf auch gern etwas Neues ausprobieren.
Fazit: Ist Cannabis und Sport sinnvoll?
Grundsätzlich müssen Sport und Cannabis nicht strikt voneinander getrennt werden, da sie sich positiv begünstigen können. Wer sich für den Konsum von Weed vor dem Laufen (oder einer anderen Trainingseinheit) entscheidet, kann von einem klareren Kopf, einem Flow-Zustand oder einem niedrigeren Schmerzniveau profitieren. Allerdings kann es auch zur Mundtrockenheit, Müdigkeit, Heißhunger und weiteren Nachteilen kommen.
Hinweis: Wichtig ist, dass die Droge nicht missbraucht wird. Wer an starken Schmerzen leidet, sollte sich erholen oder einen Arzt aufsuchen, statt die Schmerzen mit Cannabinoiden auszuschalten. Außerdem ist es wichtig, langsam mit der Einführung zu beginnen und zu beachten, dass THC stark süchtig machen kann. Das psychische Verlangen entwickelt sich meist schleichend.
Wer Cannabis beim Sport sinnvoll einsetzt, kann von attraktiven Vorteilen profitieren, die die sportlichen Leistungen in Summe verbessern. Doch das Konsumieren von Marihuana vor dem Laufen ist kein Patentrezept, das allen Sportlern Benefits bringt. Bei einigen Menschen kann sich der Konsum auch gegenteilig auswirken.














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