TENA und der DHB: Warum diese Partnerschaft im Sport wichtiger ist, als viele denken
Sportsponsoring folgt oft denselben Mustern: Energie-Drinks, Wettanbieter oder Automarken dominieren die großen Bühnen. Umso überraschender wirkt die neue Partnerschaft zwischen TENA und dem Deutschen Handballbund (DHB). Doch genau darin liegt ihre Stärke.
Denn die Kooperation bringt ein Thema in den Mittelpunkt, das Millionen Menschen betrifft, über das im Sport aber kaum gesprochen wird: Blasenschwäche. Laut TENA erlebt etwa jede dritte Frau und jeder vierte Mann im Laufe des Lebens Formen von Inkontinenz. Die neue Partnerschaft zeigt: Gesundheit, Bewegung und Leistungsfähigkeit gehören zusammen – auch dann, wenn der Körper nicht perfekt funktioniert.
TENA wird offizieller Partner und Jugendförderer des DHB
Seit März 2025 ist TENA offizieller Partner und Jugendförderer des Deutschen Handballbundes. Die Marke des Hygiene- und Gesundheitsunternehmens Essity wird künftig auf den Trikots der ältesten U-Nationalmannschaften sichtbar sein. Zudem sind Aktivierungen rund um die A-Nationalteams geplant. Die Partnerschaft läuft zunächst bis 2027.
Warum das relevant ist?
Auf den ersten Blick wirkt die Kooperation ungewöhnlich. Tatsächlich passt sie aber erstaunlich gut zum modernen Sportverständnis. Denn Handball steht für Dynamik, Belastbarkeit, Teamgeist und körperliche Intensität. Genau hier setzt TENA kommunikativ an: Menschen sollen trotz körperlicher Einschränkungen aktiv bleiben können.
Blasenschwäche ist auch im Sport ein reales Thema
Viele verbinden Inkontinenz ausschließlich mit hohem Alter. Medizinisch ist das längst überholt. Gerade beim Sport kann Belastungsinkontinenz auftreten:
beim Laufen
beim Springen
bei intensiven Richtungswechseln
nach Schwangerschaften
durch Beckenbodenprobleme
Besonders Frauen im aktiven Alter sind betroffen, aber häufig ohne darüber zu sprechen. Wer regelmäßig trainiert, kennt die körperliche Belastung auf den Beckenboden. Genau deshalb wird das Thema im Sport zunehmend relevanter. Passend dazu hat Sports Insider bereits erklärt, warum ein gezieltes Beckenbodentraining für Läufer nicht nur Verletzungen vorbeugen, sondern auch die Körperstabilität verbessern kann.
Der entscheidende Punkt
Das Problem ist oft nicht die Einschränkung selbst, sondern die Angst davor. Viele Betroffene reduzieren sportliche Aktivitäten, meiden Wettkämpfe und ziehen sich sozial zurück. Eine offene Kommunikation kann genau diese Hürde senken.
Foto: Ivanovic Photo | DHB
Warum die Partnerschaft gesellschaftlich wichtiger ist als klassisches Sponsoring
Die meisten Sportpartnerschaften verkaufen Leistung, Status oder Geschwindigkeit. TENA setzt dagegen auf etwas anderes und fördert die Normalisierung und Aufklärung über Blasenschwäche und damit letztlich auch das Selbstbewusstsein und die Gesundheit von Betroffenen.
Denn Sport hat enorme gesellschaftliche Strahlkraft. Wenn ein großer Verband wie der DHB ein sensibles Gesundheitsthema sichtbar macht, verändert das Wahrnehmung.
Typischer Fehler vieler Kampagnen
Viele Gesundheitskampagnen sprechen ausschließlich medizinisch oder problemorientiert. TENA verfolgt einen anderen Ansatz und widmet sich einem aktiven Lebensstil und kommuniziert ein positives Körperbild, daß Selbstbestimmung und damit auch Bewegung trotz Einschränkungen möglich macht. Das ist nicht nur gesellschaftlich wertvoller, sondern ist auch kommunikativ deutlich zeitgemäßer.
Warum Handball als Plattform strategisch clever ist
Handball gehört in Deutschland zu den emotionalsten Teamsportarten. Die Zielgruppe passt aus mehreren Gründen:
hohe Familienreichweite
starke Frauen-Community
Gesundheits- und Vereinsbezug
authentisches Umfeld
Besonders interessant: TENA wird vor allem bei den U-Nationalteams sichtbar sein. Das zeigt, dass die Partnerschaft bewusst langfristig und gesellschaftlich gedacht ist und nicht nur als kurzfristige Werbefläche.
Ist Sport bei Blasenschwäche sinnvoll?
Ja. Bewegung kann trotz Blasenschwäche sinnvoll und gesund sein. Entscheidend sind passende Trainingsformen, ein starker Beckenboden und individuelle Lösungen im Alltag. Viele Betroffene können weiterhin aktiv Sport treiben.
Der größere Trend: Gesundheitsthemen werden im Sport sichtbarer
Der Sport verändert sich. Lange dominierten reine Performance-Themen und es ging vor allem um das schneller, höher, weiter. Heute stehen zunehmend andere Fragen im Fokus:
mentale Gesundheit
Regeneration
Schlaf
hormonelle Gesundheit
Beckenboden
Longevity
Die Partnerschaft zwischen TENA und dem DHB passt genau in diesen Wandel. Auch im Ausdauerbereich wächst das Interesse an ganzheitlicher Gesundheit. Deshalb beschäftigen sich immer mehr Sportler mit Themen wie Regeneration nach dem Laufen oder smarter Belastungssteuerung.
Kann die Partnerschaft wirklich etwas verändern?
Kurzfristig wahrscheinlich nicht. Aber Sichtbarkeit verändert Wahrnehmung. Und genau darin liegt die Stärke solcher Kooperationen. Themen werden normaler, Gespräche entstehen, Hemmschwellen sinken und Betroffene fühlen sich weniger allein. Das ist im Gesundheitsbereich oft wichtiger als reine Produktwerbung.
Was andere Sportarten daraus lernen können
Viele Verbände sprechen über Diversität und Gesundheit. Wirklich relevante Partnerschaften zeigen sich aber daran, welche Themen sichtbar gemacht werden. Der DHB geht hier einen mutigen Schritt.
Warum ist die TENA-DHB-Partnerschaft besonders? Die Kooperation verbindet Sportsponsoring mit gesellschaftlicher Aufklärung. Statt nur Markenpräsenz zu schaffen, soll das Thema Blasenschwäche enttabuisiert und ein aktiver Lebensstil trotz Einschränkungen gefördert werden.
Fazit
Die Partnerschaft zwischen TENA und dem Deutschen Handballbund ist mehr als eine klassische Sponsoring-Meldung. Sie zeigt, wie sich Sportkommunikation verändert: Weg von reiner Performance hin zu echter Gesundheitsrelevanz. Gerade deshalb könnte die Kooperation langfristig wichtiger sein als viele kurzfristig aufmerksamkeitsstärkere Deals. Denn Millionen Menschen treiben Sport trotz körperlicher Herausforderungen. Sichtbarkeit hilft dabei, genau diese Realität endlich normaler zu machen.
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