Die 5 größten Marathons in den USA: Städte, Teilnehmerzahlen & Strecken in Amerika

Die Marathons in US-amerikanischen Großstädten sind legendär. Sie ziehen mehrere zehntausende Läufer an und noch wesentlich mehr Fans, die den Läufern entlang der Strecke zujubeln. Die Veranstaltungen können zum Teil auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken und haben sich in dieser Zeit zu wahren Mega-Events entwickelt. Gleich drei der größten Marathons in Amerika gehörten auch zu den sogenannten Six Majors, also den sechs größten Marathons der Welt, die sich unter diesem Namen zusammengeschlossen haben. In diesem Beitrag stelle ich vor, welche die fünf größten Marathons in den USA sind und was Sie so besonders macht.

1. Der New York Marathon führt einmal durch die Stadt bis zum Central Park
Der größte Städtemarathon der USA findet in New York statt. Die Veranstaltung gibt es seit dem Jahr 1970, damals nahmen jedoch nur 127 Läufer teil. Inzwischen kommen die Veranstalter Jahr für Jahr auf 50.000 Teilnehmer und die Startplätze sind weltweit heiß begehrt.
Die Veranstaltung begann schon früh zu wachsen: 1976 wurde die Laufstrecke anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der amerikanischen Unabhängigkeit von den New York Road Runners auf alle fünf Stadtbezirke erweitert. Die Veränderungen hatte einen so großen Erfolg, dass an dieser Aufteilung festgehalten wurde. Sie hat bis heute Bestand. In den Jahren zwischen 1975 und 1980 wuchs das Teilnehmerfeld von rund 500 Sportlern auf über 14.000 Sportler an. Auch danach wuchs die Veranstaltung stetig weiter. Vieles zur Entstehungsgeschichte dieses berühmten Straßenrennens, wird auch im sehr empfehlenswerten Film „Free to Run“ gezeigt.

Die Veranstalter sind gezwungen, eine strenge Auswahl der Teilnehmer vorzunehmen. Bis zu 130.000 Sportler melden sich an, von denen nur gut 50.000 eine Startgenehmigung erhalten. Die begehrten Startplätze werden unter anderem an Teilnehmer vergeben, die sich über ihre sportlichen Erfolge qualifizieren, aber auch Sponsoren, Reiseveranstalter oder Wohltätigkeitsorganisationen erhalten bestimmte Kontingente, die sie weitergeben können. Die übrigen Plätze werden über ein Losverfahren vergeben. Von den rund 51.300 Läufern, die 2017 am New York Marathon teilnehmen, wurden 99 Prozent als Finisher gewertet, die dann auch tatsächlich die Ziellinie überquerten.

Der Startschuss des New York Marathon fällt immer Anfang November an der Verrazano-Narrows Bridge. Über die Brücke geht es vom Bezirk Staten Island bis nach Brooklyn. Von dort aus führt die Strecke die Sportler weiter nach Queens und Manhattan. Nach einem kurzen Abstecher durch den Bezirk Bronx geht es wieder nach Manhattan. Dort werden die letzten Kilometer durch den Central Park zurückgelegt, wo auch der Zieleinlauf stattfindet.

Neben dem eigentlichen Rennen ist beim New York Marathon auch der 5km-Lauf am Vortag des Marathons berühmt. Beim sogenannten „Dash to the Finish Line“ stimmen sich die Läufer aus aller Welt auf das Rennen ein.

Ich hatte im letzten Jahr auch schon das Glück, meine eigenen Erfahrungen beim New York Marathon sammeln zu können – und ja, es ist der wahrscheinlich beste Marathon der Welt!

2. Der Chicago Marathon erlaubt sportliche Höchstleistungen
Am Chicago Marathon nahmen 2017 mehr als 44.000 Läufer teil. Damit war er der zweitgrößte Marathon in den USA. Die Veranstaltung war schon bei ihrer Einführung im Jahr 1977 überdurchschnittlich erfolgreich. Damals wurden 2128 Finisher verzeichnet – eine Rekordzahl für damalige Verhältnisse! Das große Interesse ist möglicherweise auch auf das damals geringe Startgeld von nur 5 US-Dollar zurückzuführen. Heute liegt die Meldegebühr bei 195 US-Dollar. Teilnehmer, die nicht aus den USA stammen müssen sogar noch etwas mehr bezahlen und landen im Erfolgsfall bei 220 US-Dollar, um Anfang Oktober durch Chicago laufen zu dürfen.

Schon im zweiten Jahr lag die Zahl der Finisher des Chicago Marathon bei über 4.000. Etwa 5.200 Sportler traten damals zum Wettbewerb an. Doch der Marathon kann in den mehr als 40 Jahren seines Bestehens nicht nur auf Erfolge zurückblicken: Wegen eines Mangels an Sponsoren musste die elfte Auflage im Jahr 1987 stark reduziert werden. Den Veranstaltern gelang es lediglich, einen Halbmarathon zu organisieren.

Der Chicago Marathon war in den vergangenen Jahren mehrfach eine Veranstaltung, bei der Weltbestleistungen erzielt wurden. Das ist zum einen auf die flache Streckencharakteristik zurückzuführen, aber auch auf die Tatsache, dass immer wieder internationale Spitzenläufer verpflichtet werden. Der vergleichsweise einfache Kurs ist ein weiterer Grund, warum sich viele Läufer dafür entscheiden, an dem Rennen teilzunehmen. Sportler können sich auch sportlich qualifizieren, in dem sie bei einem von der USA Track & Field Organisation zertifizierten Rennen eine entsprechende Zeit abliefern – für Männer in der zwischen 30-39 Jahren, würde eine 3:15h auf der Marthondistanz für einen garantierten Startplatz in Chigago reichen.

3. Den Boston Marathon gibt es bereits seit mehr als 120 Jahren
Der Boston Marathon hat nicht nur innerhalb der USA die längste Tradition, sondern ist nach dem Marathon-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen sogar weltweit der älteste Marathon. Er fand im Jahr 1897 zum ersten Mal statt. Das Besondere an diesem Marathon ist, dass er zunächst nur über eine Strecke von 37 Kilometern ging. Zwischenzeitlich wurde die Strecke zwar verlängert, doch erst im Jahr 1957 wurde sie auf die olympische Distanz von 42,195 Kilometern festgelegt. Der Marathon lockt Jahr für Jahr 500.000 Zuschauer an die Strecke, was ihn zu der Sportveranstaltung mit dem größten Publikum in Neuengland macht.

Der Boston Marathon unterscheidet sich in seiner Streckenführung von anderen Marathons, denn die Läufer bewegen sich nicht nur innerhalb Bostons. Der Start erfolgt in Hopkinton, von wo aus die Sportler Richtung Osten laufen. Das Ziel liegt schließlich in Boston. Der Weg vom Start bis ins Ziel besteht somit nicht wie bei vielen anderen Veranstaltungen aus verwinkelten Abschnitten, sondern aus einer recht geradlinigen Verbindungen zwischen den Punkten.

Eine Teilnahmebestätigung mit Startplatz erhalten Sportler, die entweder eine entsprechende Limitzeit aus einem vorherigen Lauf nachweisen können oder in der Startplatzlotterie gewinnen. In den Fokus der Öffentlichkeit geriet der Marathon im Jahr 2013. Damals fand ein Bombenanschlag statt, bei dem zwei Menschen getötet und 260 Personen verletzt wurden. Es wurden zwei Brüder als Tatverdächtige identifiziert. Im Jahr 2018 zeigte sich das Aprilwetter auch von seiner gemeinen Seite, so daß diverse Athleten aus dem Rennen ausstiegen, als eisiger Wind und Schnee den Läufern überraschen den Spaß verdarb.

Aber der Boston-Marathon ist auch ein wichtiger Schauplatz für die Frauen-Laufbewegung. Denn hier startete die Marathon-Legende Katherine Switzer, obwohl bei Marathons bis dahin nur Männer zugelassen worden waren. Während ihres legendären Laufes versuchte dann der Rennleiter, sie von der Strecke zu nehmen, was aber andere Läufer verhinderten. 2017 lief Kathrine Switzer dann anlässlich des 50. Jubiläums ihres ersten Boston-Marathons erneut von Hopkinton nach Boston.

4. Der Honolulu Marathon ist bei Einsteigern beliebt
Hawaii ist nicht nur die Heimat des Ironman Triathlons sondern auch die des Honolulu Marathons. Die Laufveranstaltung wird seit 1973 regelmäßig ausgetragen. Der Startschuss fällt bereits um 5 Uhr am Morgen. Das ermöglicht vor allem europäischen Teilnehmern, die die tropischen Verhältnisse nicht gewohnt sind, bei einigermaßen erträglichen Temperaturen loszulaufen. Die ungewohnten Bedingungen in Verbindung mit der großen Zeitumstellung haben zu Folge, dass es sich bei Honolulu Marathon trotz der flachen Strecke um keine schnelle Laufveranstaltung handelt.

Mit Finisherzahlen, die zwischen 20.000 und 25.000 Teilnehmern liegen, ist der Marathon im Vergleich zu den zuvor genannten Veranstaltungen aktuell ein eher kleines Laufevent. Das war früher anders. Mit mehr als 34.000 Teilnehmern und 27.000 Finishern war der Marathon 1995 noch weltweit der Größte. Der große Zuspruch liegt unter anderem in der Streckenführung begründet: Die Strecke führt die Teilnehmer nicht durch einen Großstadt-Dschungel, sondern nur landschaftlich reizvolle Gebiete Hawaiis.

Zur Teilnahme an dem Wettbewerb müssen keine großen Hürden überwunden werden. Läufer brauchen lediglich die Startgebühr zu zahlen, die zwischen 195$ und 365$ liegt, je nachdem wie kurzfristig man sich vor dem Rennen anmeldet. Die geringen Hürden machen die traditionsreiche Veranstaltung für unerfahrene Sportler oder sogar Neulinge sehr attraktiv. Und natürlich lockt auch die Möglichkeit, den Marathon mit einem Strandurlaub zu verbinden viele Läufer nach Honululu – gerade auch weil der Lauf im Dezember stattfindet.

5. Großes Gefälle beim Los Angeles Marathon ermöglicht gute Zeiten
Nur zwei Jahre nachdem die Olympischen Spiele in Los Angeles stattgefunden hatten, erhielt die Stadt auch ihren eigenen Marathon. Dadurch wird er zu einer der ersten Veranstaltungen eines jeden Jahres. Er wird seit 1986 regelmäßig ausgetragen und findet häufig kurz vor oder nach dem Valentinstag statt – in nächsten Jahr allerdings erst Ende März.
Das Olympiastadtion markiert nicht nur in der Geschichte einen wichtigen Grundstein für den Marathon. Alljährlich wird der Lauf unweit der Arena gestartet.

Die Strecke weist große Höhenunterschiede auf. Der Start liegt 430 Meter über dem Ziel. Durch dieses Gefälle ist die Strecke recht einfach zu bewältigen und somit auch für Einsteiger geeignet. Gleichzeitig ermöglicht sie den Sportlern schnelle Durchlaufzeiten.

Der Los Angeles Marathon ist auch für Kurzentschlossene geeignet. Bis etwa eine Woche vor der Veranstaltung können sich die Teilnehmer online anmelden. Dazu müssen Sie keine sportlichen Erfolge oder Qualifikationszeiten nachweisen können, sondern lediglich die Teilnahmegebühr bezahlen.

Sichere Teilnahme und Startplätze für die US-Marathons
Gerade bei den großen legendären US-Marathons ist es sehr unwahrscheinlich einen Startplatz über die Lotterie zu gewinnen. Daher ist bei den meisten Events die sichere Variante, sich ein Visum für die USA zu besorgen und dann ein Paket eines Reiseveranstalters buchen. Dieses besteht aus dem Flug, dem Hotel und der Startnummer für den Wettbewerb und ist meist auch nicht wahnsinnig teurer, als wenn man sich Flug und Hotel selbst besorgt, sollte man einen Startplatz in der Lotterie bekommen haben.

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