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Wie funktioniert der Wings for Life Run? Meine Erfahrungen mit dem App-Run

Mit mehr als 180.000 Teilnehmern hat sich der Wings for Live World Run über die letzten Jahre zum größten globalen Laufevent entwickelt und sammelt mit dem Event Millionen für die Heilung von Rückenmarkerkrankungen. Das Besondere am Wings for Life World Run ist aber nicht nur der globale Eventcharakter, sondern auch das Laufformat und die Möglichkeit überall auf der Welt zeitgleich zu den organisierten Rennen auch per App teilzunehmen.

Nachdem ich schon mehrfach beim Wings for Life in Poznan gestartet bin und in München sogar schon als Pacemaker im Einsatz war, habe ich in diesem Jahr einmal den Wings for Life App Run ausprobiert und möchte Dir ein wenig von meinen Erfahrungen damit berichten.

Erfahrungen mit dem Wings for Life App-Run

Damit man beim Wings for Life World Run starten kann, benötigt man zuerst einen Startplatz und muss sich dafür bei Wings for Life registrieren. Ein Ticket für den App-Run kostet 20€, aber man kann natürlich auch noch etwas freiwillig drauflegen, um die Spendensumme zu erhöhen. Denn 100% der Startgelder gehen in die Forschungsprojekte, damit die Querschnittslähmung besiegt werden kann.
Während der Anmeldung kann man sich übrigens auch einem Team anschließen und sich so gegenseitig, wenn auch virtuell motivieren. Die größte Gruppe weltweit ist übrigens die von Florian Neuschwander.

Nun braucht man noch die App, die man kostenlos im App-Store und im Play-Store herunterladen kann. Dort kann man sich dann mit seinen Login-Daten von der Webseite einloggen, wenn man die Anmeldung nicht gleich über die App erledigt hat. Nun sollten in der App die persönlichen Daten angezeigt werden.

Als nächstes habe ich dann ein paar Tage vor dem Renntermin eine Startnummer per Post zugeschickt bekommen. Das praktische am App-Run ist übrigens auch, daß es kein beschränktes Startplatzkontingent gibt. Man kann sich also auch Last-Minute noch für den Start anmelden – aber dann gibts logischer Weise keine Startnummer per Post.

Nun heisst es bereitmachen für den Start. Am besten lädt man sich soviel wie möglich schon vor dem Rennen herunter, sodass man während des Rennens Internet und Akku spart. Also Lieblingsmusik bereitmachen und auch die App-Inhalte speichern soweit möglich. Außerdem sollte man vorher über die Strecke nachdenken, wo man den App-Run laufen will. Denn dort sollte eine vernünftige Mobilfunkverbindung bestehen, damit alles richtig funktioniert. Und natürlich sollte der Akku maximal geladen sein – gerade wenn man vorhat, sehr weit zu laufen.

Mein Rennen mit der Wings for Life App

Ich hatte mir für mein Rennen eine etwas abgelegene 4km Runde bei einem Feld ausgesucht, wo ich mein Auto am Streckenrand parken konnte. Denn so hatte ich alle 4km eine Verpflegungsstation und konnte im Auto schnell einen Schluck trinken und dann wieder die nächste Runde drehen. Denn es war ausgerechnet einer der ersten richtig heißen Tage des Jahres.

Das Rennen startet global zur exakt gleichen Zeit. Egal ob in Mumbai, Berlin oder New York – egal ob App Run oder Flagship Lauf – gestartet wird zeitgleich. Bei uns ist es dann 13.00 Uhr.

Also stand ich dort kurz vor 13.00 Uhr mit meiner Startnummer um die Hüften und mit der App in der Hand und dem großen roten Startknopf vor den Augen. Denn das Wichtigste, was man beim Wings for Life App Run neben dem Laufen tun muss, ist den Startknopf im richtigen Moment zu drücken. Immer wieder hört man nämlich davon, daß einige Läufer vor Aufregung erstmal losstarten und dann erst nach einigen Kilometern merken, daß sie ihre Rennwertung noch garnicht gestartet haben.

Schon vor dem Start kann man sich übrigens entscheiden, ob und wie man musikalische Untermalung haben will und auch welche Kommentare und Infos man über die App bekommen will. Ich hatte mich für einen Podcast entschieden und alles aktiviert, was man an Entertainment aktivieren kann.

Und dann geht es auch schon los mit dem Entertainment. In Deutschland wird das Rennen von Frank “Buschi” Buschmann moderiert, der es gleich zum Start des Rennens versteht, doch so etwas wie Rennstimmung auf die Ohren zu bringen. So laufe ich zwar allein auf meinem Feldweg mit meiner Startnummer, aber fühle mich doch mit der großen, globalen Läuferschar von mehr als 180.000 Läufern weltweit verbunden, die genau in diesem Moment ebenfalls ihr Rennen gestartet haben.

Und während ich meine Kilometer mache und meinen Podcast höre, gibt es dann immer wieder Momente, in denen meine Musik ausgeblendet wird und neue Kommentare oder Hinweise kommen, bevor meine Musik weiterläuft. Das funktioniert wirklich gut, sodass man sich ziemlich entspannt auf das Laufen konzentrieren und das Rennen genießen kann.

Neben den Updates zu den gelaufenen Kilometern, werden auch Audiokommentare von Spitzensportlern eingeblendet und natürlich aufmunternde, witzige Sprüche von Buschi. Nach einiger Zeit meldet sich dann auch zum ersten Mal der Fahrer des Catcher Cars, um über den baldigen Start der Verfolgung zu berichten. Fortan bekommt man dann nicht nur Updates zu seiner eigenen Laufdistanz, sondern auch die Infos, wie weit das Catcher Car noch entfernt ist.

Bei mir kommt das Catcher Car dann ab Kilometer 8 langsam näher und man kann dadurch seine Kräfte gut planen. Ich war in diesem Jahr gerade in einer Wasserfastenkur und hatte seit 2 Wochen nichts mehr gegessen. Daher musste ich meine Energie besonders gut einteilen. Und daher waren die Catcher Car Updates in gewisser Weise auch motivierend, noch einmal die letzten Reserven zu mobilisieren, da ja klar war, daß das Rennen nicht mehr allzulange dauert. Bis auf 11,6 Kilometer habe ich es dann noch geschafft, bevor mich das Catcher Car geschnappt hat. Kein Vergleich zu den 36,23 aus 2017, aber angesichts der Umstände war ich auch mit diesem Ergebnis super zufrieden.

Aber das Beste war, daß es die App mit ihren Audiokommentaren wirklich geschafft hat, dieses lange vermisste Rennfeeling ein Stück weit zurückzubringen.

Natürlich ist die Stimmung bei den echten Rennen noch etwas anderes, aber ich war wirklich überrascht, wie gut die Atmosphäre über App rüberkommt. Wer also kein echtes Rennen in seiner Nähe hat oder einfach generell lieber ganz individuell die Herausforderung bestreiten will, ist mit dem App Rennen vom Wings for Life World Run bestens beraten.

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4 Kommentare

  • Antworten raphaelaswelt 16. Mai 2021 um 17:12

    ich bin zum ersten Mal dabei gewesen und habe sogar 12 km geschafft, ich bin mega zufrieden damit!!!

    • Antworten Daniel 18. Mai 2021 um 18:25

      Also für das erste Mal ist das doch super! Dann vielleicht im nächsten Jahr zusammen auf dem Tempelhofer Feld?

  • Antworten Andrea Kuschan 16. Mai 2021 um 18:19

    Hallo Daniel,

    sehr schöner Bericht zum Wings for Life Run. Anscheinend hast du diesen Lauf viel besser weggesteckt als ich. Ich fand es extrem heiß und hatte mehrere Tage danach noch damit zu kämpfen. Im Nachhinein hätten wir es einfach langsamer angehen sollen. Deine Einstellung war also besser als unsere .

    Aber das ist eigentlich auch egal, denn es geht ja um eine viel größere Sache – laufen für die, die es nicht können.

    Und im nächsten Jahr sind wir wieder mit dabei.

    Viele Grüße
    Andrea

    • Antworten Daniel 18. Mai 2021 um 18:24

      Danke Andrea, das tut mir leid zu hören. In der Tat hatte ich mich ja sowieso darauf eingestellt, daß es ein hartes Stück Arbeit wird, während des Fastens. Da hat die Hitze auch nichts mehr großartig verschlimmert bei mir. LG, Daniel

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