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Die populärsten Irrtümer der Fitnessbranche

Wer sich für ein Fitnesstraining interessiert und neu in diese Materie einsteigt, wird schnell mit verschiedensten Tipps für ein effizientes Training konfrontiert. Neben vielen guten Tipps gibt es aber auch populäre Irrtümer zum Thema Fitness. Diese betreffen nicht nur das Training selbst, sondern auch Bereiche wie etwa Ernährung oder Sportbekleidung. Also, welches sind die populärsten Irrtümer der Fitnessbranche?

Kohlenhydrate und ihre Bedeutung beim Fitnesstraining
Bevor man sich mit Irrtümern im Training beschäftigt, ist es sinnvoll, sich mit den Kohlenhydraten (aus dem engl.: Carbs) zu befassen, denn über ihre Bedeutung beim kraftorientierten Fitnesstraining wird viel diskutiert. Es gibt gute und weniger gute Kohlenhydrate und vor allem bezüglich der Menge an zugeführten Carbs sowie ihre Auswirkungen auf den Trainingseffekt gibt es zum Teil gegenläufige Meinungen.
Im Gegensatz zu Ausdauer-Einheiten auf dem Laufband, dem Ergometer oder dem Crosstrainer, bei denen die Kohlenhydrate für die kontinuierliche Energiezufuhr zuständig sind, spielen sie beim Krafttraining im Fitnessstudio nur eine untergeordnete Rolle und können nach Auffassung mancher Trainer und Ernährungsexperten eventuell sogar zu einem weniger guten Trainingseffekt führen. Deshalb sprechen sich manche für eine Low-Carb-Ernährung mit reduzierten Kohlenhydratmengen aussprechen.
Da allerdings die Kraft- beziehungsweise Kraftausdauerwerte des Sportlers von den zur Verfügung stehenden Kohlenhydraten beeinflusst werden, sollte nach Auffassung anderer nie gänzlich auf Carbs verzichtet werden.

Durch Krafttraining verliert man kein Gewicht
In der Fitnessbranche ist oft zu hören, dass sich ein Krafttraining nicht dazu eignet, um sein Körpergewicht zu reduzieren. Das ist allerdings ein großer Irrtum. Zugegeben, Muskeln sind etwas schwerer als Fett, aber die Unterschiede sind bei weitem nicht so eklatant, wie man gemeinhin denkt. Viele wechseln vom Kraft- zum Ausdauertraining, weil ihrer Meinung nach die Gewichtsreduktion trotz harter Einheiten zu langsam voranschreitet.
Hier liegt der Denkfehler, denn nach einem Krafttraining arbeiten der Stoffwechsel noch für etwa 72 Stunden auf Hochtouren und verbraucht Energie, indem vor allem Körperfett verbrannt wird. Dies bezeichnet man als Nachbrenn-Effekt. Nach einem Ausdauertraining bleibt dieser Zustand nur für etwa zwei Stunden erhalten. Damit sich dieser Vorgang sichtbar auf das Körpergewicht auswirken kann, müssen die Muskeln aber zuerst einmal gebildet werden, was nur durch Krafttraining möglich ist.

Durch langsames Laufen verbrennt man mehr Kalorien
Ein Irrtum, der in der Fitnessbranche weit verbreitet ist, betrifft das Tempo bei Laufeinheiten etwa auf dem Laufband. Man hört sehr oft, dass die Kalorienverbrennung und dadurch die Gewichtsreduktion bei langsamem Laufen besser funktioniert, als bei einem schnelleren Lauf. Das stimmt leider nicht und lässt sich auch an einem mit Benzin fahrenden Auto leicht erklären. Fährt ein Auto schneller, verbraucht es auch mehr Benzin. Beim Menschen funktioniert es genauso. Der Gesamtumsatz an Energie ist bei einer langsamen Trainingseinheit deutlich geringer, als bei einem schnellen Lauf. Am meisten Kalorien werden übrigens verbrannt, wenn man mit 70 bis 80 Prozent seines Maximalpulses läuft.
Allerdings ändert sich die Art und Weise, wie der Körper seine Energie bezieht. Besonders bei langsamen, langen Trainingseinheiten, dem sogenannten Grundlagenausdauertraining bezieht der Körper viel Energie aus Fettreserven.

Das Trainieren der Rückenmuskulatur beseitigt Rückenschmerzen
Sehr oft bekommt man zu hören, dass bei Rückenschmerzen vor allem ein gezieltes Training für die Rückenmuskulatur die Beschwerden lindern oder ganz beseitigen kann. Dies ist zumindest zu 50 Prozent ein Irrtum, denn wer unter Rückenbeschwerden leidet, der muss neben der Rückenmuskulatur noch eine andere Muskelgruppe trainieren, nämlich die Bauchmuskulatur.
Nur wer beiden Muskelgruppen beim Training die gleiche Aufmerksamkeit schenkt, stärkt seine gesamte Rumpfmuskulatur und diese ist für eine gesunde Haltung zuständig, weil sie Fehlhaltungen wie etwa ein Hohlkreuz zu verhindern hilft.

Kaffee ist für Sportler ungeeignet
Kaffee zählt zu den beliebtest Getränken in Deutschland und hat viele gute Eigenschaften. Dennoch hält sich hartnäckig die Meinung, dass Sportler auf Kaffee verzichten sollten. Als Begründung wird stets angeführt, dass er dem Körper Wasser entzieht und sich negativ auf den Blutdruck auswirkt. Natürlich ist der übermäßige Genuss von Kaffee zu vermeiden, aber in nicht zu großen Mengen kann Kaffee so etwas wie eine Geheimwaffe sein. Wer nämlich etwa eine Stunde vor einer Trainingseinheit einen Espresso trinkt, der kurbelt damit nicht nur seinen Kreislauf an, sondern auch den Verbrauch von Energie.

Sixpack durch Sit-ups und andere Bauchübungen
Immer wieder ist zu lesen und zu hören, dass man seine Bauchmuskeln (das berühmte Sixpack) durch Übungen wie Sit-ups sichtbar machen kann. Prinzipiell wäre dies natürlich machbar, wäre da nicht die Fettschicht, die sich über die Bauchmuskeln spannt. Nur wenn man diese beseitigt, treten die Bauchmuskeln tatsächlich hervor und zeigen das Sixpack. Man kann zwar seine Bauchmuskeln mit entsprechenden Übungen stärken, als Sixpack werden sie aber erst dann sichtbar, wenn man mit einer entsprechenden Ernährung die darüber liegende Fettschicht zum Schmelzen bringt. Es muss also ein Zusammenspiel von Training und Ernährung stattfinden, um zum gewünschten Ziel zu gelangen.
Manchen dauert dies zu lange, weshalb sie zu einer operativ vorgenommenen Fettabsaugung greifen. Diese Methode birgt aber immer auch Gefahren und sollte lediglich als Ultima Ratio in Betracht gezogen werden.

Durch Sport wird man schlank
Hierbei handelt es sich um einen „halben“ Irrtum. Grundsätzlich kann man durch sportliche Aktivität natürlich Gewicht verlieren. Allerdings ist dazu noch eine zweite, zeitgleich zu ergreifende Maßnahme notwendig. Nämlich eine Umstellung auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung.
Wer zwar Fitnesstraining betreibt, aber gleichzeitig Unmengen an Chips, Fastfood oder andere kalorienhaltige Lebensmittel verspeist, der wird trotz hartem Training sein Gewicht auf lange Sicht nicht reduzieren.
Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass nur derjenige Gewicht verliert, der weniger Kalorien zu sich nimmt, als er durch alle Bewegungen und Anstrengungen am Tag verbrennt. Dies nennt man negative Energiebilanz. Der Organismus holt sich nämlich die fehlende Energie aus seinen Depots, die meist als Fettreserven vorhanden sind.
Diese verringern sich und in der Folge verliert man an Gewicht. Verbraucht man aber einschließlich Training weniger Energie, als man seinem Körper durch seine ungesunde Ernährung zuführt, wird man sogar mit Training noch Gewicht zulegen.
Im Rahmen einer durch Sport unterstützten Diät empfiehlt es sich, den Kohlenhydratanteil in der Ernährung zu begrenzen und auf Nahrungsmittel mit einem niedrigen glykämischen Index zu achten.

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