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Faszientraining: Basiswissen und typische Fehler bei Faszien Übungen

Faszientraining ist in aller Munde. Dank Blackroll und Co. muss man nicht mehr ständig zum Masseur laufen und kann seine Muskeln selbst massieren! Dadurch wird das Gewebe gelockert, Verspannungen gelöst und die Faszien ausgedrückt und gestärkt.
Aber was sind Faszien überhaupt und welche Fehler können einem beim Faszientraining passieren?

Was sind eigentlich Faszien?
Faszien durchziehen unseren gesamten Körper wie ein feines Spinnennetz. Sie sind eine Art Haut, die unsere Muskeln und Organe umhüllt. Laut neuesten Forschungen zählt das Fasziennetz zu den wichtigsten Sinnesorganen im Körper, weil es direkt mit dem Nervensystem zusammenarbeitet und viele Informationen speichert.

Auch interessant: Unsere Faszien speichern Wasser wie ein Schwamm. Durch das Faszientraining soll in erster Linie das Wasser ausgetauscht werden.
Wie? In dem es durch den Druck der Rolle aus dem Faszien-Schwamm gedrückt wird. Das Fasziennetz hängt auch wirklich vollständig zusammen, bearbeitet man beispielsweise seinen Oberschenkel mit der Rolle weil man Schmerzen im Rücken hat, so kann dies durchaus auch die Rückenschmerzen lindern.
Forscher vermuten, dass dies an der Verschiebung der Flüssigkeit im Faszien-Gewebe liegt.

Faszien werden auch Bindegewebe genannt und werden gerne als Hauptübeltäter für Cellulitis und Dellen angesehen. Durch das regelmäßige Training mit der Faszienrolle lassen sich Dellen teilweise wieder reparieren, allerdings dauert das schon ein paar Monate. Ein Wundermittel gegen Cellulite gibt es nun einmal leider nicht.

Leistungskiller: Verklebte Faszien
Faszien sind wie schon erwähnt, wie ein Schwamm. Aber was passiert mit einem Schwamm, der mit Wasser vollgesogen ist und nie ausgedrückt wird? Er wird irgendwann ungemütliche Düfte versprühen oder ganz austrocknen und verhärten…
So ähnlich geht es auch unseren Faszien, wenn wir sie nicht regelmäßig bewegen. Wassereinlagerungen und Verhärtungen sind die Folge, beides kann zu erheblichen Schmerzen führen. Doch auch zu viel Bewegung schadet den Faszien!

Ebenso ist Stress ein großer Faszien-Verkleber. Durch Stress werden Hormone produziert, die die Faszien in Spannung bringen, während hingegen die Muskeln entspannt bleiben. Die Folge sind auch hier eventuelle Schmerzen und Verlust von Beweglichkeit.

Neben dem Training mit der Faszienrolle helfen auch Sportarten, die die Flexibilität fördern, wie zum Beispiel Yoga, Pilates oder auch Tai Chi. Und so ganz nebenbei reduzieren diese Sportarten auch den Stress. Beim Faszientraining ist dennoch Vorsicht geboten!

Drei klassische Fehler beim Faszientraining
Man kann ein paar grundlegende Dinge falsch machen, sodass das Training eigentlich überflüssig wird und keine großartigen Ergebnisse bringt. Hier sind die drei größten Fehler im Faszientraining aufgelistet:

1. Zu harte Rolle
Wer sich nie wirklich viel bewegt, hat extrem verspannte Faszien und Muskeln. Wenn man hier mit einer zu harten Rolle herangeht, kann das die Schmerzen bloß noch verstärken oder sie gar ins Unerträgliche verschlimmern!
Manchmal sind die Faszien auch an kritischen Stellen verklebt, wie in der Knieregion oder an anderen Gelenken. Eine zu harte Rolle wird auch hier für Schmerzen sorgen, es könnte sogar zu Verletzungen oder blauen Flecken kommen.
Auch älteren Betroffenen ist zu raten, sich eventuell nach einer weicheren Rolle umzusehen. Zum Glück ist die Auswahl an Faszienrollen gigantisch!

2. Hin- und Herrollen statt gleichmäßigem Ausrollen
Ebenso schädlich ist das Hin- und Herrollen auf der Faszienrolle. Sinn des Rollens ist ja, die Flüssigkeit in eine Richtung aus dem Fasziengewebe zu drücken. Viele glauben, durch das Zurückrollen würde man die Flüssigkeit wieder ins Gewebe drücken und dass das etwas Gutes sei.

Falsch gedacht! Ein einfacher Vergleich hilft: Beim Kehren eines Bodens mit einem Besen wischt man auch nicht bloß hin und her. Man würde zwar die Mitte des Flecks sauber machen, aber der Schmutz würde bloß links und rechts davon überall verstreut liegen. Genauso verhält es sich mit der alten Flüssigkeit aus den Faszien.
Darum: Immer nur in eine Richtung rollen! Mehrfaches hin- und herrollen lockert auch nichts, das ist ebenfalls ein Irrglaube.

3. Zu schnelle Durchführung der Übungen für die Faszien
Ein weiterer Fehler ist eine zu schnelle Durchführung des Faszientrainings. Die meisten Menschen haben Schmerzen beim Faszienrollen, wodurch sie eher dazu geneigt sind, die Übungen schneller durchzuführen.
Dadurch kommt aber nie genug Druck zustande, um die Flüssigkeit aus den Faszien zu drücken!
Lieber langsam durchführen, sodass auch wirklich alles rausgedrückt wird.
Mehrfaches Rollen über eine Stelle ist übrigens nicht effektiv. Einmal langsam darüber zu rollen reicht vollkommen aus! Auch wenn es Schmerzen bereitet – beim nächsten Mal wird es schon weitaus erträglicher sein.

Fazit: Faszientraining empfiehlt sich für jeden!
Viele chronische Probleme, wie auch der Tennisarm und insbesondere müde Läuferbeine, lassen sich meist auf verklebte Faszien zurückführen.
Wunder kann man allerdings nicht erwarten, zumindest nicht nach einmaliger Durchführung, auch wenn das Gefühl nach dem Training himmlisch ist. Man fühlt richtig, wie sich die Faszien über die Zuwendung freuen, wie nach einem langen, erfolgreichen Lauf oder einer langen Massage beim Masseur. Darum – fröhliches Rollen!

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1 Kommentar

  • Antworten Talianna 29. August 2019 um 21:11

    Oh, das mit dem Schwamm-Effekt hatte ich mir noch nicht klar gemacht! Danke für diese Aufklärung :)

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