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Wings for Life World Run Berlin: Warum der Community Run auf dem Tempelhofer Feld überrascht hat

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Der Wings for Life World Run gehört längst zu den emotionalsten Lauf-Events weltweit. Gleichzeitig stellt sich für viele Läufer jedes Jahr dieselbe Frage: Lieber alleine per App laufen oder bei einem offiziellen Event starten?

Nach meinen Erfahrungen beim Flagship Run in München, beim legendären Rennen in Poznan und mehreren App Runs wollte ich dieses Jahr die Community-Variante auf dem Tempelhofer Feld in Berlin testen. Und ehrlich gesagt: Ich war überrascht, wie nah dieses Format an echtes Rennfeeling herankommt.

Denn obwohl kein offizielles Catcher Car über die Strecke fährt, entsteht durch die gemeinsame Atmosphäre, die Zuschauer und die Organisation deutlich mehr Event-Charakter als bei einem klassischen Solo-App-Run.

Der erste Eindruck: Professioneller organisiert als viele klassische Volksläufe

Schon vor dem Start wurde klar, dass Red Bull und das lokale Organisationsteam den Community Run ernst nehmen.

Die Ausgabe der Startnummern lief professionell und schnell organisiert ab. Lange Warteschlangen blieben trotz vieler Teilnehmer aus. Positiv fiel auch auf, dass ausreichend Toiletten vorhanden waren – ein Detail, das bei vielen Laufveranstaltungen erstaunlich oft unterschätzt wird.

Direkt vor dem Start gab es kostenlos Red Bull für alle Teilnehmer. Dazu lief Musik über mehrere Trucks auf dem Gelände, wodurch schon früh Festival-Stimmung entstand.

Gerade auf dem weitläufigen Tempelhofer Feld funktionierte dieses Setup hervorragend.

Gemeinsames Warm-up und globaler Startmoment

Ein großer Unterschied zum Solo-App-Run: Man startet eben nicht einfach irgendwo alleine mit dem Handy in der Hand. Vor dem Start gab es zunächst ein gemeinsames Warm-up mit allen Teilnehmern. Dieser Moment erzeugt sofort mehr Gruppengefühl und Vorfreude.

Anschließend ging es gemeinsam unter dem offiziellen Wings-for-Life-Startbogen auf die Strecke, exakt synchron mit allen anderen Läufern weltweit. Dieser globale Startmoment gehört weiterhin zu den stärksten Elementen des gesamten Events, obwohl es hier auf dem Tempelhofer Feld keine Leinwände gab, auf denen die Starter bei den anderen Läufen weltweit gezeigt werden. Dieses Ritual bleibt wohl den Flagship Runs vorbehalten.

Was macht den Wings for Life Community Run besonders?
Der Community Run verbindet die Flexibilität des App Runs mit echtem Eventgefühl. Gemeinsamer Start, Zuschauer, Musik und viele Mitläufer sorgen für deutlich mehr Motivation als ein klassischer Solo-Lauf per App.

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Die WFLWR-Strecke auf dem Tempelhofer Feld: Schnell, offen – aber windanfällig

Die Runde auf dem Tempelhofer Feld war ungefähr vier Kilometer lang und führte größtenteils über den breiten Asphalt der ehemaligen Start- und Landebahnen. Vom Startpunkt hatte man nach wenigen Minuten die breite Landebahn erreicht und konnte sich ganz entspannt auf die eigene Pace fokussieren.

Für schnelle Zeiten oder besser gesagt lange Distanzen eignet sich das Gelände grundsätzlich hervorragend:

  • sehr guter Asphalt
  • extrem viel Platz
  • kaum Engstellen
  • Teilnehmerfeld verteilt sich schnell

Gerade im Vergleich zu vielen Innenstadtläufen läuft man hier deutlich entspannter, weil einem das Zick-Zack-Laufen durch die langsameren Läufer erspart bleibt. Zudem hatte ich das Gefühl, daß die meisten super ambitionierten Läufer eher bei den großen Flagship-Runs an den Start gehen und nicht bei den Community-Runs.

Besonders stark war die Stimmung auf der langen Landebahngeraden. Dort standen viele Zuschauer und sorgten permanent für Stimmung. Interessant war auch, dass viele bereits ausgeschiedene Läufer anschließend an der Strecke blieben und die verbleibenden Teilnehmer weiter anfeuerten. Dadurch blieb die Atmosphäre überraschend lange lebendig.

Wirklich angenehm waren zudem die zwei Wasserstationen pro Runde – und damit absolut ausreichend für das Streckenprofil. Zusätzlich fuhren Bikes mit Musik über die Strecke und sorgten immer wieder für neue Energie. An die Verpflegung muss man aber selbst denken und sich ein paar Gels einpacken.

Der größte Vorteil des Rundkurses: Motivation durch andere Läufer

Was beim Community Run besonders auffällt: Man bekommt ständig Rückmeldung über das eigene Rennen.

Durch den Rundkurs sieht man andere Läufer permanent und kann schnellere Teilnehmer sehen, die auf der Gegengerade unterwegs sind oder an einem vorbeiziehen. Kann sich an Läufer auf ähnlichem Niveau heranhängen und wenn man selbst vom virtuellen Catcher-Car eingeholt wurde noch an den Rand stellen und Läufer anfeuern, die noch weiterkämpfen.

Genau dieses Element fehlt beim Solo-App-Run oft komplett.

Gerade in den späteren Rennphasen motiviert es enorm, andere noch auf der Strecke zu sehen. Aber auch der Applaus der Läufer, die schon eingeholt wurden hilft ungemein. Das sorgt automatisch für mehr Wettkampfgefühl, obwohl technisch gesehen weiterhin die App das Rennen steuert. Ich hatte die App über den Lautsprecher meines Telefons aktiviert, sodass man die Statusmeldungen, wie weit das Catcher-Car noch entfernt ist, auch in der jeweiligen Gruppe von Läufern hören kann, mit denen man unterwegs ist. So kann man sich auf den letzten Metern auch noch einmal gegenseitig pushen.

Ist der Wings for Life Community Run besser als alleine per App zu laufen?
Für viele Läufer ja. Der Community Run kombiniert die Flexibilität der App mit echter Rennatmosphäre, Zuschauern und gemeinsamer Motivation. Dadurch entsteht deutlich mehr Eventcharakter als beim Solo-App-Run.

Was mir beim Community Run auch richtig gut gefallen hat, war die Inklusion. Beim Wings for Life World Run werden ja Spenden für die Rückenmarkforschung gesammelt, damit Querschnittsgelähmte vielleicht irgendwann geheilt werden und wieder laufen können. Wenn man dann Rolli-Fahrer und andere Teilnehmer mit Handicap mit auf der Strecke sind, wird man noch einmal erinnert, worum es bei diesem Lauf eigentlich geht. Außerdem gibt es eine unheimliche Motivation zu sehen, wie sich diese Sportler nicht unterkriegen lassen und alles geben – vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als alle Anderen!

Kein Schatten, teilweise windig: Die wenigen Nachteile

Perfekt war die Strecke trotzdem nicht. Das Tempelhofer Feld ist extrem offen. Das ist zwar praktisch, um auch größere Gruppen von Läufern gut zu verteilen, aber dadurch gibt es praktisch keinen Schatten. Bei Sonne kann das schnell anstrengend werden.
Dazu kam teilweise spürbarer Wind auf den langen Geraden. Gerade nach vielen Kilometern kostet das zusätzliche Energie. Allerdings gehören genau diese Bedingungen auch ein Stück weit zum Charakter des Tempelhofer Felds.

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Mein eigenes Rennen: Zufrieden mit knapp 27 Kilometern

Für mich persönlich lief das Rennen überraschend gut. Ursprünglich wollte ich die Halbmarathondistanz schaffen und hatte mich spontan angemeldet, um meinen normalen Trainingslongrun so für die gute Sache zu laufen. Und um mir einmal anzuschauen, wie es sich bei einem Wings for Life Community Run läuft.

Ich kam am Ende auf knapp 27 Kilometer und war mit dem Lauf sehr zufrieden. Vor allem die konstante Stimmung entlang der Strecke half dabei, das Tempo länger hochzuhalten als bei vielen Solo-Läufen. Gerade zum Ende hin traf ich auf zwei „unbeteiligte“ Läufer, die gerade ihren Trainingslauf auf dem Tempelhofer Feld absolvierten und die mich locker noch drei Kilometer weiter zogen, als ich wohl ohne die Beiden gelaufen wäre. Das Rennfeeling des Wings for Life World Run ist also auch ansteckend. Vielen Dank nochmal an die Beiden!

Genau hier liegt wahrscheinlich der größte Unterschied zum klassischen, individuellen App Run: Man läuft mental deutlich weniger alleine, als mit Publikum und anderen Läufern auf der Strecke. Bei mir mobilisiert das jedenfalls immer noch einmal zusätzliche Energie. Mit meiner Distanz war ich übrigens Platz 54 der Männer auf dem Tempelhofer Feld. Es waren also doch noch eine ganze Reihe richtig guter Läufer am Start. Am weitesten kam übrigens Delia Binninger, die mit ihren 50,51km sogar fünftbeste Frau weltweit wurde.

Meine ursprünglichen Bedenken, als ich die mehr als 1.500 Anmeldungen für den Community Run auf dem Tempelhofer Feld sah, haben sich übrigens auch nicht bestätigt. Zum einen glaube ich, daß es eine relativ große Anzahl an No-Shows gab, also Leuten die dann wohl doch woanders gelaufen sind. Und zum anderen hat sich das Teilnehmerfeld so gut verteilt, daß das auch mit 1.500 oder 2.500 Läufern noch problemlos funktionieren würde.

App Run, Community Run oder Flagship Run? Die Unterschiede im Vergleich

Nach meinen Erfahrungen beim App Run, beim Community Run in Berlin sowie bei den großen Flagship Runs in München und Poznan zeigen sich klare Unterschiede.

FormatAtmosphäreOrganisationMotivationFlexibilität
Solo App Rungeringselbst organisiertstark abhängig von Tagesformmaximal
Community Rungutprofessionellsehr hochmittel
Flagship Runextrem gutGroßeventmaximalgering

Wings for Life World Run – Solo-App-Run

Wer maximale Freiheit möchte, findet im klassischen App Run weiterhin die flexibelste Variante. Allerdings fehlt häufig die Dynamik eines echten Rennens. Dafür hat man bei der Streckenwahl alle Optionen und kann sich eine perfekte flache, sonnen- und windgeschützte Strecke ausuchen. Auch bei der Verpflegung kann man alles perfekt auf die eigenen Vorlieben abstimmen. Mehr dazu auch in meinem Erfahrungsbericht zum Wings for Life App Run.

Wings for Life World Run – Community Run

Der Community Run wie in Berlin ist aktuell wahrscheinlich der beste Kompromiss:

  • echtes Eventgefühl
  • gemeinsamer Start
  • Zuschauer
  • trotzdem unkompliziert

Für viele Freizeitläufer dürfte das die attraktivste Option sein, da es auch logistisch am einfachsten zu organisieren ist.

Wings for Life World Run – Flagship Run

Die größten Emotionen liefern weiterhin die offiziellen Flagship Runs wie München oder früher Poznan.

Gerade der frühere Lauf in Polen hatte mit mehreren zehntausend Teilnehmern eine fast marathonartige Atmosphäre. Außerdem gab es zumindest als ich in Polen gelaufen bin, sogar eine Medaille im Ziel, was bei anderen Flagship Runs teilweise nicht der Fall ist. Dort muss man sich mit der Urkunde und dem guten Gefühl begnügen.

Für uns Läufer aus Berlin sind die nächstgelegenen Flagship Runs in München und Poznan mit knapp 300 km Anreise für den Flagship Run in Polen und fast 600 km für den Lauf in München nicht gerade ein Katzensprung. Zudem kommt die absolute Nachfrageeskalation auf die Tickets. Insbesondere in Poznan sind die Tickets in ein bis zwei Minuten nach Verkaufsstart weg.

München ist leider auch berüchtigt für den Stau am Start. Nach dem Start gibt es diverse enge Stellen auf der Strecke, wo sich das Tempo extrem verlangsamt, was sich letztlich auch auf die Zieldistanz niederschlägt. Bei meinem Start in München musste ich den ersten Kilometer zwangsweise in einer Pace von 9:58 zurücklegen, den zweiten in 5:57 und auch die 3 und 4 lagen noch oberhalb der Pace, die ich damals als Pacemaker für die Halbmarathondistanz eigentlich hätte laufen mussen.

In Poznan hingegen bin ich hingegen meinen persönlichen Wings for Life Rekord mit mehr als 36 Kilometern gelaufen – das ist aber auch schon ein paar Jahre her.

Meine Erfahrungsberichte dazu gibt es hier:

Welche Wings-for-Life-Variante lohnt sich am meisten?
Der Community Run bietet aktuell den besten Mix aus Flexibilität und Eventatmosphäre. Flagship Runs wirken spektakulärer, während Solo-App-Runs maximale Freiheit ermöglichen, aber weniger Renngefühl erzeugen.

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Fazit: Der Community Run schließt die Lücke zwischen App und Flagship-Großevent

Der Community Run auf dem Tempelhofer Feld hat gezeigt, wie stark sich das Wings-for-Life-Erlebnis weiterentwickelt hat.

Die Kombination aus:

  • gemeinschaftlichem Start
  • professioneller Organisation
  • Zuschauern
  • Musik
  • Rundkurs
  • Eventatmosphäre

macht das Format deutlich attraktiver als einen klassischen Solo-App-Run.

Natürlich erreicht Berlin nicht ganz die gigantische Stimmung eines Flagship Runs wie München oder früher Poznan. Aber genau darin liegt vielleicht sogar die Stärke: Weniger Stress, mehr Übersicht und trotzdem echtes Rennfeeling.

Für viele Läufer dürfte genau das die ideale Wings-for-Life-Variante sein.

FAQ zum Wings for Life Community Run

Wie funktioniert der Wings for Life Community Run?

Der Lauf wird weiterhin über die offizielle App gesteuert, findet aber gemeinsam mit vielen Teilnehmern an einem offiziellen Standort statt.

Wie lang ist die Runde auf dem Tempelhofer Feld?

Die Strecke beträgt ungefähr vier Kilometer pro Runde.

Gibt es Verpflegung beim Community Run Berlin?

Ja. Auf der Strecke gab es zwei Wasserstationen pro Runde sowie kostenlose Getränke vor dem Start. Gels oder andere Snacks muss man selbst mitbringen.

Ist der Community Run besser als alleine zu laufen?

Für viele Läufer ja, weil deutlich mehr Motivation und Rennatmosphäre entsteht. Es gehen Läufer aller Leistungsklassen an den Start – vom absoluten Einsteiger bis zum Profi.

Eignet sich das Tempelhofer Feld für schnelle Zeiten?

Grundsätzlich ja. Der Asphalt ist sehr gut und die Strecke breit. Wind und fehlender Schatten können jedoch Kräfte kosten.

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